Wir vertrauen unseren Mitarbeitenden

Mannheim, 21. November 2018

Motivieren statt kontrollieren – das Gesundheitsunternehmen Roche setzt auf Vertrauen und Selbstbestimmtheit. Vor allem bei der neuen Betriebsvereinbarung zum Mobilen Arbeiten. Nach dem Abschluss einer sechsmonatigen Pilotphase wurde diese im Oktober 2018 von Betriebsrat und Geschäftsführung unterzeichnet. Brigitte Bauhoff, Vorsitzende des Betriebsrats Mannheim und Edgar Vieth, Geschäftsführer Personal der Roche Diagnostics GmbH erzählen im Interview von den Chancen und Risiken des Mobilen Arbeitens - und was es für sie persönlich bedeutet.

Was bedeutet Mobiles Arbeiten für Arbeitnehmer aus Ihrer Perspektive?

Edgar Vieth (EV): Primär, dass sich Beruf und Privatleben besser vereinbaren lassen. Arbeit findet heutzutage an mehr als nur einem Ort statt. Wir passen uns den Bedingungen an - zum Beispiel, wenn der Handwerker kommt, das Kind früher aus der Betreuung geholt werden muss oder ich stundenweise auf Reisen arbeite.

Brigitte Bauhoff (BB): Richtig. Dank der Möglichkeit mobil zu arbeiten, können unsere Mitarbeitenden ihren Arbeitsort selbständiger festlegen und sind damit weniger fremdbestimmt. Ich finde es gut, dass die “Arbeit zwischendurch” - ein paar Mails hier, ein Bericht da -  oder die Tätigkeit auf Reisen jetzt besser als Arbeitszeit anerkannt wird. Entscheidend ist aber auch, dass Mobiles Arbeiten auf Freiwilligkeit beruht. Einige Mitarbeitende möchten eine strikte Trennung zwischen Berufs- und Privatleben - das muss respektiert werden.

EV: Genauso gilt es für Führungskräfte zu respektieren, wenn ihre Mitarbeitende Mobiles Arbeiten nutzen möchten. Vertrauenskultur ist hier das Schlagwort.

Führungskräfte müssen lernen, zu motivieren, anstatt zu kontrollieren. Nun gilt es, diesen Kulturwandel nachhaltig in unserem Unternehmen umzusetzen.

Welche Bedeutung hat es für das Unternehmen in der heutigen Zeit?

BB: Ich sehe darin eine Möglichkeit, uns als Unternehmen modern aufzustellen. Gleichzeitig können wir mit der Flexibilisierung des Arbeitsortes Mitarbeitende besser an uns binden. Beispielsweise wird die Kinderbetreuung für Mütter und Väter vereinfacht. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, sich zwischen Beruf oder Familie zu entscheiden, da sich beides besser vereinbaren lässt. So bleibt der Kontakt zum Mitarbeitenden und auch seine Qualifikation erhalten. Wenn wir das Thema nicht angegangen wären, verlieren wir eventuell künftig Talente an Wettbewerber.

EV: In der heutigen Zeit des Fachkräftemangels haben Arbeitnehmer zurecht ein Anspruchsdenken entwickelt und können sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Mobiles Arbeiten ist eine Antwort auf den häufigen Wunsch einer guten Work-Life-Balance und damit können wir uns von anderen Unternehmen abheben und als attraktiven Arbeitgeber positionieren.

Worauf kam es Ihnen einerseits beim Piloten zu Mobilem Arbeiten an? Und was leiten Sie jetzt für die Umsetzung ab?

EV: Die Pilotphase war für uns essentiell. Dabei haben wir darauf geachtet nicht nur klassische Bürojobs zu berücksichtigen - in denen sich Mobile Arbeit leicht umsetzen lässt. Wir haben auch unsere operativen Bereiche wie die Produktion mit einbezogen. Damit wollten wir herausfinden, wie sich das Vertrauen von Führungskräften und Mitarbeitenden entwickelt, wie Mobiles Arbeiten genutzt wird und welche Vorteile die Mitarbeitenden sehen. Und die Ergebnisse waren erfreulich: Neben der Angabe, dass Mobiles Arbeiten viel regelmäßiger genutzt wird, waren vor allem die Erkenntnisse des gesteigerten gegenseitigen Vertrauens für uns von Bedeutung. Selbst zuvor skeptische Mitarbeitende und Führungskräfte waren überrascht, wie positiv sich Mobiles Arbeiten auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem auswirken kann. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse haben wir mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung entworfen.

BB: Wir freuen uns sehr darüber, dass es nun feste Leitplanken für Mobiles Arbeiten bei Roche gibt. Zentrale Punkte der Vereinbarung sind, dass es keine Ausweitung der Arbeitszeit mit sich bringt, Ruhezeiten eingehalten werden und es nicht bedeutet, dass keiner mehr ins Büro kommt. Dank der Pilotphase können wir nun auch klar sagen: Es kann kein generelles Verbot von Mobilem Arbeiten geben. Natürlich gibt es Arbeitsbereiche wie die Produktion, die sich weniger zum Mobilen Arbeiten eignen. Aber auch hier gibt es Aufgaben - wie etwa Berichte schreiben - die man von Zeit zu Zeit auch außerhalb des Firmengeländes erledigen kann. Sofern die Arbeitsaufgabe es zulässt, ist Mobiles Arbeiten also für jeden möglich. Dabei ist die Abstimmung innerhalb des Teams und mit der Führungskraft wichtig.

EV: Solch ein Kulturwandel bringt natürlich neue Herausforderungen mit sich. Um unsere Führungskräfte und Mitarbeitenden zu unterstützen, bieten wir Workshops und Trainings an. Darin werden beispielsweise teaminterne Spielregeln aufgesetzt oder Mitarbeitende lernen ihr Selbst- und Zeitmanagement zu verbessern.

Und welche Chancen und Risiken sehen Sie in der Flexibilisierung des Arbeitsortes?

EV: Die Chance liegt darin, dass wir uns als Unternehmen öffnen und dem Mitarbeitenden mehr Selbstbestimmtheit in der Wahl seines Arbeitsortes geben. Die Risiken sehe ich in den bereits genannten neuen Anforderungen an das Selbstmanagement unserer Mitarbeitenden. Wir alle müssen umlernen. Wie gehe ich mit meinen Ressourcen verantwortungsvoll um? Zuhause kommt kein Kollege vorbei, um mich zum Mittagessen abzuholen - dort muss ich selbst auf meine Pausen achten.

BB: Früher setzte das Verlassen des Werksgeländes das Ende von Arbeit gleich. Mit der Möglichkeit des Mobilen Arbeitens gibt es diese klare Grenze nicht mehr - daher sehe auch ich das Risiko, dass Mitarbeitende sich selbst überlasten könnten. Hier ist es wichtig, durch besagte Trainings von Anfang an die Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen zu stärken. Aber: der individuelle Umgang mit der eigenen Arbeitszeit gibt unseren Mitarbeitende große Freiräume. Und ich bin sicher, dass diese Vorteile überwiegen. Wir stehen am Anfang eines Kulturwandels - das sollten Führungskräfte und Mitarbeitende jetzt auf sich zukommen lassen. Denn nur durch Ausprobieren und Testen können wir das nötige Vertrauen entwickeln.

Zum Schluss - welche Bedeutung hat Mobiles Arbeiten für Sie persönlich?

EV: Da ich selbst Berufspendler bin und meine Familie drei Stunden entfernt wohnt, kann ich während der Fahrtzeit im Zug arbeiten und habe dann Zeit für meine Familie, wenn ich ankomme. Das ist ein großer Vorteil!

BB: Ich selbst nutze Mobiles Arbeiten vor allem dann, wenn ich konzentriert und ungestört arbeiten möchte. Wenn ich beispielsweise eine Betriebsversammlung vorbereite, arbeite ich von zu Hause - da schaffe ich in zwei Stunden viel mehr als im Büro, wo ich durch Termine unterbrochen werde. Oder an Tagen, an denen ich reise, komme ich nicht vorher für ein, zwei Stunden ins Büro, sondern spare mir den Arbeitsweg und kann dadurch stundenweise effizient arbeiten.

Stimmen von Mitarbeitenden aus dem Piloten

"Durch meine Hauptbeschäftigung in der Logistik habe ich kaum Zeit für meine administrativen Tätigkeiten zur Verbesserung der Prozesse. Dank des Mobilen Arbeitens ist das kein Problem mehr!" 

Emre Sari, Kommissionierer im Logistikzentrum Mannheim

"Die Kollegen können Analysen und Dokumentationen jetzt unabhängig vom Arbeitsort selbstständig ausführen. Es ist bemerkenswert, dass Mobiles Arbeiten bei Roche nicht nur im traditionellen Bürojob möglich ist!"

Marielle Schül, Teamleitung Kommissionierung im Logistikzentrum Mannheim

"Durch die Möglichkeit des Mobilen Arbeitens kann ich meine beruflichen Tätigkeiten an meine privaten Bedingungen anpassen. Durch die eingesparte Anfahrtszeit ist schon früh morgens ein stressfreier und effizienter Arbeitsbeginn möglich."

Josef Streicher, Gruppenleiter der Abteilung Anlagenbau / Qualitätssicherung Penzberg

„Wir können nur für gute Nachwuchskräfte attraktiv sein, wenn wir ihnen ermöglichen, Privatleben und Arbeitsalltag unter einen Hut zu bringen. Mobiles Arbeiten ist eine Antwort auf diese Anforderung.“

Torsten Rambusch, Leitung des Technischen Service Penzberg

Über Roche

Roche ist ein globales Unternehmen mit Vorreiterrolle in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Diagnostika und ist darauf fokussiert, Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt ein besseres, längeres Leben zu ermöglichen. Dank der Kombination von Pharma und Diagnostika unter einem Dach ist Roche führend in der personalisierten Medizin – einer Strategie mit dem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Roche ist das größte Biotech-Unternehmen weltweit mit differenzierten Medikamenten für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche ist auch der bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement.

Seit der Gründung im Jahr 1896 erforscht Roche bessere Wege, um Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Zum Ziel des Unternehmens gehört es durch Kooperationen mit allen relevanten Partnern den Zugang von Patienten zu medizinischen Innovationen zu verbessern. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen heute 30 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Krebsmedikamente. Ausgezeichnet wurde Roche zudem bereits das zehnte Jahr in Folge als das nachhaltigste Unternehmen innerhalb der Pharma-, Biotechnologie- und Life-Sciences-Branche im Dow Jones Sustainability Index.

Die Roche-Gruppe mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist in über 100 Ländern tätig und beschäftigte 2017 weltweit rund 94.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2017 investierte Roche CHF 10,4 Milliarden in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von CHF 53,3 Milliarden. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 16.100 Mitarbeitende, davon rund 8.200 in Mannheim. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com und www.roche.de

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Weitere Informationen erhalten Sie über:

Roche Diagnostics GmbH
Sandhofer Straße 116
Tel.: (0621) 759 3991
E-Mail: rdg.presse@roche.com


Zurück zur Newsübersicht