• Roche in Deutschland
  • English
  • Kontakt
Albert Freankel ; Bild: Nr. 215

In diesem Jahr erinnert sich Roche einmal mehr an Albert Fraenkel:
Denn vor genau 150 Jahren wurde der Heidelberger Arzt geboren.


Ein Leben für die Medizin

Mannheim. Der Pionier der Herz-Therapie – diesen Titel trägt der Wissenschaftler Albert Fraenkel in zahlreichen Veröffentlichungen. In Zusammenarbeit mit Boehringer Mannheim (heute Roche) führte der Internist 1906 die intravenöse Strophanthin-Therapie ein und revolutionierte damit die Herzmedizin. Eine enge Bindung zum Unternehmen entstand und hält bis heute an: denn eine Urenkelin von Albert Fraenkel gehört immer noch zur Roche-Familie.

„Meine Großmutter hat mir häufig von meinem Uropa erzählt. Ich erinnere mich noch daran, dass er von Boehringer Mannheim immer unterstützt und gefördert wurde“, erzählt Roche-Mitarbeiterin Andrea Köster, Urenkelin des berühmten Wissenschaftlers. Seit 1986 arbeitet sie bei Roche als Chemikerin in der Patentabteilung Mannheim, und tritt damit im weiteren Sinn in die Fußstapfen ihres Urgroßvaters. Denn obwohl Fraenkel kein offizieller Angestellter war, arbeitete er als Berater und Forscher eng mit Boehringer Mannheim zusammen.

Doch wer war eigentlich Albert Fraenkel? Am 3. Juni 1864 in Mußbach in der Pfalz geboren, wandte er sich bereits in jungen Jahren der Medizin zu. Mit 40 Jahren galt er als angesehener Arzt und hochgeachteter Forscher. 1914 wurde er zudem zum Professor ernannt. Als Begründer des Sanatoriums Speyererhof bei Heidelberg und Leiter des Tuberkulose-Krankenhauses in Heidelberg-Rohrbach leistete er einen wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt. Als der Forscher schließlich auf den Wirkstoff Strophanthin stößt, wendet er sich 1905 an Boehringer Mannheim, um in Zusammenarbeit ein intravenös injizierbares Herzmittel zu produzieren – eine Pioniertat der Herz-Kreislauf-Forschung und ein Meilenstein in der Geschichte von Roche.

Auch nach Fraenkels Tod sollte das Band zwischen dem Unternehmen und dem Wissenschaftler nicht abreißen: In Erinnerung an den Heidelberger Arzt rief Boehringer Mannheim 1956 den Albert-Fraenkel-Preis ins Leben und stiftete das Preisgeld von 25.000 DM. Er wird bis heute Wissenschaftlern aus dem deutschen Sprachraum verliehen, die sich auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufforschung qualifiziert haben. 2014 erhielt Christoph Maack vom Universitätsklinikum des Saarlandes die Auszeichnung und wurde mit nunmehr 5.200 Euro für seinen Einsatz in der Herzmedizin belohnt.

In diesem Jahr erinnert sich Roche einmal mehr an Albert Fraenkel: Denn vor genau 150 Jahren wurde der Heidelberger Arzt geboren. Anlässlich dieses Jubiläums ehrte auch seine Familie das Andenken ihres Vorfahren und übergab im Rahmen einer Feierstunde an der Universität Heidelberg einige persönliche Unterlagen an das Stadtarchiv Mannheim. Dass die Erinnerung an Fraenkel innerhalb des familiären Kreises weiterlebt, stellte auch eine seiner Ururenkelinnen kürzlich unter Beweis: Sie wurde als Landessiegerin Hamburg beim Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit einem Beitrag über ihren berühmten Ururgroßvater ausgezeichnet.