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Hautkrebs: duale Therapie

Duale zielgerichtete Therapie gegen schwarzen Hautkrebs

Patienten profitieren von synergistischer Kombinationstherapie

Mit einem neuartigen Medikament ist 2012 ein wichtiger Durchbruch in der Therapie von schwarzem Hautkrebs gelungen. Jetzt steht Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom ein weiteres sogenanntes zielgerichtetes Mittel zur Verfügung. Es wird mit dem seinerzeit entwickelten Medikament gemeinsam eingenommen. Die neue Kombinationstherapie kann das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen.

Das unendliche Blau; Annette Hohberg; Droemer/Knauer

„Das unendliche Blau“ von der Münchner Autorin und Journalistin Annette Hohberg1 gehört zu den gefühl- und kraftvollsten Romanen, in denen ein an Hautkrebs erkrankter Mensch im Mittelpunkt steht. Darin erfährt Martha kurz vor ihrem 50. Geburtstag, dass ihr vermeintlich geheilter schwarzer Hautkrebs - in der Fachsprache malignes Melanom genannt - Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen in mehreren Organen gebildet hat. Nach der schockierenden Diagnose beschließt sie, endlich das nachzuholen, was sie sich immer versagt hat: Die altrömische Devise „carpe diem“ - genieße jeden Tag - wird ihr Lebensmotto. Sie reist nach Italien und findet dort das Lachen, die Leidenschaft und ihre lange vermisste Lebensfreude wieder…

Die niederschmetternde Diagnose, die Martha im Roman erfährt, erhalten in der Realität in Deutschland jedes Jahr mehr als 20.000 Patienten. Martha trifft das Schicksal relativ früh. Bei „schwarzem Hautkrebs“ liegt das mittlere Erkrankungsalter von Frauen bei 59 Jahren. Männer erkranken nach den aktuellsten Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Berliner Robert Koch-Institut im Mittel acht Jahre später.

UV-Strahlung erhöht Krebsrisiko drastisch

Die Hauptursache2 für das Entstehen von Hautkrebs liegt in natürlichen UV-Strahlen der Sonne und künstlicher Strahlung von Solarien. Wer sich der Sonne ungeschützt aussetzt, erhöht das Erkrankungsrisiko deutlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher 2009 die UV-Strahlung in die höchste Krebsrisikogruppe eingeordnet. Wissenschaftliche Studien belegen: Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend3 erhöhen das Hautkrebsrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Ob jung oder alt – für alle gilt: UV-Strahlung möglichst meiden! In den heißen Sommermonaten möglichst langärmelige Hemden oder Blusen sowie lange Hosen oder Kleider tragen! Die Kopfbedeckung nicht vergessen! Und wenn es denn unbedingt ein Sonnenbad am Seeufer oder Meeresstrand sein muss, dann bitte nicht zu lange und immer mit einem wirkungsvollen Sonnenschutzmittel eingecremt!

Hautkrebs ist nicht gleich Hautkrebs. Unter dem Begriff wird eine Vielzahl verschiedener Krebs-Erkrankungen der Haut zusammengefasst. Am häufigsten festgestellt wird der relativ leicht zu behandelnde sogenannte „weiße Hautkrebs“, zu dem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom zählen. Wesentlich gefährlicher ist die Hautkrebsart, von der Martha im Roman betroffen ist: das maligne Melanom. Diese Krebszellen bilden besonders schnell Metastasen, siedeln sich also in anderen Organen an und schädigen diese. Früherkennung ist hier das A und O. Denn in einem frühen Stadium ist jeder Hautkrebs durch eine Operation fast immer heilbar. Deshalb haben gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungs-Untersuchung4  auf Hautkrebs, das sogenannte „Hautkrebs-Screening“, das von qualifizierten Hausärzten oder Dermatologen durchgeführt werden kann.

Sind bereits Metastasen entstanden, wurde bis vor einigen Jahren operiert, bestrahlt oder eine Chemotherapie durchgeführt. Diese oft nebenwirkungsreichen Behandlungen waren im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung aber leider nur selten erfolgreich. Seit 2012 gibt es eine vielversprechendere Therapie bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs: Ein innovatives, gezielt wirksames Medikament verlangsamte erstmals das Fortschreiten der Erkrankung und verlängerte die Lebenserwartung der Betroffenen.

Kombinationstherapie unterdrückt Tumorwachstum

Nun steht zur Behandlung maligner Melanome ein weiterer sogenannter zielgerichteter Wirkstoff zur Verfügung: Der sogenannte MEK-Signalweg-Hemmer wird mit dem vor vier Jahren entwickelten gemeinsam in Tablettenform eingenommen. Mit dieser Kombinationstherapie kann das Wachstum des Tumors noch länger unterdrückt werden. Die beiden Wirkstoffe blockieren an zwei unterschiedlichen Stellen außer Kontrolle geratene Funktionen im Inneren der erkrankten Zellen. Ist ein bestimmtes Bauteil in der Zelle durch eine sogenannte BRAFV600-Mutation verändert, werden andauernd Wachstumssignale gesendet und der Krebs breitet sich aus. Bei etwa der Hälfte der Melanom-Patienten liegt eine solche Mutation vor. Ein Test kann sie belegen und zeigen, ob die Behandlung mit den beiden Wirkstoffen Erfolg verspricht. Zusammen unterbinden sie nämlich die Wachstumssignale, so dass das Tumorwachstum gehemmt wird. Diese sogenannte zielgerichtete Therapie - von Ärzten als „Targeted Therapie“ bezeichnet - setzt direkt in den Zellen des Tumors an, greift so kaum gesunde Zellen an und ist in der Folge wirksamer und für die Patienten verträglicher.

Die neuen zielgerichteten Therapien haben für einen Durchbruch in der Behandlung des schwarzen Hautkrebses gesorgt. Für Menschen, die an fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs leiden, erhöhen sie die Lebensqualität und bieten eine große Chance. Aktuelle Studien belegen, dass etwa jeder zweite Patient mit besagter BRAFV600-Mutation, der mit der neuen Wirkstoffkombination behandelt wird, mehr als zweieinhalb Jahre überlebt.5 Fast jeder fünfte Patient erreicht eine komplette Remission, also ein dauerhaftes Nachlassen der Krankheitssymptome. Ein erheblicher Teil der Patienten profitiert somit laut Experten von dem dualen Wirkprinzip dieser neuen innovativen Therapie sehr lange Zeit. Zeit, um dem weisen Lebensmotto der Romanfigur Martha zu folgen: Carpe diem! Genieße jeden Tag!

Weiterführende Informationen zum Thema Hautkrebs im Allgemeinen, allen Therapiemöglichkeiten sowie Krankheitsbewältigung finden Sie auf unter:

Wer Näheres zu den Vorgängen in der Zelle nachlesen möchte, findet hier Informationen:
www.roche.de/pharma/wissen/mapk-signalweg.html

Referenzen

  1. Hardcover, Knaur HC ; 02.09.2013, 352 S. ISBN: 978-3-426-65335-7
  2. www.krebshilfe.de/wir-informieren/ueber-krebs/haeufige-krebsarten/hautkrebs.html?L=0
  3. www.derma.de/de/news/uebersicht/detail/article/4229/1164/
  4. www.hautkrebs.de/hautkrebs/frueherkennung/hautkrebsscreening.html
  5. Mc Arthur GA et al., Eur J Cancer 2015; 51: 720-723