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Was ist Personalisierte Medizin

Präzise Diagnostik - maßgeschneiderte Therapie

Zielgerichtete Therapien in der Onkologie

Seit Ende der 1990er Jahre stehen zielgerichtet wirkende Arzneimittel zur Verfügung. Diese Arzneimittel richten sich gegen ausgewählte Angriffspunkte auf oder in der Tumorzelle. Dadurch werden gezielt Signalwege unterbunden, mit denen die Tumorzelle ihr Wachstum steuert und sich vermehrt. Zu der Gruppe der zielgerichtet wirkenden Arzneimittel zählen z.B. monoklonale Antikörper.

2000
HER2

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Der erste Antikörper zur Therapie gegen Brustkrebs wird in Deutschland zugelassen und markiert den Beginn eines neuen Kapitels in der Bekämpfung von soliden Tumoren. Gerade für HER2-positiven Brustkrebs war dies ein wichtiger Fortschritt, der die Prognose der betroffenen Frauen deutlich verbesserte. Heute wird der Antikörper als Standardtherapie sowohl im frühen als auch im fortgeschrittenen Stadium des HER2-positiven Brustkrebses eingesetzt. Die Wirkung kann mit einem weiteren Antikörper verstärkt werden. Heutzutage steht außerdem für die HER2-Antikörpertherapie im fortgeschrittenen Stadium einer Brustkrebserkrankung ein ganz neuer zielgerichteter Wirkstoff, ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, zur Verfügung. Dabei werden die Therapieprinzipien der HER2-Antikörpertherapie und der Chemotherapie miteinander kombiniert und darauf abgezielt, die Wirkung der Chemotherapie genau auf die Krebszellen zu fokussieren. Dieses hochwirksame Arzneimittel verursacht gleichzeitig weniger unerwünschte Nebenwirkungen.

Eine HER2-Antikörpertherapie stellt aber nicht nur beim Mammakarzinom eine geeignete Therapie dar. Auch bei Patienten mit fortgeschrittenem HER2-positivem Magenkarzinom wird die Behandlung mit einem gegen HER2-gerichteten Antikörper eingesetzt.

2011
EGFR

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Eine Veränderung innerhalb von Krebszellen, die das Tumorwachstum beschleunigen können, ist die so genannte EGFR-Mutation. Tumore mit einer EGFR-Mutation können mit zielgerichteten Medikamenten, den EGFR-Inhibitoren aus der Gruppe der Tyrosinkinase-Hemmer behandelt werden: Diese Medikamentengruppe blockiert einen Signalweg innerhalb der Krebszellen, der zur unkontrollierten Vermehrung der Zellen führt. Durch die Blockade können keine Signale zur Zellteilung mehr übermittelt werden. Die Vermehrung der Zellen wird gebremst und das Wachstum des Tumors verlangsamt. Die medikamentöse EGFR-Inhibition hat sich bei Patienten mit einem EGFR-positiven fortgeschrittenem NSCLC (nichtkleinzelliges Lungenkarzinom) inzwischen als ein erfolgversprechendes Therapiekonzept etabliert. 

 

2012
BRAF

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Ein kleines Molekül macht große Hoffnung: Mit der Entdeckung der Bedeutung molekularer Mechanismen für die Entstehung von Krebs konnten Wissenschaftler in den vergangenen Jahren einen entscheidenden Grundstein für die Erforschung neuer Therapien legen. Davon profitieren jetzt auch Patienten mit schwarzem Hautkrebs, für die es bisher nur wenig Hoffnung gab. Grundlage dieser neuen zielgerichteten Therapie beim metastasierten Malignen Melanom ist ein „small molecule“ – ein kleines Molekül –, das direkt in der Tumorzelle in Wachstumsvorgänge eingreift und Signalwege blockiert, die durch sogenannte „BRAF-Mutationen“ überaktiviert sind. Inzwischen konnten beim Malignen Melanom weitere Fortschritte in der Therapie gemacht werden und sogenannte „Kombinationstherapien“ etabliert werden, die an jeweils verschiedenen Stellen des Signalweges angreifen.

2017
ALK

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Patienten mit einer sogenannten ALK-Translokation bilden eine genetische Untergruppe der Lungenkrebspatienten. Auch diese Veränderung innerhalb der Zellen kann das Tumorwachstum beschleunigen. Um die Ausbreitung des Tumors zu stoppen, greifen Ärzte zu ALK-Inhibitoren aus der Gruppe der Tyrosinkinase-Hemmer. Etwa 2–5% der Lungenkrebspatienten sind ALK-positiv1.

1 Scagliotti G et al. Eur J Cancer 2012; 48: 961-97

>2018
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Die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende. In klinischen Studien werden zahlreiche weitere Moleküle auf ihre Wirksamkeit als zielgerichtete Therapien überprüft – auch in Therapiebereichen ausserhalb der Onkologie. 

Diagnostische Tests in Kombination mit zielgerichteten Therapien

Mit Hilfe diagnostischer Tests lassen sich heute Patientengruppen mit identischen molekularbiologischen oder genetischen Merkmalen eindeutig für eine personalisierte Therapie identifizieren. Bei bestimmten Krebsarten kann den Patienten ein diagnostischer Test angeboten werden, der eine genaue Bestimmung des Tumors durch sogenannte Biomarker ermöglicht, z.B. HER2 bei Brustkrebs oder BRAF V600 beim malignen Melanom. Die Tests werden in der Regel von Pathologen durchgeführt und damit die Grundlage für die Therapieentscheidung gelegt. So wird sichergestellt, dass der richtige Patient für die zielgerichtete Behandlung identifiziert wird. Dazu werden immer empfindlichere diagnostische Tests entwickelt:

Beispielsweise wurde früher das Nicht-Kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) lediglich als NSCLC diagnostiziert. Heutzutage sind mehr als ein Dutzend Genveränderungen bekannt, die bei dieser Erkrankung eine wichtige Rolle spielen können. Daher kann die Bestimmung der entsprechenden Biomarker über diagnostische Tests eine zielgerichtete Therapie für bestimmte Patientengruppen mit NSCLC ermöglichen.