CMV-Infektion -Bedeutung für HIV-Patienten

Wie äußert sich eine CMV-Infektion bei HIV-Patienten?

Bei CMV/HIV-koinfizierten Patienten mit geschwächter Immunantwort ist unter anderem die Netzhaut des Auges betroffen, die sog. CMV-Retinitis. Die Symptome reichen von verschwommenem Sehen, herabgesetzter Sehschärfe, Punkte sehen und Gesichtsfeldausfällen bis zur Erblindung. Schmerzen bestehen in der Regel nicht. Ist ein Auge bereits betroffen, muss das andere ebenfalls regelmäßig von einem Augenarzt kontrolliert werden.

Wie häufig kommt es zur CMV-Retinitis?

In der Ära vor Etablierung der HAART (Hochaktive anti-retrovirale Therapie) erkrankten 25-40 % der HIV-infizierten Patienten, deren Blut weniger als 50 Immunzellen (CD4+ T Zellen) pro µl enthielt, an einer CMV-Retinitis. Seit Mitte der 90er-Jahre ist das Auftreten der CMV-Retinitis dramatisch zurückgegangen. Unter der HAART bleibt das Immunsystem nunmehr weitgehend stabil bzw. kann sich bei vielen Patienten deutlich erholen. Tritt dennoch eine CMV-Retinitis auf, sollte die Behandlung nach wie vor äußerst konsequent durchgeführt werden. Risikopatienten mit Verschlechterung des Immunstatus sollten regelmäßig einen spezialisierten Augenarzt aufsuchen, um eine CMV-Retinitis auszuschließen.

Wie wird die CMV-Retinitis behandelt?

Die Behandlung besteht in einer Frühtherapie mit Virostatika, in der Regel zweimal täglich über mindestens drei Wochen, gefolgt von einer Erhaltungstherapie in halber Dosis. Die besondere Lokalisation am Auge macht noch eine weitere Therapieform möglich - hierbei wird ein Implantat in den Augenwinkel eingesetzt, das kontinuierlich, über mehrere Monate den Wirkstoff direkt an die Netzhaut in hohen Dosen freisetzt.

Wie groß ist das Risiko für eine erneute Erkrankung?

Ohne eine Erhaltungstherapie mit einem hochwirksamen Virostatikum besteht ein Risiko, dass die CMV-Retintis am gleichen oder am anderen Auge erneut auftritt. Dies hängt jedoch vom Immunstatus des Patienten ab, verbessert er sich, sinkt das Rückfallrisiko, verschlechtert er sich, steigt das Risiko. Da bei jeder erneuten CMV-Retinitits Narben auf der Netzhaut verbleiben, ist eine sorgfältige Durchführung der Erhaltungstherapie in enger Absprache mit einem Augenarzt unerlässlich, um auf Dauer der Gefahr der Erblindung zu begegnen.