CMV-Infektion

Wie kommt es zur Infektion mit dem Zytomegalievierus?

Das Zytomegalievirus tritt durch Haut oder Schleimhäute in den Körper ein. Erreger befinden sich z. B. in Speichel, Urin, Blut oder Samenflüssigkeit. Die Infektion des ungeborenen Kindes ist über den Mutterkuchen möglich. Säuglinge können über die Muttermilch infiziert werden. Die Bevölkerung in Deutschland ist, je nach Altersstufe, bis zu 80 % mit CMV infiziert. In der Regel kann jedoch das menschliche Immunsystem das Virus im Körper kontrollieren und die Vervielfältigung des Virus unterdrücken. Aus diesem Grund verläuft die CMV-Infektion oft unbemerkt ohne Krankheitssymptome, so dass viele Menschen nicht wissen, dass sie infiziert sind.

Welche Arten der Infektion gibt es?

Die erste Aufnahme von CMV in den Körper wird Primärinfektion genannt. Zunächst vermehrt sich das Virus rasant, wird dann vom Immunsystem kontrolliert und verbleibt anschließend unbemerkt im Körper. Bei einer geschwächten immunologischen Kontrolle kann es zur Reaktivierung und damit erneut zur starken Vervielfältigung des CMV kommen. Von einer CMV-Reinfektion spricht man, wenn es bei einer bereits infizierten Person zu einer zweiten Infektion mit einem anderen CMV-Virusstamm kommt.

Ist das Erkrankungsrisiko für jeden Menschen gleich?

Bei gesunden Personen treten im Zusammenhang mit einer CMV-Infektion allenfalls leichte Symptome auf, ähnlich eines grippalen Infektes. Zu einer ernsten, lebensbedrohlichen Erkrankung kann es jedoch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. HIV-infizierte Patienten) kommen. Auch für Patienten nach einer Organtransplantation stellt die CMV Infektion eine besondere Gefahr dar. Damit das Immunsystem des Transplantierten das neue Organ nicht als Fremdkörper identifiziert und abstößt, wird das Immunsystem medikamentös unterdrückt. Dies führt zu einem erhöhten Infektions- und Erkrankungsrisiko durch Krankheitserreger.

Kann man sich vor einer Infektion und Erkrankung schützen?

Da 50-80 % aller Erwachsenen infiziert sind und die Mehrzahl keine Kenntnis von der latenten CMV-Infektion hat, ist ein sicherer Schutz vor einer CMV-Infektion kaum möglich. Die meisten Menschen erwerben während ihres Lebens eine CMV-Infektion, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Menschen mit reduzierter Immunabwehr sollten jedoch hinsichtlich ihres CMV-Antikörperstatus untersucht werden, um das Erkrankungsrisiko genauer einschätzen zu können. Bei hohem Erkrankungsrisiko (z. B. in der Frühphase nach Organtransplantation) kann bei einigen Patienten eine vorbeugende Behandlung mit einem Virostatikum sinnvoll sein.

Woher stammt die Bezeichnung Zytomegalievirus (Cytomegalievierus = CMV)?

Zytomegalie bedeutet so viel wie Riesenzellbildung. Der mikroskopische Nachweis dieser Riesenzellen, auch Eulenaugenzellen genannt, wurde früher zur Diagnose der CMV-Erkrankung herangezogen. Heute wird das Untersuchungsmaterial der Patienten mit anderen Testverfahren zum CMV-Nachweis beurteilt, die schneller und sicherer zur Diagnose führen.