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Einige Gedanken über besondere Patientengeschichten und den Wandel in der klinischen Praxis

Ein neues Kapitel im Multiple Sklerose-Buch aufschlagen: Fortschritte in der klinischen Praxis

Von: Paulo Fontoura, MD, PhD, Global Head Clinical Development, Neuroscience

Ein neues Kapitel im Multiple Sklerose-Buch aufschlagen

Ich habe mich viele Jahre als Neurologe und Forscher an der Universität mit Multipler Sklerose (MS) beschäftigt. Als ich dieses Therapiegebiet in den frühen 1990er Jahren kennen lernte, hatte die Mehrzahl meiner Patienten eine fortgeschrittene Erkrankung und erhielt gelegentlich eine Behandlung mit Steroiden oder anderen immunsupprimierenden Arzneimitteln. Damals konnten wir relativ wenig tun, um den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Krankheits-modifizierenden Therapien änderte sich das schrittweise.

Paulo Fontoura, MD, PhD, Global Head Clinical Development

Ein Foto von mir, das einer meiner Patienten machte, als ich als Arzt in der Klinik tätig war.

Im Lauf der Jahre wurde mehr Wert auf die frühzeitige Diagnose und Behandlung gelegt, einschließlich der Magnetresonanztomographie
(MRT) zur Diagnose und Verlaufskontrolle der Erkrankung. Somit hatten wir es mit einer neuen Generation von Patienten zu tun – Patienten, die bereits sehr frühzeitig in ihrem Krankheitsverlauf behandelt und in die Lage versetzt wurden, den Umgang mit ihrer Erkrankung zu lernen.

Wir haben gelernt, dass eine Krankheitsaktivität trotz verfügbarer Behandlungsmöglichkeiten vorliegen kann - auch dann, wenn die Betroffenen gar keine MS-Symptome haben. Die ständige Krankheitsaktivität schädigt die Nervenzellen und das Myelin (isolierende Schutzsubstanz der Nervenzellfortsätze ), was zu Behinderung führen kann.

Heute wissen wir: Wir müssen mehr als eine Symptom­kontrolle erreichen und versuchen, die Krankheits­aktivität mit hoch­wirksamen Arznei­mitteln vollständig zu unterdrücken.

Wir haben zwar Fortschritte in der klinischen Praxis erzielt, aber dennoch können wir von jedem MS-Patienten sehr viel lernen. Ich durfte sehr eng mit vielen Patienten zusammenarbeiten und bin dankbar für die Erfahrungen und Einblicke in die Erkrankung, die sie mir vermittelt haben.

Tatsächlich haben uns zwei Kollegen, die von MS betroffen sind, sehr offen und mutig ihre Patientengeschichte mitgeteilt. Ihre Erfahrungen zeigen die Variabilität – und die individuellen Auswirkungen – der Erkrankung.

Sie zeigen auch, warum unser Neurowissenschaften-Team und ich mit großem Einsatz forschen: Wir möchten die Krankheitsbiologie der MS besser verstehen und hoffen, neue Wege zur Kontrolle der Krankheitsaktivität zu finden - und eine mögliche zukünftige Therapiestrategie.

Das nächste Kapitel im Buch der MS muss erst noch geschrieben werden.