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Breaking the rules

Außer Kontrolle

Multiple Sklerose (MS) und das Immunsystem

Normalerweise schützt unser Immunsystem unseren Körper vor Eindringlingen und wehrt sie ab. Bei Patienten mit MS, einer Erkrankung des Zentralnervensystems, greift das Immun­system irrtümlich die isolierende Schutzhülle der Nervenzellfortsätze (Myelin) im Gehirn, Rückenmark und den Sehnerven an.

Das Immunzell-Team bei MS 1

Macrophage
Microglia
Natürliche Killerzelle
T Zelle
B Zelle

Eine durchlässige Barriere

Die meisten Immunzell-Subtypen werden normalerweise nicht im Nervensystem gefunden, weil eine Barriere, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, das Gehirn vor potentiell schädlichen Elementen, die im Blut zirkulieren, schützt.

Blut-Hirn-Schranke

Bei MS-Patienten ist die Funktion dieser Barriere gestört, sodass T- und B-Zellen in das Gehirn und Rückenmark eindringen können. 2,3


Lange Zeit wurde angenommen, dass T-Zellen die Hauptangreifer auf das Nervensystem sind. Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass auch B-Zellen eine wichtige Rolle bei MS spielen. 4

Die B–Zellreihe 5

Es gibt verschiedene Arten von B-Zellen, abhängig von ihrem Entwicklungs­stadium. Jeder B-Zelltyp hat ein spezifische Aufgabe, von der Erkennung von Ein­dringlingen bis zur Produktion von Antikörpern.

Verschiedene Arten der B-Zellen

B-Zellen können anhand der ver­schiedenen Kombinationen von Proteinen auf der Zelloberfläche unter­schieden werden. Hier sind einige Beispiele:

CD19 CD20 CD27

4 Wirkmechanismen, über welche B-Zellen die MS-Pathophysiologie beeinflussen

1. B-Zellen erkennen Myelin und aktivieren T-Zellen, dieses anzugreifen.6,7 B cells recognize myelin

2. T- und B-Zellen setzen Substanzen frei, die andere Immunzellen anlocken und Entzündungen auslösen 8,9 T and B cells cause inflammation

3. B-Zellen können Antikörper produzieren und freisetzen, die an Myelin binden und andere Immunzellen anlocken 10,11 B cells recruit the help of other immune cells

4. T- und B-Zellen dringen dauerhaft in das Zentralnervensystem ein und können sich zu ektopischen lymphoiden follikelartigen Strukturen organisieren. 12,13 T und B Zellen dringen permanent das ZNS ein

Referenzen

  1. Duffy SS, et al. (2014). The contribution of immune and glial cell types in experimental autoimmune encephalomyelitis and multiple sclerosis. Mult Scler Int, 2014:285245.
  2. Ortiz GG, et al. (2014). Role of the blood-brain barrier in multiple sclerosis. Archives of Medical Research, 45:687-697.
  3. Larochelle C. (2011) How do immune cells overcome the blood–brain barrier in multiple sclerosis? FEBS Letters, 585(23):3770-3780.
  4. Cross AH, Waubant E. (2011). MS and the B cell controversy. Biochim Biophys Acta, 1812(2):231-238.
  5. Dalakas MC. (2008). B cells as therapeutic targets in autoimmune neurological disorders. Nature Clinical Practice Neurology, 4(10):557-567.
  6. Constant SL. (1999). B lymphocytes as antigen-presenting cells for CD4+ T cell priming in vivo. J Immunol, 162(10):5695-5703.
  7. Crawford A, et al. (2006). Primary T cell expansion and differentiation in vivo requires antigen presentation by B cells. J Immunol, 176(6):3498-3506.
  8. Bar-Or A, et al. (2010). Abnormal B-cell cytokine responses a trigger of T-cell-mediated disease in MS? Ann Neurol, 67(4):452-461.
  9. Duddy M, et al. (2007). Distinct effector cytokine profiles of memory and naive human B cell subsets and implication in multiple sclerosis. J Immunol, 178(10):6092-6099.
  10. Genain CP, et al. (1999). Identification of autoantibodies associated with myelin damage in multiple sclerosis. Nat Med, 5(2):170-175.
  11. Storch MK, et al. (1998). Multiple sclerosis: in situ evidence for antibody- and complement-mediated demyelination. Ann Neurol, 43(4):465-471.
  12. Serafini B, et al. (2004). Detection of ectopic B-cell follicles with germinal centers in the meninges of patients with secondary progressive multiple sclerosis. Brain Pathol, 14(2):164-174.
  13. Magliozzi R, et al. (2010). A Gradient of neuronal loss and meningeal inflammation in multiple sclerosis. Ann Neurol, 68(4):477-493.

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