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Niereninsuffizienz - Diabetes & Dialyse

Das Dilemma des dialyseplichtigen Diabetikers in der Ernährung

24 % aller Patienten mit terminalem Nierenversagen sind Diabetiker (Bericht 1999, QuaSi-Niere). Infolge des erhöhten Zuckerspiegels im Blut und des oft vorliegenden Bluthochdrucks ist die Niere eines Diabetikers besonders gefährdet. Der Zucker führt zu einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) der großen Nierengefäße. Auch die kleinen Gefäße der Niere nehmen Schaden: Sie verändern sich und werden "porös".

Die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für gesunde Ernährung gelten bei normaler Nierenfunktion gerade für Diabetiker:

  • vielseitig – aber nicht zu viel
  • wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  • würzig, aber nicht salzig
  • wenig Süßes
  • viel Vollkornprodukte
  • reichlich Gemüse, Kartoffeln und Obst
  • wenig tierisches Eiweiß
  • trinken mit Verstand (womit auch Alkohol gemeint ist)
  • öfters kleine Mahlzeiten
  • schmackhaft und schonend zubereiten

Für Diabetiker außerdem wichtig:

  • Normaler Blutdruck: rangiert inzwischen in der Rangfolge an erster Stelle mit den normnahen Blutzucker- und HbA1c-Werten. Es folgen optimale Blutfettspiegel sowie ein wünschenswertes Körpergewicht.
  • Folgeschäden vermeiden, wie am Herz-Kreislauf-System, Augen, Füßen und Nieren

Sind Folgeschäden an der Niere entstanden, müssen diese Patienten in besonderem Maße auf ihre Ernährung achten. Sie sollten die bereits erwähnten Ernährungsgrundsätze der Dialyse unbedingt einhalten.
Es ist nachgewiesen, dass sich eine Änderung der Ernährung und eine Behandlung von krankhaften Blutdruck- und Blutzuckerwerten lohnt - vor, aber auch während der Dialysebehandlung.

Wer sich damit nun beschäftigt, wird sofort das Dilemma bemerken:

  • Diabetiker sollen möglichst wenig Fett essen – aber der dialysepflichtige Diabetiker deckt damit einen größeren Teil seines Energiebedarfs. Jetzt werden Koch- und Streichfette besonders wichtig, die reich an einfach ungesättigten Fettsäuren sind, wie Olivenöl und Rapsöl.
  • Der Diabetiker soll viel Gemüse, Kartoffeln und Obst essen – aber der dialysepflichtige Diabetiker muss gerade hier auf Kalium und Flüssigkeit achten. Neu ist nun: Gemüse und Obst werden vermehrt gegart und ohne deren Saft verzehrt.
  • Vollkornprodukte werden dem Diabetiker empfohlen, da sie weniger leicht verfügbare Kohlenhydrate (Zucker) enthalten – aber der dialysepflichtige Diabetiker soll Vollkorn wegen des hohen Phosphat- und Kaliumgehalts reduzieren.

Gerade um den hohen Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten abzufangen, ist es dann nötig auf eine (intensivierte) Insulin-Therapie umzusteigen. Das kann die Handhabung deutlich erleichtern. Dies wird Ihr Arzt mit Ihnen zusammen entscheiden.

Meist benötigen dialysepflichtige Diabetiker weniger Insulin als vor Beginn der Dialyse, da ja in der Dialyse auch der Blutzucker "herausgefiltert" und die Ausscheidung von Insulin verzögert wird.

Für diabetische Dialyse-Patienten kann die Hämodialyse als Verfahren sinnvoll sein, da es in der Peritonealdialyse wegen des unphysiologisch hohen Zuckergehaltes der Spülflüssigkeit zu Problemen kommen kann. Aber eine geeignete Wahl der Dialysierflüssigkeit bei der PD macht auch diese möglich.

Einen Vorteil bei der Umstellung der Ernährung haben Diabetiker möglicherweise: Meist haben sie sich schon mit dem Thema "Inhaltstoffe und Zusammensetzung der Nahrung" beschäftigt und können mit Nährwert-Tabellen bereits besser umgehen.