Niereninsuffizienz - Dialyse

Was und wie viel muss aus dem Körper?

Durch die funktionsuntüchtige Niere unterbleibt das Herausfiltern der Giftstoffe, die durch den Stoffwechsel entstehen. Bestimmte Substanzen, die beispielsweise durch den Abbau von Nährstoffen aus der Nahrung entstehen, können sich im Körper anreichern. Der Stoffwechsel gerät durcheinander. Mineralstoff-(Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid) und Flüssigkeitshaushalt - welche normalerweise u. a. durch die Niere geregelt werden - müssen durch die Dialyse korrigiert werden.

Bei zunehmender Niereninsuffizienz steigt zum Beispiel das anorganische Phosphat an. Prinzipiell muss deshalb die Phosphat-Aufnahme vermindert oder Phosphat in der Dialyse entfernt werden. Phosphat ist vorwiegend in den Zellen. Während der Dialyse muss also das Phosphat erst aus dem Blut, damit wieder ein Ausgleich bzw. Entzug von Phosphat aus den Zellen ins Blut stattfindet. Dies braucht Zeit.
Das Problem ist, dass dies oft nur unvollständig geschieht. Dieser Vorgang ist für Dialysegeräte und die Dialyse selbst ein "Qualitätszeichen". Denn stimmen diese Werte (berechnet als Phosphat-Clearance), stimmen in der Regel auch die anderen! Daneben ist noch die Membranoberfläche des Gerätes, über die der Austausch erfolgt, ein Kriterium.

Störungen, die das Entfernen der Glucose betreffen, sind bei nichtdiabetischen Dialyse-Patienten nicht zu erwarten, wenn glucosefreie Dialysierflüssigkeit verwendet wird. Man bringt über ein mit Glukose angereichertes Dialysat (nah am Normwert) zusätzlich Energie in den Körper. Dies wird auch bei Diabetikern angewendet.

Aminosäuren, die kleinsten Eiweißbausteine, werden leider oft in der Dialyse entfernt. Dies muss am Tag der Hämodialyse mit in den Eiweißbedarf über die Nahrung eingerechnet werden. Verlust der größeren Eiweiße findet nur bei PD statt, deshalb auch der höhere Tagesbedarf an Eiweiß bei diesem Dialyseverfahren.