Ernährung während der Dialyse - Kalium

Zu hohe Kaliumwerte im Blut können zu Herzstolpern und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen. Jedoch: Sparen Sie auf keinen Fall Kalium ein, wenn Ihre Blutwerte im Normalbereich liegen. Das ist nicht notwendig und kann eventuell auch schädlich sein! Sprechen Sie bitte mit Ihrem Dialyseteam darüber.

Die kaliumarme Ernährung bei Niereninsuffizienz wird mit 39 mg/kg Körpergewicht (1 mmol/kg) und Tag definiert.
Bei einem Körpergewicht von 70 kg Körpergewicht sind das 2700 mg bzw. 70 mmol pro Tag.
 
Kalium kommt in allen Lebensmitteln vor. Im Gegensatz zu Phosphor lässt es sich aus den Lebensmitteln herauslösen. Obst, Gemüse und Kartoffeln bieten die beste Möglichkeit, Kalium zu reduzieren.

Kalium ist gut in Wasser löslich

Zerkleinern Sie Gemüse, Kartoffeln und Obst vor dem Garen. Danach das Kleingeschnittene mit viel Wasser kochen und das gesamte Wasser abschütten. In salzhaltigem Wasser löst sich Kalium nicht so gut, garen Sie deshalb salzfrei und würzen und salzen Sie erst nach dem Garen. Tipp: Schwenken Sie das Gemüse in Butter oder einem leckeren Öl, braten es eventuell kurz an und würzen und salzen erst dann. Ein paar Kräuter und Zwiebeln können Sie ebenfalls verwenden.

Kalium sparen

  • Lebensmittel zuerst möglichst klein schneiden, so hat das Wasser viel Angriffsfläche.
  • Mit Wässern in reichlich Wasser (am besten lauwarm) für ca. 3 Stunden sparen Sie ca. ein Drittel Kalium gegenüber Frischgemüse und Frischobst ein.
  • Kochen in reichlich salzfreiem Wasser spart 30 bis 50 % Kalium ein. Sie verwerfen dabei natürlich die Flüssigkeit.
  • Tiefgekühltes Gemüse hat ca. 1/3 weniger Kalium als Frischgemüse, wenn Sie es vor der Verwendung auftauen und abtropfen lassen.
  • Gekochtes Obst und Konservenobst ohne Saft hat 30 bis 50 % weniger Kalium.

Im Gegensatz zum früher streng empfohlenen 24-Stunden-Wässern reicht es meistens aus, Gemüse und Kartoffeln in reichlich Wasser zu garen. Ein vorheriges Wässern für 3 Stunden erhöht jedoch den Kaliumverlust. Entscheiden Sie je nach Notwendigkeit (Serumwerte, Gemüsesorte und was sie sonst noch essen).

Wässern lohnt sich bei Kartoffelgerichten, die aus rohen Kartoffeln zubereitet werden (z. B. Reibekuchen, Pommes frites), oder bei kaliumreichem Gemüse, das man roh essen möchte (wie Karotten, Kohlrabi).
 
Obst: Verzehren Sie Obst überwiegend gekocht als Kompott und ohne den Saft. Eine Portion frisches Obst von ca. 150 g, das ist eine Handvoll, ist täglich möglich. Bevorzugen Sie kaliumarme Sorten.

Kaliumarme Gemüse sind: Eisbergsalat, Chicorée, Chinakohl, Endivie, Feldsalat, Gurke, Kopfsalat, grüne Paprika, Radicchio, Radieschen, Weißkohl, Zucchini. Täglich können Sie hiervon eine Portion auch ungegart als Rohkost essen.

Eine Kaliumtabelle für pflanzliche Lebensmittel unterstützt Sie bei der Auswahl.

Verzichten Sie auf Lebensmittel mit sehr hohem Kaliumgehalt:

  • Obst- und Gemüsesäfte
  • Kakao
  • Tomatenmark, Tomatenketchup
  • Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte
  • Avocado
  • Pellkartoffeln, Pommes frites
  • Kartoffelfertigprodukte (Trocken- und Tiefkühlprodukte)
  • Nüsse, Mandeln, Samen wie Sonnenblumenkerne.

Dabei bedenken Sie: Die Menge macht es! Eine Nuss oder ein Riegel Schokolade sind sicher mal möglich.

Reis, Nudeln, Semmelknödel, Polenta sind eine wohlschmeckende kaliumarme Beilage.

Alle Vollkornprodukte enthalten relativ viel Kalium und gleichzeitig auch Phosphor. Günstig sind Weiß- und Graubrot, Mischbrote aus Auszugsmehl, Brötchen und Toastbrot. Cornflakes haben einen niedrigen Kaliumgehalt im Vergleich zu anderen Getreideflocken.

Suppen und Eintöpfe haben von Natur aus einen hohen Kaliumgehalt, da Kalium grundsätzlich in Flüssigkeit übergeht. Trotzdem müssen Sie oder Ihre Familie nicht auf Ihren Lieblingseintopf verzichten. Nehmen Sie mit der Schaumkelle Ihre Portion heraus, dünsten alle Zutaten in einem schmackhaften Öl oder Butter und würzen mit Kräutern und Gewürzen.

Für Aufläufe können Sie vorweg Gemüse in reichlich Wasser garen. Seien Sie mutig und zaubern Sie neue kreative Zubereitungsarten für Ihre Gerichte.

Kalium sparen und Kochen für einen Mehrpersonenhaushalt

Sie müssen nicht extra kochen. Letztendlich sind es nur die Gemüse- und Kartoffelgerichte, die Ihre Angehörigen kaliumreduziert zubereitet mitverzehren.

Den Verlust von wasserlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen können andere ausgleichen, indem sie täglich zwei Portionen frisches Obst und eine Portion rohes Gemüse essen. Obst- und Gemüsesäfte (es entstehen welche beim Kaliumsparen in Ihrer Küche!) können Ihre Angehörigen trinken. Vollkornprodukte sind gute Quellen für wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe und können von anderen weiterhin bevorzugt werden.