Ernährung während der Dialyse - Phosphat

Ein Zuviel an Phosphat im Blut kann zur Entkalkung der Knochen und zu Verkalkungen in den Weichteilen führen. Hohe Phosphatwerte verursachen Juckreiz, Kopf- und Muskelschmerzen.

Phosphat wird hauptsächlich über die Nahrung in Verbindung mit dem Eiweiß aufgenommen. Da Eiweiß für Sie als Dialyse-Patient überaus wichtig ist, müssen Sie auf eine richtige Auswahl Ihrer Lebensmittel achten.

Empfehlung:

Aufnahme mit der Nahrung bis 1200 mg (39 mmol) Phosphat am Tag. Genauer: 18,6 mg (0,6 mmol) pro kg Körpergewicht am Tag.

Zu Beginn sollte der Phosphatgehalt im Blut alle 2–3 Wochen kontrolliert werden. Ein Phosphatspiegel sollte durch die Ernährung bzw. die Medikation mit Phosphatbindern so eingestellt werden, dass ein Wert unter 1,94 mmol/l erreicht wird.

Tipps zur Vermeidung erhöhter Phosphatspiegel

Verwenden Sie Lebensmittel mit günstigem Phosphatgehalt

  • Phosphatgünstige Käsesorten: Je weicher und je fetter der Käse, desto niedriger ist der Phosphorgehalt (z. B. Frischkäse, Brie)
  • Phosphorgünstige Brotsorten sind: Graubrot, Weißbrot, Hefevollkornbrot sowie Vollkornbrot, das ohne Sauerteig hergestellt wurde
  • Cornflakes anstelle Müsli- bzw. Getreideflocken
  • Kaffeesahne enthält weniger Phosphor als Kondensmilch
  • Wurstwaren mit reduziertem Phosphatgehalt gibt es im Naturkosthandel
  • Hefeteig, Mürbeteig, Blätter- und Brandteig sind die phosphorgünstigere Wahl. Rührkuchen und Biskuit sind bedingt durch das übliche Backpulver relativ phosphorreich.
Lieber selbst kochen!
Bei Fertiggerichten können Sie oft nicht abschätzen, was enthalten ist und wie es zubereitet wurde.

Achten Sie auf die Menge der Zutaten und meiden Sie Lebensmittel mit viel Phosphat:
z. B. Schmelzkäse, Kochkäse, Hartkäse, Parmesan, Emmentaler, Kakao, Schokolade, Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte, Kondensmilch.
Kleine Mengen sind möglich, z. B. 1–2 EL fein geriebener Parmesan, ein Stück oder ein Riegel Schokolade, eine Praline oder ein, zwei Nüsse.
Verwenden Sie anstelle des üblichen Backpulvers ein Weinstein-Backpulver (Reformhaus, Naturkosthandel).

Vermeiden Sie Produkte mit Phosphatzusatz:
E 322, E 338, E 339, E 340, E 341, E 450, E 541, Schmelzsalz, Lecithin, z. B. Schmelz- und Kochkäse oder Brühwurst.
Verwenden Sie keine Lecithinpräparate sowie keine Bierhefe und Hefeflocken.
Colagetränke können viel Phosphat enthalten.

Ersetzen Sie Milch durch ein Wasser-Sahne-Gemisch im Verhältnis 1:4. Vielleicht ungewohnt, aber es schmeckt! Probieren Sie es mal bei Pudding.
Sojamilch, Sojajoghurt und Sojasahne enthalten im Vergleich zu den entsprechenden Milchprodukten weniger Phosphor.

Richtige Einnahme von Phosphatbindern
Phosphatbinder müssen direkt zu bzw. bei einer Mahlzeit eingenommen werden. Sie müssen gleichzeitig mit der Nahrung im Verdauungstrakt ankommen, damit sie Phosphat binden können.
Phosphatbinder und der Phosphatgehalt einer Mahlzeit sollten aneinander angepasst werden. So enthält ein Marmeladenbrötchen relativ wenig Phosphat, eine Fleischmahlzeit hat einen hohen Phosphatgehalt.

Tipps für eine phosphatarme Ernährung mit gleichzeitig genügender Eiweißzufuhr

  • Milch und Milchprodukte: wie Joghurt, Kefir, Dickmilch, Buttermilch bis zu 250 ml/Tag
  • Quark: 250 g/Woche
  • Käse:
    - Frischkäse, Weichkäse, Brie bis zu 90 g/Tag
    - Schnittkäse im Austausch bis zu 125 g/Woche 
  • Fleisch und Wurst insgesamt 725 g/Woche
    oder
    - Fleisch, Geflügel, Wild: 3 x 125 g/Woche
    - Wurst: 2 Scheiben bzw. 50 g/Tag
  • Fisch: 1 x 125 g/Woche