Niereninsuffizienz - Knochenstoffwechsel (Osteodystrophie)

Folgen

Renale Osteopathie als Folge des renalen sekundären Hyperparathyreoidismus

Die Folgen des renalen sekundären Hyperparathyreoidismus sind tiefgreifend und können den Knochenstoffwechsel betreffen. Eine Zerstörung der Knochenstruktur bei Nierenfunktionsstörung nennt man dann renale Osteopathie – deshalb, weil das Knochengewebe (Osteo~) betroffen ist.
Die Entkalkung der Knochen und Verkalkung von verschiedenen Geweben ist bei fast allen Dialyse-Patienten nachweisbar. Beschwerden treten jedoch nur bei etwa 10% der Patienten auf: in Form von Knochenschmerzen, spontanen Knochenbrüchen und Muskelschwäche.

Verkalkungen auch außerhalb der Niere als Folge des renalen sekundären Hyperparathyreoidismus

Das Salz Kalzium-Phosphat wird auch z. B. in den Blutgefäßen abgelagert, gerade wenn diese schon durch Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) verändert sind. Diese Verkalkungen tragen dann wiederum zum Fortschreiten der Gefäßkrankheiten bei, z. B. der arteriellen Verschlusskrankheit. Die Dehnbarkeit und damit blutdruckregulierende Funktion der Gefäße wird noch weiter verschlechtert. Aber auch Herzklappen und Muskeln sind oft betroffen.

Therapie

Die Therapie des renalen sekundären Hyperparathyreoidismus besteht darin, dass regulierend in den Kalzium-Phosphat-Haushalt eingegriffen wird.

  1. Die erste Behandlung zur Vorbeugung eines zu hohen Phosphatspiegels im Blut (Hyperphosphatämie) besteht darin, weniger Phosphat mit der Nahrung aufzunehmen. Dies erreicht man durch eine eingeschränkte Eiweißzufuhr mit der Nahrung (Proteinrestriktion), da Proteinquellen wie Fleisch auch immer viel Phosphat enthalten.
  2. Da Proteine aber für den Körper äußerst wichtig sind und der Patient sonst unterernährt würde – gerade in späteren Stadien des Nierenversagens –, verschreibt der Arzt zusätzlich Phosphat-Binder, damit das Phospat nicht vom Körper aufgenommen und über den Darm ausgeschieden wird. Daneben kann die Einnahme von Kalzium-Tabletten die Versorgung des Körpers über die Nahrung verbessern und dessen Freisetzung aus den Knochen verhindern.
  3. Wenn eine Überfunktion der Nebenschilddrüse vorliegt, wird auch aktives Vitamin D3 (z. B. Calcitriol) gegeben, wobei man aber gerade dabei auf einen normalen Phosphatspiegel im Blut achten muss.
  4. Als letzte Möglichkeit steht auch eine operative Entfernung der Nebenschilddrüsen zur Verfügung, um die Parathormon-Ausschüttung vollständig zu unterbinden.

Erreicht werden soll Folgendes:

  • ein möglichst normaler Gehalt des Blutes an Kalzium und Phosphat
  • einer Entwicklung eines Hyperparathyreoidismus vorzubeugen oder - wenn dieser schon vorliegt - die Parathormon-Bildung zu unterdrücken
  • Kalzium-Ablagerungen außerhalb der Knochen vorzubeugen und
  • eine Anreicherung von Spurenelementen, wie Aluminium, zu verhindern, die ihrerseits den Knochenaufbau beeinflussen.