Therapie der renalen Osteopathie

Im Rahmen der Therapie der renalen Osteopathie wird regulierend in den Kalzium-Phosphat-Haushalt eingegriffen, so dass im Blut wieder normale Kalzium- und Phosphat-Werte vorliegen. 

  1. Ein sehr wichtiger Bestandteil bei der Behandlung eines zu hohen Phosphatspiegels im Blut (Hyperphosphatämie) ist eine phosphatarme Ernährung. Dazu gehört eine Reduktion von z. B. Milchprodukten, Eigelb, Innereien und Hülsenfrüchten. Da Fertiggerichte häufig phosphathaltige Zusätze enthalten, sollten diese gemieden werden.
  2. Bei dauerhaft erhöhten Phosphatwerten verschreibt der Arzt zusätzlich für den niereninsuffizienten Patienten geeignete Phosphat-Binder. Diese sorgen dafür, dass das Phosphat nicht vom Körper aufgenommen und über den Darm ausgeschieden wird.
  3. Bei Patienten, die eine Dialyse bekommen, wählt der Nierenfacharzt eine Spülflüssigkeit (Dialysat) mit einer für den Patienten passenden Kalzium-Konzentration aus.
  4. Bei einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz und erhöhten Parathormon-Werten setzt der Arzt ggf. Medikamente wie aktives Vitamin D (Calcitriol) oder sog. Kalzimimetika, die die Parathormonausschüttung bremsen, ein. Hierbei müssen regelmäßige Laborkontrollen erfolgen.
  5. Als letzte Möglichkeit steht auch eine operative Entfernung der Nebenschilddrüsen zur Verfügung, um die Parathormon-Ausschüttung vollständig zu unterbinden.

Literatur:

Herold G (Hrsg.) Innere Medizin. Herold G, Köln, 2020.

KDIGO 2017 Clinical practice guideline update for the diagnosis, evaluation, prevention and treatment of chronic kidney disease–mineral and bone disorder (CKD–MBD). Kidney Int Suppl 2017; 7:1