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Diagnoseverfahren Bauchspeicheldrüsenkrebs

Um eine Diagnose stellen zu können, versuchen die Ärzte, so viel wie möglich über den gesundheitlichen Zustand des Patienten herauszufinden. Im Gespräch verschafft sich der behandelnde Mediziner zunächst ein Bild der Krankheitsgeschichte und ihres bisherigen Verlaufs (Anamnese). Er fragt nach aktuellen Beschwerden, früheren Krankheiten, Lebensgewohnheiten (Rauchen, Alkoholkonsum) und anderen eventuellen Risikofaktoren. Anschließend führt er eine gründliche körperliche Untersuchung durch.

Folgende Fragen müssen geklärt werden:

  • Handelt es sich um einen bösartigen Tumor?
  • Wo genau sitzt der Tumor in der Bauchspeicheldrüse?
  • Wie weit ist die Krankheit fortgeschritten?
  • Sind bereits Metastasen in anderen Organen nachweisbar?
  • Wie ist der gesundheitliche Zustand des Patienten insgesamt?
  • Was sind die Wünsche und Erwartungen des Patienten?

Zur weiteren Abklärung steht eine Reihe von Diagnoseverfahren zur Auswahl, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen. Welche und wie viele Untersuchungen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Liegen alle notwendigen Untersuchungsergebnisse vor, kann der Arzt mit dem Patienten gemeinsam entscheiden, welche Behandlungsmaßnahmen infrage kommen.


Computertomografie (CT)

Die Computertomografie wird – ergänzend zur Ultraschalluntersuchung – zur genauen Bestimmung der Tumorausbreitung und zur Metastasensuche eingesetzt. Es handelt sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das den Körper in Schichten abbildet. Hierdurch erhält der Arzt Aufschluss über die Größe, die Lage und die Ausdehnung des Tumors sowie über eine eventuelle Ausbreitung auf andere Organe. Vor der Untersuchung wird dem Patienten ein Kontrastmittel verabreicht. Auf einer Liege fährt er dann langsam durch einen Röntgenring. Die Untersuchung ist schmerzlos und die damit einhergehende Strahlenbelastung entspricht umgerechnet der einiger Transatlantikflüge. 


Endoskopische Ultraschalluntersuchung (Endosonografie)

Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten ein Endoskop – dünner, weicher und biegsamer Schlauch, an dessen Ende sich ein Ultraschallkopf befindet – durch den Mund bis in Magen und Zwölffingerdarm geschoben. Von hier aus wird die Bauchhöhle mittels Ultraschall untersucht. Durch die große Nähe zum Tumor sind Qualität und Aussagekraft der Ultraschallbilder wesentlich höher als beim normalen Ultraschall. Bereits minimale Veränderungen und sehr kleine Tumoren (unter 5 mm Durchmesser) können so erkannt werden. Zudem kann bei der Endosonografie mithilfe einer feinen Nadel Gewebe entnommen werden (Feinnadelpunktion).


Gewebeprobe

Eine eindeutige Aussage darüber, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, kann nur durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) erfolgen. Diese sollte deshalb immer angestrebt werden. Hierfür wird Tumorgewebe feingeweblich (histologisch) unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Zell- und Gewebeproben können ohne große Belastung durch eine Ultraschall- oder CT-gesteuerte Punktion gewonnen werden.


Kernspintomografie, Magnetresonanztomografie (MRT)

Die Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, kurz: MRT) liefert, ähnlich wie das Computertomogramm, sehr genaue Bilder der Bauchspeicheldrüse und ihrer Umgebung. Auch hier wird der Körper in Schichten abgebildet. Im Unterschied zur Computertomografie arbeitet dieses Verfahren mit Magnetfeldern und ist daher nicht mit einer Strahlenbelastung verbunden.

Spezielle neuere Untersuchungstechniken ermöglichen eine besonders gute Darstellung der Gangsysteme von Bauchspeicheldrüse und Galle (Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikografie, kurz: MRCP) sowie der Blutgefäße des Oberbauchs (Magnetresonanzangiografie, kurz: MRA).


Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über den Allgemeinzustand des Patienten sowie über die Funktionen einzelner Organe wie Nieren, Leber, Herz und Lunge. Ein weiteres Ziel ist die Überprüfung der Funktion und Aktivität der Bauchspeicheldrüse.

Daneben werden sogenannte Tumormarker wie CA19.9 und/oder CEA bestimmt. Das sind spezielle Substanzen, die von einigen Tumoren gebildet und ins Blut abgegeben werden. Tumormarker sind jedoch nicht bei allen Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vorhanden und können auch bei Patienten ohne Tumoren vorkommen. Im Fall von Bauchspeicheldrüsenkrebs werden Tumormarker herangezogen, um den Verlauf der Erkrankung, das Ansprechen auf die Therapie sowie – nach erfolgreicher Behandlung – einen möglichen Rückfall (Rezidiv) zu erkennen.


Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie)

Bei einer Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) werden die Bauchorgane inspiziert. Es können gezielt Gewebeproben zur Untersuchung entnommen werden. Die Laparoskopie wird bei Verdacht auf einen Metastasenbefall des Bauchfells oder der Leber durchgeführt.


Spiegelung der Bauchspeicheldrüse und des Gallengangs (ERCP)

Bei der endoskopischen Darstellung der Bauchspeicheldrüse und des Gallengangs (endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikografie, kurz: ERCP) wird ein dünner, weicher und biegsamer Schlauch (Endoskop) über Mund, Speiseröhre und Magen bis in den Zwölffingerdarm des Patienten geschoben. Über das Endoskop wird dann Kontrastmittel in die Ausführungsgänge geleitet. Auf anschließenden Röntgenaufnahmen lassen sich tumorbedingte Veränderungen in den Gangsystemen erfassen.

Außer zur Diagnostik wird die ERCP auch zur Behandlung eingesetzt: Behindert der Tumor den Abfluss von Gallenflüssigkeit, können durch das Einsetzen von Röhrchen („Stents“) diese Einengungen überbrückt werden. Parallel zur Spiegelung von Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang kann eine Spiegelung des Magens und des Zwölffingerdarms durchgeführt werden. Diese soll feststellen, ob der Tumor eventuell auch dorthin vorgedrungen ist.


Ultraschalluntersuchung (Sonografie)

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Abdomens) wird zur ersten Orientierung durchgeführt. Sie soll dem Arzt Einblicke geben über

  • die Lage und Ausbreitung des Bauchspeichelsdrüsentumors,
  • einen eventuellen Befall der bauchspeicheldrüsennahen Lymphknoten und der Leber.

Ultraschalluntersuchungen sind für den Patienten schmerzfrei und ohne jegliche Strahlenbelastung. Sehr kleine Tumoren (unter 1 cm Durchmesser) lassen sich mit dem Ultraschall allerdings nicht erkennen. Außerdem ist die Bauchspeicheldrüse aufgrund ihrer Lage im hinteren Bauchraum mit dem Ultraschall nicht immer gut einsehbar. Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung wird der Arzt daher zusätzlich eine Computertomografie durchführen.