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Aufbau und Funktion der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch und ist eine der größten Drüsen im menschlichen Körper. Sie ist etwa 15 cm lang, 1–2 cm dick und wiegt zwischen 80 und 120g. Das Organ gliedert sich in insgesamt drei Abschnitte

Unterschieden werden

  • der Kopf, durch den ein Teil des Gallenganges zieht und der im vorderen Abschnitt in den Zwölffingerdarm einmündet. 
  • der Körper, der in Höhe des ersten/zweiten Lendenwirbels zwischen Magen und Wirbelsäule liegt und die Hauptschlagader horizontal überquert;
  • der Schwanz, der bis an die Milz im Bereich des linken unteren Rippenbogens heranreicht.

BauchspeicheldrüseMithilfe der von der Bauchspeicheldrüse gebildeten Verdauungsenzyme kann der Körper aufgenommene Nahrung verwerten. Außerdem produziert sie die Hormone Insulin und Glukagon. Diese Stoffe kontrollieren den Blutzuckerspiegel.

Die Bauchspeicheldrüse übernimmt im Organismus zwei lebenswichtige Aufgaben: Sie bildet Enzyme, mit deren Hilfe der Körper Nahrung verwerten kann. Darüber hinaus kontrolliert sie über die Hormone Insulin und Glukagon den Blutzuckerspiegel. Beide Funktionen kann die Bauchspeicheldrüse gleichzeitig wahrnehmen, weil sie aus exokrinem und endokrinem Drüsengewebe besteht: Das Gewebe kann Stoffe sowohl in den Darm (exokrin) als auch ins Blut abgeben (endokrin).

„Exokrin“ bezieht sich dabei auf die Produktion von Verdauungssäften. Die Säfte enthalten wichtige Enzyme, die der Darm bei der Verwertung von Nährstoffen benötigt. Aus dem endokrinen Drüsengewebe dagegen gelangen die Hormone Insulin und Glukagon direkt ins Blut.

95% der Krebsgeschwülste in der Bauchspeicheldrüse sind Adenokarzinome, die im exokrinen Drüsengewebe entstehen. 2

Verwertung der Nährstoffe

Den größten Teil der Drüse bildet das exokrine Gewebe. In diesem Bereich produziert das Pankreas etwa 1,5 Liter Bauchspeichel täglich. Der Speichel besteht aus verschiedenen Verdauungsenzymen, die die Nahrung aufspalten. Über den Pankreasgang und den Zwölffingerdarm wird der Bauchspeichel in den Dünndarm geleitet.

Damit die Bauchspeicheldrüse sich nicht selbst „verdaut“, produziert sie innerhalb ihres Gewebes zunächst lediglich die Vorstufen jener Enzyme. Erst wenn diese in den Zwölffingerdarm gelangen und durch den Gallensaft aus der Leber aktiviert werden, entfalten die Enzyme ihre Wirkung. Auf diese Weise kann der Darm die aus dem Magen kommende Nahrung verdauen und die Nährstoffe verwerten. Funktioniert der exokrine Anteil des Drüsengewebes nicht, scheidet der Körper die Nährstoffe unverwertet aus. Betroffene verlieren dann zunehmend an Gewicht, obwohl sie eigentlich ausreichend essen.

Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und nach einer Operation an dem Organ besteht die Gefahr, dass die Bauchspeichelenzyme im Pankreas selbst aktiv werden oder in die Bauchhöhle gelangen. Dabei kann die Flüssigkeit das Gewebe, mit dem es in Kontakt gerät, zersetzen.

Kontrolle des Blutzuckerspiegels

Das endokrine Drüsengewebe macht den kleineren Teil der Bauchspeicheldrüse aus. Es befindet sich vorwiegend im Schwanz des Pankreas und produziert die Hormone Insulin und Glukagon, die direkt ins Blut abgegeben werden. Beide Hormone regulieren den Blutzuckerspiegel.

Insulin ist dafür verantwortlich, den Blutzucker zu senken. Ohne das Hormon könnte der Blutzucker (Glukose) aus der Nahrung nicht vom Blut in die Körperzellen gelangen. Die Zellen brauchen den Zucker aber, um ihre Funktionen zu erfüllen – er ist ihr Energielieferant. Das Insulin arbeitet quasi als Pförtner und öffnet dem Blutzucker die Tür zu verschiedenen Körperzellen.

Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin, bleibt die Glukose im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Zuckerkranke Menschen leiden an einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse und haben dauerhaft einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Diabetes mellitus). Unbehandelt kann diese chronische Stoffwechselkrankheit schwerwiegende Folgen haben.

Wenn der Blutzuckerspiegel hingegen abfällt, droht der Mensch zu unterzuckern. Die Zellen sind dann nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dieser Zustand macht sich durch charakteristische Symptome bemerkbar: Heißhunger, Zittern und Schwitzen. Die Bauchspeicheldrüse reagiert durch Abgabe des Hormons Glukagon in die Blutbahn. Daraufhin setzt die Leber ihre Zuckerreserven frei. Außerdem aktiviert das Glukagon ein Enzym, das gespeicherte Fette in Energie umwandelt. Daraufhin steigt der Blutzuckerspiegel wieder.

Menschen, denen die Bauchspeicheldrüse entfernt wurde, fehlt dieses Hormon. Dennoch ist es möglich, ohne das Organ zu leben. Betroffene sollten sich in diesem Fall möglichst ausgewogen ernähren. Ergänzend müssen sie Medikamente einnehmen, die die Funktionen der Bauchspeicheldrüse ersetzen.