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Entstehung und Riskikofaktoren Bauchspeicheldrüsenkrebs

Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der menschliche Organismus besteht aus Milliarden von Bausteinen, den Körperzellen. Je nach Organ haben sie ein typisches Aussehen. Täglich produziert der Organismus Millionen neuer Zellen, die absterbende ersetzen. Dieser Vorgang läuft kontinuierlich ab und erhält die Gesundheit des Körpers.

Bei den neu gebildeten Körperzellen aber auch bei den bestehenden älteren Zellen kann es durch eine Vielzahl von molekularen Faktoren zu Veränderungen kommen, die die Zellen maligne, also bösartig, werden lassen. Normalerweise sind diese Zellen derart verändert, dass sie nicht überlebensfähig sind – oder sie werden durch das körpereigene Immunsystem erkannt und vernichtet. In Einzelfällen entgehen Zellen den Schutzmechanismen oder erwerben sogar Mechanismen, um das Immunsystem aktiv zu überlisten, und beginnen sich fortwährend zu teilen. Es kommt zu einer übermäßigen Gewebsneubildung. Der Überschuss an Gewebe bildet eine Geschwulst, die man Tumor nennt.

Von einem bösartigen (malignen) Tumor spricht man, wenn die Zellen unkontrolliert weiterwachsen, in benachbartes gesundes Gewebe eindringen und es zerstören. Sobald die Krebszellen Zugang zum Blut- und Lymphstrom haben, können sie sich in andere Körperregionen begeben und dort ansiedeln. Es entstehen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann in allen Abschnitten des Organs auftreten: Etwa 70% der Tumoren befinden sich im Kopf, circa 20% im Körper und ungefähr 10% im Schwanz.1

In 95% der Fälle entsteht Bauchspeicheldrüsenkrebs durch die bösartige Entartung von Zellen in dem Drüsenanteil, der die Verdauungsenzyme herstellt. Bei diesen sogenannten duktalen exokrinen Tumoren entarten meist die Zellen, die die Ausführungsgänge für den Bauchspeichel auskleiden. Nur etwa 5% der Krebserkrankungen in der Bauchspeicheldrüse sind endokrine Tumoren. Hier entarten Zellen in dem Drüsenteil, der Hormone produziert und in den Blutkreislauf abgibt.

Um welche Tumorart es sich handelt und wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, können Mediziner oft erst feststellen, indem sie eine Gewebeprobe entnehmen und untersuchen.

Risikofaktoren Bauchspeicheldrüsenkrebs

Warum sich beim einen Menschen ein Tumor bildet und beim anderen nicht, kann die Wissenschaft bis heute nicht erklären. Fest steht: Es gibt nicht nur eine Ursache. Mittlerweile wissen die Forscher aber, dass bestimmte Faktoren die Entstehung von Krebs begünstigen.

Speziell für Bauchspeicheldrüsenkrebs benennen die Experten unterschiedliche Kriterien, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an dieser Krebsart zu erkranken. Dazu zählen vor allem Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum. Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht jedoch nicht plötzlich, sondern in einem langjährigen Prozess, der in vielen Schritten und unter Einfluss einer Reihe von Faktoren abläuft.

Mögliche Risikofaktoren, die Bauchspeicheldrüsenkrebs verursachen können, sind:

  • Rauchen: Etwa ein Viertel der Erkrankungen sind auf Zigarettenkonsum zurückzuführen. Das Erkrankungsrisiko ist bei Rauchern etwa 3,5-mal größer als bei Nichtrauchern.
  • Alkoholkonsum: Bei Frauen trägt bereits ein „normaler“ Alkoholkonsum (etwa 33 g Alkohol pro Tag, entspricht ein bis zwei Gläsern Bier) zu einer Risikoerhöhung bei. Ein starker Alkoholkonsum erhöht das Erkrankungsrisiko bei Frauen und Männern um schätzungsweise das 2,5-Fache.
  • Vorerkrankungen: Ein größeres Krankheitsrisiko haben Menschen, die sich lange Zeit zuvor einer Magenoperation unterziehen mussten. Auch eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) erhöhen das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln.
  • Schadstoffe am Arbeitsplatz: Dazu gehören zum Beispiel polychlorierte Biphenyle (PCB). Auch Pestizide wie das in der Bundesrepublik inzwischen verbotene DDT und Verbindungen von Benzol scheinen die Erkrankung zu fördern.
  • Ernährung: Eine fleisch- und fettreiche Kost scheint mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einherzugehen. Dagegen kann eine obst- und gemüsereiche Ernährung das Risiko für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms senken.
  • Genetische Faktoren: Neben den seltenen Fällen, in denen Bauchspeicheldrüsenkrebs im Zusammenhang mit einer Erbkrankheit auftritt, haben vor allem Menschen, die an einer erblich bedingten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) leiden, ein erhöhtes Risiko zu erkranken.
  • Familiäre Vorbelastung: Sind zwei oder mehrere Angehörige ersten Grades erkrankt, erhöht sich das Risiko, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln, um das 20- bis 60-Fache.

Referenzen

  1. Delbrück, Hermann
    Bauchspeicheldrüsenkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige, 2. überarb. u. erw. Auflage, Stuttgart; 2010