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Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Welche Lebensmittel vertrage ich überhaupt? Muss ich anders kochen? Was ist zu beachten? Das Thema „Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs“ birgt viele Unsicherheiten. Essen dient schließlich nicht der bloßen Nahrungsaufnahme, sondern macht auch ein Stück Lebensqualität aus. Viele Betroffene haben ohnehin schon an Gewicht verloren und fürchten nun, noch schwächer zu werden.

Ob und wie sich bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs Verdauungsprobleme einstellen, lässt sich nicht vorhersagen – es hängt vom Stadium des Tumors und der Therapie ab: Wie weit hat sich der Krebs schon ausgebreitet? Kann die Geschwulst noch entfernt werden oder nicht? Sitzt der Tumor beispielsweise im Kopf der Bauchspeicheldrüse, entnehmen die Ärzte im Rahmen der Whipple-Operation neben dem befallenen Teil des Organs den Zwölffingerdarm und ein Drittel des Magens. In einem zweiten Schritt verbinden sie den Magen und den Dünndarm über eine feine Schlinge. Diese Verknüpfung muss nach der Entnahme des Zwölffingerdarms neu geschaffen werden, damit der Weg der Nahrung durch den Körper weiterhin sichergestellt ist.

Ernährung nach der Operation

Nach der Operation entwickeln manche Patienten einen Diabetes mellitus, wenn der verbliebene Abschnitt der Bauchspeicheldrüse zu wenig oder kein Insulin produziert. Die Folge: Die Glukose im Blut wird nicht abgebaut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Mitunter kann ein neu auftretender Diabetes ein Hinweis auf ein Pankreaskarzinom sein: In dem Fall schränkt der Tumor die Funktionen der Bauchspeicheldrüse bereits ein.

Darüber hinaus stellt die übrig gebliebene Bauchspeicheldrüse zu wenig Enzyme her, die die Nahrung aufspalten und verwerten. Die Verdauung kann deshalb nicht wie gewohnt ablaufen und es kommt unter anderem zu Durchfall oder Blähungen. Fette aus der Nahrung werden ebenfalls nicht ausreichend verdaut: Der Körper scheidet sie ungenutzt als sogenannte Fettstühle wieder aus. Damit das nicht passiert, müssen die Patienten zu jeder Mahlzeit zusätzlich Enzyme einnehmen.

Auch wenn die Ärzte den Tumor nicht mehr operieren können und die Bauchspeicheldrüse somit komplett erhalten bleibt, leiden Betroffene bisweilen unter Beschwerden – zum Beispiel wenn der Tumor einen Abschnitt des Darms einengt. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit können außerdem durch eine Strahlen- oder Chemotherapie des Tumors bedingt sein.

Alle diese Umstände können dazu führen, dass Patienten nicht ausreichend mit Nährstoffen aus den verzehrten Lebensmitteln versorgt werden und nachfolgend stark abnehmen. Hinzu kommen Schmerzen, die Angst vor Beschwerden oder davor, beim Essen etwas falsch zu machen. Eine ausgewogene Ernährung ist jedoch gerade jetzt besonders wichtig: Der Körper braucht Kraft, um gegen die Belastungen der Krankheit zu bestehen.

Eine besondere Diät für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es nicht. Je nach Situation kann es aber sinnvoll sein, bestimmte Nahrungsmittel vorerst zu meiden. Speziell geschulte Diätassistenten können Sie gezielt aufklären und Ihnen anfangs zur Seite stehen. Sie helfen Ihnen dabei, die Ernährung individuell auf Ihr Krankheitsbild abzustimmen, und kennen viele Tipps, damit Sie nicht gänzlich die Lust am Essen verlieren.

Wenn es in Ihrer behandelnden Klinik keine Ernährungsberatung gibt, können Sie sich an Vereine wie den Arbeitskreis der Pankreatektomierten wenden.

Detaillierte Informationen und praktische Hinweise finden Sie auch in der Broschüre „Gewusst wie! Ernährung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs“, die Sie hier herunterladen oder bestellen können.