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Bauchspeicheldrüsenkrebs - Chemotherapie

Viele Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs erhalten eine Chemotherapie. Seit einigen Jahren ist die zielgerichtete Therapie eine weitere Säule der medikamentösen Behandlung. Sie hat einen anderen Angriffspunkt wie die Chemotherapie und wirkt auf eine andere Weise auf die Tumorzellen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen neben der Chemotherapie ein zielgerichtetes Therapiekonzept mit Tyrosinkinase-Hemmern zur Behandlung des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms vor.

Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung mit Zellgiften (Zytostatika). Sie wirkt auf jene Zellen im Körper, die sich besonders schnell teilen und hemmt ihr Wachstum. Dabei werden bösartig wachsende Zellen zerstört. Die Chemotherapie – alleine oder in Kombination mit Tyrosinkinase-Hemmern – wird am häufigsten bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt.

Chemotherapien werden auch als systemische Therapien bezeichnet, da die Medikamente mit dem Blut durch den Körper wandern und so auch Krebszellen außerhalb der Bauchspeicheldrüse zerstören. Die Zytostatika werden dem Körper als Infusion oder in Tablettenform zugeführt.

Je nach Behandlungsziel unterscheiden Mediziner bei der Chemotherapie drei verschiedene Typen:

  • Neoadjuvante Chemotherapie: vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern und eine bessere Ausgangskonstellation für die Operation zu erreichen;
  • adjuvante Chemotherapie: nach der Operation, um möglicherweise noch im Körper verbliebene Krebszellen abzutöten;
  • palliative Chemotherapie: im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn der Tumor nicht mehr entfernt werden kann. Ziel ist es, Schmerzen zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern.

Ablauf der Therapie

Die Chemotherapie erfolgt über bestimmte Zeiträume, sogenannte Zyklen. Sie sind von mehrwöchigen Behandlungspausen unterbrochen. In dieser Zeit können die Medikamente wirken, und die Patienten können sich von den Nebenwirkungen erholen. Solche Zyklen werden meist drei- bis sechsmal wiederholt und erfolgen häufig ambulant oder tagesstationär.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Ziel der Therapie ist es, Krebszellen anzugreifen und abzutöten. Da von diesem Effekt aber auch gesunde Körperzellen betroffen sind, können unerwünschte Wirkungen auftreten. Je nach Art und Intensität der Therapie greift die Chemotherapie gesunde Zellen an, die sich häufig teilen, beispielsweise die Zellen der Haarwurzeln, der Schleimhäute und des Knochenmarks.

Folgende Nebenwirkungen sind möglich:

  • zeitweiliger Haarausfall,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Schleimhautentzündungen im Mund und im Darm,
  • Durchfall,
  • allgemeines Unwohlsein,
  • erhöhtes Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems,
  • Schädigung der Blutbildung im Knochenmark,
  • Störungen der Blutgerinnung,
  • vermehrte Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue),
  • Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.

Um den therapiebedingten Nebenwirkungen vorzubeugen oder um sie zu lindern, stehen verschiedene, sehr gut wirksame Medikamente zur Verfügung. Gegen Übelkeit helfen etwa Antiemetika. Diese Wirkstoffe blockieren das Übelkeitsempfinden im Gehirn. Gegen Blutarmut (Anämie), Müdigkeit und Erschöpfung hilft der Wirkstoff Erythropoetin, kurz: „Epo“. Er fördert die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit den Sauerstofftransport im Blut.

Häufig führt eine Chemotherapie auch zu körperlicher Erschöpfung, der Fatigue. Typische Merkmale sind

  • anhaltende Schwäche und Abgeschlagenheit trotz ausreichenden Schlafs,
  • Überfordertsein bereits bei geringen Belastungen,
  • deutliche Aktivitätsabnahme im privaten und beruflichen Umfeld.

Der behandelnde Arzt hat mehrere Möglichkeiten, je nach Stärke und Ausprägung der Fatigue begleitende Medikamente zu verschreiben und gegebenenfalls eine unterstützende Ernährungs- und/oder Bewegungstherapie zu empfehlen. Auch eine psychoonkologische Begleitung kann eine Option für Patienten sein, mit den Begleiterscheinungen der Krebserkrankung und der Therapie besser umzugehen. Die Erfahrungen der Mediziner zeigen, dass es oft sinnvoll ist, verschiedene Therapien zu kombinieren.