Daten und Fakten zum Brustkrebs

Häufigkeit

69.550 Frauen in Deutschland erkrankten im Jahr 2012 neu an Brustkrebs (Mammakarzinom). Damit ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Laufe ihres Lebens wird eine von acht Frauen von Brustkrebs betroffen sein. Bei der Diagnose sind die Patientinnen im Durchschnitt 64 Jahre alt; drei von zehn Frauen sind zu diesem Zeitpunkt jünger als 55 Jahre.1

Brustkrebs gilt oft als eine reine Frauenkrankheit, was jedoch nicht zutrifft: Im Jahr 2012 erkrankten auch 620 Männer an dieser Krebsart. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren.1

Wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird, ist sie in den meisten Fällen heilbar. Fünf Jahre nach der Diagnose leben noch 88% der Frauen und 78% der Männer. Im Jahr 2012 sind 17.748 Frauen und 150 Männer an Brustkrebs verstorben.1

Risikofaktoren

Folgende Faktoren1 können die Entstehung eines Mammakarzinoms begünstigen:

  • eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung, Kinderlosigkeit oder ein höheres Alter bei der ersten Geburt
  • Situationen mit hormonellem Ungleichgewicht bzw. Hormontherapie
  • Übergewicht und Bewegungsmangel nach den Wechseljahren
  • Alkohol
  • Rauchen und Passivrauchen 
  • sehr dichtes Brustdrüsengewebe oder gutartige Brustveränderungen
  • Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie

Detaillierte Informationen zu den Risikofaktoren können Sie auf dem Patientenportal www.brustkrebszentrale.de nachlesen.

Verlaufsformen und Heilungschancen

Der Verlauf einer Brustkrebserkrankung hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Größe des Tumors, seiner Lage oder auch davon, ob Metastasen vorhanden sind.2

Frühkarzinom

Das „duktale Carcinoma in situ“ (DCIS) entwickelt sich aus Zellen der Milchgänge und ist eine Vorstufe von Brustkrebs. Der Tumor wächst lokal begrenzt und kann keine Metastasen bilden. Aus einem DCIS kann sich jedoch Brustkrebs entwickeln: Es wird geschätzt, dass dies bei bis zu 60% der Frauen der Fall ist. Genauere wissenschaftliche Daten liegen nicht vor. Empfohlen wird daher, alle Frauen mit einem duktalen Carcinoma in situ zu behandeln – auch wenn die Behandlung im Nachhinein bei einigen nicht notwendig gewesen wäre.3

Mammakarzinom

Die meisten Brustkrebserkrankungen sind heilbar.4 Obwohl die Anzahl der Neuerkrankungen gestiegen ist, sterben heutzutage weniger Frauen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren.1 Wichtig ist, dass der Tumor frühzeitig erkannt und behandelt wird. Dabei sind die Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen und die Mammografie von entscheidender Bedeutung. Dank dieser Früherkennungsmaßnahmen und Fortschritten in der Therapie hat sich die Heilungsprognose für die Betroffenen deutlich verbessert.1

Eine dauerhafte Heilung ist nur möglich, wenn der Tumor vollständig zerstört werden kann. Sind Metastasen im Körper nachweisbar, können Betroffene mit den derzeit verfügbaren medizinischen Mitteln meist nicht geheilt werden.5 Die sogenannte palliative Therapie zielt dann darauf ab, die Lebensqualität zu erhalten und das Fortschreiten der Krebserkrankung zu verlangsamen.

Rezidiv

Auch nach längerer Zeit ohne Symptome können Betroffene einen Rückfall erleiden, man spricht dann von einem Rezidiv. Bei einem lokalen oder lokoregionalen Rezidiv bildet sich ein Tumor an der gleichen Stelle wie bei der Ersterkrankung oder im näheren Umfeld. Wenn der Krebs nur begrenzt wächst, können die Betroffenen geheilt werden. Wie bei der ersten Behandlung ist die Chance dafür grundsätzlich gegeben.

Wenn Absiedlungen des Tumors im Körper vorhanden sind, etwa in den Knochen, ist der Krebs metastasiert und nur noch im Ausnahmefall heilbar. Der Brustkrebs wird dann zu einer chronischen Erkrankung. Mithilfe moderner Therapien sind Ärzte in der Lage, das Tumorwachstum zu drosseln und die Beschwerden zu lindern. So können Betroffene oft noch viele Jahre gut leben.

Von einem lokalen oder lokoregionalen Rezidiv sind etwa 5–10% der Patientinnen betroffen.6 Um einen möglichen Rückfall frühzeitig zu entdecken, ist es wichtig, dass die Betroffenen ihren Körper aufmerksam beobachten und die Nachsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrnehmen.

Referenzen

  1. Krebs in Deutschland 2011/2012. 10. Ausgabe. Robert Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.). Berlin, 2015: S. 74.
  2. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Gesundheitsinformation.de: Brustkrebs
    https://www.gesundheitsinformation.de/brustkrebs.2276.de.html#!verlauf, abgerufen am 25.02.2016.
  3. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.: Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS – Eine Leitlinie für Patientinnen. Berlin, 2009: S. 15.
  4. Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: Der Erkrankungsverlauf bei Brustkrebs
    http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/erkrankungsverlauf.html, abgerufen am 24.02.2016.
  5. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.: Brustkrebs II. Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung. Berlin, 2011: S. 22.
  6. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Gesundheitsinformation.de: Brustkrebs, https://www.gesundheitsinformation.de/erneut-auftretender-brustkrebs-ohne-metastasen.2276.de.html?part=verlauf-5o, abgerufen am 25.02.2016;
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst.de: Brustkrebs – was tun bei einem Lokalrezidiv?,https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/lokalrezidiv.php, abgerufen am 25.02.2016;
    Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU): Brustkrebs, http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/zentren/..., abgerufen am 25.02.2016.