Eierstockkrebs

Was ist Eierstockkrebs?

Tumor des Eierstocks

Eierstockkrebs bezeichnet eine bösartige Krebsgeschwulst in den Eierstöcken, einen Tumor. In der medizinischen Fachsprache heißt dieser Tumor Ovarialkarzinom (Ovarien = Eierstöcke). Da es in den Eierstöcken mehrere Zell- und Gewebearten gibt, von denen der Krebs ausgehen kann, werden verschiedene Formen unterschieden.1

Da Eierstockkrebs lange keine spezifischen Symptome verursacht, wird er in 61% der Fälle erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.2 Dann können schon Absiedlungen des Tumors in anderen Regionen des Körpers vorhanden sein: Das sind sogenannte Metastasen.

Der Eileiterkrebs (Tubenkarzinom) und der primäre Bauchfellkrebs (primäre Peritonealkarzinose) sind dem Eierstockkrebs sehr ähnlich. Alle drei Krebsformen werden daher auf die gleiche Weise behandelt, sowohl operativ als auch medikamentös.

Welche Funktionen haben die Eierstöcke?

Die Eierstöcke (Ovarien) sind die als Paar angelegten Fortpflanzungsorgane der Frau. Sie liegen seitlich der Gebärmutter im unteren Teil des Beckens, dem kleinen Becken. Wenn eine Frau im gebärfähigen Alter ist, setzen die Eierstöcke einmal im Monat eine Eizelle frei. Die Eizelle gelangt über den Eileiter in die Gebärmutter.

Eine weitere wichtige Funktion ist die Produktion der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron, die unter anderem den Zyklus der Frau bestimmen. Die Größe und die Funktion der Eierstöcke nehmen mit steigendem Alter ab.

Entstehung

Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl von Zellen. Wenn Veränderungen in der Erbsubstanz stattgefunden haben, die nicht mehr repariert werden können, können ursprünglich gesunde Zellen zu Krebszellen werden. Da sich Krebszellen ungehemmt vermehren, bildet sich schnell ein Überschuss aus Gewebe, der Tumor genannt wird.

Der Begriff „Tumor“ beschreibt zunächst nur eine Gewebsgeschwulst und ist nicht gleichbedeutend mit Krebs: Denn es gibt gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Tumoren. Gutartige Tumoren wachsen nur begrenzt im Eierstock. Die Mehrzahl der Tumoren in den Eierstöcken sind gutartig – etwa Zysten, die sich vor allem bei jungen Frauen entwickeln.3 

Bei bösartigen Tumoren spricht man hingegen von Krebs. Diese Tumoren sind in der Lage, angrenzendes Gewebe zu befallen. Zudem können sich losgelöste Krebszellen im Körper verteilen. Möglich ist, dass sich schließlich Ableger des Tumors in anderen Regionen bilden (Metastasen). Im Fall von Eierstockkrebs sind dementsprechend bestimmte Zellen in den Eierstöcken entartet, die sich unkontrolliert immer weiter vermehren.

Ursachen

Warum eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es können lediglich Risikofaktoren benannt werden: Dazu gehören zunehmendes Alter, Übergewicht, hormonelle Faktoren wie Kinderlosigkeit bzw. Unfruchtbarkeit und Vererbung. Eine Auflistung der bekannten Risikofaktoren finden Sie hier.

Symptome

Eierstockkrebs verursacht keine typischen Symptome. Es kann zu Beschwerden im Bauch kommen wie

  • Schmerzen im Unterbauch
  • Verstopfung
  • Völlegefühl

Auch Leistungsabfall und Blutungen zwischen den eigentlichen Regelblutungen oder nach den Wechseljahren sind möglich. Diese Symptome treten jedoch meist erst auf, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist.

Diagnose

Für Eierstockkrebs gibt es bislang keine sichere Früherkennungsuntersuchung. Der Arzt beginnt zunächst mit einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung. Dabei tastet er die Gebärmutter, die Eierstöcke, den Eileiter und die Scheide ab. Danach untersucht er die Eierstöcke mit dem vaginalen Ultraschall genauer. Er führt dafür eine Ultraschallsonde durch die Scheide ein. Auf diese Weise kann er mögliche Veränderungen besser beurteilen.

Darüber hinaus können folgende Untersuchungsverfahren eingesetzt werden:

  • Äußerer Ultraschall (Sonografie): Mit dem Ultraschall können Veränderungen an der Gebärmutter, den Eierstöcken oder an den umliegenden Lymphknoten und Organen festgestellt werden.
  • Computertomografie (CT): Mit der CT wird im gesamten Körper nach Metastasen gesucht; dabei werden Röntgenstrahlen verwendet.
  • Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, MRT): Sie dient dazu, nach Metastasen zu suchen und das Ausmaß der Erkrankung einschätzen zu können. Sie arbeitet mit Magnetwellen.
  • Erstellung eines Blutbilds: Hierbei wird unter anderem nach Tumormarkern geforscht, die ein Hinweis für eine Krebserkrankung sein können, aber nicht müssen. Im Rahmen der Therapie kann ein sich verändernder Tumormarker später als Mittel zur Erfolgskontrolle herangezogen werden.

Die endgültige Diagnose wird häufig erst bei derOperation gestellt. Dafür entnimmt der Chirurg Gewebe aus den Eierstöcken, das noch während der OP untersucht wird. Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und welche Form von Eierstockkrebs vorliegt.3

Referenzen

  1. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.: 
    Eierstockkrebs – Ein Ratgeber für Patientinnen. Berlin, 2014: S. 13.
  2. Krebs in Deutschland 2011/2012. 10. Ausgabe. Robert Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.).
    Berlin, 2015: S. 90.
  3. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.: 
    Eierstockkrebs – Ein Ratgeber für Patientinnen. Berlin, 2014: S. 19.