Eierstockkrebs – Zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapie mit Angiogenese-Hemmern

Angiogenese

Zielgerichtete Therapien gehören zu den neuen medikamentösen Verfahren in der Krebsbehandlung. Im Gegensatz zur Chemotherapie richten sie sich nicht gegen den gesamten Körper. Stattdessen greifen die Wirkstoffe die Krebszellen oder deren Umgebung direkt an, um das Tumorwachstum zu verlangsamen oder zu stoppen. Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs können mit sogenannten Angiogenese-Hemmern behandelt werden.

Mit dem Begriff „Angiogenese“ wird der Prozess beschrieben, bei dem sich neue Blutgefäße im Körper bilden. Blutgefäße transportieren Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen. Damit ein Tumor wachsen kann, benötigt er Zugang zu solch einer Versorgungsleitung. Aus diesem Grund sendet er Botenstoffe aus – die Wachstumsfaktoren VEGF. Empfängt ein Blutgefäß das Signal, entwickelt es neue Blutgefäße in Richtung des Absenders. So wird der Tumor an das Blutgefäßsystem angebunden und anschließend darüber versorgt.

Angiogenese-Hemmer sind künstlich erzeugte Antikörper. Sie fangen die VEGF-Signale des Tumors ab und verhindern damit, dass sich neue Blutgefäße zum Tumor hin ausbilden.

Angiogenese-Hemmer werden in Kombination mit einer Chemotherapie gegeben, um den Krebs gleich zweifach anzugreifen: Während die Chemotherapie die sich teilenden Krebszellen zerstört, kappen die Angiogenese-Hemmer die Blutversorgung des Tumors. Die Kombinationstherapie wird als Infusion verabreicht.

Mögliche Nebenwirkungen der Therapie mit Angiogenese-Hemmern können unter anderem sein: Bluthochdruck, Erschöpfung oder Schwäche (Fatigue), Durchfall und Bauchschmerzen. Die vollständige Auflistung der Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Zielgerichtete Therapie mit PARP-Inhibitoren

Manche Frauen haben eine Veränderung im BRCA1- oder im BRCA2-Gen (BRCA = „breast cancer“ = Brustkrebs). Diese Mutation erhöht ihr Risiko, an familiärem Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Mit einem Gentest kann überprüft werden, ob eine solche Mutation vorliegt.1

Für Frauen mit einer nachgewiesenen BRCA-Mutation kann eine Therapie mit sogenannten PARP-Inhibitoren, also PARP-Hemmern, infrage kommen. Diese Therapie richtet sich speziell an Patientinnen, bei denen der Krebs nach vorheriger Behandlung zurückgekommen ist (Rezidiv).

Die PARP-Inhibitoren machen sich die Mutation zunutze: Indem sie einen bestimmten Reparaturmechanismus in den Krebszellen hemmen, sorgen sie dafür, dass die Schäden nicht mehr repariert werden können. Als Folge sterben die Krebszellen letztlich ab. Patientinnen erhalten die PARP-Inhibitoren in Form einer Kapsel.

Nach der Einnahme von PARP-Inhibitoren kann es beispielsweise zu folgenden Nebenwirkungen kommen: Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sodbrennen und Kopfschmerzen. Die vollständige Auflistung der Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Referenzen

  1. Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst KID: Informationsblatt „Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“. 2016.