Typisierung von Lymphomen

Von der Entdeckung zur Differenzierung

Warum die Typisierung der Lymphome wichtig ist

Geschichte der Lymphome

Die Geschichte der Lymphome geht zurück auf die Mitte des 17. Jahrhundert

Das Lymphom wurde erstmals vom Italienischen Anatom Marcello Malpighi als "gleichmäßig tödliche Erkrankung von Lymphknoten und Milz" beschrieben.1 Die formale Beschreibung erfolgte durch den Mediziner Thomas Hodgkin im Jahre 1832.2 Über Hodgkins Krankheit hinaus wurden weitere Arten des Lymphoms, die man "Non-Hodgkin-Lymphome" nennt, identifiziert.3

Mehr als 400.000 NHL-Fälle jedes Jahr

Mehr als 400.000 neue NHL-Fälle werden weltweit jedes Jahr diagnostiziert.4

Als Gruppe verschiedener Arten von Blutkrebs, die in Organen wie den Lymphknoten beginnen, haben NHLs gewisse Schlüsselmerkmale gemein: Sie schädigen die weißen Blutzellen, die Lymphozyten, und beeinträchtigen dadurch im Laufe der Zeit das Immunsystem.5

Verständnis der Lymphome

Das Verständnis der Lymphome hat sich im Laufe der Zeit dramatisch verbessert

Die Entwicklung und Anwendung von Klassifizierungssystemen bildet Ärzten sowie Forschern ein Gerüst, um die NHL besser verstehen zu können, was schlussendlich zu besseren Ergebnissen bei den Patienten führt.

Unterarten der Lymphome

Mit mehr als 60 Unterarten ist NHL eine komplexe Gruppe von Krebsarten

NHL wird in zwei verschiedene Kategorien eingeteilt, abhängig von der Wachstumsgeschwindigkeit des Krebses. NHL kann entweder aggressiv (schnell wachsend) oder indolent (langsam wachsend) sein.3

Das Diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist das häufigste aggresive Lymphom.

Das Diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist das häufigste aggresive Lymphom.

DLBCL stellt etwa 30% der neuen NHL-Diagnosen6. Es tritt vorrangig bei älteren Menschen auf und bedarf aufgrund seiner aggresiven Natur sofortiger Behandlung. Das erste Anzeichen ist meist vergrößerte Lymphknoten, es kann aber auch Organe außerhalb des Lymphsystems befallen. Charakteristisch sind Symptome wie unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß.

Das follikuläre Lymphom ist die häufigste Form des indolenten Lymphoms.

Das follikuläre Lymphom ist die häufigste Form des indolenten Lymphoms.

Das follikuläre Lymphom (FL) macht etwa 20% der NHL-Neudiagnosen aus.7 Durch sein langsames Wachstum zeigen sich viele Symptome erst in späteren Stadien der Erkrankung.8 Dies kann dazu führen, dass es sich unbemerkt im Körper ausbreitet. Dadurch befinden sich acht von zehn Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits im fortgeschrittenen Stadium.9

Das Behandlungsziel hängt vom Subtyp ab

Das Behandlungsziel hängt vom Subtyp ab

Bei der Behandlung von Patienten mit DLBCL ist die Heilung das Hauptziel.10 Trotzdem kann DLBCL bei bis zu 40 Prozent der Patienten zurückkehren - dann fokussiert sich die Behandlung darauf, die Erkrankung unter Kontrolle zu bekommen.11

Bei Patienten mit Follikulärem Lymphom (FL) ist das Behandlungsziel, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen und für eine gute Lebensqualität zu sorgen. Obwohl das Follikuläre Lymphom im allgemeinen als unheilbar gilt, verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten ständig und Patienten können lange Zeit ohne Behandlung in Remission bleiben.12

Weitere Foschung beim NHL

Weitere Forschung und Innovation wird dazu beitragen, das Leben der Patienten zu verbessern

Betrachtet man die Vielfalt der Subtypen der Lymphome, bedarf es weiterer Forschung und Einsicht in diese komplexe Krankheit, um den Patienten die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen.

Referenzen

    1. Cowan DH. Vera Peters and the curability of Hodgkin disease. Curr Oncol. 2008; 15: 206-10.
    2. Hodgkin T. On Some Morbid Appearances of the absorbent glands and spleen. Med Chir Trans 1832; 17: 68-114.
    3. Lymphoma Research Foundation. About lymphoma. Available at: http://www.lymphoma.org/site/pp.asp?c=bkLTKaOQLmK8E&b=6299689. Last accessed September 2016.
    4. GLOBOCAN 2012. Estimated cancer incidence, mortality and prevalence worldwide. Available at: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx. Last accessed September 2016.
    5. American Society of Hematology. Lymphoma. Available at: http://www.hematology.org/Patients/Cancers/Lymphoma.aspx Last accessed September 2016.
    6. Lyon, France: IARC Press. World Health Organization Classification of Tumors of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. 2008.
    7. Shankland KR, et al. Non-Hodgkin lymphoma. Lancet. 2012; 380: 848-57.
    8. MedicineNet. Non-Hodgkin's Lymphoma: What are symptoms and signs of non-Hodgkin's lymphoma? Available at: http://www.medicinenet.com/non-hodgkins_lymphomas/page4.htm. Last accessed September 2016.
    9. National Institute for Health and Clinical Excellence. Review of TA 110: rituximab for the first-line treatment of stage III-IV follicular lymphoma. Available at: https://www.nice.org.uk/guidance/ta243/documents/follicular-lymphoma-rituximab-review-lymphoma-association2. Last accessed September 2016.
    10. American Cancer Society. Types of non-Hodgkin lymphoma. Available at: http://www.cancer.org/cancer/non-hodgkinlymphoma/detailedguide/non-hodgkin-lymphoma-types-of-non-hodgkin-lymphoma. Last accessed September 2016.
    11. Maurer, MJ et al. Event-free survival at 24 months is a robust end point for disease-related outcome in diffuse large B-cell lymphoma treated with immunochemotherapy. J Clin Oncol. 2014; 32: 1066-73.
    12. Liu Q, et al. Improvement of overall and failure-free survival in stage IV follicular lymphoma: 25 years of treatment experience at The University of Texas M.D. Anderson Cancer Center. J Clin Oncol. 2006; 24: 1582-9.

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