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Diagnose Hautkrebs

Schwarzen Hautkrebs feststellen

Vielleicht haben Sie selbst eine veränderte Hautpartie bemerkt oder Ihr Arzt hat bei einem Hautkrebs-Screening einen verdächtigen Leberfleck entdeckt: Den Medizinern stehen nun verschiedene Wege offen, um herauszufinden, ob Sie tatsächlich an schwarzem Hautkrebs leiden.

Welche Verfahren nutzen Ärzte, um eine Diagnose zu stellen?

Um dem Verdacht nachzugehen, untersuchen die Ärzte Sie intensiv. Die Methoden, die sie dabei anwenden, fasst man unter dem Begriff Diagnostik zusammen. Nach Abschluss der Untersuchungen stellen die Ärzte dann eine Diagnose.

Anamnese

Ihr Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Sie sollten ihm Ihre eventuell vorhandenen Beschwerden schildern und ungefähr einschätzen, wie lange diese bereits andauern. Der Dermatologe fragt Sie zudem, ob Sie an anderen Krankheiten leiden und wie Ihre medizinische Vorgeschichte ist. Darüber hinaus ist es für ihn wichtig zu erfahren, ob in Ihrer Familie schon Hautkrebs oder andere Krebserkrankungen aufgetreten sind.

Körperliche Untersuchung

Wie beim Hautkrebs-Screening betrachtet der Dermatologe Ihre Haut genau. Er kann in manchen Fällen schon mit bloßem Auge erkennen, ob sich ein Leberfleck verändert hat. Dabei orientiert er sich an der sogenannten ABCDE-Regel. Sie hilft, einen gewöhnlichen Leberfleck von einem malignen Melanom abzugrenzen.

A steht für Asymmetrie: Ist ein Leberfleck ungleichmäßig geformt? Sieht eine Hälfte anders aus als die andere?
B steht für Begrenzung: Sind die Grenzen des Leberflecks ausgefranst oder unscharf?
C steht für Colour (Farbe): Weist das Muttermal unterschiedliche Farbtöne auf?
D steht für Durchmesser: Ist der Durchmesser größer als 5 mm?
E steht für Erhabenheit: Wächst ein Leberfleck knotig in die Höhe oder ist ein neuer Knoten auf der Haut entstanden?
Wenn der Arzt eine auffällige Stelle entdeckt hat, leitet er weitere Untersuchungen ein.

Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie)

Eine auffällige Hautpartie schaut sich der Arzt mit einem Dermatoskop – so heißt das Untersuchungsgerät – noch einmal genauer an. Dafür bestreicht er die Stelle mit einem bestimmten Öl, platziert das Gerät darauf und sieht hindurch. Das Dermatoskop gleicht einer Lupe mit einer hellen Lampe, mit der er nun auch die tieferen Schichten der Haut betrachten kann.

Die Auflichtmikroskopie dient dazu, ein gewöhnliches Muttermal von einem malignen Melanom zu unterscheiden. Nach dieser Untersuchung ist der Dermatologe meist schon in der Lage, eine Diagnose zu stellen. Völlige Sicherheit bringt die Gewebeentnahme.

Exzisionsbiopsie

Bei einem Verdacht entfernt der Dermatologe den Leberfleck im Rahmen einer Exzisionsbiopsie. Dabei schneidet er das ganze Pigmentmal mit einem gewissen Sicherheitsabstand – in der Tiefe und zu den Seiten – heraus. Diese Maßnahme ist in der Regel nötig und sollte zeitnah stattfinden, um zu verhindern, dass der Tumor metastasiert.

Für gewöhnlich führt der Arzt die Entnahme ambulant durch. Sie erhalten eine lokale Betäubung, sodass Sie an der betroffenen Stelle nichts spüren. Das entnommene Gewebe reicht der Dermatologe zur Analyse ins Labor weiter, wo die Diagnose "Hautkrebs" gegebenenfalls bestätigt wird. Die feingeweblichen Untersuchungen geben weiterhin Aufschluss über

  • den Typ des Melanoms,
  • die Tumordicke (vertikale Tumordicke nach Breslow),
  • die Eindringtiefe des Tumors in die Haut (Invasionslevel nach Clark),
  • genetische Veränderungen des Tumors (Mutationen).

Diagnose Hautkrebs: Wie geht es weiter?

Haben die Ärzte ein malignes Melanom diagnostiziert, untersuchen sie den Patienten weiter, um umfassende Informationen über die Krankheit zu gewinnen: Wo sitzt der Tumor und wie groß ist er? Hat er bereits benachbarte Lymphknoten oder andere Organe befallen? Diese Informationen sind nötig, um das Stadium Ihrer Krankheit möglichst genau zu bestimmen und die Therapie entsprechend anpassen zu können.

Ultraschall der Lymphknoten (Lymphknoten-Sonografie)

Bei diesem bildgebenden Verfahren untersucht der Arzt die nächstgelegenen Lymphknoten mit dem Ultraschallgerät. Mittels Sonografie stellt er fest, ob der Tumor bereits gestreut hat und Lymphknoten betroffen sind.

Hintergrund: Je nach Eindringtiefe des Tumors erlangen die Krebszellen Zugang zum Blut- und Lymphsystem, über die sie in andere Körperregionen vordringen. Die Aufnahmen, die der Ultraschallkopf sendet, betrachtet der Arzt auf einem Monitor.

Ultraschall der Haut (Sonografie)

Diese Ultraschalltechnik erlaubt es den Ärzten, sich die Gewebestrukturen des Patienten anschauen. So können sie die Dicke des Melanoms vermessen und das operative Vorgehen darauf abstimmen.

Die Sonografie der Haut ist außerdem ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge, weil sie Lymphknoten- und Hautmetastasen darstellt. Bei der Untersuchung werden die Patienten keinerlei Röntgenstrahlung ausgesetzt. Tiefer gelegene Gewebe können jedoch mit der CT oder der MRT besser dargestellt werden.

Entnahme des Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphonodektomie)

Ist Ihr Tumor dicker als 1 mm, empfehlen Mediziner, den Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) zu entfernen (Lymphonodektomie). Der Wächterlymphknoten in der nächstgelegenen Lymphknotenstation, zum Beispiel in der Achsel, ist generell zuerst betroffen, wenn sich Krebszellen aus dem Tumorverbund lösen und sich über die Lymphbahnen auf Wanderschaft begeben. Je nach Ausmaß des Tumors sind ein oder mehrere Sentinel-Lymphknoten betroffen.

Nach der Entnahme wird im Labor überprüft, ob das Gewebe Krebszellen enthält. Finden sich diese nicht, ist davon auszugehen, dass die umliegenden Lymphknoten ebenfalls gesund sind. Das Ergebnis liefert den Ärzten Hinweise darauf, wie sie den weiteren Verlauf Ihrer Krankheit einzuschätzen haben. Dementsprechend treffen sie die Wahl der für Sie geeigneten Therapie.

Röntgen Thorax

Die Röntgenaufnahme Ihres Brustkorbs (Thorax) zeigt, ob der Tumor bereits in der Lunge Metastasen gebildet hat. Die Aufnahmen in zwei Ebenen (von vorne und seitlich) ergeben ein dreidimensionales Bild, das die Mediziner auf sogenannte Schatten überprüfen.

Abdomen-Sonografie

Mit einem Ultraschallkopf untersucht der Arzt Ihren Bauch (Abdomen), die darin befindlichen Organe, etwa Leber und Nieren sowie den Beckenraum auf Auffälligkeiten, beispielsweise vergrößerte Lymphknoten, sofern dort bereits Krebszellen vorhanden sind. Die Aufnahmen, die der Ultraschallkopf aus Ihrem Körper sendet, schaut sich der Mediziner auf einem Monitor an. Ziel dieses Verfahrens ist es, festzustellen, ob sich der Tumor bereits in Lymphknoten und Organen ausgebreitet hat.

Laborbefund

Um weitere Informationen über den Tumor zu erhalten, nehmen die Ärzte Ihnen Blut ab. Die so gewonnenen Ergebnisse geben Aufschluss über Ihr Allgemeinbefinden und die Funktion einzelner Organe.

Im Blut oder im Urin werden auch sogenannte Tumormarker bestimmt, die Krebszellen produzieren. Beim malignen Melanom ist dies das Protein S 100. Je nach Krankheitsstadium ist dieser Tumormarker erhöht. Ärzte nutzen ihn zur Prognose in späteren Stadien und um den Verlauf der Krankheit zu überwachen. Zur Früherkennung oder Diagnosestellung sind Tumormarker hingegen nicht geeignet.

Gentest auf BRAF-Mutation

Studien haben gezeigt, dass etwa 50% der Patienten mit einem malignen Melanom eine Mutation des BRAF-Proteins aufweisen und somit für eine Therapie mit dem Signal-Blocker infrage kommen. Daher sollte sich jeder Patient auf seine Eignung testen lassen, um von der Therapie zu profitieren. Mit einem speziellen Gentest ermitteln die Ärzte, ob die betreffende Mutation vorliegt. Ist dies nicht der Fall, erhalten die Patienten anstelle der zielgerichteten Therapie eine Chemotherapie.

Ergänzende Untersuchungen

In bestimmten Fällen oder bei unklaren Befunden der Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen sind weitere Maßnahmen nötig, um Informationen zum Tumor und über das Ausmaß der Krankheit zu erhalten.

Computertomografie (CT)

Die Computertomografie ist ein Schnittbildverfahren, mit dessen Hilfe die Ärzte krankhafte Veränderungen an inneren Organen feststellen. Sie wird ergänzend zum Ultraschall eingesetzt. Während der Untersuchung kreisen eine Röntgenröhre und ein Detektor, der die Bilder aufnimmt, um den Patienten. Aus den gewonnenen Daten errechnet ein Computer später Querschnittsbilder, die eventuelle krankhafte Prozesse im Körperinneren darstellen. Auch vergrößerte Lymphknoten werden sichtbar und geben Aufschluss über die Ausbreitung des Tumors.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Mit diesem Verfahren erstellen die Ärzte dreidimensionale Abbildungen des Körperinneren. Hierbei kommen anstelle von Röntgenstrahlen starke Magnetfelder zum Einsatz. Wie die CT liefert die Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie genannt, Schnittbilder des Körpers, anhand derer die Mediziner die inneren Organe beurteilen und nach möglichen Tumorabsiedlungen fahnden.

Die Magnetresonanztomografie kann Organe und Gewebeschichten ohne Knochenanteile besser darstellen als andere bildgebende Verfahren. Allerdings gilt das nicht für luftgefüllte Bereiche (Lunge) oder Strukturen mit geringem Wassergehalt (Knochen).

Positronen-Emissions-Tomografie (PET)

Die Positronen-Emissions-Tomografie ist eine weitere Methode, um Tumoren und Metastasen aufzuspüren. Sie arbeitet mit einer schwach radioaktiven Zuckerlösung, die dem Patienten verabreicht wird. Da Krebszellen einen hohen Energiebedarf haben, reichern sich die radioaktiven Zuckermoleküle vor allem dort an.

Während der Untersuchung wird der Patient langsam durch einen Scanner-Ring gefahren. Dabei erstellt das Gerät Aufnahmen des gesamten Körpers. Ein Computer errechnet schließlich anhand der Verteilung der Radioaktivität ein komplexes Bild. Darauf heben sich Tumoren deutlich vom gesunden Gewebe ab.

TNM-Klassifikation

Mithilfe verschiedener Untersuchungen stellen die Ärzte fest, ob und wie weit sich die Krankheit in Ihrem Körper ausgebreitet hat. Dabei orientieren sie sich an einem Schema, das den Tumor gemäß bestimmter Kriterien einordnet. Anhand dieser sogenannten TNM-Klassifikation lässt sich das Stadium der Erkrankung bestimmen, sodass die Mediziner die geeignete Therapie für Sie planen können.

Die TNM-Klassifikation gibt Auskunft über:

  • T (Tumor): Ausdehnung des Tumors,
  • N (Knoten, lat. Nodus): Fehlen bzw. Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen,
  • M (Metastase): Fehlen bzw. Vorhandensein von Fernmetastasen.

Für eine exakte Diagnose sind die Tumordicke, seine Eindringtiefe und eine nachweisbare Geschwürbildung (Ulzeration) wichtig. Dafür steht in der TNM-Klassifikation der Buchstabe T.

Metastasen werden in lokale und regionäre Metastasen sowie in Fernmetastasen unterschieden. Lokale Metastasen entstehen nah beim Tumor, regionäre Metastasen in den Lymphknoten. Fernmetastasen heißen Geschwulste, die sich in anderen Organen oder Knochen angesiedelt haben.

Zwei Drittel aller neu gebildeten Metastasen des malignen Melanoms überschreiten zunächst nicht die Lymphknotenregion. Der Buchstabe N der TNM-Klassifikation kennzeichnet einen Lymphknotenbefall, der Buchstabe M steht für Fernmetastasen.

Stadieneinteilung

StadieneinteilungDas Invasionslevel nach Clark

Die Ergebnisse der TNM-Klassifikation lassen sich zusammengefasst in verschiedene Stadien gliedern. Je höher die das Stadium markierende Zahl, desto fortgeschrittener ist die Krebskrankheit.

Das Invasionslevel nach Clark beschreibt, wie tief das Melanom in die Hautschichten eingedrungen ist. Diese Information ist wichtig, um die Krankheit einem Stadium zuordnen zu können. Das Schema nach Clark finden Sie in der Abbildung oben.

Stadium 0
Das Melanom wächst nur in der Oberhaut und hat noch keine weitere Hautschicht durchbrochen.

Stadium I
Es liegt ein Tumor vor, der auf höchstens 2 mm angewachsen ist. Kein Hinweis auf Metastasen.

Stadium II
Der Tumor misst bis zu 4 mm Dicke oder mehr. Kein Hinweis auf Metastasen.

Stadium III
Die Krebsgeschwulst hat Metastasen gebildet. Untergruppen dieses Stadiums unterscheiden sich je nach Art der Metastasen und danach, wie viele Lymphknoten befallen sind.

Stadium IV
Fernmetastasen sind in einem oder mehreren Organen nachweisbar (Lunge, Leber, Gehirn, Skelett).