Glossar Hautkrebs

A
  • ABCDE-Regel
    hilft dabei, Pigmentmale von malignen Melanomen abzugrenzen: A = Asymmetrie, B = Begrenzung, C = Colour (Farbe), D = Durchmesser, E = Erhabenheit.
  • Abdomen-Sonografie
    bildgebendes Verfahren, bei dem der Arzt den Bauchraum mit einem Ultraschallgerät von außen untersucht.
  • adjuvante Therapie
    Behandlung, die eine zuvor durchgeführte Operation unterstützt oder ergänzt, beispielsweise die Immuntherapie.
  • akrolentiginöses Melanom
    seltene Form des Melanoms, das unter den Fuß- und Fingernägeln, Handinnenflächen oder Fußsohlen auftritt.
  • Anamnese
    Gespräch zwischen Arzt und Patient über dessen gesundheitliche Vorgeschichte und den bisherigen Verlauf seiner Erkrankung.
  • Auflichtmikroskopie / Dermatoskopie
    Untersuchungsmethode, bei der der Arzt sich eine auffällige Hautpartie mit dem Dermatoskop anschaut. Damit kann er auch die tieferen Schichten der Haut in Augenschein nehmen.
  • axilliär
    in der Achsel.
B
  • Basalzellkarzinom / Basaliom
    Diese weiße Hautkrebsart entsteht in den Basalzellen der Oberhaut und zwar an Hautpartien, die viel Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, beispielsweise am Kopf. Das Basalzellkarzinom bildet keine Metastasen.
  • Bestrahlung / Strahlentherapie / Radiotherapie
    Behandlung, bei der eine bestimmte Hautpartie des Patienten mit energiereichen elektromagnetischen Wellen bestrahlt wird. Sie zerstören die Erbsubstanz der Krebszellen, die dann absterben.
  • bildgebende Verfahren
    Untersuchungsmethoden, beispielsweise Ultraschall, Röntgen und Magnet-Resonanz-Tomografie, mit deren Hilfe Ärzte Aufnahmen des Körperinneren erstellen.
  • Biopsie
    Entnahme einer Gewebeprobe.
  • BRAF
    Protein, das zur Familie der RAF-Kinasen gehört. Sie sind innerhalb von Zellen für die Signalübertragung zuständig und haben Einfluss auf das Zellwachstum. Wenn das BRAF-Protein mutiert ist, kommt es zu exzessivem Wachstum – ein Tumor kann entstehen.
C
  • Chemotherapie
    medikamentöses Therapieverfahren, das im ganzen Körper (systemisch) wirkt und die Vermehrung von Krebszellen hemmen soll. Erhält der Patient per Tablette oder Infusion.
  • Computertomografie (CT)
    Röntgenuntersuchung, die Querschnittbilder des Körpers liefert.
D
  • Dermatologe
    Hautarzt.
  • Diagnose
    Feststellung einer Krankheit und gegebenenfalls ihrer Ursache.
E
  • Exzisionsbiopsie
    komplette Entfernung auffälligen Gewebes mit anschließender feingeweblicher Untersuchung.
F
  • Fatigue-Syndrom
    Nebenwirkung medikamentöser Krebsbehandlungen, vor allem der Chemotherapie. Die Symptome sind beispielsweise Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit.
  • Fernmetastasen
    Tumorzellen, die in andere Organe, in die Knochen oder ins zentrale Nervensystem (Gehirn) gewandert sind und sich dort angesiedelt haben.
G
  • Gentest
    spezielles Testverfahren mit dem Ziel, das Erbgut zu analysieren. Damit können die Ärzte zum Beispiel herausfinden, ob das B-RAF-Protein in den Krebszellen eines Patienten mutiert ist. Dies trifft auf etwa 50 Prozent der Patienten zu. Sie profitieren von der neuen Therapie mit dem Signal-Blocker.
H
  • Hautkrebs-Screening
    Früherkennungsmaßnahmen, um den Körper auf Anzeichen von Hautkrebs zu untersuchen.
I
  • Immuntherapie
    adjuvante Therapiemethode, etwa mit dem Botenstoff Interferon alpha. Die Substanz soll das Immunsystem dazu anregen, verbliebene Tumorzellen zu bekämpfen. Wird in die Vene (intravenös) oder unter die Haut (subkutan) gespritzt.
  • In-transit-Metastasen
    Diese Metastasen befinden sich zwischen dem Tumor und der nächstgelegenen Lymphknotenstation.
  • inguinal
    in der Leiste.
  • Interferon alpha
    spezielle Form des Interferons, wird beispielsweise bei Hepatitis C gegeben
  • Invasionslevel nach Clark
    beschreibt, wie tief das Melanom in die Haut eingedrungen ist; wird für die TNM-Klassifizierung genutzt.
K
  • Karzinom
    bösartiger Tumor.
  • Keratoakanthom
    schnell wachsender, gutartiger Hauttumor, der vor allem an Hautpartien auftritt, die vermehrt UV-Strahlung ausgesetzt sind.
  • Kombichemotherapie
    Chemotherapie mit einer Kombination mehrerer Medikamente.
  • kurative Therapie
    Behandlung mit dem Ziel, den Patienten zu heilen.
L
  • Lederhaut/Dermis
    zweite Hautschicht nach der Oberhaut. Die Lederhaut ist das Bindegewebe des Körpers. In ihr befinden sich Blut- und Lymphgefäße, Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen sowie Haarwurzeln und Nervenfasern.
  • Lentigo-maligna-Melanom
    seltene Form des Melanoms, das auf extrem sonnengeschädigten Hautpartien entsteht.
  • Lokalrezidiv
    Wiederauftreten eines Tumors an der gleichen Stelle.
  • Lymphadenektomie / Lymphknotendissektion
    operative Entfernung von Lymphknoten.
  • Lymphknoten
    Als Teil der körpereigenen Abwehr filtern sie die Gewebeflüssigkeit (Lymphe) und vernichten Erreger sowie Fremdstoffe. Das Lymphsystem zieht sich durch den gesamten Körper. Jeder Lymphknoten ist dabei für eine bestimmte Körperregion zuständig - er wird dann als regionärer Lymphknoten bezeichnet.
  • Lymphknoten-Sonografie
    bildgebendes Verfahren, bei dem der Arzt die Lymphknoten mit einem Ultraschallgerät untersucht.
  • Lymphknotenszintigrafie
    Untersuchung, mit der Ärzte die Lage des Wächterlymphknotens aufspüren. Dafür wird dem Patienten eine leicht radioaktive Substanz - oft auch zusätzlich blaue Farbe - in die Nähe des Tumors verabreicht. Auf diese Weise können die Mediziner den Lymphstrom verfolgen und den Wächterlymphknoten ermitteln.
  • Lymphödeme
    Schwellungen unter der Haut, bedingt durch angestaute Flüssigkeit (Lymphe) in den Lymphbahnen; mögliche Folge einer Lymphadenektomie.
M
  • Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), Kernspintomografie
    bildgebendes Verfahren, das mittels starker Magnetfelder dreidimensionale Abbildungen des Körperinneren erstellt.
  • Makrometastasen
    Absiedlungen des Tumors, die durch diagnostische Verfahren wie Ulltraschall sichtbar gemacht werden können. Mikrometastasen dagegen sind nur durch mikroskopische Untersuchungen des Gewebes erkennbar.
  • maligne
    bösartig.
  • Melanom
    bösartiger Tumor, der sich in den pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten) bildet. Wird auch schwarzer Hautkrebs genannt.
  • Melanozyten
    pigmentbildende Zellen in der Oberhaut. Wenn sich Melanozyten in bösartige Zellen umwandeln, entsteht ein malignes Melanom.
  • Metastase
    (Tochtergeschwulst). Absiedelung eines bösartigen Tumors in anderen Organen durch die Verbreitung bösartiger Zellen über das Blut oder die Lymphe. Eine Metastase, die auf dem Blut- oder Lymphweg übertragen und fern des ursprünglichen Tumors angetroffen wird, bezeichnet man als Fernmetastase.
  • Mikrometastasen
    winzige Absiedlungen des Tumors, die in der Regel nur durch mikroskopische Untersuchungen des Gewebes erkennbar sind. Makrometastasen können dagegen durch diagnostische Verfahren wie Ulltraschall sichtbar gemacht werden.
  • Monochemotherapie
    chemotherapeutische Behandlung mit einem einzigen Wirkstoff. Bei der Kombichemotherapie kommen hingegen mehrere Wirkstoffe gleichzeitig zum Einsatz.
  • Mutation
    Veränderung in der Struktur des Erbgutes.
N
  • Nachexzision
    Eingriff, der nach der Entfernung des Tumors und dessen anschließender feingeweblicher Untersuchung stattfindet. Bei der Nachexzision schneiden die Ärzte die betroffene Stelle noch großflächiger heraus und halten dabei einen vorher definierten Sicherheitsabstand ein.
  • Nävus (Plural: Nävi)
    Pigmentmal, Leberfleck.
  • noduläres Melanom
    aggressiver Tumor, der frühzeitig in die Tiefe wächst. Oberhaut/Epidermis
O
  • Oberhaut/Epidermis
    In der Oberhaut, der äußeren Schicht des Körpers, sitzen die pigmentbildenden Zellen, die Melanozyten. Außerdem besteht sie aus der Basalzellen- und der Stachelzellenschicht.
P
  • palliative Therapie
    Maßnahmen, die die Beschwerden des Patienten lindern sollen. Ziel ist nicht die Heilung, sondern eine Verlängerung der Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität.
  • Plattenepithelkarzinom / Spinaliom
    Diese weiße Hautkrebsart geht auf zu viel Sonneneinstrahlung zurück und tritt vor allem im Gesicht auf. Das Plattenepithelkarzinom entsteht in der Oberhaut und bildet nur selten Metastasen.
  • Positronen-Emissions-Tomografie (PET)
    Untersuchungsmethode, bei der radioaktive Zuckermoleküle in den Körper eingeschleust werden. Da Tumorzellen einen hohen Energiebedarf haben, reichern sich die Moleküle vor allem in ihnen an. Das krankhaft veränderte Gewebe ist auf dem späteren PET-Bild deutlich erkennbar.
  • Prognose
    Vermutung darüber, wie eine Erkrankung weiter verläuft.
  • Psycho-Onkologe
    Arzt oder Therapeut, der eine spezielle Ausbildung zur Begleitung krebskranker Menschen absolviert hat und Patienten und Angehörige ab dem Zeitpunkt der Diagnose psychologisch betreut.
  • Psychoonkologen
    Arzt oder Therapeut, der eine spezielle Ausbildung zur Begleitung krebskranker Menschen absolviert hat und Patienten und Angehörige ab dem Zeitpunkt der Diagnose psychologisch betreut.
R
  • regionäre Lymphknotenmetastasen
    Der für eine bestimmte Körperregion zuständige Lymphknoten ist von Krebszellen befallen.
  • Rehabilitation
    stationäre oder ambulante Maßnahmen nach einer Krankheit - etwa Krankengymnastik oder Entspannungsübungen -, die die körperliche Leistungsfähigkeit des Betroffenen wiederherstellen und Langzeitschäden vermeiden sollen.
  • Rezidiv
    Wiederauftreten eines Tumors; Rückfall.
  • Röntgen Thorax
    Röntgenuntersuchung des Brustkorbs.
  • Rumpf
    zentraler Bereich des Körpers (ohne Kopf, Hals und Gliedmaßen).
S
  • Satellitenmetastasen
    Metastasen, die sich in einem Umkreis von bis zu zwei Zentimetern um den Primärtumor gruppieren.
  • schwarzer Hautkrebs
    der bösartigste Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt.
  • Sicherheitsabstand
    Bei der Entfernung des Tumors entnehmen die Ärzte noch zusätzliches, gesundes Gewebe rund um die betroffene Region. Der Abstand bemisst sich je nach Dicke und Eindringtiefe des Tumors. Diese Maßnahme soll den Tumor vollständig entfernen und gleichzeitig einen Rückfall verhindern.
  • Stadieneinteilung (Staging)
    Mithilfe der TNM-Klassifikation können die Ärzte das Stadium der Krebserkrankung bestimmen. Die Einteilung ist wichtig für die Therapieplanung.
  • stereotaktische Einzeitbestrahlung
    Methode der Strahlentherapie, mit der die Ärzte versuchen, das bösartige Gewebe mit einer hohen Dosis zielgenau zu bestrahlen, um möglichst wenig gesundes Gewebe zu schädigen.
  • Strahlenkater
    umgangssprachlicher Begriff für die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie, etwa Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.
  • superfiziell spreitendes Melanom
    häufigste Form des Melanoms, das zunächst langsam an der Hautoberfläche wächst.
  • systemische Therapie
    Die Behandlung betrifft den gesamten Körper, beispielsweise bei einer Chemotherapie.
T
  • TNM-Klassifikation
    Einteilung der Tumorstadien. Die TNM-Klassifikation gibt Auskunft über die Größe eines Tumors und über das Ausmaß seiner Verbreitung im befallenen Organ, in den Lymphknoten und im gesamten Organismus (Fernmetastasen z. B. in Lunge und Gehirn): T = Tumorgröße; N = Lymphknotenbefall; M = Metastasierung.
  • Tochtergeschwulste / Metastasen
    entstehen, wenn sich Krebszellen vom Tumor lösen und über das Blutgefäß- und Lymphsystem in andere Körperregionen vordringen.
  • Tumor
    Gewebsgeschwulst, die durch vermehrtes Zellwachstum entsteht und gut- oder bösartig sein kann.
  • Tumordicke nach Breslow
    beschreibt, wie dick das Melanom ist; wird für die TNM-Klassifizierung genutzt.
  • Tumormarker
    Stoffe, die im Blut von Krebspatienten nachgewiesen werden können. Ärzte nutzen sie zur Prognose und Verlaufskontrolle der Krankheit.
U
  • Ultraschall
    bildgebendes Verfahren, bei dem der Arzt mithilfe eines Ultraschallkopfes von außen Aufnahmen des Körperinneren erstellt.
  • Unterhaut/Subcutis
    Bindeglied zwischen Haut und Muskulatur, schützt den Körper vor Kälte.
  • UV-B-Strahlen
    UV-B-Strahlen sind kurzwelliger und energiereicher als UV-A-Licht und dringen deshalb nicht so tief in die Haut ein. Bei geringer Dosierung wirken sie wie ein natürlicher Sonnenschutz. In größeren Mengen kann die UV-B-Strahlung Sonnenbrand verursachen und das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöhen.
  • UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung)
    Teil der elektromagnetischen Strahlung, die insbesondere die Sonne abgibt.
  • UVA-Strahlen
    UV-A-Strahlen sind langwellig und dringen deshalb tief in die Haut ein. Dort greifen sie die Zellschichten an, die die Haut durch Teilung erneuern. UV-A-Strahlen bräunen die Haut zwar, lassen sie jedoch schneller altern und bauen keinen hauteigenen Lichtschutz auf. Bei Menschen, die sich regelmäßig UV-A-Strahlen aussetzen, steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erheblich. Der UV-A-Anteil in Solarien ist sehr hoch.
W
  • Wächterlymphknoten-Biopsie / Sentinel-Lymphonodektomie
    Entnahme und anschließende Untersuchung des Wächterlymphknotens, der den anderen Lymphknoten in der Lymphknotenstation vorgelagert ist. Ist er von Krebszellen befallen, sind es die nachfolgenden Lymphknoten wahrscheinlich auch.
  • Wächterlymphknoten / Sentinel-Lymphknoten
    Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors, der ihm am nächsten liegt und deshalb zuerst von losgelösten Krebszellen erreicht wird.
  • weißer Hautkrebs
    Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) und das Basalzellkarzinom (Basaliom) zählen zu den weißen Hautkrebsarten.
Z
  • zielgerichtete Therapie
    wirkt direkt am Tumor und greift im Gegensatz zur Chemotherapie nicht den gesamten Körper an. Eine zielgerichtete Therapie ist beispielsweise die Behandlung mit einem Signal-Blocker. Er blockiert die Kommunikation in der Krebszelle, sodass keine Impulse mehr weitergeleitet werden können. Damit ist der Zellzyklus unterbrochen, die Tumorzellen können sich nicht mehr teilen. Daraufhin stoppt das Tumorwachstum.
  • Zyklus
    Therapie, die in regelmäßig wiederkehrenden Abständen stattfindet. Zu einem Zyklus gehört die Behandlung mitsamt der nachfolgenden Therapiepause.
  • Zytostatika
    Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden. Über die Blutbahnen verteilen sie sich im ganzen Körper und wirken sowohl auf den Tumor als auch auf Metastasen.