Was ist Hautkrebs?

Heller Hautkrebs

Frau mit TumorTumorarten und Vorstufen des hellen Hautkrebses

Wie entsteht heller Hautkrebs?

Die Haut vergisst nichts: Ein jahrelanges Zuviel an UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen und kann in der Summe zu bösartigen Veränderungen führen. Gegenüber gesunden Zellen ist bei Krebszellen das natürliche Gleichgewicht zwischen Wachstum, Teilung und Zelltod gestört. Deshalb vermehren sich die Krebszellen unkontrolliert und bilden eine Geschwulst, einen Tumor.

Welche Arten des hellen Hautkrebses gibt es?

Zum hellen Hautkrebs zählen:

  • das Basalzellkarzinom (früher Basaliom) und
  • das Plattenepithelkarzinom (früher Spinaliom oder und Stachelzellkrebs).

Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms sind die aktinische Keratose und der Morbus Bowen.

Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste bösartige Hauttumor und auch der häufigste Tumor überhaupt. Diese Krebsart entstammt den Basalzellen in der Oberhaut und/oder einem Bestandteil der Haarfollikel. Das Basalzellkarzinom wächst langsam, kann jedoch in das darunterliegende Gewebe einwachsen und Knorpel sowie Knochen zerstören.

Der Tumor bildet nur extrem selten Tochtergeschwülste, die Metastasen. In 80% der Fälle tritt das Karzinom an Kopf und Nacken auf. Bei 15% entwickelt es sich am Rumpf und bei 5% an den Armen und Beinen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 60 Jahren, allerdings kommt das Basalzellkarzinom mittlerweile auch vermehrt bei jüngeren Menschen vor. Männer und Frauen sind davon gleichermaßen betroffen. 1,2

Das Basalzellkarzinom hat unterschiedliche Erscheinungsformen: Es zeigt sich häufig als leicht erhabener, derber Knoten mit einem perlschnurartigen Randsaum, entweder hautfarben oder gelb-rötlich. Außerdem führen deutlich sichtbare Blutgefäße ins Tumorzentrum. Andere Formen sind mitunter kaum als Tumoren erkennbar, etwa rot-bräunliche Flecken oder Hautveränderungen, die wie Narben aussehen. Bleibt ein Basalzellkarzinom lange unbehandelt, können größere Geschwüre entstehen, die nässen, bluten und Krusten bilden. In diesem fortgeschrittenen Stadium kann das Karzinom in die tieferen Hautschichten und die darunter gelegenen Strukturen einwachsen und damit schwierig zu operieren oder zu bestrahlen sein.

Gorlin-Goltz-Syndrom

Eine besondere Ausprägung des Basalzellkarzinoms ist das Gorlin-Goltz-Syndrom oder auch Basalzellkarzinom-Syndrom, eine Erbkrankheit. Die Betroffenen entwickeln im Laufe des Lebens zahlreiche Basalzellkarzinome. Die Erkrankung geht unter anderem mit Skelettfehlbildungen und Zysten im Kiefer einher.

Plattenepithelkarzinom

Das Plattenepithelkarzinom, auch spinozelluläres Karzinom genannt, ist der zweithäufigste bösartige Hauttumor. Er entstammt der Stachelzellschicht in der Oberhaut. Der Zusammenhang der Erkrankung mit UV-Strahlung ist noch eindeutiger als beim Basalzellkarzinom: Plattenepithelkarzinome entstehen hauptsächlich auf schwer lichtgeschädigter Haut. Der Tumor tritt vor allem an den Sonnenterrassen auf, beispielsweise im Gesicht, an der Stirn, den Lippen oder an der Nase. In fortgeschrittenen Stadien kann das Plattenepithelkarzinom sich in angrenzende Lymphknoten, Knochen und Organe ausbreiten und dort Tochtergeschwülste bilden. Das passiert jedoch selten. Männer und Frauen erkranken durchschnittlich im Alter von 70 Jahren. Männer entwickeln das spinozelluläre Karzinom häufiger.4

Das Plattenepithelkarzinom ähnelt einer knotigen, schuppigen Warze und ist grau oder gelblich-braun. Wächst der Tumor weiter, verhornt er immer mehr und kann spontan bluten.

Aktinische Keratose

Die aktinische Keratose gilt als eine Vorstufe (Präkanzerose) des Plattenepithelkarzinoms und kann – unbehandelt – zu einem spinozellulären Karzinom werden. Der Übergang ist fließend. Aktinische Keratosen zeigen sich auf Hautpartien, die viel der Sonne ausgesetzt waren: im Gesicht, auf der unbehaarten Kopfhaut, an den Ohren oder auf den Handrücken. Aktinische Keratosen treten flächig als raue, schuppige Stellen auf. Sie sind hautfarben bis rötlich verhornt und zu Beginn eher spür- als sichtbar. Da sie den sogenannten Altersflecken ähneln, bleiben sie oft lange Zeit unbehandelt.

Morbus Bowen

Wie die aktinische Keratose gilt der Morbus Bowen als eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms. Er bildet sich an den Unterschenkeln, am Rumpf, im Gesicht, an den Fingern und darüber hinaus an Stellen, die kaum dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Die Krebszellen befinden sich nur in der Oberhaut.

Morbus Bowen hat mehrere mögliche Ursachen: starke UV-Strahlung, regelmäßiger Kontakt mit chemischen Stoffen wie Arsen oder Teerprodukten und bestimmte Warzenviren. Morbus Bowen ist durch eine flache, schorfige, rötlich-braune Erhebung auf der Haut gekennzeichnet. Die Stelle hat ein unregelmäßiges Muster, sie kann nässen und verkrusten.

Wer ist gefährdet?

Das höchste Risiko, hellen Hautkrebs zu entwickeln, haben Menschen

  • die sich häufig in der Sonne aufhalten und/oder viele Sonnenbrände hatten, vor allem in der Kindheit,
  • die sehr helle, empfindliche Haut haben,
  • in höherem Alter (40+),
  • in deren Familie Hautkrebs bereits aufgetreten ist (gilt für Basalzellkarzinome, nicht für Plattenepithelkarzinome),
  • die einen angeborenen Gendefekt haben (gilt nur für bestimmte Arten des hellen Hautkrebses),
  • die regelmäßig ein Sonnenstudio besuchen,
  • die im Freien arbeiten (zum Beispiel Landwirte, Gärtner, Dachdecker),
  • die sich in ihrer Freizeit oft draußen aufhalten (zum Beispiel beim Fußballspielen, Wandern, Segeln),
  • die eine Lichttherapie oder Strahlentherapie erhalten haben,
  • die bestimmten Chemikalien ausgesetzt sind (zum Beispiel Arsen, Teer),
  • die ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem haben (zum Beispiel nach einer Organtransplantation),
  • die Verbrennungsnarben aufweisen,
  • die selbst schon hellen Hautkrebs hatten. 2,3

Das Hautkrebsrisiko ist bei Männern höher als bei Frauen.

Referenzen

  1. ONKO Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.
  2. Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
    Kurzleitlinie – Basalzellkarzinom der Haut (Update 2012). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/021 (Stand: 12/2013)
  3. Szeimies RM, Hauschild A, Garbe C.
    Tumoren der Haut. Grundlagen, Diagnostik und Therapie in der dermatologischen Onkologie. Thieme, Stuttgart 2010
  4. ONKO Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.