Symptome Rheumatoide Arthritis

Drei Hauptsymptome: Schmerzen, Schwellung, Morgensteifigkeit

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Gelenkinnenhaut durch das überreagierende körpereigene Immunsystem angegriffen wird. Dadurch entsteht eine Entzündung; Die Gelenke schwellen an und werden druckempfindlich.1 Unbehandelt führt dieser Prozess am Ende zur Zerstörung der Gelenke.

Zu den typischen Symptome der rheumatoiden Arthritis gehören Gelenkschwellungen, die sich weich und prall-elastisch anfühlen, sowie Schmerzen in den betroffenen Gelenken.1 Dadurch wird die Beweglichkeit eingeschränkt. Die Schmerzen durch die Gelenkentzündung treten häufig in Ruhe auf, oft sind sie nachts am stärksten. Druck auf das Gelenk sowie eine maximale Beugung oder Streckung verstärken die Schmerzen.

Typischer Befund bei einem Patienten mit rheumatoider Arthritis

Typische Befunde bei
Patienten mit
rheumatoider Arthritis

Charakteristisch ist zudem eine verminderte Greifkraft in den Händen, ein richtiger Faustschluss ist oft nicht mehr möglich. Die Betroffenen berichten dadurch über zunehmende Schwierigkeiten und Schmerzen bei Alltagstätigkeiten: Aufschrauben von Marmeladengläsern, Knöpfe zumachen oder die Kaffeetasse halten werden immer schwieriger und sind mit starken Schmerzen verbunden.

Die verminderte Beweglichkeit der Gelenke ist üblicherweise morgens nach dem Aufwachen am stärksten ausgeprägt, weswegen sie deshalb auch als „Morgensteifigkeit“ bezeichnet wird. Diese Morgensteifigkeit kann länger als eine Stunde andauern und tritt später am Tag auch nach Ruhephasen nicht wieder auf.2 Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu den Gelenkschmerzen bei Verschleiß der Gelenke (Arthrose), bei der die Schmerzen vorwiegend belastungs- und bewegungsabhängig sind und nach kurzen Ruhepausen immer wieder auftreten.

Ein weiteres Kennzeichen für die rheumatoide Arthritis ist der Befall bestimmter Gelenke. Die Erkrankung beginnt typischerweise an den kleinen Gelenken, also häufig an den Fingergrund- und Fingermittelgelenken sowie den Handgelenken. Fast immer sind beide Hände betroffen, der Befall ist also symmetrisch. Die Endgelenke sind oft ausgespart. Auch die Zehengrundgelenke können betroffen sein.

Betroffene Gelenke bei rheumatoider Arthritis

Im Laufe von Wochen oder Monaten kann die Entzündung auf immer mehr Gelenke übergreifen. Dadurch werden die Beweglichkeit der Patienten und damit auch das Alltagsleben erheblich eingeschränkt.

Neben den Gelenken können sich auch die Sehnenscheiden entzünden und anschwellen (z. B. die Fingerstrecksehnen auf dem Handrücken). Auch mittlere und große Gelenke wie Schulter-, Ellenbogen-, Hüft-, Knie-, Sprunggelenke und die Halswirbelsäule sowie die Schleimbeutel können betroffen sein.1,2

Nicht selten berichten Patienten über Grippe-ähnliche Allgemeinsymptome in Form von Müdigkeit, Erschöpfung (Fatigue), Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, leichtes Fieber oder Muskelschmerzen, die vor den Gelenkbeschwerden oder begleitend dazu auftreten.

Bei ungefähr 20 % der Patienten finden sich so genannte Rheumaknoten. Rheumaknoten sind derbe, ertastbare, verschiebliche und nicht schmerzhafte Knoten, die unter der Haut liegen. Sie bilden sich besonders an Körperstellen, die oft Druck ausgesetzt sind, beispielsweise an den Unterarmen (durch Aufstützen) oder am Hinterkopf (durch Liegen).

Je früher die Diagnose „Rheumatoide Arthritis“ gestellt wird, desto eher kann die Behandlung beginnen (Früherkennung). Das verbessert entscheidend den Verlauf der Erkrankung.

Allerdings sind die ersten Anzeichen der Erkrankung oft schwer zu fassen. Der Rheuma-Check ist ein wissenschaftlich geprüfter Fragebogen, der hilft, ein hohes Risiko für entzündliches Rheuma rechtzeitig zu erkennen. Mehr dazu erfahren Sie unter http://rheumacheck.rheumanet.org/.

Rheumaschub oder agressive Form - der Krankheitsverlauf

Meist schubartiger Verlauf

Der Verlauf der unbehandelten rheumatoiden Arthritis ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und lässt sich kaum vorhersagen.

Die Erkrankung kann schleichend beginnen, jahrelang auf einige wenige Gelenke beschränkt bleiben und sich mit Phasen starker Entzündung und Phasen schwacher Entzündung abwechseln. Dies nennt man einen schubartigen Verlauf. Ein Schub dauert typischerweise mehrere Wochen bis mehrere Monate. Zwischen den einzelnen Schüben lassen die Beschwerden nach.

Bei einigen Betroffenen beginnt die Erkrankung dagegen plötzlich, und innerhalb von Wochen oder Monaten werden sehr viele Gelenke auf einmal befallen. Durch die andauernde starke Entzündung kann es innerhalb kurzer Zeit zur rasch fortschreitenden Verformung und Versteifung bis hin zur völligen Unbeweglichkeit des betroffenen Gelenks kommen.

Glücklicherweise haben 85% bis 90% der Patienten milde bis mittelschwere Verläufe, aggressive Verlaufsformen kommen nur bei ca. 10% bis 15% der Erkrankten vor.2

Neben den entzündeten Gelenken können auch andere Organsysteme wie Blutgefäße, Herz, Lunge, Speichel- oder Tränendrüsen und Augen betroffen sein. Das zeigt, dass der ganze Körper in den Entzündungsprozess eingebunden ist. Man spricht daher bei der rheumatoiden Arthritis auch von einer systemischen Erkrankung, bei der das gesamte „System Körper“ in Mitleidenschaft gezogen wird.


Referenzen

  1. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
    „Was ist eine Rheumatoide Arthritis?“ http://mb.dgrh.de/rheumatoidearthritis.html