Therapie Rheumatoide Arthritis - Basismedikamente

Die RA kann heute medikamentös gut behandelt werden

Zu den wichtigsten Medikamenten bei der RA-Therapie gehören:

  • Basismedikamente (DMARDs; Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs), die langfristig den Verlauf der rheumatoiden Arthritis positiv beeinflussen
  • Kortison-Präparate, die die Entzündung hemmen
  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), die schmerzstillend und antientzündlich wirken
  • Bewährte Biologika, die gezielt in die biologischen Mechanismen der rheumatoiden Arthritis eingreifen
  • Zielgerichtete, systemische DMARDS (targeted systemic (tsDMARDs)), die ebenfalls gezielt bestimmte Moleküle hemmen und so in die biologischen Mechanismen der Rheumatoiden Arthritis eingreifen

Basismedikamente

An erster Stelle der Therapie

Der wichtigste Baustein der medikamentösen RA-Therapie sind, die Basismedikamente, die auf Empfehlung der aktuellen S2e-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), sofort nach Diagnosestellung verordnet werden.1

Basismedikamente beeinflussen langfristig den Verlauf der rheumatoiden Arthritis insgesamt günstig, indem sie das Fortschreiten der Erkrankung und den Funktionsverlust der Gelenke aufhalten oder zumindest verlangsamen. Im Unterschied zu den Schmerzmitteln, den nicht-steroidalen Antirheumatika, lindern Basismedikamente damit nicht nur die Beschwerden, sondern führen im günstigsten Fall zu einer Remission, also einer anhaltenden Rückbildung der Beschwerden und der Krankheitszeichen.

Man spricht daher von den „Disease Modifying Anti­Rheumatic Drugs“ (DMARDs), also Medikamenten, die über die Symptomlinderung hinaus wirksam sind und den Krankheitsverlauf modifizieren, also verändern.

Wie genau Basistherapeutika wirken, weiß man auch heute nur ansatzweise. Einige dieser Medikamente dämpfen das überreagierende Immunsystem. Fest steht jedoch, dass sie bei langjähriger Gabe die Krankheitsaktivität und die Knochenzerstörung vermindern.

Zur Gruppe der Basismedikamente gehören:

  • Methotrexat (MTX)
  • Azathioprin
  • Ciclosporin
  • Leflunomid
  • Sulfasalazin

Zu Beginn einer Therapie sollte Methotrexat (MTX) als erstes konventionelles synthetisches DMARD (conventional synthetic DMARD (csDMARD)) in Kombination mit Glukokortiokoiden (GC) gegeben werden. Bei Kontraindikation gegen MTX kann auch alternativ Leflunomid oder Sulfasalazin eingesetzt werden. Die GC-Therapie sollte auf einen Zeitraum von 3-6 Monaten beschränkt werden.

Ziel der Therapie ist das Erreichen einer Remission. Sollte das Therapieziel nicht erreicht werden, kann unter der Prämisse, dass keine ungünstigen Prognosefaktoren vorliegen und der Krankheitsverlauf moderat ist, eine Kombination aus mehreren csDMARDs eingesetzt werden.

Bei hoher Krankheitsaktivität und/oder dem Vorliegen ungünstiger Prognosefaktoren, sollte das Basismedikament mit einem Biologikum (bDMARD) oder mit einem zielgerichteten systemischen DMARD (tsDMARD) kombiniert werden.

Bei nicht ausreichendem Ansprechen auf eine Biologikatherapie sollte der Wechsel auf eine andere Biologikatherapie mit dem gleichen oder einem anderen Wirkmechanismus erfolgen oder auf ein tsDMARD.

Wird nach dem csDMARD mit einem tsDMARD begonnen, wird davon abgeraten ein weiteres tsDMARD bei Nicht-Ansprechen auszuprobieren und der Wechsel auf ein bDMARD empfohlen.

Kortision

Starke und schnelle Entzündungshemmung

Kortison wird von unserem Körper selbst gebildet und ist als Medikament gegeben der stärkste Entzündungshemmer, den es gibt. Kortison hat aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung auch in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis einen festen Platz.

Zudem wirkt Kortison nicht nur gegen die Entzündung, sondern beeinflusst auch den Krankheitsverlauf günstig und vermindert die Gelenkzerstörung. Die kurzfristige Gabe von Kortison wird daher heute gleich nach Diagnosestellung zusammen mit einem Basismedikament empfohlen.1

Da die Wirkung von Kortison schnell einsetzt, genügt eine niedrige Dosis als Tablette. Zudem sind damit die Nebenwirkungen auch nur gering. Schrittweise wird die Dosis dann reduziert, bis man Kortison ganz absetzt.

Bei sehr starken Beschwerden im akuten Schub kann der Arzt auch Kortison direkt ins betroffene Gelenk spritzen.

Richtig dosiert und nur kurzfristig eingenommen sind keine Nebenwirkungen unter einer Kortisontherapie zu erwarten.

NSAR helfen überbrückend bei sehr starken Schmerzen

Nicht-steroidale Antirheumatika, abgekürzt NSAR, sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, die kein Kortison (Steroid) enthalten, also kortisonfrei sind, daher der Name „nicht-steroidal“.

Im Unterschied zu den Basismedikamenten wirken NSAR nur symptomatisch: Sie hemmen zwar die Entzündung und lindern schnell den Schmerz, nehmen aber keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf und auch nicht auf die Gelenkzerstörung. Und zudem haben einige Patienten unter Einnahme der kortisonfreien Schmerz- und Entzündungshemmer Probleme mit dem Magen in Form von Übelkeit, Erbrechen bis hin zur Entwicklung eines Magengeschwürs.

NSAR sollten daher nur dann eingesetzt werden, wenn die Schmerzen sehr stark sind, und zeitlich begrenzt, bis die Wirkung der Basismedikamente einsetzt.

Zu den wichtigsten nicht-steroidalen Antirheumatika gehören:

  • Naproxen
  • Etoricoxib
  • Diclofenac
  • Ibuprofen
  • Coxibe

Referenzen

  1. Fiehn et al. 2018
    https://rd.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00393-018-0481-y.pdf