Rheumatoide Arthritis - Ernährung

Viel frisches Obst und Gemüse, gutes Öl, wenig Fleisch

Mit einer gesunden Lebensweise können Sie – auch mit einer chronischen Erkrankung wie der rheumatoiden Arthritis – erheblich dazu beitragen, das körperliche und seelische Wohlbefinden zu steigern.

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse

Die richtige Ernährung spielt dabei eine wesentliche Rolle, auch wenn es keine spezielle „Rheumadiät“ gibt, die die Behandlung mit Medikamenten ersetzt. Aber eine bewusste Ernährung kann einen wertvollen Beitrag leisten, um leistungsfähig und fit zu bleiben und die medikamentöse Behandlung positiv zu beeinflussen. Im Vordergrund stehen dabei

  • die Auswahl geeigneter Lebensmittel
  • eine ausreichende Zufuhr an knochenstärkendem Kalzium, um Knochenschwund (= Osteoporose) vorzubeugen
  • auf das Gewicht zu achten und Übergewicht abzubauen, um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten

Generell empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die so genannte Mittelmeerkost. Dazu gehören reichlich frisches Obst und Gemüse.

Der Verzehr von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft, also Fleisch und Wurstwaren sowie Milch und Milchprodukte sollte reduziert werden, denn darin ist reichlich Arachidonsäure enthalten.1 Aus der Arachidonsäure produziert der Körper entzündungsfördernde Botenstoffe, die die Beschwerden der rheumatoiden Arthritis verstärken können.

Fisch und Gemüse

Fisch und Gemüse

Daher

  • senken Sie Ihren Fleischkonsum: bereits mit zwei kleinen Fleischmahlzeiten pro Woche wird die maximal empfohlene Wochenmenge an Arachidonsäure erreicht
  • Verzichten Sie möglichst auf Eier
  • Verwenden Sie fettreduzierte Milchprodukte

Setzen Sie stattdessen mehr Fisch auf Ihren Speiseplan. Denn in Fischölen ist vor allem die Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) enthalten, die ein Gegenspieler der Arachidonsäure ist und eine entzündungshemmende Wirkung entfaltet. Empfehlenswert sind fettreiche Seefische wie Hering, Makrele, Lachs, Sardine oder Heilbutt, die besonders viel Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Einen entzündungshemmenden Effekt haben auch Alpha-Linolensäure und Vitamin E. Beide kommen reichlich in pflanzlichen Ölen, vor allem Raps-, Soja-, Lein- und Walnussöl vor.

Wichtig ist auch die Vorbeugung einer Osteoporose mit der entsprechenden Ernährung. Denn als RA-Patienten sind Sie durch die Entzündung selbst, die den Knochenaufbau unterdrückt, und die Kortisontherapie besonders gefährdet, eine Osteoporose zu entwickeln. Achten Sie daher darauf, ausreichend knochenstärkendes Kalzium (1 Gramm/Tag) aufzunehmen, am besten aus fettreduzierter Milch und fettreduzierten Milchprodukten (1,5 % Fettanteil) wie Quark, Joghurt und Käse.

Eine Tagesration Kalzium, also 1 Gramm, ist zum Beispiel enthalten in 2

  • 1 Becher Joghurt (150 g), 1 Glas Milch (200 ml), 1 Scheibe Emmentaler (40 g)
    oder
  • 1/2 l Milch, 2 Scheiben Gouda (60 g), 2 Scheiben Vollkornbrot, 200 g Brokkoli
    oder
  • 1 Portion Nudeln (100 g roh), 3 Esslöffel geriebener Parmesankäse, 1 Scheibe Tilsiter, 200 g Quark, 300 ml calciumreiches Mineralwasser

Wichtig für gesunde Knochen ist außerdem das Vitamin D, das der Körper bei ausreichender Bewegung an der frischen Luft selbst bildet. Wenn körperliche Aktivität im Freien nicht möglich ist, kann man auch ein Vitaminpräparat einnehmen. Am besten fragen Sie dazu Ihren Arzt/Ihre Ärztin.

Referenzen

  1. Deutsche Rheuma-Liga e.V. Bundesverband:
    Merkblatt 5.2 Ernährung bei Rheuma. 7. Auflage 2010
  2. Pohl K:
    Osteoporose und Ernährung: Knochenstarke Kost. Pharmazeutische Zeitung online, Beitrag erschien in Ausgabe 32/2009
    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=30550&type=0