Was ist Rheumatoide Arthritis?

Wenn die Gelenke dauerhaft entzündet sind

Die rheumatoide Arthritis, abgekürzt RA, ist eine dauerhafte (chronische) und fortschreitende entzündliche Gelenkerkrankung. Diese Entzündung führt dazu, dass die Gelenke druckempfindlich sind, schmerzen und anschwellen. Behandelt man diese chronische Entzündung nicht, schreitet sie weiter fort, und die entzündete Gelenkinnenhaut wuchert in den Knorpel und den benachbarten Knochen hinein. Eine unwiederbringliche Zerstörung des Gelenks und des Knochens mit Verformung und Versteifung bis hin zur völligen Unbeweglichkeit des betroffenen Gelenks können die Folgen sein.

Meist verläuft die Krankheit schubweise, ein Schub dauert typischerweise zwischen einigen Wochen bis Monaten. Zwischen den einzelnen Schüben lassen die Beschwerden nach.

Neben den Gelenkschmerzen können bei der RA auch andere Teile des Körpers wie die Sehnen und Sehnenscheiden, die in der Nähe der Gelenke liegen, sowie Augen, Blut­gefäße und auch innere Organe betroffen sein. Viele Patienten klagen zudem über allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung, Schwäche, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit, zusammengefasst als Fatigue bezeichnet.

Man spricht daher bei der Rheumatoiden Arthritis auch von einer systemischen Erkrankung, bei der das gesamte „System Körper“ in Mitleidenschaft gezogen wird, welche das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich einschränken kann.

Trotz der Fortschritte intensiver Forschungsarbeiten in den letzten Jahren ist noch nicht vollständig geklärt, wodurch die Entzündung im Gelenk ausgelöst wird. Jedoch ist eines sicher: Eine Überreaktion des Abwehrsystems (Immunsystem) unseres Körpers spielt eine sehr wichtige Rolle dabei.

Diese Überreaktion kann unter anderem ausgelöst werden durch Umwelteinflüsse wie Infektionskrankheiten und, bei entsprechender genetischer Vorbelastung, auch durch das Rauchen.1 Auch scheint die RA bei Patienten, die rauchen, schwerer zu verlaufen als dies bei Nichtrauchern der Fall ist und Raucher sprechen schlechter auf die Therapie an.3

Wer ist von der rheumatoiden Arthritis betroffen?

Jährlich erkranken durchschnittlich 25.000 Deutsche neu

Weltweit erkranken ca. 0,5 % bis 1 % der Bevölkerung an einer rheumatoiden Arthritis, die damit die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung ist.4 In Deutschland sind schätzungsweise 550.000 Menschen betroffen. Auf 100.000 Einwohner in Deutschland kommen circa 20-40 Neuerkrankungen pro Jahr. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.2,3

Referenzen

  1. Characteristics and risk factors of rheumatoid arthritis in the United States: an NHANES analysis Bei Xu and Jin Lin
  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).
    Rheuma in Zahlen, abgerufen am 01.08.2019.
  3. Deutsche Rheuma Liga (2018)
  4. Deutsche Rheuma Liga