Diagnostik Riesenzellarteriitis

Aufgrund der heterogenen Symptomatik sind in die initiale Diagnostik häufig viele verschiedene Facharztgruppen, wie Allgemeinmediziner, Ophthalmologen, Neurologen und Geriater involviert, die dann im besten Fall die Überweisung zum Rheumatologen vornehmen, welcher dann die dezidierte Diagnostik der RZA vornimmt.

Blutuntersuchungen

Blutsenkungsgeschwindigkeit - Blutuntersuchung bei Verdacht auf eine RZA

Blutsenkungsgeschwindigkeit -
Blutuntersuchung bei Verdacht auf eine RZA

Laborparameter wie der BSG- (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und CRP- (C-reaktives Protein) Wert liefern in der Diagnostik Informationen in Bezug auf das Ausmaß der Entzündung.

Der BSG-Wert misst die Sedimentationsrate der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut. Ein Wert von >30mm/Std gilt als erhöht. Der CRP-Wert misst den Wert des in der Leber gebildeten C-reaktiven Proteins. Ein Wert von >1mg/dl gilt als erhöht und ist ein Zeichen für eine Entzündung. Der Parameter hat eine höhere Spezifität als der BSG-Wert, idealerweise sollten aber dennoch beide Parameter zur Diagnosestellung bestimmt werden.

Bildgebende Verfahren

Die Bestätigung der RZA-Diagnose erfordert neben den Laborparametern auch eine bildgebende Untersuchung. Während die Temporalarterien-Biopsie, bei der eine Gewebeprobe der Arterie chirurgisch entnommen wird, in der Vergangenheit das Goldstandardverfahren darstellte, gelten mittlerweile nichtinvasive, bildgebende Verfahren (z.B. Farbduplexsonographie) als Mittel der ersten Wahl.1

Farbduplexsonographie RZA Befund bei RZA in der farbcodierten Duplex-Sonographie: Echoarmer Randsaum um die Arterie (Halo-Zeichen)

 

Neue bildgebende Verfahren wie die Farbduplexsonographie sind so zuverlässig, dass bei einem positiven Befund in Kombination mit den entsprechenden Laborparametern auf eine Biopsie verzichtet werden kann.In der Abbildung zu sehen ist das sogenannte Halo-Zeichen - eine schwarze Färbung um das farblich hervorgehobene Lumen eines Gefäßes. Das Halo-Zeichen wird durch eine verdickte Gefäßwand hervorgerufen. Ein positiver Befund macht die Diagnose einer RZA sehr wahrscheinlich, während ein negativer Befund sie nicht ausschließt. Neben der Farbduplex-Sonographie gibt es alternativ als bildgebende Verfahren auch noch die Positronenemissionstomographie (PET) und die Magnetresonanz-Angiographie sowie Tomographie (MRT).

Der Vorteil der PET liegt vor allem in der Möglichkeit einen Ganzkörperscan durchzuführen. PET wird v.a. für tiefliegende Arterien wie die Aorta und ihre großen Abgänge eingesetzt. Das PET wird häufig mit einer Computertomographie kombiniert (PET-CT). 

Die MRT ermöglicht eine detailierte Darstellung der Gefäßstruktur in beliebigen Körperregionen. Sie kann auch unterstützend in Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren eingesetzt werden und so z.B. die Aussagekraft einer Biospie erhöhen.

Referenzen

  1. Dejaco C, Ramiro S, Duftner C, et al.:
    EULAR recommendations for the use of imaging in large vessel vasculitis in clinical practice.
    Ann Rheum Dis 2018, doi:10.1136/annrheumdis-2017-212649