Rheumatische Erkrankung - Beruf

Rheuma und Arbeit

Rheuma und Arbeit

Berufstätig trotz rheumatischer Erkrankung?

Rheumatische Erkrankungen treten meist im jüngeren oder mittleren Lebensalter auf – also zu Beginn des beruflichen Weges oder mitten im Berufsleben. Dank der heutigen Therapie und hier insbesondere der Biologika ist eine Berufstätigkeit trotz der Erkrankung möglich und sind Frühberentungen deutlich seltener geworden. Das ist ein großer Fortschritt, denn (wieder) arbeiten zu können, ist für die meisten Betroffenen nicht nur wichtig für den Lebensunterhalt, sondern bedeutet zudem auch Unabhängigkeit, Anerkennung und Teilnahme am sozialen Leben.

Um im Beruf weiter aktiv sein zu können, gibt es für Patienten eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten durch die Arbeits- und Integrationsämter (ehemals: Hauptfürsorgestellen), die Rehabilitations-Träger und Berufsgenossenschaften.

Erfahrungsgemäß ist es am günstigsten, wenn man sich zuerst an eine neutrale Beratungsstelle wendet.1 Eine wichtige Anlaufstelle sind hier vor allem die regionalen Integrationsämter (Adressen unter www.integrationsaemter.de). Hier kann man seine individuelle Situation schildern und sich umfassend über verfügbare Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung und das geeignete Vorgehen beraten lassen.

Im zweiten Schritt sollte man das Gespräch mit dem Arbeitgeber bzw. Vorgesetzen suchen, um zusammen mit ihm ein Konzept zu erarbeiten, wie trotz der Erkrankung weiterhin der Beruf ausgeübt werden kann. Zudem beraten auch der Betriebsrat und der Betriebsarzt.

Zuständig für diese medizinischen, schulischen, berufsfördernden und sozialen Maßnahmen und Hilfen sind die gesetzliche Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit. Die Institution, bei der der Antrag zuerst gestellt wird, klärt, welche Institution zuständig ist und leitet den Antrag gegebenfalls weiter.

Ab einem GdB von 50 aufwärts (mittelgradige bis schwere Behinderung) stellt das Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis aus. Dieser ist mit besonderen Rechten und Ansprüchen im Arbeitsleben verbunden. Dazu gehören vor allem

  • ein erweiterter Kündigungsschutz
  • Anspruch auf zusätzlichen Urlaub
  • Kfz-Steuerermäßigung
  • Vergünstigungen bei Bus und Bahn
  • Zuschüsse für eine spezielle Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Vorgezogene Altersrente
  • Steuerfreibetrag bei Einkommen- und Lohnsteuer

Sollte ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 30 aber weniger als 50 festgestellt worden sein, kann man bei der Agentur für Arbeit einen Gleichstellungsantrag stellen.3 Damit erhält man im Berufsleben grundsätzlich den gleichen Status wie schwerbehinderte Menschen und kann vermeiden, dass ein Arbeitnehmer aufgrund seiner Behinderung den Arbeitsplatz verliert. Vorraussetzungen für eine Gleichstellung sind, dass der Arbeitsplatz oder der Wohnsitz in Deutschland liegt, und die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 18 Stunden beträgt.

Als Gleichgestellter genießt man ebenfalls gewisse Rechte im Berufsleben. Dazu gehören vor allem

  • ein erweiterter Kündigungsschutz
  • besondere Einstellungs-/Beschäftigungsanreize für Arbeitgeber durch Lohnkostenzuschüsse sowie Berücksichtigung bei der Beschäftigungspflicht
  • Zuschüsse für eine spezielle Ausstattung des Arbeitsplatzes

Gleichgestellte Menschen haben jedoch keinen Anspruch auf Zusatzurlaub, Vergünstigungen bei Bus und Bahn sowie die vorgezogene Altersrente.

Referenzen

  1. BIH Integrationsämter:
  2. Sozialverband VdK Deutschland e. V.:
  3. Bundesagentur für Arbeit: