Basismedikation - ANCA-assoziierte Vaskulitis

Methotrexat (MTX)

Methotrexat (MTX) ist eines der wichtigsten Medikamente bei rheumatischen Erkrankungen.

MTX dämpft das überschießende Immunsystem und stoppt damit die Entzündungen der Gefäße. Man nennt MTX daher auch ein Immunsuppressivum, also ein „Unterdrücker des Immunsystems“. Darüber hinaus wirkt MTX auch als Zytostatikum. Zytostatika sind „Zellstopper“ und hemmen das Zellwachstum und die Zellteilung, weswegen sie auch in der Tumortherapie eingesetzt werden.

MTX kann als Tablette gegeben werden, es kann auch unter die Haut (= subkutan; s. c.), seltener auch in die Vene (=intravenös; i. v.) oder in den Muskel (= intramuskulär, i. m.) verabreicht werden. Es wird im Regelfall einmal wöchentlich verabreicht.

Kortison

Kortison wird von unserem Körper selbst gebildet, und ist als Medikament einer der stärksten Entzündungshemmer, den wir kennen. Kortison ist aufgrund seiner sehr schnellen entzündungshemmenden Wirkung in der Behandlung von Vaskulitiden unverzichtbar.

In der Remissions-Induktionstherapie, durch die die Erkankung schnell unter Kontrolle gebracht und die Gefäßentzündung gebremst oder sogar gestoppt werden soll, erhält der Patient zunächst hochdosiertes Kortison zusammen mit einem immunsuppressiven Medikament.1

Während der anschließenden Therapie zum Erhalt der Remission wird die Kortison-Therapie in einer niedrigeren Dosis weitergeführt.1 Diese Dosis kann schrittweise reduziert werden, bis man Kortison ganz absetzt.

Cyclophosphamid

Cyclophosphamid ist ein sehr starkes Immunsuppressivum und deshalb bei schweren Verläufen der Vaskultis häufig das Medikament der ersten Wahl. Cyclophosphamid wird in der Regel als Stoßtherapie (Bolus) alle zwei bis drei Wochen intravenös verabreicht. Alternativ kann auch eine Tablette täglich gegeben werden.

Cyclophosphamid wirkt auch als Zytostatikum, so dass es ebenfalls bei vielen Tumorerkrankungen eingesetzt und allgemein als „Chemotherapie“ bezeichnet wird, was für viele Betroffene bedrohlich klingt.

Die oftmals gefürchteten Nebenwirkungen einer Chemotherapie – insbesondere der Haarausfall – treten unter der Therapie der Vaskulitiden mit Cyclophosphamid sehr selten auf. Zur Vermeidung von Langzeit-Nebenwirkungen wird Cyclophosphamid meist nur zur anfänglichen Therapie und nicht zum Erhalt der Krankheitskontrolle eingesetzt. Nach drei, spätestens jedoch nach sechs Monaten wird auf eine weniger intensive Therapie umgestellt.

Azathioprin und weitere Immunsuppressiva

Auch Azathioprin, Mycophenolatmofetil und Leflunomid sind Immunsuppressiva und unterdrücken damit das überschießende Immunsystem bei Vaskulitiden. Allen Medikamenten ist gemeinsam, dass ihre Wirkung etwas schwächer ist als die von Cyclophosphamid und erst nach einiger Zeit einsetzt. Sie werden daher meist in der zweiten Phase der Behandlung von Vaskulitiden zum Erhalt der Remission eingesetzt.

Referenzen

  1. S1 Leitlinie Z Rheumatol 2017 ・ 76 (Suppl 3):S77–S104
    https://doi.org/10.1007/s00393-017-0394-1