So wirken Immunsuppressiva

Voraussetzung für einen Transplantationserfolg sind Immunsuppressiva

Immunsuppressiva verhindern, dass ein Transplantat vom Immunsystem als fremd erkannt, attackiert und abgestoßen wird, indem sie die Reaktionen des Immunsystems abschwächen.

Immunsuppressiva sind nach einer Transplantation überlebenswichtig und müssen lebenslang regelmäßig eingenommen werden, damit das neue Organ möglichst lange gut funktioniert. Ohne immunsupprimierende Medikamente würde das Immunsystem des Transplantatempfängers das Spenderorgan mit einer Abstoßungsreaktion schädigen oder zerstören.

Ein Nachteil der immunsuppressiven Behandlung besteht darin, dass das Immunsystem generell gedämpft wird. Dies bedeutet auch, dass Krankheitserreger wie Bakterien und Viren oder abnorme Zellen, die zu Tumoren führen können, vom Immunsystem oft nicht mehr richtig erkannt und beseitigt werden können. Der Körper ist daher anfälliger für Infektionen aller Art und es besteht ein höheres Risiko, Krebs zu bekommen. Eine immunsuppressive Therapie muss deshalb mit großer Fachkenntnis durchgeführt werden, damit einerseits das Transplantat ausreichend geschützt und andererseits das Infektions- und Tumorrisiko so gering wie möglich gehalten wird. Oft werden verschiedene Immunsuppressiva in einer jeweils niedrigeren Dosierung kombiniert, um die Nebenwirkungen der Medikamente möglichst gering zu halten. So kann der Arzt für jeden Patienten individuell das beste Gleichgewicht von Wirkung und akzeptablen Nebenwirkungen erreichen.

Die vom behandelnden Arzt festgelegten Medikamente und deren Dosierung sollten nie eigenmächtig verändert werden. Wer dies trotzdem tut, riskiert, dass eine Abstoßungsreaktion stattfindet und das transplantierte Organ schlimmstenfalls zerstört wird.

Zu beachten ist auch, dass viele frei verkäufliche Medikamente gegen „banale“ Beschwerden wie Schnupfen oder Kopfschmerzen Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva aufweisen und deren Wirksamkeit herabsetzen können. Deshalb sollten nie Medikamente oder pflanzliche Präparate eingenommen werden, ohne dies vorher mit den betreuenden Transplantationsärzten besprochen zu haben. Sollten Nebenwirkungen auftreten, muss sofort Kontakt mit den behandelnden Transplantationsärzten aufgenommen werden.

Referenzen

Info Organtransplantation, Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V. abrufbar unter https://www.bgv-transplantation.de . Aufgerufen am 13.01.2020