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Leben nach der Organtransplantation

Die neue Freiheit mit Umsicht genießen

Das Leben nach der Transplantation

Vielleicht haben Sie eine jahrelange, schwere Erkrankung, zahlreiche Arztbesuche und Klinikaufenthalte oder eine mehrjährige Dialysebehandlung hinter sich. Nach der Transplantation beginnt ein neuer Abschnitt, der Ihnen – trotz regelmäßiger Kontrolluntersuchungen und medikamentöser Behandlung – eine deutlich bessere Lebensqualität beschert.
Damit das neue Organ möglichst lange und komplikationslos überleben kann, sind einige Maßnahmen erforderlich und bestimmte Regeln einzuhalten. Noch in der Klinik lernen Sie, welche Werte Sie selbst überwachen müssen, beispielsweise Blutdruck und Puls oder Flüssigkeitszufuhr und Urinausscheidung.

Es ist ganz wichtig, dass Sie die verordneten Medikamente regelmäßig und zuverlässig einnehmen. Bewährt hat sich ein kleines Tagebuch, in dem Art und Dosis der eingenommenen Medikamente und auch alle selbst kontrollierten Werte (Blutdruck etc.) notiert werden.


Bereits im Transplantationszentrum erfahren Sie, wann und wo die ersten Kontrolluntersuchungen stattfinden. In der Anfangsphase erfolgen diese Nachuntersuchungen in kurzen Abständen, später werden die Intervalle größer. Bei den Kontrollterminen werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, je nachdem, welches Organ bei Ihnen durch ein Transplantat ersetzt wurde:

  • Körperliche Untersuchung
  • Blutabnahme
  • Urinuntersuchung
  • Überprüfung der medikamentösen Therapie
  • Blutdruckkontrolle
  • Evtl. Ultraschalluntersuchung, Röntgen oder Kernspintomographie des Transplantats
  • Weitere apparative Untersuchungen können notwendig werden

In größeren Abständen werden auch andere Organe wie z.B. Augen, Zähne, Zahnfleisch und Knochen überprüft, um potenzielle Nebenwirkungen durch die eingenommenen Medikamente möglichst frühzeitig zu entdecken.

Bei Warnsymptomen zum Arzt

Die verordneten Immunsuppressiva sollen bewirken, dass Ihr Körper das Transplantat nicht als fremd erkennt und versucht, das transplantierte Organ abzustoßen. Dennoch kann es auch unter einer immunsuppressiven Therapie zu einer Abstoßungsreaktion kommen. Je früher diese erkannt wird, umso besser kann sie behandelt werden. Ihr Transplantationsteam wird Sie darüber informieren, bei welchen Symptomen Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren sollten. Warnsymptome können z.B. sein:

  • Temperaturerhöhung
  • Schmerzen im Bereich des Transplantats
  • Deutliche Abnahme der Urinausscheidung
  • Plötzlicher starker Anstieg der Blutdruckwerte
  • Gewichtszunahme
  • Atemnot
  • Wassereinlagerung in den Beinen

Auf Hygiene achten

Wer Immunsuppressiva einnimmt, ist vermehrt infektanfällig. Deshalb sollten Sie nach Ihrer Transplantation gerade in der Anfangszeit große Menschenansammlungen z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Kino oder Theater meiden. Dies bedeutet aber nicht, dass Sie dauerhaft auf Geselligkeit verzichten müssen!

Achten Sie bei der Lagerung von Lebensmitteln und beim Kochen auf Hygiene, um ein Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien möglichst zu verhindern.

Besprechen Sie mit dem Transplantationsteam, ob Sie Zimmerpflanzen oder ein Haustier halten dürfen. Wenn Sie gärtnern möchten: Fragen Sie, was bei der Gartenarbeit zu beachten ist.

Auf Sonnenschutz achten

Die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlung können die gesunden Hautzellen schädigen, die sich verändern und bösartig werden können. Das Immunsystem von Transplantionspatienten ist durch Immusuppressiva künstlich herunterreguliert, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern – aber auch Reparatur- und Abwehrmechnismen, die solche veränderten Zellen rechtzeitig erkennen, sind dadurch geschwächt. Organtransplantierte haben ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, als die Normalbevölkerung. Daher ist ein effektiver Sonnenschutz mit hohen Lichtschutzfaktoren (LSF 30-50) nicht nur auf Reisen außerordentlich wichtig, um das Hautkrebsrisko zu reduzieren.