Reisen und Mobilität nach der Transplantation

Einige Tipps für Ihren Urlaub

Eine Organtransplantation verbessert den Gesundheitszustand oft so, dass Betroffene wieder Autofahren dürfen und auch wieder Reisen möchten. Da nach einer Organtransplantation Immunsuppressiva eingenommen werden müssen, die die körperliche Abwehr gegen Krankheitskeime dämpft, sind bei der Urlaubsplanung einige Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Ausflüge und Urlaub in der näheren Umgebung sind risikoloser. Auslandsreisen bergen Gefahren für Transplantierte (hohe Sonnenstrahlung, vermehrtes Infektionsrisiko, mangelnde Notfallversorgung), sind aber mit guter Vorbereitung und mit gewissen Einschränkungen möglich.

Sie haben sich von der Transplantation gut erholt, jetzt freuen Sie sich auf Ausflüge und Reisen. Tatsächlich sind Sie mit Ihrem neuen Organ viel unabhängiger – ein paar Dinge sollten Sie bei der Urlaubsplanung allerdings bedenken.

Mit kürzeren Reisen anfangen

Bei aller Reiselust ist es besser, die eigene Belastbarkeit erst mit kürzeren Ausflügen und Reisen im Inland auszuloten, bevor Sie strapaziösere Reisen auf sich nehmen.

Gesundheitlich stabile Organtransplantierte dürfen im Allgemeinen Auto fahren – es sei denn, sie nehmen Medikamente ein, die ihre Reaktionszeit verlängern oder die müde machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie sich ans Steuer setzen dürfen. Egal, ob Sie mit dem eigenen Auto, mit dem Flugzeug, Bus oder Bahn verreisen: Machen Sie regelmäßig Pausen, strecken Sie sich und “vertreten Sie sich die Beine”.

Vorsicht bei Auslandsreisen nach Transplantation

Mit einer Auslandsreise sollten Sie warten, bis etwa ein Jahr nach der Organübertragung vergangen ist. Auch dann sind bestimmte Vorkehrungen notwendig, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Bedenken gegen eine Flugreise bestehen.

Günstig ist es, wenn Sie ein Urlaubsland anpeilen, in dem ebenfalls Transplantationen vorgenommen werden, wo man also Fachkenntnisse über den Umgang mit Transplantierten besitzt. Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich vergewissern, dass Sie kurzfristig einen Rückflug buchen können, falls es Ihnen nicht gut geht. Nehmen Sie Informationen über Ihre Transplantation mit, z.B. in Form von Arztbriefen.

Überlegen Sie sich gut, ob Sie in ein exotisches Land oder in weniger entwickelte Staaten reisen möchten. Hier kann die Infektionsgefahr und damit das Gesundheitsrisiko höher sein (z.B. durch verunreinigtes Wasser oder Insektenstiche). Falls spezielle Impfungen nötig sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, denn nicht alle Impfungen sind erlaubt. Beispielsweise darf nach einer Lebertransplantation kein Lebendimpfstoff (z.B. Gelbfieber) verabreicht werden. Selbst wenn Sie alle vorgeschriebenen Impfungen durchführen lassen, kann es allerdings sein, dass es aufgrund der immunsuppressiven Behandlung zu keinem ausreichenden Impfschutz kommt. Auch prophylaktische Medikamente wie Malariatabletten können möglicherweise nicht ausreichend wirken oder nicht mit Ihren anderen Medikamenten kombinierbar sein.

Erkundigen Sie sich vor der Reise unbedingt bei Ihrer Krankenversicherung, ob automatisch eine Auslandsversicherung besteht oder ob Sie eine Zusatzversicherung benötigen.

Tipps für einen erfolgreichen Urlaub

  • Nehmen Sie immer genügend Medikamente für die gesamte Reise mit, am Urlaubsziel bekommen Sie vielleicht keinen „Nachschub“.
  • Packen Sie Ihre Medikamente ins Handgepäck – Ihr Koffer könnte verloren gehen. Vergessen Sie Ihren Medikamentenpass nicht.
  • Nehmen Sie bequeme Schuhe mit und gehen Sie am Strand nicht barfuß, da Keime durch kleine Verletzungen z.B. durch scharfkantige Muschelschalen in den Körper eindringen können.
  • Auch im Urlaub ist Hygiene sehr wichtig. Baden Sie nur in hygienisch unbedenklichen Gewässern und duschen Sie anschließend.
  • Denken Sie an einen Hut und Sonnenschutzmittel bzw. Sunblocker – immunsuppressive Medikamente können die Haut gegenüber UV-Strahlen sehr empfindlich machen.
  • Schützen Sie sich vor Insektenstichen.
  • Essen Sie am Urlaubsort Obst nur gewaschen und/oder geschält.
  • Vermeiden Sie Speiseeis und mit Eiswürfeln gekühlte Getränke.

Referenzen

Info Organtransplantation. Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz https://www.bgv-transplantation.de/danach.html Abgerufen am 16.01.2020

Transplantation: Urlaub und Autofahren. Beta Institut gemeinnützige GmbH. https://www.betanet.de/transplantation-urlaub-und-autofahren.html Abgerufen am 16.1.2020