Sport nach der Transplantation

Bewegung macht fit und sorgt für gute Laune

Sport und Bewegung gehören zu einer gesunden Lebensführung mit dazu. Auch nach einer Organtransplantation können und sollten Patienten sich wieder sportlich betätigen, sobald die Operationswunden gut verheilt sind. Eine gründliche sportmedizinische Untersuchung und Beratung durch den betreuenden Arzt sind vorher notwendig. Wandern, Walking, Radfahren und andere Ausdauersportarten sind für Transplantierte besonders geeignet. Sportarten, bei denen Sie mit Schlägen oder Verletzungen rechnen müssen, wie Kampfsport oder manche Ballsportarten sind nach einer Organverpflanzung weniger geeignet. Auch von kraftintensivem Sport wie Gewichtheben wird Transplantierten eher abgeraten.

Sport nach einer Organtransplantation? Ja, bitte! Auch wenn Sie vor der Transplantation vielleicht inaktiv waren: Nach der Operation sollten Sie mit körperlichem Training beginnen. Es wird Ihrem Körper und Ihrer Laune guttun. Sport und Bewegung in einer netten Gruppe macht Spaß und wenn Sie merken, wie Ihre Belastbarkeit zunimmt, steigt garantiert auch Ihr Selbstbewusstsein. Von den vielen gesundheitlichen Vorteilen, die Sport mit sich bringt, einmal ganz abgesehen!

Sportlicher Neuanfang

Vielleicht haben Sie lange keinen Sport mehr getrieben, weil Sie aufgrund Ihrer Erkrankung keine Energie dazu hatten. Doch jetzt, nach der Transplantation, ist die Situation anders und es ist nie zu spät, mit Sport zu beginnen. Können Sie nun wieder Treppen steigen? Wunderbar, lassen Sie den Lift sausen! Auch ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft ist ein guter Anfang in eine neue Sportlichkeit und macht Ihnen Lust auf mehr Bewegung.

Suchen Sie sich eine Sportart aus, die zu Ihrem Fitnesszustand passt und die Ihnen wirklich Freude macht, denn nur so werden Sie Ihr Trainingsprogramm dauerhaft durchhalten. Bewegen Sie sich gerne im Freien oder lieber drinnen? Allein, mit anderen oder unter Anleitung eines Trainers? Wann passt Sport in Ihren Tagesablauf?

Warum Sport auch für Organtransplantierte gesund ist

Körperliche Aktivität und Sport haben so viele Vorteile zu bieten, dass Sie darauf nicht verzichten sollten:

  • Sport steigert Muskelkraft und Ausdauer und verbessert Koordination und Flexibilität.
  • Die Knochendichte wird positiv beeinflusst. Dies ist besonders wichtig, da für Transplantierte aufgrund ihrer Erkrankung und der Behandlung ein erhöhtes Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) besteht.
  • Sport kann Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit und sogar Depressionen vorbeugen.
  • Mit zunehmender körperlicher Leistungsfähigkeit steigt Ihr Selbstvertrauen und Ihr Selbstwertgefühl.
  • Entscheiden Sie sich für Training in der Gruppe, lernen Sie nette Menschen und Gleichgesinnte kennen.
  • Bewegung macht Spaß und gute Laune.

Erst zum Arzt, dann zum Sport

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem betreuenden Arzt und lassen Sie sich gründlich untersuchen, bevor Sie sich für eine bestimmte Sportart entscheiden und mit dem Training beginnen. Der Arzt kann Sie dann bei der Auswahl einer für Sie geeigneten Sportart beraten. Er kann Ihnen vielleicht auch Ansprechpartner für Sportgruppen bzw. Sporttherapeuten nennen. Eine volle sportliche Betätigung ist in der Regel etwa 6 Monate nach der Transplantation möglich. Vorausgesetzt, es liegen weder Knochenprobleme noch eine laufende Abstoßungsreaktion vor und Ihre Blutdruckwerte sind in Ordnung.

Die „passende“ Sportart

Für Organtransplantierte sind grundsätzlich Ausdauersportarten geeignet, beispielsweise:

  • Radfahren
  • Wandern
  • Gymnastik
  • Schwimmen (in hygienisch überwachten und nicht zu kalten Gewässern)
  • Walking, Laufen und Joggen (wenn Sie keine Knochen- oder Gelenkprobleme haben)
  • Gymnastik
  • Ski Langlauf

Auf manche Sportarten sollten Sie lieber verzichten, da das Verletzungsrisiko zu groß oder die Belastung zu hoch sind, beispielsweise:

  • Kampfsport
  • Hochsprung
  • Gewichtheben
  • Trampolinspringen

Falls Sie länger keinen Sport mehr getrieben haben, sollten Sie sich von einem erfahrenen Sporttherapeuten Ihr Trainingsprogramm zusammenstellen lassen. Er kann auch darauf achten, dass Sie die Übungen richtig ausführen. Gerade in den ersten Wochen des ungewohnten Trainings kommt es darauf an, dass Sie die Wahrnehmung für Ihre eigenen Körperreaktionen schulen. Überfordern Sie sich nicht und muten Sie sich keine Höchstleistungen zu! Bei allen Übungen sollten Sie noch in der Lage sein, sich zu unterhalten.

Referenzen

Info Organtransplantation. Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz https://www.bgv-transplantation.de/danach.html Abgerufen am 14.01.2020