Herztransplantation

Wieder leistungsfähig nach der Organverpflanzung

Herz

Das Herz versorgt den Körper und die Organe mit Blut, so dass Sauerstoff und Energie für alle lebenswichtigen Funktionen zur Verfügung stehen. Kann das Herz diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen, entsteht rasch eine bedrohliche Situation. Mit Medikamenten und anderen Therapieverfahren kann das Herzversagen behandelt werden. Manchmal nimmt die Herzschädigung trotz aller ärztlichen Bemühungen zu, so dass die Möglichkeit einer Herztransplantation in Betracht gezogen werden muss. Mit einem Kunstherz kann in Einzelfällen die Zeit bis zu einer Transplantation überbrückt werden, eine dauerhafte Lösung ist es allerdings nicht: Die heute zur Verfügung stehenden künstlichen Herzen haben eine maximale Funktionsdauer von 2 bis 3 Jahren.

Wenn alle konventionellen Möglichkeiten zur Behandlung eines Herzversagens ausgeschöpft sind, kann eine Herztransplantation das Leben des Patienten retten. Aber nicht nur das: Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt nach der Transplantation zu und viele Patienten können ihren Beruf wieder ausüben und ein aktives Leben führen.

Wann ist eine Herztransplantation erforderlich?

Eine Herztransplantation kommt bei schwerem Herzversagen in Betracht, wenn der Patient schon ohne körperliche Belastung, z.B. beim Sitzen, Liegen oder Stehen starke Beschwerden hat, die sich bei leichter Belastung verstärken. Ein schweres Herzversagen kann durch unterschiedliche Erkrankungen ausgelöst werden, beispielsweise durch:

  • Verschiedene Formen der Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
  • Erkrankung der Herzkranzgefäße
  • Herzklappenfehler
  • Angeborene Herzkrankheiten

Vor der Aufnahme in die Warteliste für die Herztransplantation sind umfangreiche Untersuchungen nötig. Transplantiert werden können Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zum Alter von etwa 65 Jahren, vorausgesetzt, es steht ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung und der herzkranke Patient hat keine anderen schweren Grunderkrankungen.

Die Kriterien für eine Herzverpflanzung sind recht streng: So wird u.a. gefordert, dass Spender und Empfänger in ihrer Körpergröße etwa übereinstimmen, damit es zu keinem Missverhältnis zwischen der Pumpleistung des „neuen“ Herzens und der Größe des Empfängers kommt.

Prinzip der Herztransplantation

Ein entnommenes Spenderherz ist nur wenige Stunden transplantierbar, deshalb müssen Kandidaten für eine Herztransplantation rund um die Uhr telefonisch erreichbar sein. Die Vorbereitung des Transplantatempfängers geschieht möglichst rasch – schon innerhalb einer Stunde nach Aufnahme in das Krankenhaus muss der Patient in den Operationssaal gebracht werden.

In der Regel wird das kranke Herz des Patienten unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine entnommen und das Spenderherz genau an die Stelle des erkrankten Herzens implantiert.

Bei bestimmten Erkrankungen, die zu einer Schädigung von Herz und Lungen geführt haben, kann auch eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation durchgeführt werden.

Wie geht es nach einer Herztransplantation weiter?

Herztransplantationen bleiben Patienten mit schwersten Herzerkrankungen vorbehalten. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland insgesamt 297 Herztransplantationen vorgenommen 1.

Nach einer Herztransplantation verbleiben die Patienten meist mehrere Wochen in postoperativer klinischer Behandlung und werden später in einer kardiologisch ausgerichteten Reha-Klinik in einem Anschlussheilverfahren weiterbetreut. Um die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, wird Patienten nach einer Herztransplantation ein spezielles Trainingsprogramm angeboten. Viele Patienten können nach einer Herztransplantation wieder ihren Beruf ausüben.

Wie nach jeder Organtransplantation sind auch nach einer Herztransplantation einige Maßnahmen erforderlich: regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die zuverlässige Einnahme der verordneten Medikamente, insbesondere der Immunsuppressiva, und die Beachtung von Hygieneregeln.

Referenzen

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Ohne Transplantationen nach Lebendspende, ohne Dominotransplantationen. Deutsche Stiftung Organtransplantation. Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 23.10.2017