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Spenderorgane werden dringend benötigt

Organspendeausweis

Der Transplantationschirurgie werden durch den Mangel an geeigneten Spenderorganen enge Grenzen gesetzt: Der Bedarf an Transplantaten übersteigt die Zahl der gespendeten Organe bei weitem: Rund 8.000 Dialysepatienten warten in Deutschland auf eine Nierentransplantation.
Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Transplantation beträgt etwa sechs bis sieben Jahre.1

Die meisten Organspenden stammen von Verstorbenen. In einigen Fällen kommt auch eine Lebendspende in Frage, beispielsweise ist unter bestimmten Voraussetzungen die Spende einer Lebendniere unter Verwandten möglich. Das 1997 von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Transplantationsgesetz regelt die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen, die nach dem Tod oder zu Lebzeiten gespendet werden.

Im Gegensatz zu Organen werden Gewebe – wie z.B. Knochen, Sehnen, Bindegewebe, Augenhornhäute oder Herzklappen – nicht unmittelbar nach der Entnahme transplantiert, sondern zunächst in sogenannten Gewebebanken aufbereitet und konserviert.
Das Gewebegesetz (die genaue Bezeichnung lautet: Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und Zellen) von 2007 legt Qualitäts- und Sicherheitsstandards für die Spende, Beschaffung, Testung, Verarbeitung, Konservierung, Lagerung und Verteilung von menschlichen Geweben und Zellen fest.

Organspende von Verstorbenen

Bei der Organspende von Verstorbenen handelt es sich um Spenderorgane von Verstorbenen, deren Hirntod durch zwei unabhängige Ärzte festgestellt wurde, und bei denen eine Zustimmung zur Organentnahme vorlag. Organspendeausweise sind in vielen Arztpraxen und Apotheken erhältlich. Der Ausweis kann aber auch bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung bestellt oder heruntergeladen werden.

Bis zur Entnahme der Organe wird der Kreislauf des Verstorbenen maschinell aufrechterhalten, damit die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Nach umfangreichen Untersuchungen werden die Organe entnommen. Die Vermittlungsstelle Eurotransplant vermittelt die gespendeten Organe an geeignete Empfänger. Die entnommenen und konservierten Organe werden in die betreffenden Transplantationszentren gebracht und dort transplantiert.

Lebendorganspende

Die Lebendspende von Organen ist möglich unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, unter Ehepartnern, eingetragenen Lebenspartnern, Verlobten oder zu Gunsten anderer Personen, die dem Spender in persönlicher Verbundenheit offenkundig sehr nahe stehen. Am ehesten kommt die Niere für eine Lebendspende in Frage, da jeder Mensch zwei Nieren besitzt und die normale Funktion mit nur einem Organ aufrechterhalten werden kann.

Lebendspende Niere: Die Transplantation einer Lebendspender-Niere hat für den Empfänger verschiedene Vorteile:

  • Kürzere Wartezeit, da sich Angehörige oft relativ schnell zur Spende entschließen
  • Geplante Operation zum optimalen Zeitpunkt
  • Kurze Übergangszeit des Organs vom Spender zum Empfänger
  • Häufig längere Funktionsfähigkeit des transplantierten Organs

Lebendspende Leber: Weil die Leber eine hohe Regenerationsfähigkeit hat, besteht die Möglichkeit, einen Leberlappen bei einem gesunden Spender zu entnehmen und auf einen Leberkranken zu transplantieren. Dieses Verfahren kommt für Kinder (Spende des linken Leberlappens) und unter bestimmten Voraussetzungen auch für Erwachsene in Frage (Spende des rechten Leberlappens) in Betracht. Unter günstigen Voraussetzungen kann dieser Teil der Leber im Körper des Kindes zu einem funktionstüchtigen Organ heranwachsen. Die Leber des Spenders gleicht den Gewebeverlust durch Nachwachsen aus.

Lebendspende Bauchspeicheldrüse: In seltenen Fällen kommt auch die Lebendspende eines Teils der Bauchspeicheldrüse in Frage, wobei das gespendete Gewebe nicht nachwächst.

Die Entscheidung für oder gegen eine Lebendspende muss sehr gut überlegt sein und ohne jeden Druck von außen fallen. Das wird vor einer Organentnahme durch eine Gutachterkommission geprüft.

Referenzen

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 06.11.2017