Lebertransplantation

Lebendspenden mildern Organ-Engpass

Die Leber

Die 1500 bis 2000 g schwere Leber ist das wichtigste Organ für den Abbau stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Stoffe (Entgiftung). Darüber hinaus reguliert sie den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel und dient der Gallenbereitung und ‑ausscheidung.

Kann die Leber ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen, hilft oft nur eine Transplantation, um sicherzustellen, dass die Leber ihre Aufgaben wieder wahrnehmen kann. Doch die Zahl der Patienten auf der Warteliste übertrifft bei weitem die Zahl der gespendeten Organe. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kommt auch eine Lebendspende in Frage. So kann z.B. ein Vater einen Teil seiner Leber für sein krankes Kind spenden.

Wann ist eine Lebertransplantation erforderlich?

Durch verschiedene Erkrankungen und Vergiftungen kann die Leber so schwer geschädigt werden, dass sie ihre Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Irreversible, transplantationspflichtige Leberschäden können hervorgerufen werden durch:

  • Leberzirrhose (toxisch oder infektiös)
  • Angeborene Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen
  • Lebertumore
  • Erkrankungen, die zu einem Gallenstau in der Leber führen
  • Akutes Leberversagen (z.B. durch Vergiftungen oder Unverträglichkeiten, die die Leber innerhalb von Stunden bis Tagen schwer schädigen können)

Patienten, bei denen eine Lebertransplantation erwogen wird, müssen sich umfassenden Voruntersuchungen unterziehen. Wenn Patient und Ärzte sich für eine Organtransplantation entscheiden, wird der Patient in die Warteliste aufgenommen und der Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet.

Prinzip der Lebertransplantation

Eine Leber, die von einem Spender stammt, muss innerhalb kürzester Zeit transplantiert werden. Der Eingriff ist technisch aufwändig und kann bis zu 8 Stunden dauern.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch z.B. ein gesunder Verwandter einen Teil seiner Leber für den Patienten spenden (Split-liver-Transplantation).

Für die Operation ist ein Oberbauchschnitt erforderlich, durch den die erkrankte Leber entfernt wird. Anschließend setzt der Transplantationschirurg die Spenderleber ein und verbindet die Blutgefäße sowie den Gallengang mit dem neuen Organ.

Nach der Operation verbringt der Patient ein paar Tage auf der Intensivstation, wo er besonders sorgfältig überwacht wird.

Wie geht es nach der Lebertransplantation weiter?

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 826 Lebertransplantationen mit Spenderorganen von Verstorbenen durchgeführt, in 50 Fällen wurden Teillebertransplantationen nach einer Lebendspende vorgenommen 1.

Nach einer Lebertransplantation müssen Patienten bestimmte Hygienevorschriften einhalten und benötigen eine Behandlung mit Immunsuppressiva und anderen Medikamenten sowie regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen.

Referenzen

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 23.10.2017