Lebertransplantation

Lebendspenden mildern Organ-Engpass

Die Leber ist nicht nur ein Entgiftungsorgan sondern verwertet und speichert Nährstoffe, die vom Darm in die Blutbahn aufgenommen wurden. Bei irreversiblem Funktionsverlust der Leber ist eine Lebertransplantation notwendig. Die Überlebenschance nach einer Lebertransplantation ist sehr gut. Dank moderner Immunsuppressiva kommt es heutzutage seltener zu behandlungsbedingten Leberschäden.

Die 1500 bis 2000 g schwere Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan. Sie baut stoffwechseleigene und stoffwechselfremde Stoffe ab, zum Beispiel sortiert sie alte Blutkörperchen aus. Darüber hinaus reguliert sie den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel und dient der Gallenbereitung und ‑ausscheidung.

Die Funktionen der Leber sind so lebenswichtig, dass wir ohne sie innerhalb von Stunden versterben würden. Kann die Leber ihre Funktion nicht mehr ausreichend wahrnehmen, hilft oft nur eine Transplantation. Doch die Zahl der Patienten auf der Warteliste übertrifft bei weitem die Zahl der gespendeten Organe.

Lebendspenden mildern Organ-Engpass

Das besondere an der Leber ist ihre Regerationsfähigkeit. Wird ein Teil der Leber entfernt, kann es nachwachsen. Ein transplantiertes Teilstück der Leber, z.B. einer der Leberlappen kann schon die Funktion einer versagenden Leber hinreichend ersetzen. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kommt daher auch eine Lebendspende in Frage. So kann z.B. ein Vater einen Teil seiner Leber für sein krankes Kind spenden.

Wann ist eine Lebertransplantation erforderlich?

Bei manchen Lebererkrankungen im fortgeschrittenen Stadium oder bei einem plötzlich auftretendem Leberversagen ist eine Lebertransplantation erforderlich. Auch durch Vergiftungen (u.a. mit Paracetamol) kann die Leber so schwer geschädigt werden, dass sie ihre Funktionen nicht mehr erfüllen kann.

Irreversible, transplantationspflichtige Leberschäden können hervorgerufen werden durch:

  • Leberzirrhose (infektiös oder toxisch)
  • Angeborene Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen
  • Lebertumore
  • Erkrankungen, die zu einem Gallenstau in der Leber führen
  • Akutes Leberversagen (z.B. durch Vergiftungen oder Unverträglichkeiten, die die Leber innerhalb von Stunden bis Tagen schwer schädigen können)

Früher waren Hepatitis B und C für viele Fälle von Leberzirrhose und -versagen verantwortlich. Durch neue direkt wirksame antivirale Medikamente, können heute die meisten Patienten mit einer chronischen, durch Hepatitis-Viren ausgelösten Lebererkrankung geheilt werden. Geschieht dies rechtzeitig, ist für sie keine Transplantation aufgrund von Langzeitschäden notwendig.

Patienten, bei denen eine Lebertransplantation erwogen wird, müssen sich umfassenden Voruntersuchungen unterziehen. Wenn Patient und Ärzte sich für eine Organtransplantation entscheiden, wird der Patient in die Warteliste aufgenommen und der Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet.

Prinzip der Lebertransplantation

Eine Leber, die von einem Spender stammt, muss innerhalb kürzester Zeit transplantiert werden. Der Eingriff ist technisch aufwändig und kann bis zu 8 Stunden dauern.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch z.B. ein gesunder Verwandter einen Teil seiner Leber für den Patienten spenden (Split-liver-Transplantation).

Für die Operation ist ein Oberbauchschnitt erforderlich, durch den die erkrankte Leber entfernt wird. Anschließend setzt der Transplantationschirurg die Spenderleber ein und verbindet die Blutgefäße sowie den Gallengang mit dem neuen Organ.

Nach der Operation verbringt der Patient ein paar Tage auf der Intensivstation, wo er besonders sorgfältig überwacht wird.

Wie geht es nach der Lebertransplantation weiter?

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 776 Lebertransplantationen durchgeführt und zusätzlich etwa 50 Teillebertransplantationen nach einer Lebendspende.1

Nach einer Lebertransplantation müssen Patienten wie alle organtransplantierten Menschen bestimmte Hygienevorschriften einhalten und benötigen eine Behandlung mit Immunsuppressiva und anderen Medikamenten sowie regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Besonders die Funktion der Niere muss engmaschig kontrolliert werden, da sie durch die medikamentöse Behandlung geschädigt werden kann.

Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten einer Lebertransplantation sind ermutigend und haben sich in den letzten Jahren durch medizinische Fortschritte ständig verbessert. Die Einhaltung des Therapieplans trägt in großem Maße zum Erfolg bei. Ein Jahr nach einer Lebertransplantation funktionieren durchschnittlich noch fast 75% der Organe, nach fünf Jahren sind es noch etwa 55%.2

Referenzen

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 16.01.2020
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
    Abrufbar unter: organspende-info.de Aufgerufen am 09.03.2020