Nierentransplantation

Hoffnung für Patienten mit chronischem Nierenversagen

Nieren © Sebastian Kaulitzki fotolia.com

Patienten mit chronischem Nierenversagen können mit Hilfe der Dialyse viele Jahre überleben. Da die „künstliche Niere“ aber nur einen Teil der Aufgaben einer gesunden Niere übernehmen kann, sind viele Dialysepatienten in ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erheblich eingeschränkt.

Fast alle Menschen haben zwei Nieren, die rechts und links neben der Wirbelsäule liegen. Die gesunde Niere ist nicht nur ein effektives Ausscheidungsorgan, das Blut reinigt und filtert. Sie kontrolliert auch die Salz- und Wasserausscheidung, trägt zum Säure-Basen-Gleichgewicht des Blutes bei, produziert Hormone (die z.B. die Bildung roter Blutkörperchen anregen), reguliert den Blutdruck und beeinflusst die Knochenbildung.

Wann ist eine Nierentransplantation erforderlich?

Verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass die Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Dazu zählen u.a. entzündliche Nierenerkrankungen, Diabetes, angeborene Zystennieren, bei denen immer mehr funktionstüchtiges Nierengewebe zugrunde geht, aber auch Infektionen, Gifte oder Medikamentenmissbrauch.

Alle diese Erkrankungen bzw. Zustände können zu einem Nierenversagen führen: Der Körper wird mit giftigen Stoffwechselabbauprodukten überschwemmt, was sich für den Betroffenen durch Leistungsminderung und Schwäche, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bluthochdruck und viele andere unangenehme Symptome bemerkbar macht. Ein totales Nierenversagen erfordert eine künstliche Blutwäsche (Dialyse), mit deren Hilfe überflüssiges Wasser und Toxine aus dem Körper entfernt werden.

Was passiert bei Nierenversagen?

Bei vielen Patienten lässt sich das Nierenversagen nicht beheben, sie sind dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Die Dialyse kann aber nur schädliche Stoffwechselprodukte entfernen, nicht jedoch andere Aufgaben der Niere wie z.B. die Hormonbildung übernehmen. Deshalb ist die Leistungsfähigkeit von Dialysepatienten deutlich herabgesetzt – von der Belastung durch die mehrmals wöchentlich notwendige Blutwäsche einmal ganz abgesehen. Die meisten Dialysepatienten hoffen daher auf eine Spenderniere, die ihnen mehr Unabhängigkeit und eine deutlich bessere Lebensqualität bringt.

Prinzip der Nierentransplantation

Vor einer Nierentransplantation sind zahlreiche Untersuchungen und Gespräche notwendig. Der Patient wird in eine Warteliste eingetragen und der internationalen Stiftung Eurotransplant gemeldet, die Spenderorgane vermittelt.

Ist ein passendes Spenderorgan gefunden, wird der Empfänger benachrichtigt und im Transplantationszentrum noch einmal gründlich untersucht.

Für die Operation ist eine Vollnarkose erforderlich. Der Chirurg legt im seitlichen Unterbauch einen etwa 20 cm langen Schnitt an und bringt die neue Niere in den Unterbauch ein. Die Spenderniere wird mit den Beckengefäßen des Empfängers und der Harnleiter mit der Blase des Empfängers verbunden. In den meisten Fällen nimmt die transplantierte Niere noch während der Operation ihre Funktion auf.

Die nicht mehr funktionstüchtigen Nieren des Patienten werden üblicherweise im Körper belassen.

Erfolgsaussichten

Nierentransplantationen zählen zu den erfolgreichsten Organtransplantationen. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland insgesamt 1.497 Nieren transplantiert 1.

Nach den Angaben der „Deutschen Stiftung Organtransplantation“ funktionieren 5 Jahre nach der Transplantation 87,5% der transplantierten Nieren, wenn sie von einem Lebendspender stammen. Nach der Verpflanzung von Organen verstorbener Spender beträgt dieser Wert 70,9%. Insgesamt liegt die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsrate nach Nierentransplantation in Deutschland bei 74,3% 2.

Empfänger von Lebendspenden haben seltener Abstoßungsreaktionen, die Transplantatfunktion ist besser und das gespendete Organ überlebt länger als eine Niere von Verstorbenen.

Referenzen

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Ohne Transplantationen nach Lebendspende, ohne Dominotransplantationen. Deutsche Stiftung Organtransplantation. Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 23.10.2017
  2. Deutsche Stiftung Organtransplantation
    Abrufbar unter: www.dso.de Aufgerufen am 23.10.2017