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Zielgerichtete Therapie: Angiogenese-Hemmer

Angiogenese-Hemmung: Aushungern des Tumors

Wenn im Körper neue Blutgefäße entstehen, sprechen Mediziner von Angiogenese. Der Begriff leitet sich aus den altgriechischen Bezeichnungen für Gefäß (Angio) und Entstehung (Genese) ab. Die Angiogenese hat auch für die Tumoren eine wichtige Bedeutung. Sie bestehen aus Zellen, die – wie alle anderen Zellen im Körper – auf die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen sind. Der Tumor benötigt ab einer gewissen Größe eigene Blutgefäße, um Sauerstoff und Nährstoffe für sein weiteres Wachstum zu erhalten. Er sendet dann Wachstumsfaktoren aus, deren Adressaten die Blutgefäße sind. An der Oberfläche der Blutgefäße befinden sich spezielle Antennen, die Signale empfangen – sogenannte Wachstumsrezeptoren. Diese leiten das Signal zum Wachsen in die Zelle weiter.

Der Angiogenese-Hemmer fängt die Wachstumsfaktoren des Tumors ab, sodass sie von den Antennen der Blutgefäße nicht mehr aufgenommen werden können. Daraufhin wird die Produktion neuer Blutgefäße gestoppt. Bereits vorhandene Blutgefäße bilden sich zurück und der Tumor „verhungert“. Dieses Wirkprinzip nennen Wissenschaftler Anti-Angiogenese.

Was passiert nun mit den einzelnen Tumorzellen? Durch die modernen Wirkstoffe werden die Andockstellen (Rezeptoren) und mit ihnen die Enzyme, die innerhalb und außerhalb der Zelle die Signale weiterleiten, gehemmt.

Das bedeutet konkret für die einzelne Tumorzelle:

  • Sie hört auf, sich weiter zu teilen und auszubreiten.
  • Sie kann sich nach der Chemotherapie oder Bestrahlung kaum oder überhaupt nicht mehr erholen.
  • Sie ist in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und verliert zunehmend die Fähigkeit, in benachbartes Gewebe einzudringen. Die Bildung von Tochtergeschwulsten bzw. Absiedlungen (Metastasen) wird vermindert.
  • Der programmierte Zelltod (Apoptose) wird gefördert und die Tumorzelle stirbt ab.
Die Wachstumsfaktoren besetzen die Rezeptoren der Blutgefäße.

Der Wachstumsfaktor VEGF besetzt die Rezeptoren der Blutgefäße.

Der Angiogenese-Hemmer fängt die Wachstumsfaktoren ab. Die Produktion neuer Blutgefäße wird gestoppt, vorhandene Blutgefäße bilden sich zurück.

Der Angiogenese-Hemmer fängt die VEGF-Wachstumsfaktoren ab. Die Produktion neuer Blutgefäße wird gestoppt, vorhandene Blutgefäße bilden sich zurück.

Dem Tumor fehlt nun der Zugang zu Nährstoffen und Sauerstoff, die er zum Wachsen benötigt: Der Angiogenese-Hemmer hungert das Krebsgeschwür aus.

Dem Tumor fehlt nun der Zugang zu Nährstoffen und Sauerstoff, die er zum Wachsen benötigt: Der Angiogenese-Hemmer hungert das Krebsgeschwür aus.

Nebenwirkungen der Angiogenese-Hemmung

Die Behandlung mit Angiogenese-Hemmern kann zu Nebenwirkungen führen, die in der Regel behandelbar sind. Denn der Wirkstoff wird zielgerichtet gegen den Tumor eingesetzt und richtet sich nicht gegen den ganzen Körper wie eine Chemotherapie.

Manche Patienten klagen über Nasenbluten (Epistaxis), das aber normalerweise von allein abklingt. Hilfreich ist, die Nasenflügel für eine Weile zusammenzudrücken und den Kopf dabei nach vorn zu beugen. Kalte Umschläge im Nacken und auf dem Nasenrücken sind ebenfalls wirksam.

Eine andere mögliche Nebenwirkung ist steigender Blutdruck (Hypertonie): Der Arzt muss den Blutdruck daher regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls ein blutdrucksenkendes Medikament verordnen. Weitere Nebenwirkungen sind mitunter ein erhöhtes Infektionsrisiko, Magen-Darm-Beschwerden sowie vermehrte Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue).

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen Begleiterscheinungen auftreten. Er kann Ihnen Rat geben und Medikamente verordnen, die die Beschwerden abschwächen.