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Glossar onkologische Fachbegriffe
 

Glossar onkologische Fachberiffe

5
  • 5-FU
    Abkürzung für das Medikament 5-Fluorouracil.
A
  • Abdomen
    Bauch, Ober-/Unterleib.
  • Absorption
    Aufnahme von Substanzen.
  • Abwehrfunktion
    die Fähigkeit des menschlichen Organismus, das Eindringen körperfremder Elemente zu verhindern.
  • Abwehrsystem
    auch Immunsystem genannt. Unter dem Abwehrsystem des Körpers versteht man alle Gewebe und Zellen des Körpers, die zur Bekämpfung von Krankheitserregern - wie beispielsweise Viren und Bakterien - beitragen. Wichtiger Bestandteil des Abwehrsystems sind T-Zellen und B-Zellen. Neben den Zellen des Abwehrsystems gehören auch Organe dazu, wie beispielsweise der Thymus und das Knochenmark.
  • Aden
    Drüsen (Adenokarzinom ist das Karzinom, das an den Zellen mit Drüsenfunktion entsteht).
  • Adenokarzinom
    Krebsgeschwulst, die von den drüsigen Anteilen der Schleimhaut ausgeht.
  • Adjuvant
    die Wirkung zusätzlich unterstützend, ergänzend.
  • Adjuvante Therapie
    unterstützende Behandlung nach operativer Entfernung des Tumors. Das Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des z. B. von Darmkrebs befallenen Gewebes. Die adjuvante Therapie soll die Operation darin unterstützen, indem sie vereinzelte, im Körper verbliebene Tumorzellen beseitigt.
  • Akut
    plötzlich auftretend, von heftigem und kurz andauerndem Verlauf (im Gegensatz zu [chronisch]).
  • Akzelerierte Phase
    beschleunigte Phase.
  • Alkalische Leukozyten­phosphatase
    vorwiegend in Neutrophilen, selten in Metamyelozyten, nicht in den übrigen hämatopoetischen Zellen zytochemisch nachweisbare Leukozytenphosphatase; in Granulozyten erniedrigt bei chronischer Myelose, paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie, erhöht bei Osteomyelosklerose, Polycythaemia vera, essenzieller Thrombozythämie, reaktiver Granulozytose.
  • Allergie
    spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit, meist gegen exogene, nicht-infektiöse Stoffe. A.n richten sich gegen meist unschädliche Umweltstoffe, die von außen mit dem Körper in Kontakt treten (Allergen); können sich in nahezu allen Organen manifestieren, am häufigsten betroffen sind jedoch Haut u. Schleimhäute. Verschiedene klinische Zustandsbilder sind z. B. anaphylaktischer Schock, allergische Rhinokonjunktivitis, Urtikaria, Serumkrankheit, allergische Vaskulitis u. Alveolitis, Kontaktekzem, allergisches Asthma, Arzneimittelallergien. Einteilung nach Coombs u. Gell in 4 Typen: IgE-vermittelte Soforttypreaktion (Typ I); zytotoxische Reaktion (Typ II); Immunkomplexreaktion (Typ III); zelluläre Überempfindlichkeit (Typ IV).
  • Allogen
    (allo = fremd) von einem anderen Menschen stammend; z. B. allogene Kochenmarktransplantation.
  • Allogene Knochenmark­transplantation
    (griech.,allos = anders, verschieden). In diesem Zusammenhang Übertragung von Knochenmark von einem fremden Spender; Voraussetzung dafür ist, dass die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger weitestgehend übereinstimmen.
  • Alpha-Fetoprotein
    erhöhte Werte finden sich insbesondere bei Lebererkrankungen und Leberkrebs.
  • Alternativtherapie
    Auswahl zwischen zwei oder mehreren gleichwertigen Therapiemöglichkeiten. Bei Krankheiten und in der Medizin wird der Begriff häufig im Sinne von eine andere Lebensweise vertretend benutzt. Die Alternativtherapie wird zum Teil als menschenfreundlichere und die Lebensqualität verbessernde Behandlungsform angepriesen, ohne dass eine wissenschaftliche Überprüfung stattgefunden hat.
  • Ambulant
    ohne dass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.
  • Amenorrhoe
    Amenorrhö, Amenorrhoea, das Nichteintreten (primäre Amenorrhoe) oder Ausbleiben (sekundäre Amenorrhoe = Menostase) der Regelblutung bei der geschlechtsreifen Frau. Wird verursacht durch Entwicklungsstörung (Agenesie, Aplasie, Dysplasie) oder Funktionsstörung der Eierstöcke, durch Fehlen der spezifischen tropen Hypophysenhormone (bei primär örtlicher oder bei sekundärer Störung des Hypophysen-Zwischenhirn-Systems, u. a. bei endokrinen u. bei schweren Allgemeinerkrankungen, als Stress-, Behandlungsfolge) sowie - als uterine A. - durch krankhafte Prozesse der Gebärmutter (Endometritis; ferner nach Abort, Curettage). Wird je nach Ansprechbarkeit auf eine (diagnostische) Verabfolgung entsprechender Sexualhormone auch unterschieden als Amenorrhoe I. Grades und Amenorrhoe II. Grades: Bei der erstgradigen tritt nach Progesteron-Stoß eine Entzugsblutung ein (das Endometrium ist hier bereits durch natürlich vorhandene Östrogene verändert; die vegetative Funktion des Ovars ist zumindest partiell intakt, aber es besteht z. B. eine Follikelpersistenz); bei der zweitgradigen tritt eine Entzugsblutung nur nach Östrogen- oder Östrogen-Gestagen-Stoß auf (d. h. es besteht eine Störung sowohl der vegetativen als auch der generativen Funktion des Eierstocks).
  • Amputation
    chirurgische Abtrennung eines Körperteils.
  • Anämie
    Blutarmut; die Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Vollblut unter den unteren Normalwert einer vergleichbaren Bevölkerungsgruppe. Sie verursacht vor allem eine Störung des Sauerstoff- = O2-Transports u. eine Verminderung der O2-abhängigen Leistungen. Sie tritt als primäre oder als symptomatische (= sekundäre) Erkrankung auf (z.B. als Infekt-, Tumoranämie) sowie akut oder chronisch; lässt sich nur unbefriedigend nach Ursachen, Morphologie (z. B. makro-, mikrozytäre Anämie), Farbstoffgehalt (z. B. hyper-, hypochrome Anämie) etc. systematisieren.
  • Anamnese
    Krankengeschichte; Art, Beginn und Verlauf der (aktuellen) Beschwerden, die im ärztlichen Gespräch mit dem Kranken erfragt werden.
  • Anaphylaxie
    immunologisch bedingte, akute Maximalvariante einer allergischen Allgemeinreaktion, die den ganzen Organismus umfasst u. mit typischen Symptomen einhergeht. Im engeren Sinn auf die IgE-vermittelte Soforttypreaktion beschränkt (Allergie); ähnliche klinische Symptome treten jedoch auch bei der Immunkomplex-Anaphylaxie oder bei nicht-immunologischen Reaktionen (anaphylaktoide Reaktion) auf. Symptome der A. umfassen vornehmlich Haut (Flush, Urtikaria), Mundhöhle, Respirationstrakt (Rhinorrhö, Bronchospasmus, Atemstillstand), Gastrointestinaltrakt (Nausea, Krämpfe), Herz-Kreislauf-System (Tachykardie, Blutdruckschwankungen, Rhythmusstörungen, Schock, Herzstillstand). Todesfälle durch A. sind beschrieben worden. Die häufigsten Auslöser sind Arzneimittel, Insektengifte u. Nahrungsmittel.
  • Anästhesie
    Unempfindlichkeit gegen Schmerz-, Temperatur- und Berührungsreize z. B. als gewünschtes Ergebnis einer Betäubung.
  • Anastomose, bilio-digestive
    operative Verbindung zwischen Gallengängen (seltener der Gallenblase) und Dünndarm oder Zwölffingerdarm.
  • Androgene
    männliche Geschlechtshormone, die die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes fördern. Das wichtigste Androgen ist das [Testosteron]. Durch Androgenentzug kommt es zu einer Verkümmerung der [Prostata].
  • Angiogenese
    (Neu-)Bildung von Blutgefäßen. Tumoren regen durch Ausschüttung bestimmter Wachstumsfaktoren die Angiogenese an, um ihren Sauerstoff- und Nährstoffbedarf zu sichern.
  • Anthrazykline
    zytostatisch wirkende Antibiotika, deren klinische Bedeutung durch ihre Kardiotoxizität eingeschränkt wird; zu den Anthrazyklinen gehören v. a. Daunorubicin, Doxorubicin, Epirubicin.
  • Anti-Angiogenese
    Verhinderung der Neubildung von Blutgefäßen. Die Anti-Angiogenese ist ein wichtiger Pfeiler der Tumortherapie und dient dazu, die Krebsgeschwulst von der Blut- und Nährstoffversorgung abzuschneiden.
  • Antiandrogene
    Substanzen, die die Wirkung der natürlichen Androgene aufheben.
  • Antigen
    Bezeichnung für jede Substanz, die vom Immunsystem als fremd erkannt wird. Löst meist eine Immunreaktion aus, die zur Immunität führt. Im Fall der Allergie bzw. Atopie ist diese übersteigert. Das Antigen (AG) löst eine humorale (Antigen-Antikörper-Reaktion) u./oder zellvermittelte Abwehrreaktion aus. Wird das AG vom Immunsystem geduldet (Immuntoleranz), wird es auch als "Tolerogen" bezeichnet. Antigenwirksam sind v. a. komplexe u. größermolekulare Stoffe (Eiweißkörper, Polysaccharide, Nucleotide u. zahlreiche synthetische Verbindungen) mit chemisch charakterisierbaren Gruppierungen (Determinante), die für die Immunantwort verantwortlich sind. Unterschieden als 1) meist höhermolekulares Voll-AG, das allein in der Lage ist, eine Immunreaktion auszulösen, 2) als niedermolekulares Hapten (= Halbantigen), das erst nach Kopplung an ein größeres Trägermolekül als Immunogen wirkt. Bezeichnet z. B. als xeno-, allo- oder isogenes, autologes AG; Auto-, Hetero-, Transplantations-, Tumor-, Virus-AG.
  • Antihistaminikum
    Mittel, das die Wirkung des [Histamin]s abschwächt und zur Behandlung von allergischen Haut- und Schleimhauterkrankungen eingesetzt wird.
  • Antiinflammatorisch
    gegen eine Entzündung gerichtet.
  • Antikörper
    Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems; Antikörper binden fremde und körpereigene Stoffe wie z. B. Giftstoffe und Viren und machen sie unschädlich. In der Medizin können Antikörper zu diagnostischen und Behandlungszwecken eingesetzt werden.
  • Antikörpertherapie
    gezielte Erkennung und Vernichtung von Krebszellen mit Hilfe spezifischer, gegen bestimmte Oberflächenstrukturen der Krebszellen gerichteter Antikörper. Die angelagerten Antikörper können Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems anlocken, die die Krebszellen angreifen und in vielen Fällen direkt den Tod dieser Zellen auslösen (Apoptose).
  • Antimetabolit
    zytostatisch wirksame Substanzen, die nach dem Prinzip der kompetitiven Hemmung in den Nukleinsäure- oder Eiweißstoffwechsel (der Krebszellen) eingreifen; im chemischen Aufbau zeigen Antimetabolite nur geringe Unterschiede zu körpereigenen Substanzen. Sie werden als "falsche" Substanzen eingebaut und führen dadurch zur therapeutisch genutzten Störung im Stoffwechsel der Tumorzellen (Fluorouracil).
  • Antiproliferativ
    gegen ein ungezieltes Wachstum gerichtet.
  • Antiviral
    gegen das Virus gerichtet.
  • Anus praeter
    künstlicher Darmausgang in der Bauchhaut.
  • Apoptose
    programmierter Zelltod. Zelluntergang der durch die in der Zelle gespeicherten Erbinformationen ausgelöst und von der Zelle selbst reguliert wird.
  • Appendix
    Wurmfortsatz.
  • Applikation
    Art der Anwendung.
  • Arterielles Blut
    Alte Bezeichnung für sauerstoffreiches Blut.
  • Arterien
    Gefäße, die Blut vom Herzen wegleiten. Mit Ausnahme der Lungenarterie, welche vom Herzen zur Lunge führt, wird das sauerstoffreiche Blut transportiert.
  • Asbest
    Natürlich vorkommendes, aber stark krebserregendes faseriges Material, das in älteren Autos z. B. für Brems- und Kupplungsbeläge oder in Gebäuden zur Feuerschutzverkleidung etc. verwendet wurde. Feinste Asbestteilchen gelangen durch Abrieb und Verschleiß in die Luft.
  • Assoziation
    Verknüpfung.
  • Astrocyten
    sternförmige Stützzellen im Gehirn; Untergruppe der Gliazellen.
  • Astrocytom
    Gehirntumor, der von Stützzellen im zentralen Nervensystem, den so genannten Astrocyten, ausgeht. Astrocytome können langsam wachsen (gutartige A.e) oder als bösartige Tumoren vorliegen. Das bösartigste Astrocytom ist das [Glioblastom].
  • Asymptomatisch
    ohne Symptome.
  • Auflichtmikroskopie
    die Betrachtung kleiner Gegenstände erfordert spezielle optische Geräte, so genannte Mikroskope. Hierzu werden verschiedene technische Varianten eingesetzt.
  • Autoantikörper
    diese Art von Antikörpern treten zumeist bei Erkrankungen auf, die vorwiegend durch eine Fehlsteuerung oder Überfunktion bestimmter Teile des Immunsystems ausgelöst werden. Die Antikörper sind hierbei gegen körpereigene Zellen gerichtet.
  • Autoimmunkrankheit
    Krankheit, die ganz oder teilweise auf die Bildung von Autoantikörpern und deren schädigende Einwirkung auf den Organismus bzw. Organsysteme zurückzuführen ist. Hierzu zählt u. a. die autoimmunhämolytische Anämie.
  • Autologe Knochenmark­transplantation
    (griech. autos = selbst aus dem Körper entstanden nicht von außen eingebracht.) Übertragung von eigenem Knochenmark, das nach der Entnahme gereinigt wird.
  • Axillar
    zur Achselhöhle gehörend, in ihr gelegen.
B
  • B-Zelle
    Synonym für B-Lymphozyten: siehe [Lymphozyten].
  • Beckenkamm
    Oberrand des Beckenknochens.
  • Benigne
    gutartig.
  • Bestrahlung
    siehe [Strahlenbehandlung].
  • Bilirubin
    Gallenfarbstoff; Endprodukt beim Abbau des roten Blutfarbstoffs.
  • Bilobektomie
    Chirurgische Entfernung zweier Lungenlappen.
  • Bindegewebe
    das aus Bindegewebszellen u. aus Interzellularsubstanz bestehende Gewebe als Grundtyp der Körpergewebe; und zwar als Füllgewebe organfreier Räume, als Hüllgewebe (in Organkapseln), Gleitgewebe, Leitgewebe organeigener Gefäße u. Nerven, Gerüstgewebe der Organe (Stroma), als Speichergewebe (Fettgewebe) sowie als Muttergewebe der Stützgewebe (Knochen-, Knorpelgewebe).
  • Biopsie
    Entnahme von Gewebe oder Zellen (siehe [Feinnadelbiopsie]) aus einem lebenden Organismus mittels eines Instrumentes (z. B. Spezialkanüle oder [Skalpell]) zur mikroskopischen Untersuchung. Bezeichnung entweder nach der Art der Entnahmetechnik oder dem Entnahmeort. Besondere Bedeutung bei Gehirntumoren hat die stereotaktische Biopsie, bei der mit Hilfe einer feinen Nadel oder Zange auch tief liegendes Tumorgewebe schonend und sicher gewonnen werden kann.
  • Bisphosphonate
    Bisphosphonate sind Hemmer des Knochenabbaus.
  • Blase
    siehe [Harnblase].
  • Blasenrekonstruktion
    Liegt ein muskelinvasiver Blasentumor vor, muss in den meisten Fällen die komplette Blase entfernt werden. Die moderne Medizin verfügt jedoch über Möglichkeiten, ihre Funktion weitgehend zu ersetzen, sodass Patienten die Kontrolle über ihre Urinausscheidung (Kontinenz) behalten. Welches Verfahren infrage kommt, hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und ob der Allgemeinzustand eines Patienten eine lange Operation zur Blasenrekonstruktion erlaubt. Natürlich spielen auch die persönlichen Wünsche des Betroffenen eine wichtige Rolle.
  • Blastenschub
    myeloische Blastenkrise, CML-BC-Leukozytose mit Vorherrschen von (Para-)Myeloblasten in Blut u. Knochenmark ("myeloblastisches Knochenmark") bei Übergang einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) in das akute Stadium. Abzugrenzen ist ein lymphatischer Blastenschub, der bei einer CML auch auftreten kann.
  • Blut bildende Zellen
    Die Entwicklung von Blutzellen beginnt im Knochenmark aus einer so genannten pluripotenten Stammzelle. Aus diesen Stammzellen entwickeln sich auf verschiedenen Wegen später die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Blutplättchen (Thrombozyten).
  • Blut-Hirn-Schranke
    bei Bedarf durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz. Sie ist eine Schutzeinrichtung, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält.
  • Blutarmut
    siehe [Anämie].
  • Blutausstrich
    gleichmäßige dünne Verteilung eines Tropfen frischen Blutes auf einem Objektträger zur mikroskopischen Untersuchung. Der Ausstrich dient zur Differenzierung von Blutzellen.
  • Blutbild
    Ergebnisse der aus einer Blutprobe gewonnen Resultate durch Auszählung der Zellzahlen (Blutausstrich) von verschiedenen kernhaltigen Blutbestandteilen (Blutplättchen, rote und weiße Blutkörperchen und deren Vorstufen). Die Angaben erfolgen zumeist in Prozent.
  • Bluter
    Bluterkrankheit (Hämophilie). Bezeichnung für eine Reihe von Erkrankungen, bei denen es zu einer Störung der Blutgerinnung kommt. Die Erkrankung kann in verschiedenen Variationen und Ausprägungen auftreten und erfordert zumeist eine lebenslange Behandlung.
  • Blutgase
    Gase, die im zirkulierenden Blut gebunden oder in physikalisch gelöster Form vorhanden sind, hauptsächlich Sauerstoff, Kohlendioxid, bei pathologischen Befunden auch Kohlenmonoxid oder Hydrogencyanid.
  • Blutgerinnung
    das Erstarren des flüssigen Blutes als physiologischer Schutzmechanismus gegen Blutverluste, d. h. als Mechanismus der Blutstillung bei Verletzung (und gleichzeitig als Faktor der Wundheilung u. Infektionsabwehr). Ein komplexer u. in Phasen ablaufender Vorgang, der zur Bildung von unlöslichem Fibrin aus dem im Blutplasma vorhandenen Fibrinogen führt und der - in Zusammenwirken mit Kalziumionen - vom Thrombin katalysiert wird. An dem Geschehen sind ca. 30 Faktoren beteiligt, darunter die Blutgerinnungsfaktoren des Blutplasmas (Faktor I bis XIII; in aktivierter Form gekennzeichnet durch den Zusatz "a", z. B. XIIa) u. zahlreiche, mit arabischen Ziffern nummerierte Thrombozytenfaktoren, die in einem inneren u. einem - schneller wirksamen - äußeren (Intrinsic- bzw. Extrinsic-)System am Zustandekommen der Gerinnsel zusammenwirken.
  • Bluthochdruck
    siehe [Hypertonie].
  • Blutkörperchen, rote
    siehe [Erythrozyt].
  • Blutsenkungs­geschwindigkeit (BSG)
    Geschwindigkeit, mit der sich feste Blutbestandteile (rote und weiße Blutkörperchen) von nicht festen (Serum) trennen. Unspezifisches Maß für Entzündungen im Körper.
  • Bluttransfusion
    siehe [Transfusion].
  • Brachytherapie
    die interstitielle Brachytherapie ist eine lokale Strahlenbehandlung, bei der ionisierende Strahlungsquellen in das Tumorgewebe selbst eingebracht werden. Heute wird als Strahlenquelle üblicherweise Jod 125 verwendet. Normalerweise wird die Strahlenquelle im Rahmen eines stereotaktischen Eingriffs schonend in das Tumorgewebe eingebracht.
  • Brustaufbau
    1) individuell modellierter Brustkörperersatz, der im Büstenhalter getragen wird, zur Wiederherstellung der Körperkonturen nach Mastektomie; zur Erstversorgung aus Baumwolle, später zur Dauerversorgung aus hautähnlichem Silikon. 2) Brustimplantat: Endoprothese zum Wiederaufbau der Mamma nach Mastektomie; es handelt sich meist um schlaffe Silikonkapseln mit Gelkern u. festen Hüllen oder um auffüllbare Modelle; die Implantation kann retromammär (epipektoral) oder subpektoral (besonders nach Mastektomie, bei der ein Hautexpander gleich eingelegt werden kann, um das Gewebe vorzudehnen) erfolgen. - Nach weltweit millionenfacher Implantation von Silikonendoprothesen wurden Komplikationen registriert (vor allem die verunstaltende Kapselfibrose, Auslaufen des Kapselinhaltes bei Implantaten mit dünner Hülle), so dass vermehrt wieder auf Verfahren zur plastischen Rekonstruktion der Brust aus körpereigenem Gewebe zurückgegriffen wird (Lappenplastik). Bei der subpektoralen Implantation einer Silikonprothese soll die Komplikationsrate geringer sein als bei der epipektoralen Implantation.
  • Brustbein (Sternum)
    verlängerter, abgeflachter Knochen an der Vorderseite des Brustkorbs. Am oberen Ende setzen die Schlüsselbeinknochen an und in der Mitte sind die ersten sieben Rippenpaare mit dem Sternum verbunden.
  • Brustkrebs
    siehe [Mammakarzinom].
  • Brustmuskel
    die Muskeln des Brustkorbs, im engeren Sinn die Musculi pectorales. Pectoralis (latein. = pectus, pectoris) zur Brust gehörend, z.B. Musculus pec.
C
  • C-Zellen
    Hormon produzierende Zellen, die im Schilddrüsengewebe zwischen den Schilddrüsenhormon produzierenden Schilddrüsenfollikeln liegen. Sie produzieren Calcitonin und sind an der Regulation des Kalziumstoffwechsels beteiligt.
  • Caecum
    Blinddarm: ersterTeil des Dickdarms, enthält den Appendix (Wurmfortsatz).
  • Carcinoma in situ
    Ca. in situ (CIS, Ca. praeinvasivum, präinvasives Karzinom, intraepitheliale Neoplasie, Ca. endoepidermale, Oberflächenkarzinom) eine histologisch nachweisbare Proliferation atypischer Zellen, die im Epithelverband (intraepithelial) bzw. im ursprünglichen Gewebskompartiment (in situ) liegen, die zytologischen Merkmale der Malignität (z.B. Zellpolymorphie, verschobene Kern-Plasma-Relation, Zunahme der Kerndichte) und gewebliche Differenzierungsstörungen zeigen; ist aber noch durch eine Basalmembran vom gefäßführenden Stroma abgegrenzt (u. daher nicht zur Metastasierung befähigt). Der Übergang in ein invasives Karzinom ist möglich, kann aber Jahre bis Jahrzehnte dauern. Ein Ca. in situ kommt vor z.B. an Portio (Gebärmutterhals), Kehlkopf, Glans penis, Bronchien, Mundschleimhaut; als duktales bzw. lobuläres Ca. in situ der Mamma (CDIS, CLIS); als intratubuläre Neoplasie des Hodens (TIN); als vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN); als typische Plattenepithel-Dysplasien z.B. die Bowen Krankheit u. die Erythroplasie Queyrat.
  • CD
    Abk. für (engl.) cluster of differentiation; Bezeichnung für Oberflächenmoleküle (Antigene) von Leukozyten, Thrombozyten und anderen Blutzellen, die systematisch in Gruppen (clusters) erfasst und funktionell, biochemisch sowie genetisch aufgeschlüsselt werden. Es sind zur Zeit weit über 100 CD-Eiweiße bekannt, deren genaue Funktion nicht immer klar ist.
  • CD4-Zellzahl
    immunologischer Verlaufsparameter bei HIV-Erkrankungen. Verhältnis von Helfer- zu Suppressorzellen. Je niedriger das Verhältnis ist, umso geringer wird die Fähigkeit des Immunsystems, seine Abwehraufgaben wahrzunehmen.
  • Chemoembolisation
    Verschluss eines zum Tumor führenden Gefäßes durch Teilchen, die mit Medikamenten beladen sind.
  • Chemotherapie
    Allgemein wird unter Chemotherapie die Hemmung von Infektionserregern oder Tumorzellen im Organismus durch Verwendung von Medikamenten verstanden. Da diese sogenannten zytostatischen Medikamente hoch wirksam sind, muss bei der Herstellung strengstens auf höchste Reinheit geachtet werden. Prinzipiell können zytostatische Medikamente aus Pflanzen und aus anderen Naturstoffen gewonnen und aufgereinigt oder durch chemische Synthesen hergestellt werden. Für die Wirksamkeit und die Gefährlichkeit dieser Medikamente spielt die Herkunft eine untergeordnete Rolle. Bei Tumorpatienten versteht man unter Chemotherapie in der Regel die Behandlung mit zytostatischen Medikamenten.
  • Chimär
    Individuum, das aus genetisch verschiedenen Geweben zusammengesetzt ist, z. B. als Folge einer somatischen Mutation, im weiteren Sinn auch nach heteroplast. Transplantationen zwischen Keimen verschiedener Arten. - Bei zweieiigen Zwillingen kommen "Blutchimären" (Blutgruppenchimären) vor, infolge Übertragung von Blutstammzellen durch Gefäßanastomosen während der Embryonalentwicklung.
  • Chromosom
    stäbchen- oder hakenförmige, membranlose Gebilde, die in arteigener (= artspezifischer) Form, innerer Struktur u. Zahl (Chromosomensatz) als wesentlicher Bestandteil jeden Zellkerns vorkommen, u. zwar in den Körperzellen des Menschen, der Tiere u. der höheren Pflanzen paarweise, wobei die Paarpartner weitestgehend formidentisch u. - bei gleicher Aufeinanderfolge der Genorte = Genloci - strukturidentisch sind (= homologe Ch.), dagegen in Geschlechtszellen in der Einzahl (s. a. Autosomen, Gonosomen). Sie bestehen aus DNS u. Proteinen u. stellen die Träger des Erbgutes, d. h. der genetischen Information dar, die auf der Doppelhelix der Desoxyribonucleinsäure (DNS) festgelegt ist. Im Normalzustand differenzierter Gewebe steuern sie mit Hilfe der in ihnen vorhandenen DNS-Sequenzen (Gene) die genetisch festgelegten Stoffwechselleistungen der Zelle. Erst bei der Kernteilung (Mitose) werden sie infolge Verdichtung (=Kondensation) des Chromatins in den charakteristischen Strukturen erkennbar. Die artspezifische Chromosomenzahl beträgt - im diploiden Chromosomensatz der somatischen Zellen - beim Menschen 46. Ihre Feinstruktur zeigt eine lange DNS-Doppelhelix, die in typischer Weise mehrfach gefaltet ist u. so optische Untereinheiten des Chromosoms bildet.
  • Chronisch
    langsam verlaufend, sich langsam entwickelnd (im Gegensatz zu akut).
  • CML
    chronisch myeloische [Leukämie]. Leukämie mit Häufung im mittleren Lebensalter (83% zwischen 20 u. 60 Jahren); in den meisten Fällen ist das - erworbene - Philadelphia-Chromosom nachweisbar. Verlauf: schleichender Beginn; Behandlung durch Interferon (iterativ oder kombiniert). Neuerdings sehr gute Erfolge mit Interferon. Weitere Behandlungen mit Strahlentherapie (v. a. Milzbestrahlung) u. Zytostatika (v. a. Hydroxyurea) ebenfalls in Kombination mit Interferon. Eventuell Knochenmarktransplantation möglich; endet im Blastenschub (siehe Myeloblastenschub).
  • Colon
    Dickdarm.
  • Colon ascendens
    aufsteigender Teil des Dickdarms.
  • Colon descendens
    absteigender Teil des Dickdarms.
  • Colon sigmoideum
    Sigma-Darm.
  • Colon transversum
    querverlaufender Teil des Dickdarms.
  • complete remission
    (CR); siehe [Vollremission].
  • Computertomographie (CT)
    computergestütztes röntgendiagnostisches Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern (Tomogramme, Quer- und Längsschnitte) des menschlichen Körpers. Die Bilder errechnet der Computer mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die durch die zu untersuchende Schicht hindurchgeschickt werden.
  • Corium
    Lederhaut; ist zwischen Ober- und Unterhaut gelagert.
  • CR
    complete remission; [Vollremission].
  • Cystadenokarzinom
    Adenokarzinom mit zystischer Ausweitung der atypischen Drüsenschläuche.
D
  • Darmepithel
    Zellschicht, die den Darm auskleidet.
  • Darmspiegelung
    Untersuchung der Darmschleimhaut mithilfe eines beweglichen Schlauches, in dem ein optisches System und häufig eine kleine Biopsiezange zur Entnahme von Gewebsproben steckt.
  • Defektprothese
    individuell angefertiger künstlicher Ersatz von fehlendem Kieferknochenteil mit Zähnen.
  • Depression
    Traurigkeit, Verstimmung - Besonderes Stimmungstief, aus dem der Betroffene nur schwer ohne fremde Hilfe herausfindet; kann auch ausgesprochene Optimisten treffen.
  • Dermatologie
    Lehre von den Erkrankungen der Haut und den Hautanhanggebilden.
  • Diabetes
    Zuckerkrankheit.
  • Diagnose
    aufgrund genauerer Beobachtungen und Untersuchungen abgegebene Beurteilung über den Zustand einer Krankheit.
  • Diagnostik
    Untersuchungen, die dazu dienen, ein Krankheitsbild zu erkennen oder näher einzugrenzen.
  • Diagnostisches Fenster
    Zeitraum, in dem bereits eine Infektion des Körpers stattgefunden hat, die Erkrankung aber noch nicht mit Blutuntersuchungen definitiv festgestellt werden kann.
  • Dialyse
    Abtrennung von gelösten Teilchen in einer Flüssigkeit mittels einer Membran ohne äußeren Druck. Das Verfahren wird zumeist in der Nephrologie bei einem Ausfall der Nierenfunktion zur Blutreinigung angewandt.
  • Diarrhoe
    Durchfall.
  • Differenzialblutbild
    die im speziell gefärbten Blutausstrich ermittelte prozentuale Verteilung der kernhaltigen Zellen. Dient zur qualitativen u. quantitativen Beurteilung des peripheren Blutes. Erfolgt durch Auszählen (Absuchen in Mäanderform) von jeweils 100 Zellen (oder eines Vielfachen); gleichzeitig Beurteilung der Erythrozytenqualität (Form, Größe, färberisches Verhalten).
  • Differenzialdiagnose
    Abgrenzungsdiagnosen, Diagnosen, die aufgrund des klinischen Untersuchungsbefundes in Frage kommen und durch weitere Merkmale ausgeschlossen werden müssen.
  • Differenzierung
    Einteilung einer Krebsgeschwulst nach feingeweblichen Kriterien. Je weniger differenziert ein Tumor ist, desto bösartiger verhält er sich.
  • Diffus
    zerstreut, ohne genaue Abgrenzung.
  • DNS
    Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure; die DNS ist bei den meisten Lebewesen Träger der Erbinformation und liegt meist als Doppelstrang vor. Sie ist vorwiegend im Zellkern vorhanden.
  • Dosierung
    Festlegung der Wirkstoffmenge pro Zeiteinheit (Woche, Tag etc.)
  • Drainage
    Ableitung von Flüssigkeitsansammlungen über entsprechende Röhrchen, Schläuche o. ä.
  • Drüse
    ein- oder mehrzellige Organe, die spezifische Wirkstoffe (Sekrete) bilden und diese nach außen (z. B. in die Mundhöhle) oder nach innen, direkt in die Blut- oder Lymphbahn abgeben (Hormondrüsen).
  • Drüsenläppchen
    die Brustdrüse besteht aus Drüsengewebe, das aus Drüsenläppchen aufgebaut ist, aus Fett und Bindegewebe, der Brustwarze und dem Warzenhof. Die Drüsenläppchen produzieren die Muttermilch und münden in kleine Kanäle, die sich zu großen Ausgängen verbinden und zur Brustwarze führen.
  • Dumping-Syndrom
    Beschwerden nach einer Magenoperation, die mit Störungen der Kreislauffunktion verbunden sind und vor allem im Zusammenhang mit Mahlzeiten auftreten. Man unterscheidet Früh- und Spätsyndrom.
  • Dysplasie
    Zellveränderungen, die den Vorstufen des Krebswachstums entsprechen.
E
  • Echokardiogramm (EKG)
    EKG steht für Elektrokardiogramm oder Herzstromkurve. Hier werden die elektrischen Ströme, die bei der Erregungsausbreitung und Rückbildung im Herz entstehen, aufgezeichnet. Anhand dieser Kurvenbilder können Störungen am Herzen erkannt werden.
  • Echokardiographie
    Eine verbreitete Untersuchungsmethode des Herzens mittels Ultraschall, bei der keine Strahlenbelastung auftritt.
  • Eisen
    biochemisch wesentliches Element für die Oxidationsabläufe in der Zelle, für Sauerstoffspeicherung und Sauerstofftransport (siehe [Hämoglobin]).
  • Elektroenzephalogramm (EEG)
    schmerzlose Methode zur Untersuchung der Hirnstromwellen mit Hilfe von Elektroden, die auf der Kopfhaut angebracht werden.
  • ELISA-Test
    spezifischer Antikörper- Antigensuchtest im Blut zur Erkennung von Erkrankungen.
  • Emotion
    Gefühl, Gemütsregung.
  • En-bloc
    französisch, als Ganzes; gemeint ist hier die Operation des Darms mit den Lymphknoten und Gefäßen.
  • Endogen
    im Körper selbst, im Körperinneren entstehend, von innen kommend.
  • Endokrin
    in das Blut absondernd. Die Schilddrüse ist z. B. eine Drüse, die ihre Hormone endokrin absondert.
  • Endokrine Therapie
    Hormontherapie.
  • Endokrinologie
    Lehre von der Funktion der Hormondrüsen - z. B. der Hirnanhangsdrüse - und der Hormone.
  • Endoprothese
    Knochen- oder Gelenkersatz aus körperfremdem, nicht biologischem, aber gewebefreundlichem Material zur Einpflanzung in das Körperinnere.
  • Endoskop
    flexibles Gerät mit Fiberglasoptik zur Durchführung von Spiegelungen.
  • Endoskopie
    Ausleuchtung und Inspektion von Hohlräumen mit Hilfe eines Endoskops mit der Möglichkeit einer Gewebeprobeentnahme sowie zur Durchführung kleinerer operativer Eingriffe unter optischer Kontrolle.
  • Entartet
    Degeneration; als maligne Entartung = die Umwandlung eines primär gutartigen Gewebes in einen bösartigen Tumor.
  • Enteral
    auf den Darm bzw. die Eingeweide bezogen.
  • Enzyme
    Eiweißstoffe im menschlichen Körper, die ganz verschiedene Aufgaben haben. Enzymgemische werden z. B. von der Magen-Darm-Schleimhaut, von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse produziert und dienen der Zerkleinerung bzw. Verarbeitung der Nahrungsstoffe.
  • Eosinophile
    weiße Blutkörperchen, die kleine hellrot gefärbte Zelleinschlüsse aufweisen.
  • Ependymom
    Untergruppe der Gliome, aus Zellen der Wand der Gehirnkammern.
  • Ependymzellen
    Stützzellen, die sich in der Wand der Gehirnkammern befinden.
  • Epidermis
    Oberhaut; darunter liegen die Leder- und die Unterhaut.
  • Epileptische Anfälle
    durch plötzliche Entladungen von Nervenzellen im Gehirn auftretende Störungen, die sich häufig in Zuckungen bzw. Krämpfen einzelner Körperteile äußern. Bei einem so genannten großen Anfall kommt es zum Bewusstseinsverlust.
  • Epiphyse
    die "Knochenepiphyse", das zunächst vollknorpelige (Cartilago epiphysialis) Gelenkende eines Röhrenknochens mit dem sich darin entwickelnden Knochenkern; ist zunächst durch die Epiphysenfuge von der Diaphyse getrennt, nach Epiphysenschluss mit ihr unter gemeinsamer Markraumbildung knöchern verwachsen.
  • Epithel
    oberste Zellschicht des Haut- und Schleimhautgewebes.
  • Epithelgewebe
    ein- oder mehrschichtiger Zellverband, der die innere oder äußere Körperoberfläche bedeckt.
  • Epithelial
    zur obersten Zellschicht des Haut- und Schleimhautgewebes gehörend.
  • Epithese
    individuell modelliertes Ersatzstück aus Kunststoff zur Deckung von Oberflächendefekten, insbesondere im Gesicht, das in der Regel nur an den Körper angelegt oder aufgeklebt wird.
  • Erbgut
    Gesamtheit der Erbinformation eines Organismus.
  • Erbsubstanz
    Trägerin der Erbinformation, also des "Bauplans" aller Körperzellen. Sie ist vorwiegend im Zellkern vorhanden.
  • ERCP
    Abkürzung für endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikographie; Darstellung der Gallenblase bzw. der Gallengänge (Cholangiographie) und/oder des Pankreasgangs (Pankreatikographie) mittels Röntgenkontrastmittels. Dabei wird das Kontrastmittel unter Röntgenkontrolle durch die Mündung des in den Zwölffingerdarm führenden Gallen- und/oder Pankreasganges sozusagen rückwärts (retrograd) zur üblichen Flussrichtung des Gallensaftes eingebracht.
  • Ergotherapie
    zusammenfassende Bezeichnung für Beschäftigungs- und Arbeitstherapie. Die Ergotherapie findet Anwendung zur Behandlung von Störungen der Bewegungsvorgänge (Motorik), der Sinnesorgane und der geistigen und psychischen Fähigkeiten.
  • Erythem
    entzündliche Rötung der Haut.
  • Erythropoietin
    Erythropoietin (EPO) ist ein gentechnisch hergestelltes Medikament, das bereits vielen Nierenkranken und an Blutarmut leidenden Patienten geholfen hat. Es handelt sich um ein Zellwachstumshormon des Körpers. Bekannt wurde EPO durch die Dopingdiskussion im Leistungssport, obwohl das Medikament ursprünglich nicht dafür gedacht war und der Effekt der Leistungsverbesserung nicht bewiesen ist. Bei unsachgemäßer Benutzung besteht zudem die Gefahr erheblicher Nebenwirkungen.
  • Erythrozyt
    das rote Blutkörperchen als reife, bei den Säugern kernlose (u. ohne Mitochondrien u. endoplasmatisches Retikulum), bei den übrigen Vertebraten kernhaltige Endform der Erythropoese; beim Menschen eine scheibenförmige Zelle mit zentraler Delle an der Ober- u. Unterseite u. dadurch in der Seitenansicht bikonkaver Form (s. a. Abb.). Hochspezialisierter korpuskulärer Bestandteil des Blutes ohne eigenen Atmungsstoffwechsel, der mit seinem Hämoglobin den Sauerstofftransport im Organismus vollzieht u. aktive ATP-abhängige Stoffwechselleistungen wie Methämoglobin-Reduktion, Kationenpumpe u. a. Membranfunktionen vollbringt. Die Lebensdauer beträgt unabhängig vom Alter 100 - 120 Tage (täglich Ersatz von ca. 0,8%, Blutmauserung). Bei Hypoxie erfolgt Kalziumionenvermehrung im Zellinnern u. Verformbarkeit u. Elastizität nehmen ab (dadurch Verschlechterung der Mikrozirkulation).
  • Erythrozytenkonzentrat
    aus Vollblut nach Sedimentation der Erythrozyten und Abheben des überstehenden Plasmas gewonnenes[Transfusion]smittel. Der Vorteil gegenüber der Vollblutkonserve besteht u. a. in einer geringeren Volumenzufuhr, weniger Sensibilisierung durch z. B. Leukozyten und Thrombozyten und höheren Effekten bei der Anämie-Behandlung.
  • Exogen
    außerhalb des Organismus entstehend, von außen her in den Organismus eindringend.
  • Exokrin
    griech., exo = außen und krin = (ab-)scheiden, -sondern; exokrine Drüsen geben ihre im Körper gebildeten Wirkstoffe (Sekrete) wie Enzyme nach außen z. B. an die Haut oder in den Darm ab.
  • Experimentell
    auf wissenschaftlichen Versuchen beruhend.
  • Exponentiell
    deutlich, nicht geradlinig gesteigert.
  • Exzision
    operative Entfernung, Herausschneiden.
  • Exzisionsbiopsie
    Entnahme einer Gewebeprobe, die das gesamte verdächtige Gebiet umfasst, mittels einer Schneidevorrichtung zur mikroskopischen Untersuchung.
F
  • Familiäre Polyopsis (FAP)
    Erbkrankheit mit vermehrter Polypenbildung im Darm. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus den Polypen Darmkrebs entsteht, ist praktisch 100%.
  • Feinnadelbiopsie
    Biopsietechnik, die mit einer dünnen Kanüle die Entnahme von Zellen ermöglicht. Der Eingriff ist nur gering belastend (siehe [Biopsie]).
  • Fermente
    ältere Bezeichnung für Enzyme. Eiweißstoffe im menschlichen Körper, die ganz verschiedene Aufgaben haben. Enzymgemische werden z. B. von der Magen/Darm-Schleimhaut, von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse produziert und dienen der Zerkleinerung bzw. Verarbeitung der Nahrungsstoffe.
  • Fernabsiedelung
    auch [Fernmetastase].
  • Fernmetastase
    siehe [Metastase].
  • Fettgewebe
    das lockere, evtl. läppchenförmige Gewebe, das v. a. aus - univakuolären -- Fettzellen (weißes Fett) u. aus Gitterfasern besteht; es findet sich v. a. in der Unterhaut (Panniculus adiposus), der Achselhöhle, Leistengegend u. Nierenfettkapsel sowie im großen Netz (Omentum majus); wirkt als Speicher-(Depot)fett, Stützgewebe (Baufett), ferner als Kälteschutz, Wasserspeicher u. als druckelastisches Polster.
  • Fettkapsel
    die aus lockerem Baufett bestehende F. der Niere und Nebenniere. Die F. bedeckt die [Nierenkapsel].
  • Fibrose
    Umwandlung von z. B. für die Entgiftung des Körpers zuständigen Leberzellen in funktionsloses Stütz- und Bindegewebe.
  • FIGO-Stadien
    Stadium 0 Carcinoma in situ - Stadium I Tumor auf das Ausgangsorgan begrenzt - Stadium II Tumor auf das angrenzende Gewebe ausgedehnt - Stadium III Ausdehnung bis zum nächsten Organ - Stadium IV Einbruch in angrenzendes Organ, Fernmetastasen
  • Fixieren
    festlegen, verbindlich bestimmen.
  • Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)
    im Fluoreszenzmikroskop können mit dieser Untersuchungsmehode Chromosomen, Chromosomenabschnitte und sogar einzelne Gene sichtbar gemacht werden.
  • Fluoride
    Salze des Fluors, die sich im Zahnschmelz anreichern und der Entstehung von Karies entgegenwirken.
  • Fluoridierungsschiene
    eine dem Zahnbogen angepasste Kunststoffschiene, die mit Fluoridgel bestrichen ist und zur Fluoranreicherung des Zahnschmelzes getragen wird.
  • Fokal
    von einem Herd ausgehend.
  • Follikel
    kleiner Schlauch, Bläschen. Die Schilddrüse ist aus Follikeln aufgebaut, in denen die Schilddrüsenhormone gebildet und gespeichert werden.
  • Follikuläres Lymphom
    bestimmte Unterart der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), welche die normale Lymphknotenarchitektur nachahmt. Je nach Wachstumsrate der Lymphomzellen wird es in 3 Grade eingeteilt. Diese Form von Lymphom wird nach der so genannten "Kiel"-Klassifikation auch als centroblastisch-centrozytisches NHL (CBCC) bezeichnet.
  • Folsäure
    Vitamin Bc, eine dem Vitamin-B-Komplex zugehörige Substanz. Die F. ist ein essenzieller Nahrungsbestandteil, enthalten in grünen Pflanzenblättern, Leber, Hefe, Kuh- und Muttermilch. Der tägliche Mindestbedarf wird zum Teil auch durch die Biosynthese des Stoffes durch die Darmflora gedeckt. F. ist wichtig u. a. für die Biosynthese der [Nucleinsäure]n und die Blutbildung.
  • Früherkennung
    Ziel ist die möglichst frühzeitige Erkennung von Krankheitszeichen oder der Störung der normalen Entwicklung.
G
  • g/dl
    Gramm pro Deziliter.
  • Gastroskopie
    Betrachtung der Magenschleimhaut durch einen biegsamen Schlauch.
  • Gen
    Teil der Erbinformation, Bauplan zur Herstellung eines Proteins. Der vollständige Satz von Genen, der die gesamte Erbinformation eines Lebewesens oder Organismus umfasst.
  • Genom
    Gesamtheit aller Gene eines Virus oder eines Lebewesens. Das menschliche Genom findet sich auf 23 Chromosomen.
  • Genotyp
    Erb- oder Anlagentyp. Umfasst die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Organismus. Gegensatz: Phänotyp.
  • Gentechnik
    Summe aller Methoden zur Isolierung, Charakterisierung und gezielten Veränderung und Übertragung von Erbgut.
  • Gentherapie
    Gehirntumoren zählen zu den ersten Anwendungsbereichen einer Gentherapie bei Tumorerkrankungen des Menschen. Mithilfe eines spezialisierten Verfahrens wird behandlungswirksame Erbinformation (Gen) in die Tumorzellen eingebracht. Die Gentherapie beim Menschen befindet sich in einem frühen Erprobungsstadium; dramatische Behandlungserfolge dürfen zum jetzigen Zeitpunkt von dieser Therapieform noch nicht erwartet werden.
  • Gestagen
    Hormon der weiblichen Keimdrüse, das der Vorbereitung und Erhaltung der Schwangerschaft dient.
  • Gicht
    eine meist erbliche Störung des Purinstoffwechsels, die vorwiegend Männer mittleren Lebensalters betrifft, aber - selten - auch bei Frauen jenseits der Menopause auftritt. Beginnt mit einem Anstieg der Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie; Serumwerte über 420 mol/l bzw. 7,0 mg/dl). Dieser Zustand kann jahrzehntelang ohne klinische Krankheitszeichen (Gichtanfälle) bleiben. Der erste Anfall erfolgt - meist nach örtlicher Abkühlung, nach Anstrengung, übermäßigem Alkoholgenuss - vorwiegend nachts, ist auf ein Gelenk beschränkt (= monoartikulär; vielfach ist es das Großzehengrundgelenk, Podagra) und von örtlichen Zeichen der Entzündung begleitet (Arthritis urica; Ansprechen auf Colchicingaben gilt als Ätiologiebeweis). Bei Frauen über 65 J. häufiger Befall der Fingermittel- und -endgelenke, seltener akuter Gichtanfall im Bereich der unteren Extremitäten. Ihm folgt ein - evtl. jahrelanges - beschwerdefreies Intervall; spätere Anfälle folgen in immer kürzeren Abständen, und sie sind von zunehmend geringerer Schmerzhaftigkeit. Bei etwa 50% entwickelt sich ein chronisches Stadium mit Gelenkdeformierungen u. mit Bildung - meist gelenknaher - typischer Gichtknoten u. Schädigung innerer Organe durch Uratablagerungen (Gicht, viszerale), evtl. mit gehäuftem Auftreten von Nierensteinen. Die Behandlung erfolgt im Anfall mit Colchicin (u. Corticotropin oder Corticosteroiden sowie Antiphlogistika), in der interkritischen Phase vor allem mit Allopurinol (ein Xanthinoxidase-Hemmer) oder mit Urikosurika wie Probenecid, Sulfinpyrazon, Etebenecid sowie mit purinarmer Kost.
  • Glia
    Stützzellen des Gehirns. Im Gegensatz zu den Nervenzellen sind die Gliazellen auch nach der Geburt noch vermehrungsfähig.
  • Glioblastom
    häufigster und bösartigster Tumor des Gehirns. Zur Behandlung werden in der Regel eine Operation und Nachbestrahlung durchgeführt.
  • Gliom
    von Stützzellen des Gehirns ausgehende Tumoren, die nach ihrem Ursprungszelltyp Astrocytom, Oligodendrogliom oder Ependymom genannt werden. Die bösartigste Form der Gliome ist das Glioblastom.
  • Glomerulum
    auch Nierenkörperchen. An den Glomeruli wird der Primärharn abgepresst.
  • Glossar
    alphabetisch geordnetes allgemeines Nachschlagewerk.
  • GnRH-Analoga
    Gonadotropin-Releasing Hormon-Analoga, LH-RH-Analogsubstanzen (z. B. Buserelin, Goserelin, Leuprorelin, Triptorelin), die eine höhere Rezeptoraffinität besitzen als natürliches GnRH; Anwendung als Hormonpräparate in der Tumortherapie (v. a. Prostatakarzinom, Mammakarzinom).
  • Gonadotropin-Releasing Hormon
    engl., GnRH, GRF, GRH, LHRH = Luteinisierendes Hormon-Releasing-Hormon (engl.) im Hypothalamus gebildetes Neurosekret (Decapeptid), das im Infundibulum über den portalen Kreislauf zum Hypophysenvorderlappen gelangt u. dort die Abgabe der Gonadotropine LH u. FSH in das Blut auslöst. - Zyklische Freisetzung des Gonadotropin releasing factor ist Voraussetzung für normale weibliche u. männliche Sexualfunktion; primäre Sekretionsschwäche führt zu primärer Amenorrhö.
  • Gonadotropine
    gonadotrope Hormone. Nicht geschlechtsspezifische Proteohormone (Glykoproteine), die in Zellen des Hypophysenvorderlappens gebildet werden, das Wachstum der männlichen und weiblichen Keimdrüsen fördern sowie endokrine Funktionen anregen und steuern.
  • Grading
    Beurteilung des Differenzierungsgrades von Tumoren nach Bewertungskriterien wie Ähnlichkeit der Tumorzellen mit Zellen des Organs, aus dem der Tumor hervorgeht, oder der Zellteilungsrate im Tumor (siehe [TNM-Klassifikation]).
  • Granulozyten
    weiße Blutkörperchen mit gekörntem Zellkörper, funktionell für die akute Immunabwehr als Fresszelle des Blutes zuständig.
  • Gravitz-Tumor
    siehe [Nierenzellkarzinom].
  • Gray (Gy)
    Einheitenname für Strahlenenergiedosis (benannt nach Louis Gray, Physiker in Condou). 1 Gy = 100 rad (engl., radiation absorbed dose).
H
  • Haarzell-Leukämie
    atypischer B-Lymphozyt, der im Ausstrich haarartige Fortsätze aufweist; bei Haarzellenleukämie (leukämischer Retikuloendotheliose). Eine seltene, langsam fortschreitende lymphoproliferative Erkrankung (zählt wie die chronisch-lymphatische Leukämie zu den niedrigmalignen lymphozytischen Non-Hodgkin-Lymphomen) mit Lymphknotenschwellungen, Milz-Leber-Vergrößerung, Anämie (mit Thrombozytopenie) sowie Haut- u. Knochenmarkinfiltraten aus lymphozytenähnlichen Zellen. Symptome: Abdominalschmerzen (Splenomegalie), rezidivierende Infektionen, Leistungsschwäche, Erythema nodosum. Diagnose: Panzytopenie, Punctio sicca (deshalb dann Knochenmarkbiopsie), Nachweis der typischen Haarzellenmorphologie, immunologischer Nachweis spezifischer Oberflächenantigene. Therapie: apha-Interferon; Splenektomie, Zytostatika.
  • HAMA
    Human (lat.) = den Menschen betreffend, vom Menschen stammend, menschlich, am Menschen ausgeführt. Wird körperfremdes Eiweiß (Abwehrzellen gegen ansonsten nicht zu erkennende Krankheitserreger von z. B. Mäusen) in den menschlichen Organismus eingeschleust, reagiert dieser mit der Bildung von Antikörpern gegen das körperfremde Eiweiß, obwohl dieses eigentlich die Abwehrfunktion des menschlichen Organismus unterstützen soll. Die Unterstützung gelingt nur, wenn das Mauseiweiß nicht als Antigen wirkt, also vom Menschen als fremd erkannt wird. Aus diesem Grund verwendet man keine reinen Mausantikörper, sondern humanisiert diese solange, bis der menschliche Organismus das Fremdeiweiß nicht mehr als solches erkennen kann.
  • Hämatokrit
    Hämatokrit: Abk.Hkt, HK. Der Anteil des Volumens aller roten Blutkörperchen ([Erythrozyten]) am Gesamtblut in %. Der Hämatokritwert beträgt bei Männern normalerweise 43,2-49,2 % und bei Frauen 36,8-45,4 %.
  • Hämatologie
    die Lehre von den Bluterkrankungen. Betrifft gut- und bösartige Tumoren.
  • Hämaturie
    Vorkommen von Blut im Urin. Der Nachweis von Blut im Urin stellt eine wichtige Diagnose auch im Zusammenhang mit einer möglichen Blasenkrebserkrankung dar. Nicht immer sind die Blutmengen dabei ausreichend, um eine mit bloßem Auge erkennbare Färbung zu verursachen (Mirkohämaturie). Deshalb kann nur eine Laboruntersuchung Gewissheit geben.
  • Hämoculttest
    Test, mit dem im Stuhl verborgenes, nicht sichtbares Blut nachgewiesen wird.
  • Hämoglobin
    Farbstoff der roten Blutkörperchen, der aus dem Eiweißanteil Globin und dem eisenhaltigen Häm besteht (dient dem Transport, der Bindung und der Abgabe des Sauerstoffs); Abk. Hb.
  • Hämosiderose
    Ablagerung von Hämosiderin (eisenhaltiger Eiweißbaustein) in den inneren Organen, häufig auch in der Leber.
  • Hand-Fuß-Syndrom
    schmerz-, evtl. fieberhafte, seitensymmetrische Schwellung der Hände u. Füße bei Sichelzellanämie des Kleinkindes; gefolgt von subperiostaler Knochenneubildung mit Knochengewebsdefekten (Osteolysen).
  • Harnblase
    auch Blase. Im Unterbauch gelegenes, dehnbares Hohlorgan. Der Harn gelangt über die Harnleiter in die Harnblase. Die Füllungskapazität ist bis ca. 0,8 l normal. Über die Harnröhre wird der Urin ausgeschieden. Die H. stellt einen wichtigen Teil der ableitenden Harnwege dar.
  • Harnblasenkarzinom
    Krebsgeschwür (Karzinom) in der Harnblase.
  • Harnkanälchen
    siehe [Harnkanäle]
  • Harnkanäle
    auch Harnkanälchen bzw. Tubuli. Über die H. erfolgt ein komplexer Stofftransport in der Niere. Dieser dient zur Konstanthaltung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts, Regulation des Säure-Basen-Haushalts und zur Elimination harnpflichtiger Substanzen.
  • Harnleiter
    auch Ureter. Das 20-30 cm lange röhrenförmige Hohlorgan zwischen Nierenbecken und Harnblase.
  • Harnleiter-Haut-Fistel
    Einfache Möglichkeit der nicht-kontinenten („nassen“) Harnableitung nach einer Blasenentfernung (Zystektomie). Die Harnleiter werden unmittelbar mit einer Öffnung in der Bauchdecke verbunden.
  • Harnsäuresteine
    Uratstein = Harnstein (hart, gelblich-bräunlich, rundlich, glatt oder wenig granuliert) aus harnsaurem Natrium oder Ammonium (auch freie Harnsäure), der bei Harnsäureübersättigung des Harns entsteht.
  • Hautkrebs
    bösartige Neubildung, die von der Haut ausgeht. Manchmal auch Absiedlung anderer Tumoren in die Haut.
  • Heilung
    Verschwinden einer Erkrankung nach einer Behandlung. Die Wiederherstellung der Gesundheit kann vollständig oder auch teilweise sein.
  • Heminephrektomie
    Entfernung eines Teils der Niere.
  • Hepar
    lat., Leber.
  • Hepatitis
    Entzündung der Leber.
  • Hepatitis C
    Hepatitis aufgrund einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus.
  • Hepatologe
    Facharzt für Leberkrankheiten.
  • Hepatologie
    Lehre von der Leber, ihrer Funktion, ihren charakteristischen Erkrankungen und deren Bedeutung.
  • Hepatomegalie
    krankhafte Vergrößerung der Leber.
  • Hepatopathie
    allgemeine Bezeichnung für Leberleiden.
  • Hepatose
    chronische, nicht entzündliche, degenerative Lebererkrankung mit funktionellen Störungen.
  • Hepatosplenomegalie
    Vergrößerung der Leber und der Milz.
  • Hepatotoxisch
    leberschädigend.
  • Hepatozellulär
    die Leberzelle betreffend.
  • Hepatozelluläres Karzinom
    bösartiger Tumor, der von den Leberzellen ausgeht. Spätkomplikation einer Leberzirrhose oder chronischen Hepatitis.
  • Hepatozyt
    Leberzelle.
  • Hilus
    Vertiefung an der Oberfläche eines Organs.
  • Histamin
    Gewebshormon, das die Blutkapillaren erweitert, die Säureproduktion im Magen steigert und bei allergischen Reaktionen mitwirkt.
  • Histologie/Histologisch
    Wissenschaft und Lehre vom Feinbau biologischer Gewebe. Die mikroskopische Betrachtung eines hauchfeinen und speziell angefertigten Gewebeschnittes erlaubt die Beurteilung, ob eine gutartige oder bösartige Gewebswucherung (Tumor) vorliegt, und gibt ggf. auch Hinweise auf den Entstehungsort des Tumors.
  • HIV
    Erscheinungsbild einer durch Viren ausgelösten Immunschwächekrankheit.
  • HLA-System
    HLA-System (Human Leukocyte Antigen-System) u. a. auf weißen Blutkörperchen vorhandene Oberflächen-Antigene (Histokompatibilitätsantigene), ein für die Immunabwehr wichtiges Regulationssystem des Organismus. Es wird beim Menschen repräsentiert durch zentromernahe, im kurzen Arm (p) des Chromosoms 6 gelegene allele Gene, die als Major Histocompatibility Complex bzw. System (MHC bzw. MHS) bezeichnet werden. Nach Lage ihres Gen-Locus werden die Gene in 3 funktionelle Klassen eingeteilt: Klasse I mit den Loci HLA-A, -B u. -C, Klasse II v. a. mit HLA-D, DR, DQ, (DO, DN,) DP. Die Gene dieser beiden Klassen, der Haupthistokompatibilitätskomplex, werden ergänzt durch eine dritte Klasse, die in der Immunregion (I-Region) des Chromosoms nahe dem HLA-D-Locus gelegen ist u. die Komplementgene C2, C4 u. Bf enthält. Genprodukte (Zellmembranantigene) von A, B u. C finden sich in Zellmembranen fast aller kernhaltigen Körperzellen, in höchster Konzentration auf Lymphozyten u. Makrophagen. Von D/DR kodierte Antigene werden dagegen nur in B-Zellen, in aktivierten T-Zellen, in Makrophagen, Endothelzellen, Langerhans-Zellen der Epidermis u. Spermatozyten gefunden; die Produkte der Klasse III sind Serumproteine. Die Genprodukte des MHC sind wichtig für die Aktivierung der Immunantwort, die der Genklasse III für die Komplementaktivierung. Es besteht eine Assoziation zwischen bestimmten Allelen einzelner Loci des HLA-Systems u. bestimmten Krankheiten: z. B. erworbene Agammaglobulinämie (Mangel an T-Helferzellen), Sarkoidose, Sklerodermie, Sjögren-Syndrom (übermäßige Aktivierung von T-Helferzellen), "Graft-versus-host-Reaktion" (Aktivierung von T-Helferzellen u. Fehlen von T-Suppressorzellen), Lupus erythematodes, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis etc. (Fehlen von T-Suppressorzellen), seronegative Spondylarthropathien (Bechterew-Krankheit, Reiter-Syndrom, Arthritis nach Yersinia-, Shigella- u. Salmonella-Infektionen; Kreuzreaktivität zwischen Klebsiellen u. HLA-B27), Dermatitis herpetiformis, Zöliakie, Addison u. Basedow-Krankheit, Myasthenia gravis u. Typ I des Diabetes mellitus (HLA-DR-3 assoziierte Autoimmunopathien). Vor Transplantationen wird eine Gewebetypisierung durchgeführt, um eine HLA-Inkompatibilität auszuschließen, die zu Abstoßungsreaktionen führen kann. - Das System hat serologische Bedeutung auch für Vaterschaftsgutachten.
  • Hochauflösende Ultraschall­untersuchung
    unschädliche Schwingungen mit einer Frequenz von 20 kHz bis 10 GHz, also oberhalb der menschlichen Hörgrenze, werden zur Sichtbarmachung von Strukturen im menschlichen Körper genutzt.
  • Hodgkin-Lymphom
    Thomas Hodgkin, 1798-1866, Pathologe, London Synonym: Hodgkin-Syndrom, Morbus Hodgkin, Paltauf-Sternberg-Krankheit = bösartig verlaufende Krankheit der lymphatischen Gewebe; mit tumorartiger Wucherung des retikuloendothelialen Systems unter Bildung von Granulomen aus Lymphozyten u. eosinophilen Granulozyten, atypischen Retikulumzellen (Histiozyten; einkernig = Hodgkin-Zelle; mehrkernige Riesenzelle = Sternberg-Reed-Zelle), begleitet von Bindegewebswucherung; in 20-40% mit neurologischer Symptomatik. Von der Rye-Konferenz 1965 neu klassifiziert: 1) lymphohistiozytäre Form (diffus oder knotig, mit wenig pathologischen Retikulumzellen), 2) noduläre Sklerose, 3) Mischzelltyp (bindegewebig abgegrenzte Knoten; nur geringe Faserentwicklung), 4) lymphozytenarme Form (mit zahlreichen atyp. Retikulumzellen; als retikuläre Form das frühere "Hodgkin Sarkom" [schlechte Prognose). - Symptome (sehr variabel): Lymphknotenschwellungen, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Splenomegalie, Fieber, Pruritus, Alkoholschmerz (eher selten), Haut- u. Schleimhautveränderungen, Erscheinungen an inneren Organen, Kachexie, Anämie, in 20-40% neurologische Symptomatik. Behandlung (je nach Stadium): Strahlentherapie, Zytostatika, ggf. kombinierte Chemo- u. Strahlentherapie. Stadieneinteilung nach der Ann-Arbor-Klassifikation. Klinisch: Stadium A ohne und B mit B-Symptomatik. Besondere Verlaufsformen z. B. mit hämatogener miliarer Aussaat in die Lungen (= miliarer Typ), mit mediastinopulmonaler Lokalisation unter Beteiligung zervikaler Lymphknoten (= thorakaler Typ; evtl. bauchhöhlenwärts fortschreitend mit nur episodischem = transitorischem mediastinopulmonalem Geschehen). vgl. [Non-Hodgkin-Lymphome].
  • Hohlvene
    auch Vena cava. Sammelvene, die das venöse Blut der oberen bzw. unteren Körperhälfte zum Herzen führt. Man unterscheidet eine obere und eine untere Hohlvene.
  • Homöopathie
    von Samuel Hahnemann (1755-1843) begründetes Therapieprinzip, bei dem meist in niedrigster Dosierung pflanzliche und mineralische Substanzen eingesetzt werden, die in hoher Dosierung bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome der zu behandelnden Krankheit hervorrufen.
  • Hormone
    Botenstoffe des Körpers, die in spezialisierten Zellen und Geweben hergestellt werden und auf dem Blut- oder Lymphweg ihren Wirkort erreichen.
  • Hormonrezeptoren
    die Bestimmung von Hormonrezeptoren bei Brustkrebs ist bedeutsam für die unterstützende (adjuvante) oder lindernde (palliative) Therapieentscheidung. Man unterscheidet Östrogen- und Progesteronrezeptoren. Patientinnen vor Eintritt der Wechseljahre (prämenopausale) weisen zu etwa 50 bis 60%, Patientinnen nach Eintritt der Wechseljahre (postmenopausale) zu 70 bis 80% Östrogenrezeptoren auf. Diese so genannten rezeptorpositiven Fälle wurden bisher im Hinblick auf den Verlauf der Erkrankung (Prognose) günstiger eingeschätzt als die rezeptornegativen Tumoren. Bei den rezeptorpositiven Patientinnen haben außerdem hormontherapeutische (endokrine) Maßnahmen mehr Aussicht auf Erfolg.
  • Humanisiert
    primär z. B. aus 100% tierischem Gewebe bestehende Strukturen werden Schritt für Schritt durch menschliches Gewebe ersetzt = humanisiert.
  • Hygrometer
    Luftfeuchtigkeitsmesser.
  • Hyperbilirubinämie
    erhöhter Gehalt des Blutes an Bilirubin.
  • Hyperkalzämie
    Vermehrter Gehalt des Blutes an Kalzium. Chronische H. führt zu Nierensteinbildung bzw. Nephrokalzinose, u. U. mit Niereninsuffizienz. Schwere H. kann das Hyperkalzämiesyndrom hervorrufen: Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Obstipation, Meteorismus, Muskelhypotonie, Adynamie, Reflexabschwächung u. psychische Störungen (Bleuler-Psychosyndrom). Kommt vor bei Hyperparathyreoidismus, Medikamenten (Thiaziddiuretika, Vitamin-D- u. -A-Intoxikation), malignen Tumoren mit u. ohne Knochenmetastasen, endokrinen Erkrankungen (z.B. Hyperthyreose, Addison Krankheit), selten bei Inaktivitätsatrophie des Skeletts u. granulomatösen Erkrankungen.
  • Hypernephrom
    siehe [Nierenzellkarzinom]
  • Hyperparathyreoidismus
    Überfunktion der Nebenschilddrüse.
  • Hypertonie
    Bluthochdruck, wobei nach WHO der systolische Wert über 160 und der diastolische über 95 mmHg beträgt. Als Grenzwert-Hypertonie werden Werte über bzw. gleich 140 mmHg systolisch bzw. über 90 mmHg diastolisch angesehen. Die aktuellsten, strengen Definitionen gehen von einem idealen Blutdruck 120 zu 80 mmHg aus. Die Grenzwerthypertonie (erfordert Beobachtung und allgemeine Maßnahmen) liegt bei 135 zu 85 mmHg. Alle darüberliegenden Werte werden als Indikation zur medikamentösen Behandlung angesehen.
  • Hypophyse
    Hirnanhangsdrüse, die ein übergeordnetes Zentrum für die Hormonproduktion im Körper darstellt.
  • Hypophysenadenom
    Tumor der Hirnanhangsdrüse. Hypophysenadenome sind gutartige Tumoren, die operativ, medikamentös oder seltener strahlentherapeutisch behandelt werden.
  • Hypothalamus
    komplexer Teil des Zwischenhirns. Ist als zentrales Regulationsorgan der vegetativen Funktionen wirksam. Von hier aus wird die Nahrungsaufnahme (Hungerzentrum), die Wasseraufnahme (Durstzentrum), die Körpertemperatur (Wärmeregulation), der Kreislauf (im Zusammenspiel mit dem Kreislaufzentrum), die Sexualität und der Schlaf (Zusammenspiel mit Hirnstamm und limbischem System) reguliert. Es werden die Releasing- und Inhibiting-Hormone (Release-Inhibiting-Hormone) gebildet, die über den tuberohypophysären Traktus bzw. das Pfortadersystem der Hypophyse in den Hypophysenvorderlappen gelangen u. dessen Hormonproduktion steuern. Teile des Hypothalamus sind ohne direkte Einwirkung auf das hormonale System und haben vorwiegend vegetative (Regulations-)Funktionen. 
I
  • i. v.
    intravenös.
  • IFN
    Abkürzung für Interferon.
  • Ifosfamid
    Zytostatikum, das Tumorzellen zerstören kann durch Veränderungen an den Kernsäuren der Zellen.
  • Ileum-Conduit
    Möglichkeit der nicht-kontinenten („nassen“) Harnableitung nach einer Blasenentfernung (Zystektomie), bei der die Harnleiter mit einem Stück Dünndarm (Ileum) verbunden werden, das in einen Ausgang auf der Bauchdecke mündet.
  • Ileum-Neoblase
    Möglichkeit der kontinenten („trockenen“) Harnableitung nach einer Blasenentfernung (Zystektomie), bei der aus einem Stück Dünndarm (Ileum) eine Blase geformt wird, die wie die ursprüngliche Blase mit Harnleiter und Harnröhre verbunden ist.
  • Immun-Checkpoint-Inhibitoren
    Im Rahmen einer Krebsbehandlung verabreichte Antikörper, die die Wirkung von Immun-Checkpoints aufheben.
  • Immun-Checkpoints
    Kontrollmechanismen von Zellen, die Angriffe des Immunsystems ausbremsen. Somit wird verhindert, dass körpereigene Zellen angegriffen werden. Bei Tumorzellen ein unerwünschter Mechanismus: Er verhindert in diesem Fall, dass das Immunsystem des Körpers Krebszellen bekämpft.
  • Immunabwehr
    Körperabwehr.
  • Immunglobulin
    Bezeichnung verschiedener Familien von Antikörper-Proteinen. Die Immunglobuline spielen eine wichtige Rolle beim Schutz des Organismus gegen allergische Reaktionen und andere Krankheitserreger.
  • Immunmodulator
    Im Kontext einer besonderen Blasenspülung (Instillationstherapie) nach einer TUR verabreichter, abgeschwächte Erreger (Bacillus Calmette-Guérin, kurz BCG), der unspezifisch das Immunsystem aktiviert. Daraufhin greift das Immunsystem unter anderem auch Krebszellen an.
  • Immunmodulatoren
    Substanzen bzw. Medikamente, die die Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems positiv oder negativ beeinflussen.
  • Immunologie
    die Lehre von der Immunität des menschlichen Organismus und der damit zusammenhängenden Reaktionen.
  • Immunologisch
    die Immunologie betreffend.
  • Immunsuppresion
    Abwehrschwäche.
  • Immunsystem
    das körpereigene Abwehrsystem gegen Krankheiten. Wesentliches Merkmal der Abwehrkräfte ist ihre Eigenschaft, Fremdsubstanzen zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu aktivieren.
  • Immuntherapie
    die Immuntherapie von Tumorerkrankungen setzt solche Zellen oder Botenstoffe im Organismus ein, die sich im Dienste der körpereigenen Abwehr befinden. Unter bestimmten Bedingungen kann eine Abwehrreaktion gegen das Geschwulstgewebe erzielt werden.
  • Implantat
    zusammenfassende Bezeichnung für künstliche Stoffe und Teile, die zur Erfüllung bestimmter Ersatzfunktionen für einen begrenzten Zeitraum oder auf Lebenszeit in den menschlichen Körper eingebracht werden.
  • In situ
    an Ort und Stelle.
  • In vivo
    am lebenden Organismus
  • Indikation
    Grund zur Anwendung eines bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens zur Bestimmung von Krankheiten.
  • Indolente NHL
    langsam wachsende NHL
  • Induktionsphase
    Einleitungsphase.
  • Infektion
    das Eindringen und Vermehren von krankheitserregenden Mikroorganismen in den bzw. im Körper.
  • Infertilität
    Unvermögen, eine Frucht bis zur Lebensfähigkeit auszutragen (siehe [Sterilität]).
  • infiltrativ/invasiv
    einige Gehirntumoren wachsen ohne scharfe Grenze in das umgebende Gewebe ein. Diese Eigenschaft wird als Infiltration bzw. Invasion bezeichnet. Sie ist eine wichtige Ursache für ein erneutes Tumorwachstum nach der Operation.
  • Infiltrieren
    eindringen, einsickern.
  • Infusion
    Zufuhr größerer Flüssigkeitsmengen (Nährlösungen, Medikamente) über ein Blutgefäß - meist tröpfchenweise - in den Organismus.
  • Inhalation
    Einatmung von Heilmitteln, z. B. in Form von Dämpfen.
  • Injektion
    Einführung von Flüssigkeit (z. B. eines Medikaments) in den Organismus mit Hilfe einer Spritze.
  • Inkubationszeit
    Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch erster Krankheitszeichen.
  • Inspizieren
    genau betrachten.
  • Instillationstherapie
    Nach der Entfernung nicht-invasiver (oberflächlicher) Tumoren durchgeführte Blasenspülung mit Medikamenten (Zytostatika oder der Immunmodulator BCG), um das Rückfallrisiko zu senken, Form der adjuvanten (unterstützenden) Therapie.
  • Insulin
    Hormon der Bauchspeicheldrüse, regelt den Blutzuckerspiegel im Körper.
  • Interferone
    Botenstoffe, mit denen sich die körpereigenen Abwehrzellen untereinander verständigen. Diese Stoffe können heute künstlich hergestellt werden und finden Anwendung bei der Behandlung verschiedener Krebsarten.
  • Interleukin
    eine Gruppe sehr kurzlebiger Proteine, die das Immunsystem als Kommunikationsmittel (Botenstoffe) verwendet. Mit Interleukinen wird die Immunreaktion gesteuert. Manche Proteine aus dieser Gruppe können gentechnisch hergestellt und als Unterstützung im Kampf des Körpers gegen Krebs eingesetzt werden.
  • Interstitiell
    lat., interstitium = Zwischenraum; im Zwischengewebe liegend.
  • Intravenös
    die Verabreichung eines Medikaments in die Vene.
  • Intravenöse Pyelographie (IVP)
    Auch intravenöse Ausscheidungsurographie genannt. Röntgenuntersuchung zur Darstellung der ableitenden Harnwege (Urogenitaltrakt) mithilfe eines Kontrastmittels, das in die Vene gespritzt und anschließend über die Nieren ausgeschieden wird.
  • Invasiv
    bei Krebszellen: in das benachbarte Bindegewebe hineinwuchernd. Hier: minimal-invasive Eingriffe = Eingriffe, die in ihrer Auswirkung für den Patienten so gering wie möglich gehalten werden.
  • Invasives Karzinom
    Karzinom, das die Außenhaut des Entstehungsortes durchbrochen und sich in das Nachbargewebe ausgebreitet hat. NICHT gleichbedeutend mit einer Metastasierung des Tumors.
  • Ionisierende Strahlung
    energiereiche Strahlung, die die Bindung zwischen Molekülen beeinflussen oder zerstören kann. Dabei entstehen freie Radikale oder Ionen. Diese können zu Mutationen (Veränderungen) im Erbgut führen. Elektromagnetische Wellen, die beim Durchgang durch Materie (Körpergewebe) Energie übertragen, so dass es zu chemischen und biochemischen Reaktionen kommt, die bei der Behandlung von Erkrankungen hilfreich sein können.
  • Irritation
    Reizung.
K
  • Kältechirurgie
    Zerstörung von Gewebe wie z. B. Tumorgewebe durch Kälte; dabei wird die betreffende Stelle über wenige Sekunden beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt.
  • Kalzium
    synonym: Ca. Ein für den Menschen unabdingbar nötiges zweiwertiges Element (Kalziumstoffwechsel); seine Salze finden therapeutische Anwendung z. B. bei Tetanie; hohe i. v. Gaben können zu Vergiftung führen (Lähmung; durch Hypoxie oder Stress bedingte Ca-Ionen-Akkumulation führt zu höchster Steigerung des ATP-Umsatzes u. Mitochondrien-Schädigung; wichtig: Beachtung der Kontraindikationen).
  • Kaposi-Sarkom
    Kaposi-Syndrom = Kaposi-Sarkom(atose). Pseudosarcomatosis haemorrhagica pigmentosa, Retikuloangiomatose, Sarcoma idiopathicum multiplex haemorrhagicum: v. a. bei Männern jenseits des 50. Lebensjahres zahlreich und symmetrisch an den Füßen und Händen auftretende schmerzhafte, rot-violette, derb-elastische Knötchen und Knoten (zellreiche Granulome mit reichlicher Gefäßneubildung) mit Blutung und Hämosiderineinlagerung sowie Ausbreitung durch Wachstum und Bildung neuer Knoten; evtl. auch Geschwürsbildung, nach jahrelangem Bestehen Metastasierung; auch als Komplikation von AIDS (häufigster maligner Tumor bei HIV-Infizierten, hier meist vor dem 50. Lebensjahr auftretend und mit atypischem Verlauf, z. B. Lokalisation auch in der Mundhöhle und im Gastrointestinaltrakt) und klinisch ähnlich nach immunsuppressiver Therapie; evtl. virusbedingt.
  • Kardial
    das Herz betreffend, herzbedingt (= kardiogen).
  • Karzinogene
    Substanzen oder Faktoren, die die Krebsentstehung begünstigen.
  • Karzinom
    Geschwulst, die aus Deckgewebe [Epithel]) entsteht. Karzinome besitzen viele, hinsichtlich des Gewebeaufbaus und des Wachstums unterscheidbare Formen (z. B. Adenokarzinom = von Drüsen ausgehend, Plattenepithelkarzinom = von Plattenepithel tragenden Schleimhäuten ausgehend).
  • Katheter
    röhren- oder schlauchförmiges, starres oder biegsames Instrument zum Einführen in Hohlorgane, Gefäße oder Körperhöhlen. Durch einen Katheter kann von dort Inhalt entnommen oder Substanzen dorthin eingebracht werden.
  • Keimdrüsen
    Eierstöcke und Hoden.
  • Keimzellen
    Eizellen und Spermien.
  • Keimzelltumoren
    Keimzelltumoren gehen aus von den Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden) oder versprengtem Keimgewebe in der Mittellinie des Körpers vom Steißbein bis zur Zirbeldrüse im Gehirn.
  • Kernspintomographie (siehe MRT, NMR), Magnetresonanztomographie (MR)
    die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Verfahren, welches sich der elektromagnetischen Schwingung von Gewebebestandteilen in einem künstlich erzeugten Magnetfeld bedient. Es stellt mit hoher Auflösung Strukturen im Schädelinneren dar und liefert damit präzise Schnittbilder des Gehirns. Ungeeignet ist sie häufig für Patienten mit Herzschrittmachern, für Patienten mit Ängsten und für Menschen, denen nur eine sehr kurze Untersuchungszeit zugemutet werden kann.
  • Klassifizierung
    etwas in Klassen einteilen, einordnen.
  • Klon
    genetisch einheitliche Nachkommengruppe, die sich von einem Mutterorganismus ableitet.
  • Knochen
    1) das aus Osteozyten, kollagenen Fasern u. einer verkalkten Grundsubstanz bestehende Knochengewebe 2) Die festen, biegungselastischen Teile des Skeletts (Os, Ossa); als lange oder Röhrenknochen oder kurze, würfel- oder zylinderförmige sowie als platte, breite Geflechtknochen z. B. Fußwurzelknochen bzw. Schulterblatt, Schädeldachknochen. Lagerstätte des blutbildenden Knochenmarks, Ursprungs- u. Ansatzorte für die Skelettmuskeln.
  • Knochenmark
    in jedem Knochen gelegene Produktionsstätte für im Blut zirkulierende Blutzellen. Man unterscheidet die Blutzellen in: Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Sauerstofftransport. Normwert: 4 bis 5 Millionen pro Mikroliter Blut. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Abwehrzellen. Normwert: 4.000 bis 9.000 pro Mikroliter Blut. Blutplättchen (Thrombozyten): Blutstillung/Gerinnung. Normwert: 150.000 bis 300.000 pro Mikroliter Blut.
  • Knochenmarkaplasie
    Zellreifungs- u. Zellteilungshemmung aller Knochenmarkzellen (= Knochenmarkblockade, -sperre) mit Verminderung der zellulären Anteile des blutbildenden Knochenmarks unter die Norm, verbunden mit Panzytopenie im peripheren Blut mit konsekutiver normochromer, normozytärer Anämie; z. B. bei medikamentenbedingter Agranulozytose, durch Intoxikationen (Benzol, Toluol, Insektizide), nach viralen Hepatitiden sowie als Folge von Strahlenunfällen.
  • Knochenmarkdepression
    durch Chemotherapie bedingte Schädigung des Knochenmarks, die fast immer heilbar (reversibel) ist. Die Dauer der Knochenmarkdepression, die mit einer erhöhten Infektions- und Blutungsgefahr einhergeht, ist abhängig von der Art der Therapie.
  • Knochenmarkpunktion
    die mittels Spezialkanüle erfolgende Punktion des Markraumes platter Knochen (z. B. Brustbein, Beckenkamm) zur Gewebeentnahme im Rahmen einer Biopsie des Knochens oder Knochenmarks oder zur intraossalen Injektion oder Transfusion.
  • Knochenmark­transplantation
    Übertragung von Knochenmark(Stammzellen) HLA kompatibler u. MLC negativer Spender, z. B. zur Behandlung akuter Leukämien, chronisch myeloischer Leukämie (CML) und seltener Blutbildungsstörungen; erfolgt intravenös. Erfordert Vorbehandlung (Ganzkörperbestrahlung u./oder Chemotherapie) für das Angehen des Transplantates sowie Nachbehandlung gegen Transplantat-Wirt-Reaktion durch Immunsuppression; Gefahren: immunsuppressiv bedingte Folgen, vor allem in der Anfangsphase. -- Siehe [Stammzelltransplantation]
  • Knochenmetastase
    Tochtergeschwülste (v. a. von Karzinomen) im Skelettsystem Lokalisation: am häufigsten in der Wirbelsäule (vertebrale K.); platte Knochen; große Röhrenknochen; periphere Hand-, Fußknochen (spricht für Bronchialkarzinom). Unterschieden werden osteolytische K. (v. a. Nierenzell-, Schilddrüsenkarzinome, Malignome des Magen-Darm-Traktes) u. osteoplastische K. (v. a. Prostata-, Bronchial-, Mammakarzinom). Möglich sind auch osteolytische u. osteoplastische Anteile (v. a. Mammakarzinom); K. im Kleinkindes-alter sprechen für ein Neuroblastom. Eine Sonderform sind vertebrale K. bei maligner Lymphogranulomatose, meist im späteren Stadium. - Symptome: Schmerzen, evtl. pathologische Frakturen, neurologische Symptomatik (je nach Lokalisation z. B. als Vortäuschung von Schmerzsyndromen wie "Ischialgie", "Zervikalsyndrom"; ggf. plötzliche Querschnittslähmung, v. a. bei osteolytischen K.), erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, pathologische Elektrophorese. Diagnose: u. a. Röntgen; Szintigraphie (z. B. zur differentialdiagnostischen Unterscheidung degenerativer von metastasenbedingten Wirbeldestruktionen); Kernspintomographie; Laborparameter. Therapie (je nach Primärtumor, Stadium, Lokalisation): Strahlen-, Chemotherapie, orthopädische Maßnahmen, Schmerztherapie.
  • Koinfektion
    gleichzeitige oder zusätzlich vorhandene Erkrankung.
  • Kolon
    Dickdarm.
  • Kolorektales Karzinom
    Dickdarm- und Mastdarmkrebs.
  • Koloskopie
    Dickdarmspiegelung mittels Endoskop.
  • Kolposkopie
    Betrachtung des Muttermundes durch ein Vergrößerungsglas.
  • Komplikation
    Schwierigkeit, ungünstige Beeinflussung oder Verschlimmerung eines normalerweise überschaubaren Krankheitszustandes, eines chirurgischen Eingriffs oder eines biologischen Prozesses durch einen unvorhergesehenen Umstand.
  • Kontraindikation
    Gegenanzeige, Begründung, warum eine medikamentöse Behandlung nicht erfolgen sollte.
  • Kontrastmittel
    sie werden gegeben, um im Röntgenbild bestimmte Strukturen besser darzustellen. Röntgenstrahlen werden vom Kontrastmittel mehr (positives Kontrastmittel) oder weniger (negatives Kontrastmittel) abgeschwächt als vom umgebenden Körpergewebe. Dadurch kommt es zu einer kontrastreicheren Darstellung des Organs, in dem sich das Kontrastmittel befindet.
  • Kontrazeption
    Empfängnisverhütung. Als nicht-hormonale Kontrazeption durch Vermeiden des Geschlechtsverkehrs (sexuelle Abstinenz) während des Ovulationstermins und unter Anwendung bestimmter Methoden zu dessen Berechnung, z. B. - als so genannte Rhythmusmethoden - die Knaus-Ogino-Methode (als Kalendermethode), verschiedene auf Registrierung der Basaltemperatur gestützte Temperaturmethoden, evtl. unter Einbeziehung der Spinnbarkeit oder - als symptothermale Methode - der Verflüssigung des Zervixschleims (auf letzteren Faktor als einziges Bezugszeichen gestützt die Billing- Methode). Als hormonale Kontrazeption durch Anwendung von Östrogen-Gestagen-Präparaten in Form der so genannte Pille oder als Injektionspräparat, wobei eine Hemmung des Follikelsprunges (Ovulation) u./oder Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, des Zervixschleimes u. des Eitransportes im Eileiter (durch Änderung der Eileitermotilität) erzielt werden. Die 2 Hormone werden gleichzeitig oder nacheinander verabreicht (Einphasenmethode bzw. Zweiphasenmethode), so bei der zuerst von Pinkus angegebenen Pille oder in der Einmonatsspritze bzw. bei der Sequentialmethode (Östrogen-, dann Östrogen-Gestagen-Pillen). Die so genannte Einmonatspille enthält - in Depotform - einen lang wirksamen Östrogen- u. einen kurzzeitig wirkenden Gestagen-Anteil. Die so genannte "Minipille" enthält dagegen nur Gestagene (führt häufig zu Zwischenblutungen), ebenso die - nicht so zuverlässige - kurz nach Beischlaf einzunehmende "Pille danach". - Ferner die Anwendung von Kondomen, Pessaren (Okklusiv-, v. a. Intrauterin-Pessar) als Kontrazeptiva.
  • Koronararterien
    arterielle Kranzgefäße des Herzens.
  • Koronarsklerose
    Verengung oder Verschluss eines oder mehrerer Äste der Koronararterien durch Arteriosklerose, der häufigsten Ursache der Durchblutungsstörungen am Herzen.
  • Krankheitskeime
    körperfremde Zellen die dem menschlichen Organismus potenziell gefährlich werden können, z. B. Bakterien, Viren oder Parasiten.
  • Krebsbehandlung
    Krebs = Bezeichnung für bösartige Tumoren (Malignom). Für viele maligne Erkrankungen existieren, je nach der Art des Malignoms, spezifische Behandlungsmöglichkeiten.
  • Krebspatient
    von einer bösartigen Geschwulst betroffener Patient.
  • Kurativ
    heilend, auf Heilung ausgerichtet.
L
  • Laparotomie
    operative Öffnung der Bauchhöhle zur Entnahme von Gewebsproben für diagnostische Zwecke.
  • Laryngoskop
    Instrument zur direkten Kehlkopfspiegelung, das mit einer Lichtquelle versehen ist und einen direkten Blick in den Kehlkopf ermöglicht.
  • Laryngoskopie
    Kehlkopfspiegelung. Untersuchung des Kehlkopfes mit Hilfe von Spiegeln (indirekte Laryngoskopie) oder durch Einführen eines Laryngoskops (direkte Laryngoskopie). Eine Sonderform der indirekten Laryngoskopie ist die Lupenlaryngoskopie.
  • Latent
    stumm,verborgen.
  • Latenzphase
    Beschwerdefreie Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch von Krankheitszeichen.
  • Leberenzyme
    Blutwerte, mit deren Bestimmung eine Aussage über die Funktion und/oder eine Zellschädigung der Leber gemacht werden kann.
  • Leberzellkrebs
    Von Leberepithelzellen ausgehendes Karzinom (stromaarm, solid); meist uni- oder multizentrisch bei Zirrhose (fließende Übergänge vom Regeneratknoten über Adenom zum Karzinom). Diffus infiltrierend mit typischem Einbruch in die Pfortader oder Vena hepatica. Ätiologie: chronische Hepatitis B oder C, Leberzirrhose, Aflatoxin B1 (Aspergillus flavus), Thorotrast®. Meist uncharakteristische Symptome (wie bei Zirrhose), Ösophagusvarizen, paraneoplastische Erkrankungen. Eventuell therapieresistenter Aszites. Metastasierung lympho- oder hämatogen vor allem in die Lungen. Diagnostik: charakteristische Erhöhung von AFP; bildgebende Verfahren (Sonographie, Computer-, Kernspintomographie, Angiographie); Feinnadelpunktion u. Histologie. Therapie: Die Resektion ist die einzige kurative Behandlungsmöglichkeit (Resektionsformen: Segmentresektion, Hemihepatektomie, Trisegmentresektion oder Lebertransplantation); alternativ bei inoperablen Situationen systemische u. regionale Chemotherapie oder Chemoembolisation.
  • Leberzirrhose
    Umbau von Leberzellen in funktionsunfähiges Gewebe. Narbige Schrumpfung eines Organs. Cirrhosis hepatis = Leberzirrhose.
  • Leukämie
    Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch maligne Transformation hämatopoetischer oder lymphatischer Zellen entstehen, mit Proliferation u. Akkumulation neoplastischer Zellen (Leukämiezellen) primär im Knochenmark, meist auch im Blut u. in lymphatischen Geweben, seltener in anderen Organen. Die Symptome resultieren aus der Verdrängung normaler Blutzellen, Beeinträchtigung des Immunsystems u. Infiltration atypischer Zellen in Organe: Anämie, Blutungen (v. a. infolge Thrombozytopenie), Infektionen (durch Abwehrschwäche); Reizerscheinungen, Vergrößerung u. Funktionsminderung befallener Organe (z. B. Meningoencephalomyelopathia leucaemica, evtl. Niereninfiltration). Die Einteilung erfolgt nach morphologischen, zytochem. u. immunzytologischen Kriterien der atypischen Zellen (myeloisch-lymphatisch), nach dem Differenzierungsgrad (reifzellig-unreifzellig) und bei der akuten myeloischen Leukämie entsprechend der "FAB-Klassifikation sowie nach dem klin. Verlauf (akut bzw. chronisch). Ferner ist die Unterscheidung zwischen sub- oder aleukämischen (normale oder erniedrigte Leukozytenzahlen im Blutbild; häufig bei akuter L.) u. leukämischen (erhöhte Leukozyten; meist bei chron. L.) Verlaufsformen üblich. - Die Ursachen für die Entstehung einer Leukämie (Leukämogenese) sind nicht eindeutig geklärt; mögliche Faktoren (Leukämogene), die das Leukämie-Risiko erhöhen, sind v.a. ionisierende Strahlung (z. B. Atombombenexplosionen, Thorotrast®-Exposition, Strahlentherapie), einige Chemikalien (v. a. Benzol u. Zytostatika), Viren (s. a. Onkogen, Tumorviren, HTLV I) sowie genetische Faktoren (vgl. Philadelphia-Chromosom); häufig finden sich Chromosomenaberrationen.
  • Leukopenie
    niedriger Gehalt an weißen Blutkörperchen, nach Chemotherapie
  • Leukoplakie
    weißliche Veränderung der obersten Zellschicht der Schleimhaut. Eine Leukoplakie kann sowohl gutartigen als auch bösartigen Gewebeänderungen entsprechen.
  • Leukozyt
    (W. Hewson, 1770) weiße Blutkörperchen, unterschieden als Granulozyten, Lymphozyten u. Monozyten. Dienen zur Abwehr von Infektionen.
  • Leukozytenzahl
    die im speziell (meist nach Pappenheim) gefärbten Blutausstrich Differenzialausstrich) ermittelte prozentuale Verteilung der kernhaltigen Zellen, der Leukozyten und ggf. auch kernhaltiger Erythrozyten u. pathologischer Zellformen.
  • Leukozytopenie
    Verminderung der im Blut bestimmten weißen Blutkörperchen
  • Leukozytose
    Vermehrung der Leukozytenzahl im peripheren Blut auf Werte > 10.000/µl; vor allem bei Infektionskrankheiten, lokalen Entzündungen, Leukämie; sowie die physiologische Leukozytose während der Schwangerschaft, nach schwerer körperlicher Arbeit, nach dem Essen, bei Rauchern, beim Säugling und Kleinkind; ferner während oder nach Corticosteroid- oder Lithiumtherapie. Im Differenzialblutbild unterscheidbar als Granulo-, Lympho-, Monozytose.
  • Libido
    (lat.) Begierde, Wollust (Sigmund Freud) die mit dem Sexualtrieb verbundenen psychischen Erscheinungen bzw. - in späterer Konzeption - die allgemeine psychische Energie; ein Kernbegriff der Psychoanalyse; als Libido sexualis (Kraft, mit der der Sexualtrieb im Seelenleben auftritt) "etwas dem Hunger, dem Machtwillen u. dgl. bei den Ich-Trieben Analoges"; in der späteren Triebtheorie der dem Todestrieb entgegengesetzte Lebenstrieb (bei C. G. Jung die allgemeine psych. Energie = Lebensenergie).
  • Liquor
    Nervenwasser. Es umspült das gesamte Gehirn und das Rückenmark und befindet sich auch im Inneren des Gehirns, wo es die Gehirnkammern ausfüllt.
  • Lobektomie
    Chirurgische Entfernung eines Lungenlappens.
  • Logopädie
    Logopäden/-innen sind Spezialisten für die Behandlung von Stimm-, Sprach- und Sprechstörungen, u. a. auch für die Erlernung der Ersatzstimme.
  • Lokal
    örtlich.
  • Lokalisation
    der genaue Sitz des Tumors im Körper.
  • Lokalisieren
    den Standort bestimmen.
  • Lokalrezidiv
    Wiederauftreten einer Krankheit (Rezidiv) am selben Ort.
  • Lumbalpunktion
    Einstich in den Wirbelkanal (zwischen dem 3. und 4. oder 4. und 5. Lendenwirbel-Dornfortsatz) für die Entnahme von Flüssigkeit (Gehirnwasser, Liquor cerebralis) zur Untersuchung der Zellen und/oder zur Einträufelung (Instillation) von Medikamenten in den Lumbalkanal.
  • Lymphangitis
    Entzündung der Lymphbahnen
  • Lymphatisch
    mit Lymphe und Lymphknoten zusammenhängend.
  • Lymphbahnen
    Gefäße des Lymphflusses
  • Lymphdrainage
    Entstauungsmaßnahme bei Schwellungen, die durch verzögerten Lymphabstrom verursacht werden. Dabei werden mit Hand und Finger leichte Streich- und Druckmassagen durchgeführt, die die Flüssigkeit in andere Gebiete verteilen, wo sie besser abfließen.
  • Lymphe
    Gewebewasser, das in einem eigenen Gefäßsystem zu den herznahen Venen transportiert wird und sich dort wieder mit dem Blut vermischt.
  • Lymphknoten
    die linsen- bis bohnengroßen Lymphknoten sind an zahlreichen Stellen des Körpers (Lymphknotenstationen) Filter für das Gewebewasser (Lymphe) einer Körperregion. Die oft verwendete Bezeichnung Lymphdrüsen ist falsch, da die Lymphknoten keinerlei Drüsenfunktion besitzen. Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil des Immunsystems.
  • Lymphome, maligne
    Erkrankungen des lymphatischen Systems. Es handelt sich um verschiedenste Lymphkrebsarten, die ganz unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen und in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: MorbusHodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome. Aus ungeklärten Gründen können diese Tumoren auch im Gehirn auftreten und nehmen hier an Häufigkeit zu.
  • Lymphozyten
    bestimmte Unterart der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), mit großem, runden Zellkern, die an der Immunabwehr beteiligt sind. Die Vorläuferzellen der Lymphozyten stammen aus dem Knochenmark, ihre weitere Entwicklung verläuft in Lymphknoten, Milz und anderen lymphatischen Organen. Über die Lymphbahnen gelangen sie ins Blut, wo sie 20-50 % der weißen Blutkörperchen ausmachen. Man unterscheidet drei Arten von Lymphozyten (B-, T-Lymphozyten und NK-Zellen), die unterschiedliche Funktionen haben.
  • Lymphsystem
    Sammelbegriff für Lymphgefäße (Vasa lymphatica), Lymphgefäßstämme (Trunci lymphatici), Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und die regionalen Lymphknoten (Nodi regionales; Nodi lymphatici) sowie für die diffusen lymphatischen Gewebe (Lymphozyten in Bindegewebe, Schleimhäuten, Drüsen), die solitären u. aggregierten Lymphfollikel der Gewebe, die Milz und die lymphoepitheliales bzw. lymphoretikuläres Gewebe enthaltenden Organe (Tonsillen u. Thymus bzw. Knochenmark).
M
  • Magenspiegelung
    Untersuchung der Magenschleimhaut mit Hilfe eines beweglichen Schlauches, in dem ein optisches System und häufig eine kleine Biopsiezange zur Entnahme von Gewebeproben steckt.
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
    diagnostische Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern (Tomogramme/Quer- oder Längsschnitte) des menschlichen Körpers. Dem Verfahren liegen nicht wie bei der Computertomographie Röntgenstrahlen zugrunde, sondern Wellen, die von den körpereigenen Atomen nach Ausrichtung in einem magnetischen Feld ausgesandt werden und computergestützt zu einem hochauflösenden Schnittbild rekonstruiert werden können.
  • Makrophagen
    Gewebezellen des Bindegewebes, an der Immunabwehr als "Fresszelle" beteilig.
  • Maligne
    bösartig.
  • Malignes Lymphom
    Bösartige Erkrankung, die ihren Ausgang von den Lymphozyten nimmt. Durch ikroskopische Untersuchungen kann man die Hodgkinsche Erkrankung von den Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) unterscheiden.
  • Malignes Melanom
    Bösartige Geschwulst, die von den Pigment bildenden Zellen der Haut ausgeht.
  • Malignität
    Bösartigkeit; die Neigung eines Krankheitsprozesses, fortzuschreiten, zerstörend zu wirken u. zum Tode zu führen. Histologisch-zytologische Charakteristika der M. von Tumoren (Malignomen): schnelles, infiltratives u. destruktives Wachstum, Rezidive und Fernmetastasen, vermehrte und pathologische Mitosen, Zell- u. Kernpolymorphie u. -hyperchromasie, Verlust der normalen Kern-Zytoplasma-Relation.
  • Malignitätsgrad
    Bezeichnung des Schweregrades bösartiger Zellen.
  • Mamille
    der lateinische Begriff für die Brustwarze.
  • Mamma
    der lateinische Begriff für die Brust der Frau, bestehend aus Drüsenkörper, Fett- und Bindegewebe sowie der Brustwarze.
  • Mammakarzinom
    Brustkrebs; das - meist vom oberen-äußeren Quadranten ausgehende - Karzinom der weiblichen Brustdrüse; gehört zu den häufigsten Malignomen der Frau. Tritt v. a. im 5. u. 6. Lebensjahrzehnt auf, aber 30% der betroffenen Frauen sind jünger als 40 Jahre. Ätiologie und Risikofaktoren: diskutiert werden unter anderem Adipositas, Diabetes, fettreiche Ernährung, endokrine Faktoren, genetische Prädisposition. Als prämaligne Mammaveränderungen gelten das Carcinoma ductale in situ (CDIS), das als echte Präkanzerose eingestuft wird, und das Carcinoma lobulare in situ (CLIS). Das histologische Typenspektrum des Mammakarzinoms ist vielfältig. Grundsätzlich wird zwischen duktalen und lobulären Mammakarzinom sowie zwischen nicht invasiven und invasiven Formen unterschieden. Von Bedeutung ist auch die häufige Multifokalität bzw. Multizentrizität. Die Tumorstadieneinteilung erfolgt nach dem TNM-System. Symptome: Knotenbildungen, krankhafte Drüsenabsonderungen, Bruströtung und -schwellung (eventuell nur lokales Ödem), Ekzem und Verziehung der Brustwarze, eventuell Mastitis, Abszess, Geschwürbildung, Apfelsinenschalenhaut, Metastasierung in regionale Lymphknoten (Axilla, Pektoralisrand, Supraklavikulargrube) und in örtliche Lymphgefäße der Haut (eventuell Cancer en cuirasse); ist nur selten schmerzhaft (v. a. in späteren Stadien). Eine Früherkennung des Tumors (Knoten!) kann durch Selbstuntersuchung möglich. Das Betasten der Brust sollte regelmäßig einige Tage nach der Menstruation erfolgen. Die Palpation wird mit der kontralateralen Hand von seitlich zur Mitte hin durchgeführt. Die Diagnose stützt sich auf Mammo-, Galakto-, Sonographie, Punktionszytologie, Gewebeentnahme (Schnellschnittdiagnostik). Die Therapie erfolgt individuell, die Tendenz zu einer brusterhaltenden Therapie nimmt zu. Mammakarzinom des Mannes seltenes, bevorzugt im 7. Lebensjahrzehnt auftretendes Karzinom der Brustdrüse des Mannes; sitzt stets submamillär, breitet sich rasch aus und metastasiert frühzeitig.
  • Mammographie
    Röntgendarstellung der Brustdrüse. Nach wie vor die aussagekräftigste technische Untersuchung zur Früherkennung, da auch noch nicht tastbare Tumoren zu erkennen sind. Die endgültige diagnostische Zuordnung einer Geschwulst ist aber letztlich nur durch die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe möglich.
  • Manifestation
    das Erkennbarwerden von Krankheiten.
  • Manuell
    mit der Hand.
  • Marfanoider Habitus
    Veränderung des Knochenbaus und der Muskulatur, die mit abnormem Längenwachstum der Extremitäten (Arme, Beine) einhergeht.
  • Mastektomie
    Brustamputation, operative Entfernung der weiblichen Brustdrüse (Mammaamputation) bei malignen Mammatumoren.
  • Mastopathie
    Veränderung im Drüsengewebe der Brust, die durch Einwirkung der weiblichen Hormone (Östrogene) beeinflusst wird. Kann zur Bildung von kleinen Zysten führen.
  • Mediastinum
    mittleres Gebiet des Brustraumes.
  • Medulloblastom
    bösartiger Tumor des Kleinhirns, welcher bei Kindern den häufigsten bösartigen Gehirntumor darstellt. Mithilfe einer Kombinationsbehandlung aus Operation, Strahlentherapie und ggf. Chemotherapie können heute ca. 50% der betroffenen Kinder geheilt werden.
  • Melanozyten
    zur Melaninbildung (Hautpigment) befähigte Zellen in der Haut.
  • MEN
    siehe [Neoplasie], multiple endokrine.
  • Meningeale Carcinomatose
    Ausbreitung von Krebszellen in den Gehirnhäuten.
  • Meningeom
    in der Regel gutartige, scharf abgegrenzte Tumoren, die von Zellen der Hirnhäute (Meningen) gebildet werden.
  • Menopause
    Zeitpunkt der letzten Menstruation, dem keine monatlichen Blutungen der Frau mehr folgen; meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.
  • Mesorektum
    Mastdarm mit anhängendem Fett- und Bindegewebe
  • Metastase
    Krankheitsherd, der durch die Verschleppung von krankeitserregendem Material (Tumorzellen, Bakterien) aus einem ursprünglichen Krankheitsherd entsteht. Im engeren Sinne ist damit die Metastase eines bösartigen Tumors gemeint (Fernmetastase: Metastase, die auf dem Blut- oder Lymphweg übertragen wird und fern des ursprünglichen Tumors angetroffen wird).
  • Metastasierung
    die Ausbreitung oder Ausstreuung von Krebszellen kann hämatogen, d. h. über den Blutweg, oder lymphogen, d. h. mit dem Lymphstrom, erfolgen. Hämatogene Metastasen sind mit Operation oder Strahlentherapie nur sehr selten zu bekämpfen, während bei lymphogenen Metastasen eine Operation, eine Chemotherapie und/oder eine Bestrahlung noch ausreichend wirksam sein kann.
  • Mikrochirurgie
    Spezialgebiet der Chirurgie, das sich mit Operationen unter dem Mikroskop befasst.
  • Milzinfarkt
    ein meist keilförmiger anämischer Infarkt durch vor allem Embolie-bedingten Verschluss (z. B. bei rheumatischer Endokarditis) der Milzarterie oder eines ihrer Äste. Seltener als hämorrhagische Infarzierung, z. B. bei Pfortaderstau; auch bei Splenomegalie (durch chronisch myeloische Leukämie).
  • Mimik
    Gebärden- und Mienenspiel des Gesichtes. Minimal: äußerst gering.
  • Monoklonal
    von einem Zellklon produziert.
  • Monoklonale Antikörper
    die von den in Zellkulturen wachsenden Zellen klonierter B-Zellen-Hybridome produziert werden, d.h. von den Nachkommen von Zellhybriden (vgl. Hybridom), die entstanden sind durch künstliche Verschmelzung von gegen ein definiertes Antigen sensibilisierten B-Lymphozyten mit geeigneten Tumorzellen (ursprünglich gelungen mit Myelomzellen). Sie sind gegen nur eine der zahlreichen unterschiedlichen Determinanten eines gegebenen Antigens gerichtet (jedes Antigen hat normalerweise zahlreiche Determinanten, so dass an der Immunantwort gegen ein einziges herkömmliches Antigen meist viele verschiedene B-Lymphozyten u. entsprechend viele Antikörper beteiligt sind). Anwendung z. B. zur Reinigung und Darstellung seltener Proteine (auch Hormone) und anderer Wirkstoffe, zur Zellcharakterisierung (durch Nachweis von Oberflächen- = Differenzierungsmarkern) unter anderem auch an Tumorzellen (möglich in vivo, in Zellkulturen und in histologischen Schnitten), zur Diagnostik von Immunopathien und von Krankheiten, bei denen vermehrt krankhafte Eiweißkörper gebildet werden (siehe auch Paraproteine), zur Diagnostik (z. B. Immunszintigraphie) und Behandlung von Tumoren und anderer proliferativer Erkrankungen (wobei die Antikörper direkt oder als Träger zytolytischer Substanzen bzw. von Zytostatika eingesetzt werden), zur Inkubation allogenen Knochenmarks vor dessen Transplantation (Prophylaxe der Abstoßungsreaktion durch T-Zellen), Typisierung von Viren und Bakterien, zur HLA-Typisierung (siehe auch [Antikörper]).
  • Morbidität
    Krankheitshäufigkeit, Anzahl von Erkrankungen.
  • Morbus Crohn
    chronisch entzündliche Darmerkrankung.
  • Mortalität
    Sterblichkeit.
  • Multipel
    mehrfach.
  • Mutation
    Veränderung des genetischen Materials, die ohne erkennbare äußere Ursache oder durch äußere Einflüsse entstehen kann.
  • Myelosuppression
    funktionelle Hemmung der Knochenmarkfunktion.
N
  • Nanometer
    Nano = Dezimalvorsatz zur Kennzeichnung des Faktors 10-9 einer Einheit, hier Meter.
  • Nebenniere
    beidseits eine dem oberen Nierenpol aufsitzende endokrine Drüse.
  • Nebenwirkung
    unerwünschte Begleiterscheinung bei einer medikamentösen Behandlung, die im Einzelfall auftreten kann aber nicht muss.
  • Neoadjuvante Therapie
    Chemotherapie, die zur Schädigung des Tumors bzw. der Reduktion der Tumormasse vor einem geplanten operativen Eingriff oder einer Strahlentherapie dient (häufig, wenn ein Tumor primär nicht operabel ist).
  • Neoplasie, multiple endokrine (MEN)
    Erbkrankheit, die zur Ausbildung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms führt (MEN 2). Des weiteren können zusätzlich ein Phaeochromozytom, ein Hyperparathyreoidismus oder ein marfanoider Habitus sowie Neurome des Verdauungstraktes hinzukommen.
  • Nephrektomie
    Entfernung einer Niere
  • Neural
    vom Nervensystem ausgehend.
  • Neuralgie
    in Anfällen auftretender Schmerz im Ausbreitungsgebiet bestimmter Nerven ohne nachweisbare entzündliche Veränderung oder Störung bestimmter Teile des Nervensystems, Gefühls- und Sinnesreize aufzunehmen.
  • Neurinome
    Neurinome oder Schwannome sind gutartige Tumoren aus der Hülle von Hirnnerven und peripheren Nerven. Die Nervenhülle wird von den so genannte Schwann-Zellen gebildet.
  • Neurochirurgie
    Teilgebiet der Chirurgie, das die Diagnostik und operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems umfasst. Bei der Mikro-Neurochirurgie werden Eingriffe am Gehirn mit Hilfe eines Operationsmikroskopes durchgeführt (Radioneurochirurgie).
  • Neurom
    Geschwulst aus Nervenfasern und Nervenzellen.
  • Neurotoxizität
    schädigende Effekte auf das Nervensystem.
  • Neutralisieren
    unwirksam machen, ausschalten.
  • NHL
    [Non-Hodgkin-Lymphom]
  • Nicht-Kontinente Harnableitung
    Bei der nicht-kontinenten („nassen“) Harnableitung verlässt der in den Nieren gebildete Urin den Körper kontinuierlich in kleinen Mengen und wird diskret in einem Beutel an der Bauchdecke aufgefangen.
  • Niere
    Organ, das Harnausscheidung vorbereitet und das im Stoffwechselhaushalt des Körpers wichtig ist.
  • Nierenbecken
    der aus der Vereinigung der Nierenkelche hervorgehende, meist trichterförmige Teil des Nierenhohlsystems. Das Nierenbecken ist Sammelorgan für den Endharn.
  • Niereninsuffizienz, akute
    Nierenversagen.
  • Niereninsuffizienz, chronische
    irreversible Nierenfunktionseinschränkung mit Anstieg der harnpflichtigen Substanzen im Blut. Vorkommen bei Erkrankung der Nieren selbst oder im Rahmen verschiedener anderer Erkrankungen (z. B. Zucker-krankheit, Hypertonie etc.).
  • Nierenkapsel
    bindegewebige Kapsel, die Niere und Nebenniere umgibt. Sie wird von der [Fettkapsel] bedeckt.
  • Nierenkarzinom
    siehe [Nierenzellkarzinom].
  • Nierenkelch
    die Nierenkelche bilden den ersten Abschnitt der ableitenden Harnwege. Es gibt pro Niere etwa 8-10 Nierenkelche. Es handelt sich hierbei um markwärts gerichtete Ausstülpungen des Nierenbeckens.
  • Nierenkrebs
    siehe [Nierenzellkarzinom].
  • Nierenzellkarzinom
    Abk. NZK; Synonym: Hypernephrom, Grawitz-Tumor, Nierenkrebs, Nierenkarzinom. Häufigster bösartiger Tumor des Nierenparenchyms.
  • Nitrosamine
    stark krebserregende Stoffe, die aus Nitrit bzw. durch Bakterien verändertes Nitrat und Eiweißabkömmlingen (Amine) entstehen.
  • Non-Hodgkin-Lymphome
    Abk. NHL. [Monoklonale] bösartige Erkrankungen, die von speziellen Zellen des lymphatischen Gewebes (B- und seltener T- Zellen) ausgehen und sich von den Hodgkin-Lymphomen durch das Fehlen typischer Hodgkin- und Sternberg-Reed-Zellen abgrenzen lassen.
  • Noxe
    Schadstoff, krankheitserregende Ursache.
  • Nukleinsäure
    Baustein der Träger der Erbanlagen und Schlüsselsubstanz der Eiweißbiosynthese.
  • Nukleosid
    chemische Verbindung aus einer Pentose und einer Purinbase. Adenosin, Guanosin, Uridin, Thymidin, Cytidin stellen die Grundbausteine der Nukleinsäuren dar. Die Nukleinsäuren sind die Grundbestandteile der [DNS] und [RNS].
O
  • Ödem
    häufig schmerzlose, nicht gerötete Schwellungen infolge Ansammlung wässriger Flüssigkeit in Gewebespalten, etwa der Haut oder Schleimhäute. Das Gehirn neigt in besonderer Weise zur Schwellung (Hirnödem).
  • Oligodendrocyten
    Untergruppe der Glia; Stützzellen im Gehirn, die für die Bildung der Markscheiden um Nervenzellfortsätze zuständig sind.
  • Oligodendrogliom
    Gliom, das von den Markscheiden bildenden Oligodendrocyten im Gehirn ausgeht.
  • Onkogen
    Träger von Erbinformationen, die das Zellwachstum und die Reifung regulieren und mit der Entartung von gutartigen Zellen in bösartige zu tun haben.
  • Onkologie
    Lehre von Krebserkrankungen. Onkologen sind Ärzte mit speziellen Kenntnissen auf dem Sektor der Tumortherapie und -biologie.
  • Operabilität
    Operierbarkeit; so beschaffen, dass man operieren kann.
  • Oral
    den Mund betreffend, durch den Mund.
  • Organ
    Teile des menschlichen Organismus, die aus gleichartigen Zellen und Geweben bestehen und eine funktionelle Einheit bilden.
  • Ösophagusvarizen
    lat. Speiseröhrenkrampfadern. (Eine Blutung ist eine späte, zumeist schwerwiegende bis lebensbedrohliche Komplikation einer Leberzirrhose.)
  • Osteolyse
    Auflösung und Abbau von Knochengewebe, v. a. bei Knochentumoren und Entzündungen.
  • Osteoporose
    Erkrankung des Skelettsystems mit Verlust bzw. Verminderung von Knochensubstanz und -struktur. Folge davon ist eine erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche.
  • Östrogen
    weibliches Geschlechtshormon, das Zellteilungs- und Wachstumseffekte am weiblichen Geschlechtsapparat (z. B. Schleimhaut und Muskulatur der Gebärmutter, Brustdrüse) auslöst.
  • Ovarektomie
    Entfernung der Eierstöcke. Wird besonders bei hormonempfindlichen Tumoren, im Speziellen bei Brustkrebs, durchgeführt und wirkt sich auf den Verlauf günstig aus, sofern die Tumorzellen hormonempfindlich sind.
  • Oxidationsschutzstoff
    verhindert unerwünschte Verbindungen mit Sauerstoff.
P
  • Pädiatrie
    Kinderheilkunde.
  • Pädiatrisch-onkologisches Zentrum
    Kinderklinik mit einer speziellen Abteilung für die Behandlung krebskranker Kinder.
  • Palliativ
    lindernd; die palliative Therapie hat besondere Bedeutung, wenn die Heilung eines Krebspatienten nicht mehr möglich ist. Im medizinischen Bereich stehen eine intensive Schmerztherapie und die Kontrolle anderer krankheitsbedingter Symptome im Vordergrund.
  • Palpation
    Tastuntersuchung.
  • Pankreas
    Bauchspeicheldrüse.
  • Pankreatektomie
    griech., ekte(a)mno = herausschneiden Entfernung der Bauchspeicheldrüse.
  • Paracetamol
    Freiname für ein Medikament zur Schmerzbekämpfung und Fiebersenkung.
  • Parameter
    Messgröße.
  • Paraproteine
    1. monoklonale Immunglobuline, d. h. inkomplette oder komplette Immunglobuline, die aus unkontrolliert vermehrten B-Zellen eines Klons stammen. 2. von der normalen Eiweißstruktur abweichende oder mit unzureichenden Methoden nicht eindeutig einzuordnende Proteine.
  • Parenteral
    unter Umgehung des Magen-Darm-Kanals, z. B. intravenöse Ernährung.
  • partial remission
    (PR); siehe [Teilremission]
  • Pathologe
    Arzt, der u. a. entnommenes Gewebe und Zellen auf krankhafte Veränderungen untersucht.
  • Pathologie
    Lehre von den abnormen und krankhaften Veränderungen im menschlichen Organismus, insbesondere von den Ursachen sowie Entstehung und Entwicklung von Krankheiten und den dadurch hervorgerufenen organischen Veränderungen und funktionellen Auswirkungen.
  • Pathologisch
    krankhaft.
  • PCR
    Polymerase-Kettenreaktion. Molekular-biologische Methode, mit deren Hilfe Stücke der Erbsubstanz (DNS) millionenfach kopiert werden können.
  • PD
    progressive disease; siehe [Progression].
  • Periduralanästhesie
    örtliche Betäubung, die über einen zwischen Rückenmark und Wirbelsäulenkanal gelegenen Spalt (Periduralraum) erfolgt.
  • Perirenal
    die Niere umgebend.
  • Perkutan
    durch die Haut, von außen.
  • Perniziöse Anämie
    besondere Form der Blutarmut aufgrund eines Mangels in der Versorgung mit Vitamin B 12.
  • PET
    Abkürzung für Positronen-Emissions-Tomographie; (bisher selten durchgeführte) Untersuchung, bei der über die Aufnahme einer radioaktiv markierten Substanz und ihren nachfolgenden Stoffwechsel ein Bild des Körpers oder einzelner Abschnitte angefertigt wird. Tumoren und/oder Metastasen weisen meist einen gegenüber gesundem Gewebe erhöhten Stoffwechsel auf und heben sich dadurch in dem tomographischen Bild vom gesunden Gewebe ab.
  • PFS
    progression free survival; siehe [Progressionsfreies Überleben].
  • Phänotyp
    Ausprägung von Merkmalen (Phänen) beim Einzelwesen basierend auf dessen Erbanlage (Genotyp).
  • Phäochromozytom
    meist gutartige Erkrankung des Nebennierenmarks.
  • Pharmakologisch
    die Lehre von der Wirkung fremder und körpereigener Stoffe auf den Organismus sowie der Nutzung bestimmter chemischer Stoffe als Heilmittel (= Pharmaka).
  • Philadelphia-Chromosom
    Deletion des Chromosoms 22, wobei das Bruchstück meist auf dem Chromosom 9 (Translokation) nachzuweisen ist; häufig bei chronischer myeloischer Leukämie.
  • Physiologie/Physiologisch
    1) die Physiologie betreffend. Im weiteren Sinne: die Wissenschaft von der belebten Natur (Antike). Im engeren Sinne: die Wissenschaft von den normalen Lebensvorgängen, mit den Teilgebieten Muskel-, Nerven(Neuro)-, Kreislauf-, Sinnes-, Arbeitsphysiologie etc. Als heutiges Hochschulfach behandelt die Physiologie nach Abgliederung der physiologischen Chemie (Biochemie) als eigenständiges Gebiet mehr die biophysikalischen Vorgänge des Organismus. 2) Als normaler Lebensvorgang (und nicht pathologisch), natürlich. Physiologische Chemie: medizinisches Lehrfach, das sich mit den chemischen Vorgängen im gesunden und kranken Organismus befasst; heute als Biochemie bezeichnet.
  • Physiotherapie
    Behandlung von Krankheiten mit naturgegebenen Mitteln wie Wasser, Wärme, Licht und Luft.
  • Physisch
    körperlich.
  • Pigmentation
    Einlagerung von Körperfarbstoffen in die Zellen der Haut.
  • Pigmentmal
    Leberfleck, Muttermal. Zellformation, die vorwiegend aus Pigment bildenden Zellen besteht.
  • Pille
    umgangssprachlich für orale Ovulationshemmer. Ovulationshemmer sind Östrogen-Gestagen-Präparat mit Hemmwirkung auf die Ovulation durch Angriff an dem Hypothalamus-Hypophysenvorderlappen-System (wahrsch. auch direkt am Ovar); ferner - als Gestageneffekt - durch Herabsetzung der Permeabilität des Zervixschleims. Anwendung vor allem als orale Kontrazeptiva (= Pille; nur 0-1 Versager auf 100 Frauenjahre = Pearl Index), ferner bei Dysmenorrhö, prämenstruellem Syndrom, Akne etc. u. zur Zyklusregulierung. Nebenwirkungen vor allem der höher dosierten Präparate (50 g Ethinylestradiol; vgl. Mikropille): Übelkeit, Gewichtszunahme (Wasserretention, Ödem), Brustspannung, Müdigkeit, depressive Stimmung, Libidominderung (Gestageneffekt), Beinvenenbeschwerden, Amenorrhö (evtl. erst bei Absetzen), veränderte Serumwerte. Gefahren: Thromboembolie (Östrogen), Cholestase, Kohlenhydrat- u. Fettstoffwechseländerungen, arterielle Hypertonie. Kontraindikation: Leberschaden, Enzymopathie, Sichelzellanämie, Thromboembolien, Hypertonie, schwere Migräne, Herz-Nieren-Leiden, hormonabhängiger Genitaltumor.
  • Placebo
    wirkstofffreies, äußerlich nicht vom Orginal unterscheidbares "Leer-" oder "Scheinmedikament".
  • Plasmazelle
    Plasmozyt. Die Plasmazelle ist die reifste Differenzierungsform des B-Lymphozyten als Produzent von Antikörpern.
  • Plasmozytom
    multiples Myelom, Plasmom, Kahler(-Bozollo) Krankheit. Systemerkrankung mit vermehrter Neubildung der Plasmazellen und Bildung von [Paraproteinen] bei erhöhtem Eiweißgehalt des Blutes. Es kann zur Nierenschädigung (Plasmozytomniere) kommen. Fast stets treten multiple, meist scharf umschriebene Herde im Skelett auf. Hier kommt es zur Auflösung und zum Abbau von Knochensubstanz (Osteolyse).
  • Plastische Operation
    funktions- oder formverbessernde Eingriffe. Die plastische Chirurgie beschäftigt sich mit der Verbesserung von Körperformen und -funktionen und ist mit Kiefer- und Gesichtskorrekturen Teil des Fachgebietes Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie.
  • Platte Knochen
    die platten Knochen werden den röhren- und zylinderförmigen Knochen gegenübergestellt. Zu den platten Knochen gehören z. B. das Brustbein, der Beckenknochen und das Schulterblatt.
  • Plattenepithelkarzinom
    Karzinom, das Formationen aufweist, die an die Zellschuppen der Haut erinnern.
  • Pneumokokken
    Bakterien, die u. a. Lungen-, Bauchfell-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündung auslösen.
  • Polychemotherapie
    Behandlung mit mehreren Chemotherapeutika; Kombinationsbehandlung von Tumoren mit verschiedenen [Zytostatika] mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (z. B. um die Elimination resistenter Zellen zu erreichen) und mit unterschiedlichen Nebenwirkungen (so dass die Dosierung jedes einzelnen Zytostatikums möglichst hoch sein kann).
  • Polyklonal
    von mehreren Zellklonen produziert.
  • Polyp (des Dickdarms)
    Gutartige Wucherung der Darmsschleimhaut, die bösartig entarten kann.
  • Polypen
    gutartige Wucherungen.
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
    vom Benzol abgeleitete, aus Kohlen- und Wasserstoffatomen bestehende Moleküle mit polyzyklischen Strukturen (giftig!).
  • Postoperativ
    nach der Operation, nach der Operation auftretend, einer Operation folgend.
  • Postoperative Behandlung
    Behandlung nach einer Operation.
  • PR (partial remission)
    siehe [Teilremission].
  • Prädisponierend
    eine Krankheit begünstigend.
  • Präkanzerose
    Gewebeveränderung, die zu bösartiger Entartung neigt bzw. als Vorstadium eines Krebses aufzufassen ist.
  • Präklinisch
    vorklinisch, vor der klinischen Behandlung.
  • Präoperativ
    vor der Operation.
  • Prävention
    vorbeugende Maßnahmen.
  • Präventiv
    vorbeugend.
  • Präzision
    Genauigkeit.
  • Primär
    an erster Stelle stehend, zuerst.
  • Primärerkrankung
    Erstmalig aufgetretene Krebserkrankung.
  • Primärtumor
    die zuerst entstandene Geschwulst, von der Metastasen ausgehen können.
  • Progesteron
    Gelbkörperhormon, wichtigstes natürliches Gestagen, das in Zusammenwirken mit bzw. nach vorheriger Einwirkung von Östrogenen an der Regulation nahezu aller weiblichen Fortpflanzungsorgane beteiligt ist.
  • Prognose
    Vorhersage eines Krankheitsverlaufes aufgrund kritischer Beurteilung des Gegenwärtigen.
  • Progression
    (PD = progressive disease); Tumormasse hat um mehr als 25 % zugenommen, oder es sind neue Krebsherde aufgetreten.
  • progression free survival
    (PFS); siehe [Progressionsfreies Überleben].
  • Progressionsfreies Überleben
    (PFS = progression free survival); Dauer der Überlebenszeit, ohne dass der Tumor eine Progression zeigt.
  • Progressive desease
    (PD); siehe [Progression].
  • Proliferation
    Vermehrung von Gewebe durch Sprossung oder Wucherung.
  • Prophylaxe
    Vorbeugung. Teil der Präventivmedizin; individuelle u. generelle Maßnahmen zur Verhütung drohender Krankheiten (z. B. Impfungen, passive Immunisierung, vorsorgl. Medikation bei Einreise in Gefahrengebiete, Unfallverhütung etc.).
  • Prostata
    die aus 30-50 tubuloalveolären Drüsen (Glandulae prostaticae), elastischen Elementen, glatten Muskelfasern und Bindegewebe bestehende "Vorsteherdrüse" um die Pars prostatica der männlichen Harnröhre (beim Erwachsenen etwa kastaniengroß), an der Basis mit Harnröhre und Samenbläschen verbunden, ventral durch Ligamenta puboprostatica fixiert, vom Rektum durch Septum rectovesicale u. Serosarudimente getrennt; unterteilt in 2 Seitenlappen, den diese verbindenden Isthmus (dorsal der Harnröhre) u. einen  Mittellappen (Lobus medius = Pars praeurethralis); von den - beidseits des Utriculus prostaticus mündenden - Ductus ejaculatorii durchzogen. Das milchig-schleimige, alkalische Sekret (normal mit Lecithinkörperchen, einzelnen Leukozyten und Epithelzellen) stimuliert die Beweglichkeit der Samenfäden.
  • Prostatahyperplasie, benigne
    gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse; typische Alterserkrankung.
  • Prostatektomie
    teilweise oder radikale Entfernung der Vorsteherdrüse.
  • Protein
    weitverbreitete, in tierischen u. pflanzlichen Zellen aus Aminosäuren durch Peptidbindungen zusammengesetzte Naturstoffe, die charakteristische Ketten- u. Raumstrukturen (Eiweißstruktur) bilden u. durchschnittlich aus 50% Kohlenstoff, 7% Wasserstoff, 16% Stickstoff, 20% Sauerstoff u. 2% Schwefel bestehen. Nach Größe (Molekulargewicht) unterschieden als Oligopeptide (mit weniger als 10 Aminosäuren [As.]), Polypeptide (mit 10 bis 100 As.) u. Proteine (Makropeptide; mit mehr als 100 As.). Nach ihrer Gestalt unterschieden in langgestreckte (fibrilläre) Proteine, die als Stütz- u. Struktursubstanzen dienen (z. B. Keratin, Kollagen, Elastin, Myosin), u. in kugelige (globuläre) Proteine (s. a. Globulin, Albumin), die vielfältige Funktionen in Zellkern, -membran u. Zytoplasma sowie in Körperflüssigkeiten (Plasmaproteine, Immunglobuline, Peptid- u. Proteohormone, Enzyme) erfüllen oder dem Sauerstofftransport dienen (Hämoglobin, Myoglobin).
  • Prothese
    künstlicher Ersatz eines amputierten, fehlenden Körperteils.
  • Prothese (Stimmprothese)
    durch das Einbringen einer wie ein Ventil funktionierenden Prothese (spezielles Plastikröhrchen), die eine Verbindung zwischen Rachen bzw. Speiseröhre und Luftröhre ermöglicht, kann eine gut verständliche Stimme erzeugt werden. Beim Schlucken bleibt das Ventil geschlossen, beim Ausatmen wird es geöffnet. So kann die Luft in den Rachen zur Stimmerzeugung gelangen. Der Verschluss der Luftröhrenöffnung (Tracheostoma) kann wie bei einem operativ angelegten Shunt durch den Finger erfolgen; es gibt jedoch Sprechkanülen, die einigen Patienten ein fingerfreies Sprechen ermöglichen.
  • Proto-Onkogen
    Zelluläre Gene, deren Veränderung Krebs verursacht.
  • PSA
    Abkürzung für prostataspezifisches Antigen; Tumormarker, der u. a. zur Früherkennung von Prostatakrebs und bei der Nachsorge benutzt wird.
  • Psychisch
    seelisch.
  • Punktion
    Entnahme von Flüssigkeiten aus dem Körper durch Einstich mit einer Hohlnadel zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.
R
  • Radiatio
    Kurzform für Radiotherapie, Behandlung mit Strahlen.
  • Radikale Zystektomie
    Vollständige Entfernung der Blase.
  • Radiojodszintigraphie
    siehe [Szintigraphie].
  • Radioneurochirurgie
    Spezialgebiet der Neurochirurgie, bei der ionisierende Strahlen zum Einsatz kommen. Siehe auch [stereotaktische Radioneurochirurgie].
  • Radionuklide
    Strahlenwirkstoffe, die sich an Knochenmetastasen heften und vor Ort spontan zerfallen.Mithilfe dieser Strahlentherapie können tumorbedingte Knochenschmerzen verringert werden.
  • Radiotherapie (Radiatio)
    [Strahlenbehandlung].
  • Radon
    Zu den Edelgasen gehörendes radioaktives Element.
  • Reflux
    Rückfluss von saurem oder galligem Verdauungssekret in den Restmagen bzw. in die Speiseröhre.
  • Rehabilitation
    Maßnahmen zur Wiedereingliederung bzw. zur medizinischen Wiederherstellung, beruflichen Wiederbefähigung und sozialen Wiedereingliederung in Form von Übergangshilfe, Übergangsgeld, nachgehender Fürsorge von Behinderten und Beseitigung bzw. Minderung der Berufs-, Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit.
  • Rekonstruktion
    Wiederherstellung eines zerstörten Gewebeteils.
  • Rektoskopie
    Spiegelung des Mastdarms; Betrachtung der Mastdarmschleimhaut durch ein biegsames Rohr mit optischem System.
  • Rektum
    Mastdarm; verbindet Dickdarm und After.
  • Relaps
    Rückfall, erneutes Auftreten einer Erkrankung.
  • Releasing Hormon
    RH, RF, vom Zwischenhirn (Hypothalamus) produzierte Neurohormone, die über Nerven und den so genannten Portalkreislauf in die Hypophyse gelangen u. dort - als "Freigabefaktoren" = Liberine - die Bildung bzw. Abgabe bestimmter, durch sie regulierte Hypophysenhormone beeinflussen, z. B. CRH, TRH, LH-RH, GHRH.
  • Resektion
    operative Entfernung von kranken Organteilen.
  • Resistenz
    Widerstand(sfähigkeit).
  • Resorbieren/Resorption
    Aufnehmen von Wasser und darin gelösten Stoffen aus dem Darminneren in das Blut.
  • Responder
    ein Individuum, bei dem nach einer medikamentösen Behandlung ein Therapieerfolg eintritt.
  • Retroperitonealbereich
    der hinter dem Bauchfell gelegene Bauchraum.
  • Reversibel
    umkehrbar, heilbar.
  • Rezeptor
    die für spezifische Reize empfindliche und entsprechend ihrer Funktion und Lokalisation einen besonderen Aufbau besitzende "Empfangseinrichtung" einer Zelle oder eines Organs bzw. Systems. Sie wird bezeichnet nach der Art des zu registrierenden Reizes als z. B. Chemo-, Photo-, Thermo-, Presso-, Baro-, Osmo-, akust., taktiler, Schmerzrezeptor und grundsätzlich nach dem Reizursprung im inneren bzw. äußeren Milieu unterschieden. 2) "Signalübermittelnde" Struktur innerhalb der Zelle, z.B. der zytosolische Steroidrezeptor.
  • Rezidiv
    erneutes Auftreten eines Tumors nach einer erscheinungsfreien Periode.
  • Ribavirin
    medikamentöser Wirkstoff, der die Virusvervielfältigung hemmt.
  • Risikofaktoren
    äußere Bedingungen, die als krankheitsfördernde Umstände bei der Entstehung von Erkrankungen eine Rolle spielen.
  • RNS
    Ribonukleinsäure. Chemisch sehr nahe verwandt mit der Erbsubstanz DNS. Die RNS bildet im Gegensatz zur DNS einsträngige Moleküle und steht dem Organismus als biologisches Molekül für verschiedene Aufgaben zur Verfügung.
S
  • s.c.
    Subcutan ("unter die Haut").
  • Sarkom
    bösartiger Tumor, der Binde- und Stützgewebe befällt; näher bezeichnet nach seinem Ursprung, z. B. Rhabdomyosarkom: bösartige Geschwulst der quergestreiften Muskulatur.Osteosarkom: bösartige Geschwulst des knochenbildenden Gewebes.Fibrosarkom: bösartige Geschwulst des Bindegewebes.
  • Schilddrüse
    siehe [Drüse].
  • Schlüsselbein
    der beidseitige, zum Schultergürtel gehörende S-förmige Knochen mit endständigen Gelenkflächen für Brustbein u. Schulterblatt (Articulatio sterno- bzw. acromioclavicularis).
  • Schwenklappenplastik
    chirurgische Hautdefektdeckung mit einem gestielten, aus der Umgebung eingeschwenkten Hautlappen (maximal 1,5fach so lang wie breit). Deckung der Entnahmestelle meist durch Spalthauttransplantat.
  • Screening-Untersuchung
    (engl., Bildschirm/durchsieben) systematischer Suchtest, Verfahren zur Reihenuntersuchung.
  • SD
    siehe [stable disease].
  • Segment
    Abschnitt, Teilstück.
  • Sekret
    von Zellen abgesonderte Flüssigkeit, z. B. Verdauungssekret.
  • Sekundär
    an zweiter Stelle.
  • Sensitivität
    die Fähigkeit eines Tests, eine Person mit einer fraglichen Erkrankung als krank zu identifizieren.
  • Sentinel-Lymphknoten
    auch Wächterlymphknoten. Der erste Achsel-lymphknoten im Lymphabfluss der Brust. Wird oft bei Brustkrebs auf Tumorzellen untersucht, um festzustellen, ob Krebszellen der Brust ins Lymphsystem vorgedrungen sind. Falls der Sentinel frei von Tumorzellen ist, ist in 95% der Fälle die gesamte Achselhöhle frei und es kann möglicherweise auf die Operation der Achselhöhle verzichtet werden.
  • Serokonversion
    erstmaliges Auftreten von Antikörpern nach der Infektion. Der Nachweis der Infektion kann über Blutuntersuchungen geführt werden.
  • Serotonin
    ein Hormon im menschlichen Körper, welches als Nervenbotenstoff dient. U. a. beeinflusst Serotonin die Weitung bzw. Verengung von Blutgefäßen. Außerdem spielt Serotonin eine entscheidende Rolle bei durch Chemotherapien ausgelöster Übelkeit und Erbrechen.
  • Serotyp
    Untergruppe eines bestimmten Mikroorganismus, der sich nur anhand seiner Antigenstruktur vom Original unterscheiden lässt.
  • Shunt
    operativ angelegte Schleimhautverbindung ( "Rohr" ) zwischen der Schluckstraße (Hypopharynx, Speiseröhre) und der Luftröhre, die wie ein Ventil funktionieren soll. Durch den Verschluss der Luftröhrenöffnung (Tracheostoma) mit dem Finger oder einer Spezialtrachealkanüle wird die ausgeatmete Luft in die Schluckstraße gepresst. Dadurch werden bestimmte Schleimhautbezirke in Schwingungen versetzt und Töne erzeugt.
  • Sicherheitsabstand
    Abstand zwischen erkranktem und gesundem Gewebe, der bei einer Entfernung von erkranktem Gewebe mindestens gewahrt werden muss, um sicher sein zu können, dass kein erkranktes Gewebe mehr im Körper verbleibt.
  • Sigmoidoskopie
    Untersuchung der unteren Dickdarmanteile einschließlich des Enddarms. Das Sigmoid (auch: Sigmaschleife) ist der Dickdarmabschnitt vor dem Enddarm.
  • Silikon
    eine gelartige Masse, die aufgrund ihrer guten Formbarkeit oft in der Wiederherstellungschirurgie, z. B. bei der Brustrekonstruktion, verwendet wird.
  • Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT)
    modernes rechnergestütztes bildgebendes Verfahren. Stellt Schnittbilder von Körperorganen her, auf denen Stoffwechselvorgänge abgebildet werden. Befindet sich im Großen und Ganzen noch in der Erprobung.
  • Skalpell
    kleines chirurgisches Messer mit feststehender Klinge.
  • Somatisch
    den Körper betreffend.
  • Sonographie (Ultraschall­untersuchung)
    Diagnosemethode, bei der Ultraschallwellen durch die Haut in den Körper eingestrahlt werden. An den Stellen, an denen die Wellen an Gewebs- und Organgrenzen zurückgeworfen (reflektiert) werden, kann ein Empfänger die Wellen wieder aufnehmen und mithilfe eines Computers in Kurven oder Bilder verwandeln. Es tritt keine Strahlenbelastung auf.
  • Spermakonservierung
    die Konservierung von Sperma-Einzelportionen durch programmiertes Einfrieren (flüssiger Stickstoff von -196°C) unter Zusatz von Kryoprotektiva (z.B. Glyzerin, komplexe Medien) dient der Aufbewahrung für die spätere künstliche Besamung. Die Lagerung erfolgt meist in einer speziell ausgestatteten Samenbank.
  • Spezifität
    die Fähigkeit eines Tests, eine Person ohne Erkrankung als gesund zu identifizieren.
  • Spiegelung
    Untersuchungsverfahren, bei dem durch ein flexibles Rohr mit Faseroptik und Kaltlichtquelle innere Organe wie Speiseröhre oder Luftröhre betrachtet werden.
  • Spirale
    Kurzbezeichnung für Intrauterinpessar (IUD), da die meisten Modelle ein Drahtgewinde (Kupferdraht, früher oft Silberdraht) aufweisen.
  • Splenektomie
    operative Entfernung der Milz zu diagnostischen Zwecken.
  • Sputum
    Auswurf; Gesamtheit der Sekrete der Luftwege.
  • Stable disease
    (SD); Keine Veränderung, bzw. Rückbildung der Tumormasse um weniger als 50 % oder Vergrößerung der Tumormasse um weniger als 25 %.
  • Stadieneinteilung (Staging)
    bei bösartigen Tumoren wird die Ausbreitung innerhalb des Entstehungsorgans in die Nachbarorgane und in andere Organe festgelegt, wobei die Größe des ursprünglichen Tumors (Primärtumor), die Zahl der befallenen Lymphknoten und die Metastasen formelhaft erfasst werden (siehe auch [TNM-Klassifikation], [Grading]).
  • Staging
    Einteilung in einzelne Stadien, die die Ausdehnung einer Erkrankung angeben. Siehe auch [Stadieneinteilung].
  • Stammzelle
    die im Zellspeicher "Knochenmark" befindlichen Blutstammzellen. Etwa 50% der aus Zellteilungen hervorgehenden Zellen bleiben weiterhin undifferenziert ("pluripotente Stammzellen), während die restlichen bereits in Vorstufen ihrer Reihe differenziert sind ("determinierte Stammzellen"), die dann im Produktionsspeicher weiterreifen u. - ohne weitere Teilungen - im Reifungsspeicher Vollreife (Blutgängigkeit) erreichen, wonach sie im Reservespeicher abrufbereit verharren.
  • Stammzelltransplantation
    Blutstammzelltransplantation. Übertragung bzw. Reimplantation von hämatopoetischen Stammzellen bei der Therapie schwerer onkologischer, hämatologischer oder immunologischer Erkrankungen; ursprünglich in Form der Knochenmarktransplantation, in zunehmendem Maß aus dem peripheren Blut. Dazu werden Stammzellen - meist nach vorangegangener Chemotherapie - mit hämatopoetischen Wachstumsfaktoren (z. B. G-CSF) in das Blut mobilisiert u. mit Blutzellseparation (Leukapherese) gewonnen. Unterschieden werden autologe Stammzellen (der Patient erhält seine eigenen, ihm entnommenen Stammzellen zurück) und allogene Stammzellen (Stammzellen eines HLA-identischen oder HLA-kompatiblen Familienmitglieds oder eines nicht verwandten Spenders; Fremdspendertransplantation). Indikationen: Ersatz der zerstörten Hämato- u. Lymphopoese nach myeloablativer Ganzkörperbestrahlung mit Chemotherapie oder alleiniger hochdosierter Chemotherapie bei malignen Erkrankungen; nicht-maligne Erkrankungen (hämatologische Erkrankungen, z. B. schwere aplastische Anämie; immunologische Erkrankungen, z. B. schwerer kombinierter Immundefekt, andere kombinierte Immundefekte).
  • Stenosen
    Verengung von Hohlorganen oder Gefäßen; z. B. durch eine Geschwulst hervorgerufene Verengung des Magens.
  • Stereotaktische Radioneurochirugie
    mithilfe der Stereotaxie können für einen bestimmten Zeitraum ionisierende Strahler in Kunststoffkathetern oder in Form kleiner Stifte (seeds) in die betroffene Gehirnregion eingeführt werden. Dies führt zu einem Gewebeuntergang (Strahlennekrose) in einem Bezirk des Gehirns, der idealerweise genau der Tumormasse entspricht.
  • Stereotaxie
    die Stereotaxie ist ein neurochirurgisches Verfahren, das zu Diagnose- und Behandlungszwecken eingesetzt wird. Dabei wird der Kopf des Patienten in einem so genannten Stereotaxierahmen befestigt. Mit Hilfe einer Stereotaxienadel lassen sich tiefe Gehirnregionen gezielt und schonend erreichen, wobei Gewebeproben entnommen (stereotaktische Biopsie) und ionisierende Strahlenquellen eingeführt werden können (stereotaktische Radioneurochirurgie).
  • Sterilität
    Unfruchtbarkeit; zeitweilige (z. B. durch Kontrazeptiva) oder dauerhafte Unfähigkeit zur Fortpflanzung infolge Ausfalls oder Störung der Gametenbildung, einer Unmöglichkeit der Begattung oder Gametenvereinigung (= Impotentia coeundi bzw. concipiendi; z. B. wegen Fehlbildung des Genitales bzw. infolge Gifteinwirkung, hohen Alters) oder Störung der Fähigkeit zur Austragung der Frucht (= Impotentia gestandi; Infertilität). a) Bei der Frau je nach Ort der primären Ursache. Die Diagnostik (bei steriler Ehe) umfasst die Anamnese sowie Palpation u. Inspektion (einschließlich Portio- u. Vaginalzytologie u. bakteriologischer Untersuchung), Kontrollen der Basaltemperatur, Untersuchung des Zervixsekretes (auf Viskositätsänderung, Farnkrautphänomen, Penetrierbarkeit [Postkoitaltest]), Endometriumuntersuchung (Biopsie), Kontrolle der Hormone (die Gonadotropine FSH, LH, HCG; Östrogene, Pregnandiol, Prolactin), Laparoskopie, Pertubation, Hysterosalpingographie, genetische u. immunologische Untersuchungen. b) Beim Mann ebenfalls vielfältige Ursachen (z. B. organisch u./oder funktionell gonadal; Fehlbildung, Krankheiten [bzw. Krankheitsfolgen] der Samenwege); Abklärung erfolgt außer durch Anamneseerfassung und klinische Untersuchung des Genitales durch Untersuchung des Ejakulates (auf Volumen, Spermienzahl, -gestalt u. -motilität; Bestimmung des Fructosegehaltes, der Penetrationsfähigkeit [Postkoitaltest]), durch Hodenbiopsie u. ebenfalls durch endokrinologische, immunologische u. genetische Untersuchung.
  • Stigma
    Kennzeichen, Mal, Brandmal, auch im übertragenen Sinne.
  • Stimulation
    Anregung.
  • Stimulieren
    anregen.
  • Stoma
    künstlicher Darmausgang in der Bauchhaut.
  • Stomatitis
    Entzündung der Mundschleimhaut Strahlenbehandlung (Radiotherapie): Anwendung ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken. Hierbei werden grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwecken. Man unterscheidet die interne Strahlentherapie ("Spickung" mit radioaktiven Elementen) und die externe Strahlentherapie, bei der der Patient in bestimmten, genau festgelegten Körperregionen von außen bestrahlt wird. Beide Methoden können auch gemeinsam zur Bekämpfung eines Tumorleidens eingesetzt werden. Die Strahlentherapie unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, die eine Gefährdung des Patienten vermeiden helfen.
  • Strahlenbehandlung (Radiotherapie)
    Anwendung ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken. Hierbei werden grundsätzlich sehr viel höhere Strahlendosen notwendig als bei der Anfertigung eines Röntgenbildes zu diagnostischen Zwecken. Man unterscheidet die interne Strahlentherapie ("Spickung" mit radioaktiven Elementen) und die externe Strahlentherapie, bei der der Patient in bestimmten, genau festgelegten Körperregionen von außen bestrahlt wird. Beide Methoden können auch gemeinsam zur Bekämpfung eines Tumorleidens eingesetzt werden. Die Strahlentherapie unterliegt strengen Sicherheitsauflagen, die eine Gefährdung des Patienten vermeiden helfen.
  • Subcutis
    Unterhaut mit Fettgewebe; darüber liegen Leder- und Oberhaut.
  • Symptom
    Krankheitszeichen.
  • Syndrom
    Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Entstehungsursache oder -entwicklung charakteristisch ist.
  • Szintigraphie/Szintigramm
    Untersuchung und Darstellung innerer Organe mit Hilfe von radioaktiv markierten Stoffen. In einem speziellen Gerät werden dabei von den untersuchten Organen durch aufleuchtende Punkte Bilder erstellt, die als Schwarzweißbilder z. B. auf Röntgenfilmen ausgegeben werden können. Anhand des Szintigramms kann man auffällige Bezirke sehen und weitere Untersuchungen einleiten.
T
  • T-Zell-Lymphom
    siehe unter [Non-Hodgkin-Lymphom].
  • Taxane
    krebshemmende Medikamente, die auf einen Wirkstoff der kalifornischen Eibe basieren und in der Chemotherapie des fortgeschrittenen Brustkrebses eingesetzt werden (Paclitaxel und Docetaxel).
  • Teilremission
    (PR = partial remission); mindestens 50 % der Tumormasse sind für mindestens 4 Wochen rückgebildet.
  • Teilresektion
    operative Teilabtragung oder Entfernung von kranken Organteilen.
  • Testosteron
    männliches Geschlechtshormon, das in den Hoden produziert wird.
  • Therapie
    Behandlung einer Krankheit.
  • Therapiestudie
    eine Therapiestudie beinhaltet ein neues Behandlungskonzept, das nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen Aussicht hat, erfolgreicher zu sein als die bisher übliche Behandlung. Durch Therapiestudien z. B. in der Krebsforschung und -behandlung erkennt man, ob eine neue Behandlungsweise besser ist als eine bisher erprobte. Die Teilnahme ist stets freiwillig und kann jederzeit ohne Nachteile beendet werden. Vor der Teilnahme an einer Studie hat nach streng festgelegten Kriterien eine ausführliche, verständliche Information der Teilnehmer zu erfolgen. Therapiestudien sind also Verbindungsglieder zwischen der medizinischen Forschung und der Behandlung erkrankter Patienten.
  • Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in Venen oder Arterien. Kann durch Verschleppung in verschiedene Organe zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen (Embolie).
  • Thrombozyt
    Blutplättchen; kleine (Durchmesser 2-3,5µm), von Megakaryozyten des Knochenmarks abstammende, kernlose korpuskuläre Blutelemente mit unregelmäßig gezackten Rändern oder spießartigen Fortsätzen. Normale Zahl 150 000-380 000/µl; die Zählung erfolgt in der Zählkammer mit dem Phasenkontrastmikroskop (oder Grünfilter) oder - halbautomatisch - in einem Partikelzählgerät. Abbau in der Milz; Überlebenszeit 8-12 Tage. Die Thrombozyten sind Zellen mit wesentlicher Funktion bei der Blutgerinnung und der Fähigkeit zur Thrombozytenaggregation.
  • Thrombozytopenie
    Verminderung der Plättchenzahl (l) im peripheren Blut, entweder infolge verkürzter Thrombozytenüberlebenszeit (Thrombozytolyse, gesteigerter Verbrauch oder erhöhte Thrombozytoklasie) oder als Bildungsstörung, häufiger erworben, selten angeboren (Fanconi-Anämie, Hegglin, Wiskott-Aldrich-Syndrom). In der Regel ist erst bei Thrombozytenzahlen < 50.000/µl mit Spontanblutungen zu rechnen.
  • Thyreoidektomie
    operative Entfernung der gesamten oder auch nur eines Teils der Schilddrüse.
  • Thyreoiditis
    entzündliche Erkrankung der Schilddrüse.
  • TNM-Klassifikation
    Gruppeneinteilung bösartiger Tumoren nach ihrer Ausbreitung. Es bedeuten: T = Tumor; N = Nodi (regionäre Lymphknoten); M = Fernmetastasen. Durch Zuordnung von Indexzahlen werden die einzelnen Ausbreitungsstadien genauer beschrieben. Ein Karzinom im Frühstadium ohne Metastasierung würde damit z. B. als T1 N0 M0 bezeichnet.
  • Tochtergeschwulst
    Absiedlung, siehe auch [Metastase].
  • Toxisch
    giftig (Gift, Toxin), eine Toxikose bewirkend. 2) Durch Gift bedingt (= toxigen).
  • Tracheostoma
    künstliche Öffnung der Luftröhre nach außen.
  • Transfusion
    intravenöse Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen in den Organismus.
  • Translokation
    Verlagerung. Ortsveränderung von Chromosomen- oder Chromatidstücken innerhalb eines Chromosomenbestandes.
  • Transplantatabstoßung
    Transplantatabstoßung durch Immunreaktion, bedingte Wirt-Transplantat ("host-versus-graft")-Reaktion zur Abstoßung des Transplantats (T.). Dabei spielen eine wesentl. Rolle die im T. enthaltenen Spender-Leukozyten u. gewebszellständigen Histokompatibilitätsantigene, die im Wirt eine Immunreaktion gegen das T. auslösen. - Verhinderung durch Immunsuppression.
  • Transplantation
    Übertragung von Zellen, Gewebe oder Organen auf ein anderes Individuum oder eine andere Körperstelle.
  • Transurethral
    Weg durch die Harnröhre in die Blase.
  • Transurethrale Resektion (TUR)
    Eine besondere Form der Blasenspiegelung (Zystoskopie), bei der zusätzlich Gewebeproben entnommen werden. Bei oberflächlichen (nicht-invasiven) Tumoren kann unter Umständen der komplette Tumor abgetragen werden, die TUR stellt in diesem Fall bereits die Therapie dar.
  • trimodale Therapie
    Kombination aus mehreren Therapieformen zur Behandlung von invasivem Blasenkrebs, wenn eine Blasenentfernung (Zystektomie) nicht infrage kommt. Die trimodale Therapie setzt sich aus einer Transurethralen Resektion (TUR), einer Chemo- und einer Strahlentherapie zusammen.
  • Tubuli
    siehe [Harnkanäle].
  • Tubulusepithel
    Zellen, die die Harnkanäle auskleiden.
  • Tumor
    unkontrolliert wachsende Zellwucherungen, die im gesamten Körper auftreten können.
  • Tumorangiogenese
    Neubildung von Blutgefäßen unter dem Einfluss des Gefäßwachstumsfaktors VEGF (engl. vascular endothelial growth factor), der von Tumoren gebildet und freigesetzt wird. So gewährleisten Tumoren selbst , dass sie ausreichend mit Nähr- und Wachstumsstoffen sowie Sauerstoff versorgt werden.
  • Tumorareal
    Aussiedlungsfläche des Tumors.
  • Tumorbedingte Osteolyse
    Als Folge einer Aktivierung der knochenabbauenden Osteoklasten durch die Tumorzellen übersteigt der Knochenabbau den Knochenaufbau. Der Knochen wird hierdurch lokal abgebaut. Die Knochenzerstörung führt zu starken Schmerzen und Knochenbrüchen (Frakturen). Eine weitere Folge des gesteigerten Knochenabbaus kann die vermehrte Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen mit Anstieg des Serumkalziumspiegels (Hyperkalzämie) sein. Auch dies kann zu Krankheitserscheinungen führen.
  • Tumorexzision
    chirurgische Entfernung des Tumors.
  • Tumorklassifikation
    Ordnungssystem, das nach klinischen und/oder pathologisch-anatomischen Gesichtspunkten vorgeht, um die Größe und Ausdehnung eines bösartigen Tumors zu bestimmen. Wird verwendet als Kriterium für die Operabilität oder die Prognose einer Krebserkrankung (siehe auch [TNM-Klassifikation]).
  • Tumormarker
    Stoffe, deren Nachweis oder genauer gesagt deren erhöhte Konzentration im Blut einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und/oder dem Verlauf von bösartigen Tumoren aufweisen kann. Diese Tumormarker sind jedoch nicht zwangsläufig mit dem Auftreten eines Tumors verbunden und können in geringen Mengen (Normalbereich) auch bei Gesunden vorkommen. Tumormarker eignen sich besonders für die Verlaufskontrollen von bekannten Tumorleiden. Weniger sind sie als Suchmethode zur Erstdiagnose eines Tumors geeignet. Beim Darmkrebs ist der Tumormarker CEA (carcino-embryonales Antigen) besonders hilfreich. Beim Magenkarzinom sind dies die Tumormarker CEA, CA 72-4 und CA 19-9 (CA= cancer antigen).
U
  • Ultraschall­untersuchung
    siehe [Sonographie].
  • Ultraviolette Strahlen (UV)
    Die UV-A- und UV-B-Strahlen des Sonnenlichts sind besonders energiereich und dringen auch in tiefere Hautschichten ein.
  • Ureter
    siehe [Harnleiter].
  • Ureterosigmoidostomie (Harnleiter-Darmimplantation)
    Eine Möglichkeit der kontinenten („trockenen“) Harnableitung nach einer Blasenentfernung (Zystektomie). Die Harnleiter werden mit dem Mastdarm verbunden, sodass Urin und Stuhl gemeinsam abgegeben werden.
  • Urinzytologie
    Untersuchung zum Nachweis von Krebszellen im Urin.
  • Urogenitaltrakt
    System der ableitenden Harnwege, bestehend aus Nieren, Harnleitern, Blase und Harnröhre. Durch das Ausscheiden von Urin über den Urogenitaltrakt wird der Salz- und Wasserhaushalt des Körpers reguliert.
  • Urographie
    Röntgenuntersuchung der ableitenden Harnwege (Urogenitaltrakt), siehe auch Intravenöse Pyelographie (IVP).
V
  • Vaginal
    Scheide., Wortteil. Vaginalblutung = Blutverlust über die Scheide bei Verletzungen, Tumoren etc.
  • VEGF
    Abk. für engl. vascular endothelial growth factor. VEGF ist ein Gefäßwachstumsfaktor, der die Neubildung von Blutgefäßen anregt. Dieser Botenstoff spielt beim Tumorwachstum eine Schlüsselrolle: Tumorzellen benötigen ab einer bestimmten Größe eine eigene Blutversorgung und produzieren daher VEGF, um in ihrer Nähe verlaufende Blutgefäße zu verstärktem Wachstum bzw. Verästelungen und Gefäßneubildung anzuregen.
  • Vena cava
    siehe [Hohlvene].
  • Vene
    Blutgefäß, das allgemein (mit wenigen Ausnahmen) venöses Blut zum Herzen zurückführt.
  • Verschiebeplastik
    Operationstechnik, bei der durch Verschieben benachbarter Haut oder Schleimhaut ein Defekt abgedeckt wird.
  • Viren
    Sammelbezeichnung für bestimmte Krankheitserreger, die sich außerhalb des Körpers nicht vermehren können.
  • Viruslast
    Menge der Viren, die in einer Körperflüssigkeit (pro Milliliter) oder einem Gewebe (pro Gramm) nachweisbar sind.
  • Vitamin B12
    (Cyano-)Cobalamin. Wichtig für Fett-, Kohlenhydrat- und Nucleinsäure-Stoffwechsel. Vitamin B12 ist unentbehrlich für eine normale Erythrozytenbildung im Knochenmark und die Funktion der Nervenzellen.
  • Vitamine
    Substanzen, die ein Organismus nicht selbst herstellen kann, die aber lebensnotwendig sind. In einigen Fällen können Vitaminvorstufen (Provitamine) im Körper in die Wirkform umgewandelt werden (Vitamin A und D). Vitamine sind chemisch unterschiedliche Substanzen und werden nach ihren Löslichkeitseigenschaften in fett- und wasserlöslich eingeteilt.
  • Vollremission
    (CR = complete remission);Tumor durch Strahlen- oder Chemotherapie vollständig zerstört, Symptome rückgebildet, Tumormarker normalisiert. Die Remission muss mindestens 4 Wochen anhalten.
W
  • Wachstumsfaktoren
    Körpereigene Stoffe, die das Wachstum von normalen, aber auch Krebszellen stimulieren können.
  • Watchful Waiting
    Synonym: wait and see; Surveillance-Strategie; beobachtendes Zuwarten mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, z. B. bei bestimmten Malignomen in sehr frühem Stadium, um "zu eingreifende" Therapiemaßnahmen zu vermeiden.
  • Wechseljahre
    Wechseljahre = Klimakterium. Klimax = die Übergangsphase von der Geschlechtsreife zum Alter (Senium); bei der Frau die mit der Prämenopause beginnende, über die Menopause (bzw. deren einjähriges Bestehen) in die Postmenopause übergehende Phase; normalerweise - als natürliches Klimakterium - zwischen 40. und 50. Lebensjahr, eventuell aber als vorzeitiges Klimakterium (= Climacterium praecox, 25. - 35. Lebensjahr) oder als stark verzögertes Klimakterium (= Climax tarda). Ist geprägt durch Zeichen der Störung des hormonalen Gleichgewichts infolge Absinkens der Zahl bis Wegfall der Follikelreifungen (entsprechend auch der Ovulation u. Gelbkörperbildung) mit entsprechendem Fehlen der Bremswirkung (Feedback) auf den Hypophysenvorderlappen u. vermehrter FSH-Produktion u. die sich daraus ergebende Labilität des autonomen Nervensystems: unregelmäßige Blutungen, Hitzewallungen, Stimmungslabilität, Depressionen, Schlafstörungen, Tachykardie, Dyspareunie, Pruritus vulvae, Osteoporose ("Menopausensyndrom"). Oft belastet durch erhebliche seelische Störungen. Klimakterium des Mannes: Synonym: Climacterium virile, die so genannten "Wechseljahre des Mannes" (umstrittener Begriff); im 40.-60. Lebensjahr infolge Rückganges der Hormonproduktion ("Andropause") einsetzende Labilität des Vegetativums sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Neurasthenie, Rückgang von Potenz und Libido; objektiv: Abnahme des Ejakulats (mit verminderter Phosphataseaktivität, verminderten Fructosewerten).
  • WHO
    Weltgesundheitsorganisation, Abkürzung für World Health Organisation. Organisation der Vereinten Nationen mit dem Ziel der internationalen Zusammenarbeit der Staaten auf dem Gebiet des Gesundheitswesens. Sitz in Genf. Organisiert weltweite Bekämpfung epi- u. endemischer Infektionskrankheiten sowie der Suchtkrankheiten, wirkt für Verbesserung der Trinkwasser- u. Nahrungsmittelversorgung, zusammen mit der UNESCO bei Gesundheitserziehung u. Hygienepropaganda.
Z
  • Zahntasche
    Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch, der mehrere Millimeter tief werden kann und somit einen Schlupfwinkel für Bakterien darstellt.
  • Zelleigenes Reparatursystem
    in der Zelle vorhandene Regulationsmechanismen, die in der Lage sind, neu aufgetretene Veränderungen in der Erbsubstanz wieder zu reparieren.
  • Zellen
    kleinste Einheit des Körpers. Grundbaustein der Organe.
  • Zirbeldrüse (Epiphyse)
    nahe dem Mittelhirn gelegene Drüse, die u. a. bei der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus mitwirkt.
  • Zwerchfell
    Atemmuskel zwischen Brust- und Bauchhöhle.
  • Zyste
    ein- oder mehrkammerige, durch eine Kapsel abgeschlossene, sackartige Geschwulst mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt.
  • Zystektomie
    Entfernung der Blase.
  • Zystitis
    Zystitis = Cystitis; akute oder chronische, unspezifische oder spezifische Entzündung der Harnblasenschleimhaut, evtl. mit Beteiligung tieferer Wandschichten.
  • Zytochemisch
    Anwendung chemischer und - insbesondere - enzymatischer Reaktionen zur Identifizierung bestimmter Zellen in histologischen Präparaten, vor allem im Knochenmarkausstrich, z. B. in der Diagnostik von Leukämien, Neoplasmen. Stützt sich z. B. auf Phosphatase-, Peroxidase-, Naphthylacetatesterase-, Chloracetatesterase-Färbung, PAS-Reaktion, Eisenfärbung.
  • Zytogenetisch
    auf die Zytogenetik bezogen. Zytogenetik = Zweig der Genetik, der sich mit den kausalen Beziehungen zwischen den rein phänomenologischen Vererbungserscheinungen u. den Strukturen, Verteilungsvorgängen u. Veränderungen der erbguttragenden Organellen befasst.
  • Zytokin
    große Gruppe hormonähnlicher Proteine, die bereits in allerkleinsten Konzentrationen die Interaktionen zwischen unterschiedlichen Zellen vermitteln und regulieren und damit ein Netzwerk der Zellkommunikation bewerkstelligen. Zytokine werden meist nur in aktivierten Zellen als Reaktion auf ein von außen kommendes Signal (oft ein anderes Zytokin) synthetisiert und in das umgebende Medium ausgeschieden. Sie binden an die für das jeweilige Zytokin spezifischen Rezeptoren an der Oberfläche der Zielmoleküle und lösen dort biochemische Signale aus. Viele Zytokine, wie die Interferone, Interleukine und koloniestimulierenden Faktoren (G-CSF), beeinflussen die Zellen des blutbildenden und des Immunsystems.
  • Zytologie / Zytologisch
    Wissenschaft und Lehre vom Bau und von den Funktionen der Zelle. Wird auch gebraucht für die mikroskopische Untersuchung von Zellen im Abstrich oder Punktionsmaterial von Körpergeweben bzw. Zellausstrich von Körperflüssigkeiten.
  • Zytostatikum
    Medikamente, die das Wachstum von Tumorzellen bevorzugt hemmen, aber auch gesunde Zellen in gewissem Ausmaß schädigen können. Häufig wird dabei die Zellteilung verhindert (siehe auch [Chemotherapie]).
µ
  • µl (Mikroliter)
    1/1000 Milliliter