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HER2-Diagnostik beim Brustkrebs

HER2 AntikörperBrustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Verschiedene Faktoren können bei der Entstehung bzw. beim Wachstum des Tumors eine Rolle spielen. Ein solcher Faktor ist HER2.

Was ist HER2?

HER2 ist ein Rezeptor, also ein Eiweiß bzw. Proteinbaustein auf der Oberfläche von Zellen. Über diesen Rezeptor werden Signale von der Zelloberfläche an den Zellkern weitergeleitet. HER2 ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „human epidermal growth factor receptor 2“. Wörtlich übersetzt bedeutet dies „vom Menschen stammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2“. HER2 wird vielfach auch als erbB2 oder HER2/neu bezeichnet.

Eine normale Zelle besitzt nur eine relativ geringe Menge an HER2-Rezeptoren. Sind auf Tumorzellen zu viele solcher HER2-Rezeptoren vorhanden, teilen sich die Zellen häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert. Die vermehrte Bildung von HER2 kommt bei etwa 20% der Brustkrebspatientinnen vor.

Warum HER2-Diagnostik?

Jede Brustkrebspatientin sollte ihren HER2-Status kennen:

  • HER2 hat einen direkten Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Patientinnen, die einen HER2-positiven Tumor haben, haben im Vergleich zu HER2-negativen Patientinnen einen aggressiveren Krankheitsverlauf und der Tumor tritt schneller wieder auf. Daher ist für HER2-positive Brustkrebspatientinnen eine zielgerichtete Therapie so wichtig.

Gegen HER2 konnte ein spezifischer Antikörper entwickelt werden, der ähnlich dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an den Rezeptor bindet. Dadurch wird der Rezeptor blockiert, Wachstumssignale können nicht mehr weitergeleitet werden und weiteres Wachstum wird gestoppt. Zusätzlich aktiviert der Antikörper die eigene Immunabwehr und die Tumorzellen werden vom Immunsystem zerstört. Diese Therapie ist ausschließlich für Patientinnen mit einem Übermaß an HER2-Rezeptoren sinnvoll, weshalb bei Brustkrebspatientinnen so früh wie möglich der HER2-Rezeptorstatus bestimmt werden sollte.

Was bedeutet HER2-positiv?

Der Wachstumsfaktor-Rezeptor HER2 ist eine Eiweißstruktur auf der Zelloberfläche. Bei etwa 20% der Tumore ist die Anzahl der HER2-Rezeptoren stark erhöht. Dies führt zu einer Überflutung mit Wachstumssignalen, sodass sich die Zellen unkontrolliert teilen und vermehren. Ein gegen den HER2-Rezeptor gerichteter Antikörper verlangsamt oder blockiert das Wachstum der Krebszellen. Außerdem markiert er die Krebszellen, sodass sie vom körpereigenen Immunsystem erkannt und zerstört werden können. 

Ob und in welchem Ausmaß HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche vermehrt sind, wird durch einen so genannten Score-Wert ausgedrückt. Nachfolgende Tabelle zeigt die dabei möglichen Ergebnisse.

Score-Wert Testergebnis HER2 Expression Eignung zur Antikörpertherapie
0 negativ nicht nachweisbar nicht geeignet
1+ negativ gering nicht geeignet
2+ unklar mittelgradig unklar weiterer Test notwendig
3+ positiv hoch geeignet
Die IHC Score-Werte geben an, ob eine HER2-Überexpression vorliegt.

Ein Wert von 2+ bezeichnet eine mittlere bis starke Expression von HER2. Hier ist das Ergebnis nicht eindeutig. Um Gewissheit zu erhalten, sollte ein zweiter Test, diesmal ein Gentest, nachgeschaltet werden. Geeignet sind der FISH- oder der CISH-Test. Ist dieser Test positiv, kann bei der Patientin eine Antikörpertherapie durchgeführt werden.

Nachweismethoden

Durch eine Biopsie oder während der Brustkrebsoperation wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen. Diese Gewebeprobe, der so genannte Tumorblock, wird in Paraffin eingebettet und auf diese Weise haltbar gemacht.

Aus dem Tumorblock werden dünne Scheiben angefertigt, die zur Diagnostik dienen. Die gesamte Diagnostik wird von einem Pathologen durchgeführt. Es gibt verschiedene Tests zum Nachweis von HER2:

IHC: Immunhistochemie

Her2 Diagnostik IHC

Durch eine spezielle Färbetechnik können die HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche sichtbar gemacht werden. Unter dem Mikroskop werden die Intensität und das Ausmaß der Färbung beurteilt. Eine starke Anfärbung der Zellen ist ein Nachweis für eine Überexpression (massive Erhöhung) der HER2-Rezeptoren.


FISH: Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung

Her2 Diagnostik FISH

Bei diesem Verfahren wird die HER2-DNA im Zellkern durch eine spezielle Färbetechnik sichtbar gemacht. Unter dem Fluoreszenzmikroskop werden die so markierten HER2-Gene ausgezählt. Wenn mehrere Gene in einer Zelle vorhanden sind, ist dies ein Nachweis für eine so genannte Amplifikation (Vermehrung) der HER2-Gene. In aller Regel geht dies mit einer Überexpression der HER2-Rezeptoren an der Zelloberfläche einher.


CISH: Chromogene-in-situ-Hybridisierung

Her2 Diagnostik CISH

Wie bei der FISH-Testung wird auch bei diesem Verfahren das HER2-Gen nachgewiesen. Doch wird bei der CISH eine mit Digoxigenin markierte Gensonde verwendet und die Färbung wird unter einem normalen Lichtmikroskop ausgewertet.


Serumtest

Beim Serumtest kann anhand einer Blutprobe ein Teil des HER2-Rezeptors, der ins Blut abgegeben wird (das so genannte SHED-Antigen), nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht dazu geeignet, den Grad der HER2-Überexpression an der Zelloberfläche zu bestimmen und kann daher nicht zur Entscheidung für oder gegen eine Antikörpertherapie herangezogen werden.

Zur HER2 Antikörpertherapie