Alleine in Deutschland leben rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes. Etwa zwei Millionen davon wissen noch nichts von ihrer Erkrankung. Damit ist Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung und zählt zu den Volkskrankheiten. Die gute Nachricht: Je früher ein Diabetes erkannt wird, desto besser kann man ihn behandeln und sich vor Folgeerkrankungen schützen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Risikofaktoren und Symptome für Diabetes kennen – und auf uns und unsere Lieben achten. Denn auch wenn die meisten Betroffenen ältere Menschen sind, kann man schon in jungen Jahren viel dafür tun, nicht an Diabetes (Typ-2) zu erkranken.

Geh zum Check: Ein einfacher Bluttest genügt, um Dein Diabetes-Risiko einzuschätzen. So bekommst Du Gewissheit und kannst frühzeitig aktiv werden, sollten Deine Blutzuckerwerte zu hoch sein. Lasst uns diese Chance nutzen, denn viele Fälle von Diabetes lassen sich vermeiden – wir alle haben es in der Hand.

Wir haben die Menschen in Deutschland gefragt, was sie über Diabetes wissen und denken. Die Ergebnisse zeigen, wie weit verbreitet Diabetes ist und dass viele Menschen gut informiert sind. Wenn es aber darum geht, das eigene Risiko einzuschätzen, gehen viele Befragte noch zu sorglos mit dem Thema um. (Online-Befragung von YouGov im Auftrag von Roche Diagnostics, März 2023)

Diabetes ist auch als “Zuckerkrankheit” bekannt. Bei dieser Stoffwechselerkrankung kann der Körper den Zucker (Glukose) aus der Nahrung nicht mehr selbstständig in die Zellen transportieren. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel kontinuierlich an. Je nach Diabetes-Typ und Behandlungsform kann durch eine Änderung des Lebensstils, mithilfe von Medikamenten oder Insulin der Blutzucker gesenkt werden. Die beiden häufigsten Formen sind Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Etwa 11 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes.

Es dauert durchschnittlich 8 Jahre, bis ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird.

Rund 95 % der Betroffenen haben Typ-2-Diabetes und 5 % Typ-1-Diabetes.

Rund 2 Millionen Menschen leben mit Diabetes, ohne es zu wissen.

Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum – und das oftmals unbemerkt. Dabei gibt es nicht die eine Ursache, sondern es kommen meist mehrere Risikofaktoren wie erbliche Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel zusammen. Diese führen dazu, dass unser körpereigenes Hormon Insulin nicht mehr genügend Zucker aus dem Blut in die Zellen transportieren kann (Insulinresistenz). Dadurch steigt der Blutzucker dauerhaft an und es entsteht ein Prädiabetes, die Vorform von Typ-2-Diabetes. Wichtig: Je früher dieser erkannt wird, desto größer sind die Chancen, dass kein Typ-2-Diabetes entsteht. Häufig reichen ein gesünderer Lebensstil und eine Gewichtsabnahme aus, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Übrigens: Früher wurde Typ-2-Diabetes auch als “Altersdiabetes” bezeichnet, heute sind jedoch auch immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Menschen betroffen.

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die meist schon im Kindesalter auftritt. Dabei greift das eigene Immunsystem die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört die dafür notwendigen Zellen. Ein Risikofaktor für Typ-1-Diabetes sind eine familiäre Vorbelastung und bestimmte Gene, die man in sich trägt. Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen eine lebenslange Insulintherapie, um ihren Blutzucker zu senken.

Auch wenn Diabetes nicht leicht zu erkennen ist – es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Erkrankung hinweisen. Dazu zählen ein gesteigertes Durstgefühl und ein vermehrter Harndrang, weil der Körper versucht, den erhöhten Zucker im Blut abzutransportieren. Außerdem können starke Müdigkeit, Sehstörungen, trockene und juckende Haut, schlecht heilende Wunden und häufige Infekte hinzukommen. Typische Symptome für Typ-1-Diabetes sind u.a. Heißhungerattacken, rapider Gewichtsverlust, Erschöpfung und Azetongeruch im Atem. Je besser wir auf diese Anzeichen achten, desto früher lässt sich ein Verdacht ärztlich abklären – idealerweise noch bevor ein erhöhter Blutzucker den Körper schädigen kann.

Treten Symptome auf, sollte man schnellstmöglich bei der Hausärztin bzw. dem Hausarzt einen Blutzuckertest machen. Ein kleiner Pieks in den Finger reicht aus, um Gewissheit zu bekommen. Dabei kann entweder der morgendliche Nüchternblutzucker, der Gelegenheitsblutzucker oder der Langzeitzucker gemessen werden. Auch ein Zuckerbelastungstest ist möglich: Dabei trinkt man auf nüchternen Magen eine Traubenzuckerlösung und misst danach den Blutzucker. So lässt sich feststellen, wie gut die Zellen Zucker aus dem Blut aufnehmen können.

Wer erst einmal zu Hause testen möchte, kann sich in der Apotheke auch einen Urintest wie den Combur 5 Test® HC holen. Dieser misst den Zuckergehalt im Urin und weist so auf eine mögliche Diabetes-Erkrankung hin. Wichtig: Für eine zuverlässige Diagnose ist immer eine Messung der Blutzuckerwerte durch Fachpersonal notwendig.

© Christoph Ates

Dr. Martina Hartmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Mannheim, über die steigende Zahl an Menschen mit Diabetes, was XXL-Verpackungen damit zu tun haben und warum die Diagnose auch eine Chance ist.

Sind die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch, werden die kleinen und großen Blutgefäße in unserem Körper geschädigt. Dies kann u.a. zu schweren Herz-, Nieren-, Augen- und Nervenerkrankungen sowie Durchblutungsstörungen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko führen. Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig aktiv zu werden. 

Man kann einiges tun, um das eigene Typ-2-Diabetes-Risiko zu senken. Ein bewusster und gesunder Lebensstil steht dabei an erster Stelle. Dabei muss man nicht gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen – oft reichen schon kleine Anpassungen im Alltag, die sich positiv auf die Blutzuckerwerte auswirken können:

  • (Über-) Gewicht reduzieren

  • Mehr bewegen

  • Ausgewogen und bewusst ernähren

  • Zuckerhaltige Getränke vermeiden

  • Nicht rauchen

  • Wenig Alkohol trinken

  • Blutdruck senken

  • Ausreichend schlafen

  • Stress reduzieren

Kein Grund zur Sorge: Man kann heute sehr gut mit Diabetes leben und seine Freiheit genießen. Hierfür gibt es zahlreiche Schulungen und Programme, die wertvolles Wissen und praktische Tipps vermitteln. Diese werden meist von spezialisierten Diabeteszentren, Kliniken und Hausarztpraxen oder auch Krankenkassen angeboten. Bei Typ-2-Diabetes kommen häufig blutzuckersenkende Medikamente oder Insulininjektionen zum Einsatz, die ein regelmäßiges Blutzuckermessen erfordern. Wer seine Blutzuckerwerte einfach und zuverlässig selbst messen möchte, kann die aktuellen Modelle von Accu-Chek unentgeltlich testen.

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gibt es dazu die Möglichkeit, den Blutzucker über eine Insulinpumpe wie z.B. und / oder über ein AID-System (steht für “Automatische Insulin-Dosierung”) zu regulieren. Ein AID-System misst kontinuierlich die Zuckerkonzentration unter der Haut und gibt automatisiert eine entsprechende Menge Insulin über eine Insulinpumpe ab.

Viele weitere Informationen rund um das Leben mit Diabetes gibt es .

Quellen:

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