Seit 1. Januar 2023 hat Schweden die sechsmonatige Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union inne. Während der schwedischen Präsidentschaft werden einige wichtige Gesetzgebungen verhandelt, die die europäische Gesundheitsversorgung prägen werden. Wir sprachen mit Kara Brotemarkle (General Manager Sweden) und Elin Gustavsson (Strategy and Pipeline Partner Sweden) darüber, was von der schwedischen Ratspräsidentschaft zu erwarten ist.

Seit 1. Januar 2023 hat Schweden den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft inne. Davor hatte die Tschechische Republik den Vorsitz inne. Für die Tschechische Republik waren die wichtigsten Prioritäten im Gesundheitswesen während des Ratsvorsitzes die Krebsbekämpfung, die Verhandlungen über langfristige Verträge über Corona-Impfstoffe, der EHDS und die Versorgung der Ukrainer:innen. Welche Rolle wird die Gesundheitspolitik für die schwedische Ratspräsidentschaft spielen und wo wird Schweden Schwerpunkte setzen?

Der schwedische Ratsvorsitz wird sich mit zahlreichen Themen im Bereich Gesundheit und medizinische Versorgung befassen, die im kommenden Jahr zur Verhandlung anstehen, wie z. B. dem Vorschlag für eine Verordnung über einen Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) und die anstehenden Vorschläge der Kommission zur Pharmagesetzgebung. Er wird auch die Umsetzung des Europäischen Plans zur Krebsbekämpfung und die Bemühungen um eine Erneuerung der globalen Gesundheitsstrategie der EU vorantreiben und sich mit Antibiotikaresistenzen (AMR) befassen.

Welche Rolle wird der Europäische Gesundheitsdatenraum spielen?

Der EHDS ist wirklich wichtig und steht auf der Agenda der neuen schwedischen Regierung als eine der Top-Prioritäten der schwedischen EU-Präsidentschaft. Schweden hat bereits viele nationale Untersuchungen eingeleitet, die das Land auf dem Weg zum EHDS voranbringen werden, und damit seine Position der Unterstützung deutlich gemacht. Wir bei Roche sind der Meinung, dass dies ein entscheidender Schritt nach vorn ist, um bessere Ergebnisse für die Patient:innen zu erzielen, und wir arbeiten weiterhin gemeinsam mit anderen Interessengruppen daran, die erforderlichen Elemente zu entwickeln, damit der EHDS ein Erfolg wird.

Besteht die Chance, dass es während der schwedischen Ratspräsidentschaft große Fortschritte gibt?

Auf jeden Fall. EU-Themen stehen auf der Agenda der schwedischen Regierung sehr weit oben und während der schwedischen Ratspräsidentschaft werden zwei wichtige Gesetzgebungen verabschiedet werden. Schweden ist ein führendes Land im Bereich der Biowissenschaften und spielt eine wichtige Rolle dabei, ein positives Umfeld für Innovationen der Biowissenschaften in Europa zu schaffen. Viele der Themen, die in dieser Zeit auf der EU-Agenda stehen, haben das Potenzial, die Zukunft des europäischen Gesundheitswesens zu gestalten.

Was können wir in Bezug auf die Pharmastrategie und den Europäischen Plan zur Krebsbekämpfung erwarten?

Schweden wird die Umsetzung des EU-Plans zur Krebsbekämpfung fördern. Das Land verfügt über eine ehrgeizige Krebsstrategie und hat im Laufe der Jahre beeindruckende Fortschritte bei der Früherkennung, der Diagnose und dem Zugang zur Behandlung erzielt, um die Ergebnisse für die Patient:innen zu verbessern. Schweden kann bewährte Praktiken fördern und sicherstellen, dass in Europa weitere Fortschritte in diesem wichtigen Schwerpunktbereich erzielt werden.

Hat sich Roche während der schwedischen Ratspräsidentschaft bei der schwedischen Regierung für bestimmte Anliegen im Gesundheitswesen eingesetzt?

Ja. Roche arbeitet eng mit dem schwedischen Fachverband der forschenden pharmazeutischen Industrie (LIF) zusammen und führt seit mehreren Jahren Kampagnen bei der schwedischen Regierung durch. Im Mittelpunkt standen dabei die Präzisionsmedizin, die Umsetzung des EU-Krebsbekämpfungsplans und Gesundheitsdaten zur Unterstützung der Evidenzbasierung und des Patientenzugangs.

Wo sehen Sie das größte Potenzial für die schwedische Ratspräsidentschaft, eine positive Handschrift zu hinterlassen?

Bei allen oben genannten Themen. Wir sind uns bewusst, dass Schweden in seiner Rolle als führende Nation in den Biowissenschaften eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung eines innovationsfreundlichen Umfelds in der EU spielt. Dies wird für viele der Themen von Bedeutung sein, die von der EU während der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft aufgegriffen werden, nicht zuletzt für die Aktualisierung der Pharmagesetzgebung.

Autorinnen
Kara Brotemarkle - General Manager Sweden (links)
Elin Gustavsson - Strategy and Pipeline Partner Sweden (rechts)

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