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Das Wichtigste über HPV und Gebärmutterhalskrebs

Alles, was Sie über Gebärmutterhalskrebs wissen sollten

Gebärmutterhalskrebs ist eine Erkrankung am unteren, schmalen Teil der Gebärmutter - dem Gebärmutterhals. Eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) stellt die Hauptursache für diese Krebsart dar. Das Risiko für die Ausbildung von Gebärmutterhalskrebs lässt sich allerdings reduzieren, indem eine mögliche Vorstufe früh erkannt wird. Frühzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit gut behandeln, in den meisten Fällen sogar heilen [1].

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Als Gebärmutterhals (Zervix uteri) bezeichnet man den unteren Teil der Gebärmutter (Uterus), welcher die Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide (Vagina) bildet. Der Gebärmutterhals wird von einer sich regelmäßig erneuernden Schleimhaut ausgekleidet. Durch eine Infektion mit bestimmten HP-Viren kann es in diesem Bereich zu bösartigen Zellveränderungen kommen, welche unbehandelt zu der Ausbildung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) führen können [2].

HP-Viren als Ursache für Gebärmutterhalskrebs

HP-Viren sind weit verbreitet und werden durch Hautkontakt übertragen – meist beim Geschlechtsverkehr. Bis zum 45. Lebensjahr hatten etwa 80 % aller Frauen und Männer mindestens einmal Kontakt mit HPV [3] – in den meisten Fällen ohne es zu merken oder krank zu werden. Von den über 170 bekannten HPV-Typen befallen nur circa 40 den Genitalbereich [4].

Diese Viren lassen sich wiederum in zwei Gruppen unterteilen: Niedrigrisiko- und Hochrisiko-HPV-Typen. Eine Infektion mit einem Virus der Niedrigrisiko-Gruppe kann zu ungefährlichen Feigwarzen im Genitalbereich führen [5]. Handelt es sich aber um eine Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ, dann kann es zu Zellveränderungen mit zunehmendem Schweregrad, sogenannten Krebsvorstufen, und schließlich zu Gebärmutterhalskrebs kommen [2]. Derzeit werden 14 HP-Viren als Hochrisiko-Typen eingestuft [6, 7]. Dazu gehören auch HPV 16 und HPV 18, welche in 70 % der Gebärmutterhalskrebs-Fälle nachgewiesen werden können [7]. In den meisten Fällen macht das Immunsystem den HP-Virus allerdings unschädlich und die Infektion heilt häufig innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aus [8]. In Ausnahmen kann der Erreger jedoch lange Zeit im Körper bleiben und sich am Gebärmutterhals ansiedeln. Dann ist es möglich, dass sich Zellen verändern und es zu Krebsvorstufen bzw. zu Gebärmutterhalskrebs kommt. Von der Infektion bis zur Entwicklung von Krebs kann es bis zu 10 Jahre und mehr dauern [5].

Gebärmutterhalskrebs verursacht zu Beginn keine Beschwerden und bleibt daher oft unbemerkt. Erst wenn die Erkrankung weiter fortschreitet, können Symptome wie Ausfluss, Zwischenblutungen, Blutungen beim Geschlechtsverkehr und Schmerzen auftreten. Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt lässt sich der Gebärmutterhalskrebs frühzeitig entdecken. Je früher die Diagnose erfolgt, desto größer der Therapieerfolg, denn im frühen Stadium erkannt, ist Gebärmutterhalskrebs in den meisten Fällen heilbar [9].

Grundsätzlich gilt aber: Jeder kann eine HPV-Infektion bekommen. Wie bei jeder anderen Virus-Infektion auch, kann ein starkes Immunsystem eine Infektion eher eindämmen. Risikofaktoren, welche die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs begünstigen können, sind unter anderem Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem [10].

Gebärmutterhalskrebs kann lange unbemerkt bleiben

Das Wichtigste über die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Vorsorge durch Impfung, Pap- und HPV-Test

Durch Impfung, Vorsorge und Therapie sind nahezu alle Gebärmutterhalskrebs-Fälle vermeidbar. Die HPV-Impfung beugt einer Infektion mit bestimmten Hochrisiko-HPV-Typen vor, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs stehen. Eine Impfung kann das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, deutlich reduzieren - allerdings nicht ausschließen [6]. Auch nach einer Impfung sollten Sie deshalb regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen zum Gebärmutterhalskrebs durchführen lassen [7].

Zu einer aktiven Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge gehören regelmäßige Kontrollen mittels Pap-Abstrich und HPV-Test.

Dabei nutzen Pap- und HPV-Test unterschiedliche Verfahren. Beim Pap-Test streicht der Frauenarzt oder die Frauenärztin Schleimhautzellen an Gebärmutterhals und Muttermund ab. Die Zellen werden anschließend in einem Labor unter dem Mikroskop begutachtet. So kann festgestellt werden, ob die entnommenen Zellen normal aussehen, oder ob Zellveränderungen stattgefunden haben, die auf Krebsvorstufen hinweisen können [11].

Ähnlich wie beim Pap-Test wird auch für den HPV-Test ein Zellabstrich von Muttermund und Gebärmutterhals benötigt. Allerdings wird daraufhin nicht mikroskopisch auf Zellveränderungen untersucht, sondern es wird ermittelt, ob eine Infektion mit Hochrisiko HPV-Typen besteht. Dafür wird das Zellmaterial im Labor in einem PCR-Testverfahren automatisiert auf Hochrisiko HP-Viren untersucht. Mithilfe des PCR-Verfahrens können kleinste Virusbestandteile im Körper nachgewiesen werden [12].

Wenn Sie mehr über die aktuelle Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge und den weiteren Behandlungsweg wissen möchten, gelangen Sie hier zurück zur Gebärmutterhalskrebs-Informationsseite.

Zur Gebärmutterhalskrebs-Informationsseite

Referenzen

  1. Kiechle, M. (2011). Gynäkologie und Geburtshilfe. (Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, München/Jena)

  2. Krebsinformationsdienst. Deutsches Krebsforschungszentrum. Gebärmutterhalskrebs: Krebsentstehung, Anatomie, Häufigkeit

    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/was-ist-gebaermutterhalskrebs.php

  3. Chesson et al. Sex Trans Dis. 2014;41(11):660-664.

  4. DKFZ Informationsblatt: Humane Papillomviren

    https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-hpv-allgemein.pdf

  5. Humane Papillomviren. RKI-Ratgeber

    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HPV.html

  6. International Agency for Research on Cancer (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). IARC monographs.

    https://monographs.iarc.who.int/wp-content/uploads/2018/06/mono100B-11.pdf

  7. World Health Organization. Cervical Cancer. Human Papillomavirus (HPV) and cervical cancer. Key facts.

    https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/human-papillomavirus-(hpv)-and-cervical-cancer

  8. Mini Med Studium. HPV – Humane Papillomaviren.

    https://www.minimed.at/medizinische-themen/infektion-allergie/hpv/

  9. Krebsinformationsdienst. Deutsches Krebsforschungszentrum. Gebärmutterhalskrebs: Symptome, Untersuchung, Stadieneinteilung

    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/untersuchung.php

  10. Seiten der WHO zum Thema Gebärmutterhalskrebs

    https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/human-papillomavirus-(hpv)-and-cervical-cancer

  11. Krebsinformationsdienst. Deutsches Krebsforschungszentrum. Gebärmutterhalskrebs: Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/frueherkennung.php

  12. Krebsinformationsdienst. Deutsches Krebsforschungszentrum. Humane Papillomviren (HPV): HPV und Krebs

    https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv2.php

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