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Chlamydien

„Unfruchtbarkeit“ ist eine Diagnose, die den Kinderwunsch vieler Paare jäh zerstört. Bei Frauen wird sie häufig durch eine unerkannte und verschleppte Infektion mit Chlamydien ausgelöst.

Chlamydia trachomatis ist ein Bakterium, das sich als Parasit in den Zellen von Schleimhäuten im Augen-, Atemwegs- oder Genitalbereich einnistet – mit teilweise schwerwiegenden Folgen. So sind bestimmte Untergruppen dieser Bakterienart, die Subtypen D bis K, verantwortlich für eine sexuell übertragene Erkrankung, die in Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für erworbene Unfruchtbarkeit bei Frauen ist. Allein in Deutschland wird die Zahl der Neuinfektionen auf 300.000 pro Jahr geschätzt. In Entwicklungsländern sind andere Subtypen von Chlamydia trachomatis stärker verbreitet (Subtypen A, B und C), die zu Trachom-Augenerkrankungen bis hin zu Erblindungen führen können. Das Trachom gab dem Bakterium seinen Namen: Chlamydia trachomatis.

Mit einem Durchmesser von nur einem halben Millionstel Meter zählt Chlamydia trachomatis zu den kleinsten Bakterien überhaupt. Wegen seiner geringen Größe und weil es sich nur innerhalb seiner Wirtszellen vermehrt, wurde es ursprünglich für ein Virus gehalten. Erst seit 1966 weiß man, dass es sich bei Chlamydia trachomatis um ein Bakterium handelt.

Unfruchtbarkeit durch verschleppte Chlamydien-Infektion

Genitale Chlamydien-Infektionen sind die häufigste Ursache erworbener Unfruchtbarkeit in den westlichen Industrieländern. Mindestens ein Fünftel aller Fälle von Unfruchtbarkeit bei Frauen, so schätzen Experten, gehen in diesen Ländern auf das Konto verschleppter Chlamydien-Infektionen. Für diejenigen Fälle von Unfruchtbarkeit, die durch Tubenverschluss (Eileiterverschluss) hervorgerufen werden, sind Chlamydien sogar zu 90 Prozent verantwortlich. Auch Bauchhöhlenschwangerschaften, chronische Unterleibsschmerzen und Frühgeburten sowie Erkrankungen von Neugeborenen können durch Chlamydien-Infektionen ausgelöst werden.

Verbreitung unter Jugendlichen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl der Chlamydieninfektion weltweit auf über 140 Millionen geschätzt. Über 6 Millionen Fälle von Erblindung vor allem in Ländern Afrikas und Lateinamerikas, dem Nahen Osten, sowie Zentral- und Südostasien sollen auf eine Chlamydien-Infektion zurückzuführen sein.

Infektion mit Chlamydia trachomatis ist laut European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC - www.ecdc.europa.eu ) die am häufigsten gemeldete sexuell übertragbare Krankheit in Europa. 2007 wurden über 250.000 bestätigte Fälle in 22 Ländern der europäischen Region gezählt. Demnach kommen auf 100.000 Menschen im Schnitt 122,6 Infizierte. Am häufigsten betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 20 Jahren. Bei Jugendlichen steigt der Infektionsanteil auf 367,5 pro 100.000 Menschen. Die Dunkelziffer wird jedoch höher eingeschätzt, da eine Chlamydieninfektion nur selten auffällige Symptome erzeugt. Dabei lassen sich die winzigen Bakterien, wenn sie in einem einfachen Test rechtzeitig nachgewiesen werden, effektiv bekämpfen.

Was sind Chlamydien?

Chlamydien werden bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Für eine Ansteckung ist ein direkter Kontakt der empfänglichen Schleimhaut mit dem infektiösen Sekret erforderlich. Eine Ansteckung ist deshalb bei allen sexuellen Praktiken möglich, bei denen Schleimhaut mit Schleimhaut Kontakt hat. Neugeborene können sich während der Geburt beim Durchtritt durch die mütterliche Scheide anstecken.

Männer mit einer Chlamydien-Infektion verbreiten die Krankheit zwar weiter, erleiden durch die Infektion aber selbst nur äußerst selten langwierige Gesundheitsprobleme. Frauen dagegen haben ein hohes Risiko, von Chlamydien-Infektionen langfristig geschädigt zu werden, wobei die Unfruchtbarkeit die gravierendste Folge ist.

Da Chlamydien bei 70 Prozent der Frauen und 90 Prozent der Männer keine auffälligen Schmerzen oder andere Symptome auslösen, bleibt eine Infektion in der Regel völlig unbemerkt. Zu den in Einzelfällen beobachteten Symptomen gehört bei Männern eine Entzündung der Harnröhre: Es juckt oder brennt beim Wasserlassen. Frauen bemerken in seltenen Fällen vermehrten Ausfluss, Juckreiz oder Brennen während des Wasserlassens.

Immunreaktion schadet dem eigenen Körper

Chlamydien setzen keine Gifte frei, sondern dringen in Schleimhautzellen ein, wobei sie ihrer Vernichtung durch körpereigene Enzyme geschickt getarnt entgehen. In den Zellen nisten sie sich als Schmarotzer ein, die vom Stoffwechsel ihrer Wirtszelle profitieren. Dagegen wehrt sich das menschliche Immunsystem mit einer heftigen Entzündungsreaktion – und zerstört damit auch gesundes Gewebe, das daraufhin vernarbt. So wird die eigentlich sinnvolle Gegenwehr des Körpers zur hauptsächlichen Ursache bleibender Schäden.

Chlamydien, Infektion

Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann dazu führen, dass der Eileiter vernarbt. Befruchtete Eizellen gelangen dann nicht mehr in die Gebärmutter. Es drohen Eileiterschwangerschaft oder Unfruchtbarkeit. Bildquelle: Roche

Unbemerkte Entzündung verklebt Eileiter

Chlamydien sind vor allem für sehr junge Frauen gefährlich, denn deren Genitaltrakt weist vermehrt zylindrisch geformte Zellen auf, die die Bakterien bevorzugen. Auch sind die lokalen Abwehrkräfte in der Scheide noch unvollständig ausgebildet, besonders bei jungen Raucherinnen. So können die Chlamydien in die Gebärmutter wandern und dort eine Entzündung auslösen.

Bleibt die Entzündung unbemerkt und unbehandelt, gelangen die Erreger weiter hinauf in die Eileiter. Im Laufe von Jahren verkleben und vernarben sie dort schlimmstenfalls Abschnitte der Eileiter, die die Eizellen auf ihrem Weg aus dem Eierstock in die Gebärmutter passieren müssen. Dies hat Schätzungen zu Folge allein in Deutschland vermutlich bereits 100.000 Frauen unfruchtbar gemacht. Auch chronische Unterleibsschmerzen und Bauchhöhlenschwangerschaften gehen auf das Konto der „chlam“-heimlich eingewanderten Keime. Denn wenn einem bereits befruchteten Ei – für die winzigen Spermien bleibt der Eileiter oft passierbar – der Weg vom Eierstock in die Gebärmutter blockiert ist, kann es unter Umständen in die Bauchhöhle entweichen und sich dort unter der Bauchdecke anheften.

Risiko für schwangere Frauen

Wenn sich trotz einer Infektion mit Chlamydien bei einer Frau eine normale Schwangerschaft entwickelt, dann trägt sie dennoch ein erhöhtes Risiko, durch den Eintritt vorzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs eine Frühgeburt zu erleiden. Zudem steckt sich ein Großteil der Neugeborenen bei ihren infizierten Müttern während der Geburt mit Chlamydien an. Bindehaut- und Lungenentzündungen können die Folge sein. Deshalb werden in Deutschland bereits seit 1995 alle Schwangeren – als Kassenleistung – auf Chlamydien untersucht

Ansteckung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr

Chlamydien, Diagnostik

Generell gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, Chlamydien-Infektionen direkt in Abstrichen vom Gebärmutterhals, im Urin oder in Gewebeproben nachzuweisen: Zellkulturen, immunologische Methoden und den Nachweis der bakteriellen Erbinformation.

Der indirekte Erregernachweis über die Bestimmung von Antikörpern ist insbesondere bei akuten Infektionen ungeeignet, da es bis zu einigen Wochen dauert, bis das Immunsystem detektierbare Antikörper gebildet hat. Diese Antikörper bleiben auch Jahre nach einer überwundenen Infektion nachweisbar. Daher sind sie für die Diagnose einer akuten Chlamydien-Infektion wenig hilfreich. Sie können aber dazu beitragen, Chlamydien als Spätfolgen einer Infektion (Eileiterverschluss, Unfruchtbarkeit) zu erkennen. In diesen Fällen lassen sich die Chlamydien oft selbst nicht mehr nachweisen, wohl aber ihre Antikörper.

Für die Güte eines Nachweisverfahrens spielen Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität (Genauigkeit) der Methode eine wichtige Rolle. Eine hohe Sensitivität stellt sicher, dass alle positiven Proben vom Test auch tatsächlich als positiv erkannt werden. Eine hohe Spezifität bedeutet, dass der Test auch nur die Proben als positiv erkennt, die tatsächlich von Infizierten stammen. Alle anderen Testergebnisse müssen bei hochspezifischen Tests negativ sein.

Zellkulturen

Zu den Nachteilen des Verfahrens gehört die Empfindlichkeit der Zellen Umwelteinflüssen gegenüber. So müssen die Zellen auf dem Weg vom Arzt ins Labor unter bestimmten Temperaturbedingungen (4°C) transportiert werden und innerhalb von 24 Stunden kultiviert werden – ansonsten sterben sie ab. In diesem Fall sind in der Zellkultur keine Chlamydien nachweisbar, obwohl eine Infektion vorhanden ist („falsch-negative“ Resultate), denn in der Zellkultur können nur lebende Zellen angezüchtet werden. Darüber hinaus ist die Testdurchführung verglichen mit anderen Verfahren zeitaufwändig – bis zu einem Ergebnis vergehen mindestens vier bis fünf Tage. Die Zellkultur war früher die wichtigste Methode zum Nachweis einer Chlamydien-Infektion. Dabei wird der infizierten Frau ein Zellabstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen, der anschließend in einer Zellkultur – ein Gemisch aus Nährstoffen und Zellen – angezüchtet wird. Nach frühestens vier Tagen können die Zellen mit spezifischen Farbstoffen angefärbt und mikroskopisch nachgewiesen werden. Die Zellkultur zeichnet sich durch ihre hohe Spezifität (Genauigkeit) aus: Sie beträgt 100 Prozent. Ein positives Testergebnis bedeutet demzufolge immer, dass die Probe von einer infizierten Frau stammt. Es gibt also keine „falsch-positiven“ Befunde.

Immunologische Methoden

Direkte fluoreszierende Antikörpertests (DFA) und Enzymimmunotests (EIA) weisen Antigene – spezielle Oberflächenstrukturen der Chlamydien – nach, auf die der menschliche Körper mit der Bildung von Antikörpern reagiert.

Bei DFAs wird ein Gebärmutterhalsabstrich auf einem Glasplättchen ausgestrichen, die darin enthaltenen Chlamydien mit Hilfe von fluoreszierenden Antikörpern markiert und mikroskopisch nachgewiesen. Das Testverfahren hat eine vergleichsweise geringe Sensitivität, da DFAs bei ungeübten Untersuchern zu falsch-negativen Ergebnissen führen können. Außerdem ist es nicht möglich, sie zu automatisieren. Auf der anderen Seite ist die Methode im Gegensatz zur Zellkultur auch mit bereits abgestorbenen Chlamydien-Zellen durchführbar.

EIAs sind immunologische Nachweisverfahren, die auf einer enzymatischen Farbreaktion basieren. Hierbei werden spezifische, mit einem Enzym markierte Antikörper verwendet. Finden diese Antikörper spezielle Oberflächenstrukturen (Antigene) von Chlamydien im Untersuchungsmaterial (Abstrich, Urin, Gewebsprobe), wird eine chemische Reaktion ausgelöst. Diese dient als Nachweis für das Vorhandensein der Erreger in der Probe. EIAs haben sich als kostengünstige Tests für den erhöhten Probendurchsatz etabliert. Ihre Sensitivität und Spezifität sind allerdings nicht optimal, so dass ein nicht unwesentlicher Anteil der Infektionen übersehen werden kann.

Nachweis der bakteriellen Erbinformation

Für den direkten Nachweis der Erbinformation von Chlamydien in Abstrichen oder in Urinproben stehen heute mehrere Methoden zur Verfügung (Amplifikationsverfahren und Hybridisierungsverfahren). Zur Methode der Wahl hat sich der DNA-Nachweis auf Basis des PCR-Verfahrens entwickelt, weil er unabhängig vom Untersuchungsmaterial eine sehr hohe Sensitivität (rund 98 Prozent) und Spezifität (100 Prozent) besitzt. Bei diesem Test wird die Chlamydien-Erbinformation stark vermehrt und dann gemessen.

Chlamydien, Polymerase-Kettenreaktion

Die Polymerase-Kettenreaktion erlaubt eine sichere und schnelle Diagnose. Bildquelle: Roche

Liegt ein Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion vor, ist es wichtig, stets auch den jeweiligen Sexualpartner mit zu untersuchen – und gegebenenfalls zu behandeln.

Diagnostik

Kondome schützen

Mädchen und Jungen werden heute deutlich früher geschlechtsreif und sexuell aktiv als noch vor einigen Jahrzehnten. Untersuchungen belegen, dass zum Beispiel bereits elf Prozent der Mädchen im Alter von 14 Jahren Geschlechtsverkehr hatten.

Dies hat dazu geführt, dass Chlamydien-Infektionen heute deutlich häufiger sind. Offensichtlich ist besonders bei jungen Frauen die lokale Immunabwehr im Bereich des Gebärmutterhalses noch nicht ausgereift. Auch hormonelle Gründe für ihre erhöhte Anfälligkeit schließen Experten nicht aus. Bei „Twens“ im dritten Lebensjahrzehnt nimmt die Häufigkeit an Chlamydien-Infektionen wieder ab.

Chlamydien, Prävention

Nur durch die konsequente Verwendung von Kondomen lässt sich das Risiko von Chlamydien-Infektionen deutlich verringern. Allerdings machen lediglich 20 Prozent aller Jugendlichen davon regelmäßig Gebrauch. Bildquelle: Roche

Weil die Infektion meist unbemerkt verläuft, wird sie in der Regel auch unentdeckt weitergegeben. Durch die konsequente Verwendung von Kondomen lässt sich das Risiko von Chlamydien-Infektionen deutlich verringern. Deshalb ist es wichtig, gerade Jugendliche darüber zu informieren, dass Kondome nicht nur vor einer Infektion mit dem Aids-Virus, sondern auch vor Chlamydien-Infektionen schützen. Besonders wenn sie ihre Sexualpartner häufig wechseln, sollten Jugendliche wissen, dass Kondome nicht nur Verhütungsmittel sind (die man zum Beispiel durch die Pille ersetzen kann), sondern auch den einzig wirkungsvollen Schutz vor Infektionskrankheiten mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen bieten.

Effektive Therapie mit Antibiotika

Frauen mit Kinderwunsch entdecken ihre durch eine unbemerkte und unbehandelte Chlamydien-Infektion verursachte Unfruchtbarkeit häufig erst viele Jahre nach der Infektion – zu spät für eine effektive Behandlung. Dabei ist diese relativ einfach. Eine akute Infektion mit Chlamydien kann durch eine zehn-, besser vierzehntägige Antibiotikabehandlung ausgeheilt werden. Da Chlamydien kaum Resistenzen zeigen, gelingt es in der Regel, die Erreger abzutöten. Eine erfolgreiche Antibiotikatherapie schützt allerdings nicht vor einer erneuten Chlamydien-Infektion. Deshalb gelten die Empfehlungen für einen sicheren Infektionsschutz – Verwendung von Kondomen – auch nach einer erfolgreich behandelten Chlamydien-Infektion

Den Forschungsergebnissen der

Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau zufolge ist die Chlamydien-Infektion in Deutschland eine in dreifacher Weise unbekannte Krankheit:

  • Sie ist als Krankheit unbekannt – die meisten Jugendlichen haben nie von Chlamydien gehört.

  • Sie bleibt bei Infizierten aufgrund ihrer fehlenden Symptome unerkannt.

  • Eine Infektion wird von Ärzten nicht systematisch erfasst. Deshalb beruhen Zahlen über die Verbreitung von Chlamydien-Infektionen weitgehend auf Schätzungen. Das tatsächliche Ausmaß ist unbekannt.

Aufklärung über die Gefahr von Chlamydien-Infektionen ist daher der Schlüssel zu einer wirkungsvollen Prävention.

  • Warum kommen Chlamydien so häufig vor?
  • Wie kann man sich gegen Chlamydien schützen?
  • Gibt es Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien in der Schwangerschaft?
  • Gibt es auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gegen Chlamydien für nicht schwangere Frauen?
  • Besteht eine Meldepflicht für eine Chlamydien-Infektion?
  • Wie häufig ist eine Chlamydien-Infektionen unter Jugendlichen in Europa?
  • Können Chlamydien-Infektionen zur Unfruchtbarkeit führen?

Genitale Chlamydien der Gattung Chlamydia trachomatis (Subtyp D bis K) werden ausschließlich über Sexualkontakte übertragen – und zwar über alle Arten von Schleimhautkontakten. Dabei nisten sich die Erreger bevorzugt in der Schleimhaut sehr junger Frauen ein. Da Jugendliche heute deutlich früher ungeschützt erste sexuelle Erfahrungen sammeln als noch vor einigen Jahren, steigt damit auch die Anzahl der Chlamydien-Infektionen.

Am besten durch den konsequenten Gebrauch von Kondomen. Denn diese verhindern meist erfolgreich den direkten Kontakt von Schleimhäuten, über die die Chlamydien übertragen werden.

In Deutschland gibt es regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Chlamydien bei bestehender Schwangerschaft. Im Rahmen dieser Schwangerenvorsorge ist der Nachweis von Chlamydien eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, Kosten fallen für Sie also nicht an. Denn für Schwangere bergen Chlamydien-Infektionen ein erhöhtes Risiko, durch den Eintritt vorzeitiger Wehen und eines vorzeitigen Blasensprungs eine Frühgeburt zu erleiden – außerdem können sie während des Geburtsvorgangs beim Neugeborenen Infektionen der Augen und Atemwege auslösen.

Ja, auch hierzulande können sich nicht schwangere Frauen ohne spezifische Symptome bis zu einem Alter von 25 Jahren auf eine Chlamydien-Infektion einmal jährlich als Kassenleistung untersuchen lassen. Das gleiche gilt, ohne Altersbeschränkung, für kurative Leistungen bei Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion.

In Deutschland erfasst das Robert Koch Institut in Berlin so genannte meldepflichtige Infektionen, um gezielt gegen diese Infektionen vorgehen und medizinische Maßnahmen gegen sie koordinieren zu können. Dazu zählt derzeit die Chlamydien-Infektion nicht.

Bei Jugendlichen beträgt der Infektionsanteil in der Bevölkerung 367,5 pro 100.000 Menschen. Die Dunkelziffer wird jedoch höher eingeschätzt, da eine Chlamydien-Infektion nur selten auffällige Symptome erzeugt. Am häufigsten betroffen sind junge Frauen zwischen 15 und 20 Jahren.

Chlamydien-Infektionen können zur Unfruchtbarkeit führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es jährlich 127 Millionen neue Chlamydien-Infektionen weltweit 1.

http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/sexually-transmitted-infections-(stis)

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