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Hepatitis

Informationen zur Krankheit

Eine Entzündung der Leber.
Übersetzt bedeutet Hepatitis „Leberentzündung“. Sie kann durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden und in unterschiedlichen Schweregraden und Dauern auftreten.(1)

Man unterscheidet einen akuten und einen chronischen Verlauf. Bei einer chronischen Infektion bleiben warnende Symptome oft für lange Zeit aus. Mögliche Anzeichen können Gelbsucht, Übelkeit, Durchfall oder Schmerzen im Oberbauch sein. Es können jedoch auch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust auf eine Hepatitis hindeuten. Erhöhte Leberwerte (häufig Zufallsbefunde im Rahmen einer Blutuntersuchung) können ebenfalls ein erstes Warnsignal sein.(2-4)

Zu diesen Symptomen kommt es, wenn Leberzellen zugrunde gehen. Die Leber hat viele lebenswichtige Funktionen wie die

  • Entgiftung des Körpers

  • Verstoffwechslung von Nährstoffen zur Energiegewinnung

  • Lagerung überschüssiger Nährstoffe

  • Herstellung essenzieller Moleküle

  • Verstoffwechslung von Hormonen, Medikamenten und Giftstoffen

Das Versagen dieses Organs ist folglich tödlich.(4-6)

Was ist Hepatitis?

Welche Formen gibt es

Den Erreger der Hepatitis A, das Hepatitis A-Virus (HAV), haben Wissenschaftler erstmals im Jahr 1973 im Stuhl eines akut Erkrankten mithilfe des Elektronenmikroskops nachweisen können. Es vermehrt sich vermutlich ausschließlich in den Leberzellen (Hepatozyten) des Menschen und wird über den Darm ausgeschieden. Das Hepatitis A-Virus ist ungewöhnlich widerstandsfähig. Im Labor übersteht es beispielsweise die Behandlung mit Säuren und organischen Lösungsmitteln und hält oft über Jahre hinweg extreme Temperaturunterschiede aus.

Hepatitis A

Der Erreger der Hepatitis B, das Hepatitis B-Virus (HBV), schleust sein Erbgut in die menschliche Leberzelle ein und vermehrt sich in ihr. Das Virus besteht aus einer äußeren Hülle und einem inneren Kern. Die Hülle ist aus charakteristischen Proteinen (Hepatitis B- Oberflächenantigene, kurz HBsAg) aufgebaut, der Viruskern wird von so genannten Core-Antigenen (HBcAg) gebildet. Beide Antigene sind wichtig für die Diagnose einer Hepatitis B.

Mittlerweile sind acht verschiedene Typen von HBV bekannt, die sich im Aufbau ihrer Erbsubstanz unterscheiden (Genotypen A bis H). Wie das Hepatitis A-Virus ist auch das Hepatitis B-Virus sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen und Desinfektionsmitteln.

Hepatitis B

Die Hepatitisviren A und B wurden erstmals in den 1970er Jahren beschrieben. Dass es noch ein weiteres Virus geben muss, das eine Hepatitis verursacht, vermuteten die Wissenschaftler schon damals. Sie konnten den Erreger jedoch nicht nachweisen. Dies gelang im Jahr 1988 mit molekularbiologischen Methoden. Seither heißt die Krankheit, die es auslöst, Hepatitis C (HCV). Zuvor wurde sie „Non-A-Non-B-Hepatitis“ genannt, anzudeuten, dass weder das Hepatitis A- noch das Hepatitis B-Virus der Erreger war. HCV hat sich als besonders gefährliches Mitglied der Hepatitis-Familie entpuppt. Das Virus vermehrt sich in der Leber und wird von den Leberzellen ins Blut freigesetzt. Mehr noch als Typ B verursacht HCV einen chronischen Krankheitsverlauf: Die Daten belegen, dass 60-80% der HCV-Infizierten chronisch krank werden(7), bei Typ B sind es nur 5-10 % der Erwachsenen(8). Bei den übrigen 20-40% der HCV-Infizierten heilt die Infektion innerhalb von etwa 6 Monaten ohne Behandlung aus.(7)Mittlerweile sind sieben verschiedene genetische Varianten (Genotypen) des Hepatitis C-Virus bekannt.(9)

Hepatitis C

Weder das Krankheitsbild der Hepatitis noch seine Ursache sind eindeutig: Eine Entzündung der Leber kann durch diverse Gifte ausgelöst werden, beispielsweise durch chronischen Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Eine Leberentzündung kann aber auch die Folge einer Infektion mit Parasiten, Bakterien oder Viren sein. Am häufigsten ist eine durch Hepatitis-Viren verursachte Leberentzündung. Die Wissenschaftler kennen gegenwärtig sieben recht unterschiedliche Viren, die eine Entzündung der Leber herbeiführen können und nach der Buchstabenfolge des Alphabets (A bis G) benannt sind.

Entzündungen der Leber, die durch eine Infektion mit diesen Viren verursacht werden, nennen die Mediziner Virushepatitiden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden seit dem Jahr 2014 jährlich über 10.000 Infektionsfälle (Typ A-E) gemeldet, im Jahr 2017 stieg die Zahl erstmals seit 2001 wieder auf knapp 15.000 Fälle.(10)

Was sind die Ursachen für Hepatitis?

Ansteckung mit Hepatitis A

In den Körper eines anderen Menschen gelangt das Hepatitis A-Virus vornehmlich über den Mund, beispielsweise mit verunreinigtem Wasser, Getränken oder Nahrungsmitteln. Besonders gefährlich sind Austern und Muscheln aus kontaminierten Gewässern, in denen sich die Viren anreichern. Auch ein enger Kontakt mit infizierten Menschen, etwa das gemeinsame Benutzen von Essbesteck, Geschirr, Handtüchern und Toiletten, begünstigt eine Infektion. Gefährdet sind vor allem Reisende in Länder mit großer Bevölkerungsdichte und schlechten hygienischen und sanitären Verhältnissen.

Vorkommen der Hepatitis A

In einigen Entwicklungsländern ist die Hepatitis A neben Malaria und Hepatitis B eine der häufigsten Infektionskrankheiten. In den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas mit hohen Hygienestandards ist die Hepatitis A im Laufe der letzten Jahrzehnte immer seltener geworden.
In Deutschland waren noch nach dem Zweiten Weltkrieg 80 bis 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit dem Hepatitis A-Virus infiziert. Heute ist hierzulande etwa jeder zweite Hepatitis A-Fall eine Reisehepatitis – eine Hepatitis A, die während eines Aufenthalts in einem Hepatitis A-verseuchten Gebiet erworben wurde.

Diagnose der Hepatitis A

Eine Infektion mit Hepatitis A-Viren wird in der Regel indirekt mit speziellen Tests nachgewiesen. Mit ihnen lassen sich die Antikörper im Blut bestimmen, die von Immunzellen gegen die Hepatitis A-Viren gebildet wurden.

Verlauf und Therapie der Hepatitis A

Eine spezifische Therapie gegen die Hepatitis-A ist nicht erforderlich. Die Hepatitis A heilt nach einer Krankheitsdauer von rund sechs bis acht Wochen in der Regel spontan aus. Nur selten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen. Wer einmal eine Hepatitis A hatte, bleibt sein Leben lang immun.

Eine spezifische Therapie der Hepatitis A gibt es nicht. Die Behandlung besteht in Bettruhe und Diät, wichtig ist der absolute Verzicht auf Alkohol, um die Leber weitestgehend zu schonen. Schwere Verlaufsformen machen einen Krankenhaus­aufenthalt erforderlich.

Prävention vor Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Kontaktinfektion und kann vor allem durch eine effektive Handhygiene verhindert werden. Das heißt: So oft wie möglich Hände waschen. Außerdem ist es ratsam, in Ländern mit einer hohen Hepatitis A-Durchseuchung, keine Salate, ungekochtes Gemüse, schalenlose Früchte oder unsteriles Wasser zu sich zu nehmen. Auch der Verzehr von Austern und Muscheln aus kontaminierten Gewässern sollte in diesen Gebieten vermieden werden. Dazu zählen Länder im Nahen Osten, in Asien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Seit 1992 gibt es einen risikoarmen Impfstoff aus abgetöteten Viren. Er gewährleistet nach dreimaliger Impfung einen zuverlässigen Schutz für fünf bis zehn Jahre.

Hepatitis A - die Reisekrankheit

Hepatitis B - eine chronische Infektion mit Folgen

Eine Ansteckung kann über Blutkontakt und Geschlechtsverkehr erfolgen. Den größten Anteil an den Neuinfektionen hierzulande hat die sexuelle Übertragung.
In der Vergangenheit war das Risiko relativ hoch, bei einer Transfusion von Blut oder Blutprodukten mit HBV infiziert zu werden. Eine sorgfältige Auswahl der Spender, die entsprechenden Antigen- und Antikörpertests und vor allem sehr empfindliche PCR-Testverfahren, die das Erbmaterial des Hepatitis B-Virus sicher nachweisen, haben entscheidend zur Risikominimierung beigetragen.

Ansteckung mit Hepatitis B

Informationen zu Krankheiten - Hepatitis, Virus Schema

Der Erreger der Hepatitis B, das Hepatitis B-Virus, besteht aus einer äußeren Hülle und einem inneren Kern.


Der Erreger

Die Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Weltweit, schätzt die Weltgesundheitsorganisation, haben rund zwei Milliarden(11)Menschen eine HBV-Infektion durchgemacht oder durchlaufen sie gerade, rund 257 Millionen Menschen leben mit einer chronischen HBV-Infektion(12). In der afrikanischen Sub-Sahara-Region und Ostasien sind bis zu zehn Prozent der Bevölkerung chronisch infiziert.(11)Schätzungsweise 887.000 Menschen starben 2015 an den Folgen einer chronischen Hepatitis B-Infektion.(12) Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind in Deutschland mindestens 300.000 Menschen infiziert.(13)Männer sind hierzulande häufiger betroffen als Frauen; die meisten männlichen Erkrankten sind zwischen 15 und 19 Jahre alt, bei Frauen ist der Anteil in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen (Stand 2016) am größten.(8)

Diagnose der Hepatitis B

Um eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus nachzuweisen, wird der Arzt zunächst die Leberwerte im Blut untersuchen. Sind sie erhöht, sind Leberzellen bereits zerstört. Eine akute HBV-Infektion wird in der Regel über den Nachweis der für das Virus typischen Proteine (der Antigene HBsAg und HBeAg) und spezifische Antikörper gegen diese Proteine (zum Beispiel Anti-HBc) bestimmt.
Mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist es möglich, unmittelbar das Erbgut des Virus nachzuweisen. Außerdem kann mit dieser Methode bestimmt werden, wie viele Viren im Blut sind, wie hoch also die Ansteckungsgefahr ist. Die PCR-Technik wird in der Regel zur Diagnose und Beobachtung einer chronischen Hepatitis B eingesetzt.

Verlauf einer HBV- Infektion

Für den Infizierten ist es oft nicht möglich, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen: 40 Tage bis sechs Monate können vergehen, bis sich die Infektion mit ersten Symptomen bemerkbar macht. Wie viel Zeit vergeht, ist von der Erregermenge abhängig, die während der Infektion übertragen wurde. Tückisch ist, dass Infizierte einige Woche vor Krankheitsausbruch besonders infektiös sind. In dieser Zeit ist das Risiko, dass sie andere Menschen infizieren, deutlich erhöht. Infizierte können also das Virus weitergeben, ohne zu ahnen, dass sie sich mit HBV angesteckt haben.

Eine HBV-Infektion kann recht unterschiedlich verlaufen. Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es zu einem akuten Ausbruch der Hepatitis B mit Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen, schließlich stellen sich Fieber und eine Gelbsucht (Ikterus) ein. Bei einem weiteren Drittel der Infizierten fehlt das auffälligste Krankheitszeichen, die Gelbsucht. Die Ärzte sprechen von einem „anikterischen“ Verlauf. Ein Drittel der Infektionen verläuft, ohne dass sich irgendwelche Symptome zeigen. Sehr selten – bei weniger als einem Prozent der akuten Fälle – kommt es zu einem fulminanten Verlauf, das heißt, die Hepatitis verläuft besonders schwer und rapide.
Die meisten akuten Hepatitis B-Erkrankungen heilen bei Erwachsenen innerhalb von etwa vier Monaten vollständig aus; die Betroffenen haben in der Regel danach lebenslang nachweisbare, schützende Antikörper. Fünf bis zehn Prozent der Infizierten überwinden den Virusbefall nicht; bei ihnen entwickelt sich eine chronische Verlaufsform, die so genannte chronisch-persistierende Hepatitis. Diese Patienten sind stark gefährdet: Sie erleiden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Leberzirrhose, bei der Lebergewebe zerstört und durch funktionsloses Narbengewebe ersetzt wird. Die chronische HBV-Infektion erhöht auch das Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken. Pro Jahr rechnet das Robert-Koch-Institut in Berlin mit weltweit bis zu einer Million Todesfälle durch Leberzirrhosen und Leberzellkarzinome, die durch eine Hepatitis B-Infektion bedingt sind.

Therapie der Hepatitis B

Eine akute Hepatitis B wird in der Regel nicht mit Medikamenten behandelt, weil sie beim Erwachsenen in rund 90 Prozent aller Fälle von alleine ausheilt. Im Falle einer chronischen Infektion kann jedoch eine medikamentöse Therapie angezeigt sein. Ob eine chronische Hepatitis B behandelt werden muss oder nicht, hängt von der Virusmenge, dem Stadium und dem Grad der Erkrankung ab. Betroffene sollten unbedingt einen Arzt konsultieren, um eine zielgerichtete Behandlung sicher zu stellen.
Lange Zeit war ein bestimmter körpereigener Eiweißstoff, der das Immunsystem stimulieren kann, der einzige in Deutschland zugelassene Wirkstoff zur Behandlung der Hepatitis B. Ein wesentlicher Fortschritt war die Einführung von Wirkstoffen, die sich direkt gegen das Virus richten (antivirale Therapie), weitere neue Wirkstoffe werden derzeit klinisch geprüft.

Prävention vor Hepatitis B

Das Hepatitis B-Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen. Eine Infektion ist jedoch auch über Sexualkontakte möglich. Hiervor schützt die Verwendung von Kondomen.
Seit 1986 ist ein Impfstoff verfügbar, der sicher und mindestens zehn Jahre lang vor einer Infektion mit dem Hepatitis B-Virus schützt.

Vorkommen der Hepatitis B

Ansteckung mit Hepatitis C

Ähnlich wie das Hepatitis B-Virus wird HCV durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen. Die Hauptinfektionsquelle früherer Jahre ist inzwischen versiegt: Seit Blutkonserven und -produkte mit der PCR-Technik, einer hochempfindlichen Nachweismethode, auf HCV geprüft werden, ist die Gefahr einer Übertragung durch Bluttransfusionen entscheidend minimiert.
Inzwischen wird das Virus in erster Linie durch verseuchte Spritzen bei Drogenmissbrauch, durch Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal oder bei medizinischen Eingriffen übertragen. Auch Sexualkontakte können ansteckend sein. Das Risiko ist jedoch gering, wenn nicht zusätzlich eine Geschlechtskrankheit vorliegt. Bei rund 30 Prozent der Patienten lässt sich der Infektionsweg nicht mehr nachvollziehen.

Vorkommen der Hepatitis C

Weltweit sind nach Angaben der WHO zirka 71 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert.(14)In Europa wird die Zahl der chronisch Infizierten auf rund 14 Millionen geschätzt. In Deutschland sind ca. 204.800 Menschen infiziert (Stand: 2015)(15). Es ist davon auszugehen, dass den meisten Betroffenen die Infektion nicht bekannt ist. Sie wird häufig zufällig bei Routinetests, etwa einer Blutspende, festgestellt.

Diagnose der Hepatitis C

Grundlage der Diagnose ist ein Antikörpersuchtest Im Blut der Patienten wird nach Antikörpern gesucht, die das Immunsystem gebildet hat, um Hepatitis C-Viren abzuwehren. Die Antikörper entstehen normalerweise erst vier bis sechs Wochen nach der Infektion (so genannte diagnostische Lücke); in einzelnen Fällen kann es vorkommen, dass das Immunsystem erst nach vier bis neun Monaten mit der Produktion von Antikörpern reagiert. Auch wenn der Test negativ ausfällt – also keine Antikörper gegen HCV nachgewiesen werden konnten – ist eine Infektion deshalb nicht sicher auszuschließen. Durch den Einsatz der PCR-Technologie oder eines entsprechenden Antigen-Tests kann die diagnostische Lücke zum Teil entscheidend verkleinert werden.

Der Nachweis der Antikörper lässt keine Aussage darüber zu, ob es sich um eine akute, eine chronische oder eine bereits ausgeheilte Hepatitis C-Infektion handelt oder ob die getestete Person infektiös ist.
War der Test positiv, sind bei einem Patienten also Antikörper gegen HCV gefunden worden, sollte ein direkter Virusnachweis mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erfolgen, einem besonders empfindlichen Test zum Nachweis von Hepatitis C-Viren im Blut. Es kann zudem sinnvoll sein, die Anzahl der Viren im Blut – die so genannte Viruslast – und den Genotyp, die genetische Variante des Hepatitis C-Virus, mit der ein Patient infiziert ist, zu bestimmen. Dies geschieht mithilfe der so genannten quantitativen PCR. Sie lässt auch erkennen, ob und wie ein Patient auf die Therapie anspricht. Bei immungeschwächten Patienten (z.B. HIV-Infizierten) ist der direkte Virusnachweis die erste Methode der Wahl, da hier entsprechende Antikörper fehlen können.(16)

Verlauf der Hepatitis C

Eine HCV-Infektion äußert sich in der Regel nicht mit auffälligen Krankheitszeichen. Die meisten Patienten bemerken die Infektion überhaupt nicht. Manche Patienten klagen über Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Beschwerden im rechten Oberbauch. Nur bei wenigen tritt eine akute Hepatitis mit Gelbsucht auf.

Bei den meisten Infizierten (bis zu 80 Prozent der Fälle(7)) nistet sich das Virus als Dauergast in den Leberzellen ein: Die Infektion wird chronisch, das heißt, die Hepatitis C-Viren befallen ständig neue Leberzellen. Es kommt zu einer anhaltenden Entzündung, in deren Verlauf abgestorbene Leberzellen durch Narbengewebe (Bindegewebe) ersetzt werden. Wenn in die Leber „wertloses“ Bindegewebe eingelagert wird und die Funktion der Leber beeinträchtigt ist, sprechen die Mediziner im Frühstadium von einer Fibrose, später von einer Zirrhose. Bei rund 15-30 % der chronisch Infizierten hat sich 20 Jahre nach der Ansteckung eine Zirrhose entwickelt.(7,15) Sie kann in Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom) übergehen. Besonders gefährdet sind chronisch HCV-infizierte Patienten, die übermäßig Alkohol konsumieren. Eine Impfung ist nicht möglich.

Informationen zu Krankheiten - Hepatitis, Krankheitsverlauf

Bei den meisten HCV-Infizierten nistet sich das Virus als Dauergast in den Leberzellen ein. Eine anhaltende Entzündung ist die Folge, die von einer Fibrose über eine Leberzirrhose bis hin zu Leberzellkrebs führen kann.

Therapie der Hepatitis C

Der Arzt entscheidet, wie eine Hepatitis C-Infektion zu behandeln ist. Es sind dazu verschiedene Kombinationen von Medikamenten, die das Immunsystem stimulieren (Interferone), mit Medikamenten, die sich direkt gegen das Hepatitis C-Virus richten, zugelassen. Die Standardtherapie stellen Kombinationen sog. DAAs („direct acting antivirals“ = direkt wirkende antivirale Agenzien) dar. Nach den neuesten Leitlinien ist auch für die Behandlung einer akuten Hepatitis C eine interferon-freie Therapie vorgesehen. Sie sollte bevorzugt aus einer Kombination von mindestens zwei direkt antiviralen Substanzen gegen HCV bestehen. Offene Fragen in der Therapie der akuten Hepatitis C mit direkt-antiviralen Substanzen betreffen die optimale Therapiedauer sowie die Verträglichkeit und Effektivität verschiedener Kombinationstherapien in einzelnen HCV-Genotypen. Zur Behandlung der chronischen Hepatitis C sind mit der Einführung der Interferon-freien Therapieoptionen für praktisch alle HCV-Genotypen und Therapiekonstellationen und dem direkten oder indirekten Nachweis einer Überlegenheit im Vergleich zu Interferon-basierten Therapieschemata in allen Aspekten die DAA-Therapie als Therapiestandard vorgesehen. Grundsätzlich gilt: Frühzeitig erkannt und behandelt scheint eine Hepatitis C fast immer heilbar zu sein. Eine optimale, auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie schließt auch eine so genannte Genotypisierung ein, mit der sich bestimmen lässt, von welcher genetischen Variante des Virus ein Patient befallen ist. Die Empfehlungen zur Wahl der einzusetzenden Medikamente richten sich nach dem Genotyp.(17)

Prävention vor Hepatitis C

Das Hepatitis C-Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen. Die Hauptrisikogruppe sind heute Drogenabhängige, die sich Rauschgift in die Venen spritzen (78% aller Fälle in Deutschland(18)).

Sie können sich vor allem durch den Gebrauch von Einmalspritzen vor einer Ansteckung schützen. Der sexuelle Übertragungsweg ist bei HCV nur selten. Es ist bislang nicht möglich, gegen Hepatitis C zu impfen.

Hepatitis C - Die Stille Seuche

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Für medizinisches Fachpersonal

Häufig gestellte Fragen

  • Wie kann ich mich bei Reisen in Länder, in denen Hepatitis A häufig vorkommt, vor einer Infektion schützen?
  • Wer sollte sich gegen Hepatitis A impfen lassen?
  • Können schwangere Frauen, die mit Hepatitis B infiziert sind, ihr Kind anstecken?
  • Stimmt es, dass die Hepatitis B ansteckender ist als Hepatitis C?
  • Kann man sich beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen mit Hepatitis C anstecken?
  • Kann man sich gegen Hepatitis C impfen lassen?
  • Was sind DAAs?
  • Es soll insgesamt sieben Hepatitis-Erreger geben, welche sind das außer A, B und C
  • Wann ist ein Lebertest angeraten?

Kontakt­infektionen können vor allem durch eine effektive Handhygiene verhindert werden. Das heißt: so oft wie möglich Hände waschen. Man sollte streng darauf achten, keine ungekochten Gemüse und Salate, Früchte oder unsteriles Wasser zu sich nehmen und keinesfalls Austern und Muscheln aus kontaminierten Gewässern zu verzehren.

Eine Impfung wird allen Reisenden empfohlen, die Länder mit hoher Hepatitis A-Durchseuchung aufsuchen wollen. Dazu zählen Länder im Nahen Osten, in Asien, Mittel- und Südamerika sowie Afrika. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Im Jahr 2006 wurden die Türkei, Spanien, Pakistan, Ägypten und Indien am häufigsten als „Quellen“ einer reiseassoziierten Hepatitis A genannt.

Kinder können bei der Geburt von ihren Müttern mit dem Hepatitis B-Virus angesteckt werden. Ist die Infektion der Mutter bekannt, können die Ärzte den drohenden Übergriff der Viren auf das Neugeborene bekämpfen: Sie spritzen gefährdeten Babys Antikörper gegen das Virus. Diese passive Immunisierung wird danach durch eine aktive Impfung gegen den Erreger ergänzt. Beides zusammen bietet einen nahezu vollständigen Schutz. Erfolgt diese Behandlung nicht, bleiben 90 Prozent der Kinder chronisch infiziert und sterben häufig bereits vor dem 50. Lebensjahr an Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Hepatitis B ist tatsächlich ansteckender als Hepatitis C, weil die Anzahl von Viren im Blut bei Hepatitis B etwa hundertmal größer ist als bei Hepatitis C. Hepatitis B ist auch hundertmal infektiöser als HIV, der Erreger der Immunschwäche-Krankheit Aids. Zudem ist das Hepatitis B-Virus ein extremer Überlebenskünstler: Auch außerhalb des Körpers überlebt es zirka eine Woche; selbst getrocknetes Blut, zum Beispiel in Textilien, wird auf diese Weise zur hochgradigen Infektionsquelle. Die Wahrscheinlichkeit, sich schon bei einer Spur von Blut – einem einzigen Blutkontakt auf beschädigter Haut – mit dem Hepatitis B-Virus zu infizieren, beträgt bis zu 80 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass HBV während der Schwangerschaft oder unter der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen wird, ist größer als bei einer Hepatitis C-Virus-Infektion der Mutter.

Das Virus wird in erster Linie über Blutkontakte übertragen; die Hauptrisikogruppe sind heute Drogenabhängige, die sich Rauschgift in die Venen spritzen (51 Prozent aller Fälle). Anders als bei Hepatitis B ist der sexuelle Übertragungsweg bei HCV nur selten. Bei einem Drittel aller Hepatitis C-Fälle lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Mangelnde Hygiene ist einer der Hauptgründe für eine dieser ungeklärten Infektionen. Auch beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen ist eine Ansteckung daher prinzipiell möglich.

Im Unterschied zu Hepatitis A und Hepatitis B gibt es derzeit keine wirksame Impfung gegen HCV. Wie viele andere Viren auch, ist das Hepatitis C-Virus ein genetisches Chamäleon: Inzwischen lassen sich mindestens sechs genetische Varianten (Genotypen) unterscheiden. Diese genetische Wandlungsfähigkeit des Virus macht es den Forschern schwer, einen Impfstoff zu entwickeln.

Die Abkürzung DAA steht für „direkt antivirale Agenzien“. Es handelt sich dabei um Substanzen, die direkt in den Lebenszyklus der Viren eingreifen und die Virusproduktion in infizierten Zellen reduzieren. Dazu gibt es verschiedene Ansätze. NS3/4a-Protease-Inhibitoren hemmen die Synthese der Virusproteine während NS5a-Inhibitoren sowie Polymeraseinhibitoren die Replikation der Virus-RNA hemmen. Kombinationen von Medikamenten mit diesen Wirkstoffen sind aktuell die Standardtherapie für Hepatitis C.(1,2)

Die hierzulande wichtigsten Erregertypen sind A, B und C. Es gibt darüber hinaus noch die Virustypen D, E, F und G. Möglicherweise werden die Wissenschaftler noch weitere entdecken.

Das Hepatitis D-Virus (HDV), auch Delta-Virus genannt, wurde 1977 identifiziert. Es handelt sich dabei um ein „defektes“ Virus, das sich nur vermehren und eine Krankheit erzeugen kann, wenn ihm der Hepatitis B-Erreger dabei hilft. Steckt sich ein Mensch, der bereits das Hepatitis B-Virus in sich trägt, mit dem Delta-Virus an, verläuft seine Lebererkrankung schwerer. Das Delta-Virus ist in Südamerika, im Nahen Osten und im Mittelmeerraum relativ häufig. Eine Impfung gegen Hepatitis B verhindert auch eine Infektion mit dem Delta-Virus.

Das Hepatitis E-Virus (HEV) vom Genotyp 1 und 2 wird durch verschmutztes Wasser, ungewaschenes Obst, rohes Gemüse oder unsauberes Geschirr hauptsächlich auf fäkal-oralem Weg übertragen. Diese Genotypen sind in Asien und Afrika vorherrschend und verursachen dort sporadische Ausbrüche. In Europa sind HEV-Infektionen vor allem mit dem Genotyp 3 vorherrschend, wobei das Hausschwein sowie Wildtiere das wichtigste tierische Reservoir darstellen. In den meisten Fällen heilt eine Hepatitis E ohne Folgeschäden aus. Bei Schwangeren (v.a. Genotyp 1), Patienten mit Vorschädigung der Leber oder Immunsupprimierten die sich mit HEV infizieren, kann die Erkrankung jedoch schwer verlaufen.(3)

Das Hepatitis F-Virus wurde von indischen Wissenschaftlern entdeckt und kann ebenso wie die anderen Hepatitis-Viren eine Leberentzündung hervorrufen. Hierzulande spielt es keine große Rolle.

Der bislang jüngste Neuzugang ist das 1995 identifizierte Hepatitis G-Virus (HGV). Wahrscheinlich sind ein bis drei Prozent der Bevölkerung mit diesem Mitglied des Hepatitis-Alphabets infiziert. Es wird offenbar über Blutkontakte übertragen und tritt meist zusammen mit einer Hepatitis C-Infektionen auf. Derzeit herrscht noch Unklarheit darüber, ob das Hepatitis G-Virus zu einem eigenständigen Krankheitsbild führt. Eine Impfung gibt es nicht.

Leberkrankheiten können jeden treffen. Tückisch ist, dass die Leber keine Schmerzsignale aussendet und die Symptome einer Lebererkrankungen oft nicht eindeutig sind. Häufig sind ständige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Für die Betroffenen ist es wichtig, frühzeitig die Warnsignale des Körpers zu beachten. Besteht der Verdacht auf eine Lebererkrankung, sollten zunächst die Leberwerte untersucht werden. Sind diese erhöht, müssen die Ursachen mit weiteren Tests abgeklärt werden. Viele Lebererkrankungen lassen sich inzwischen gut behandeln, auch gibt es Impfmöglichkeiten gegen Hepatitis A und B. Doch je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird die Behandlung und Dauerschäden können die Folge sein. Für alle Hepatitis-Erkrankungen gilt: Je früher die Diagnose, desto besser sind die Therapiechancen.

Hepatitis-FAQ

Links & Adressen

  1. http://www.who.int/topics/hepatitis/en/

  2. Liang T.J., Hepatitis B: the virus and disease (2009), Hepatology,; 49, 13-21

  3. http://umm.edu/health/medical/altmed/condition/viral-hepatitis

  4. http://www.welthepatitistag.info

  5. http://www.niddk.nih.gov/health-information/health-topics/liver-disease/hepatitis-b/Pages/ez.aspx

  6. https://www.unimedizin-mainz.de/1-med/patienten/medizinische-informationen-fuer-patienten/leberzirrhose.html

  7. Bundesgesundheitsministerium: “Bis 2030 – Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“, 2016

  8. RKI-Ratgeber - Hepatitis B und D, Mai 2018 (

    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisB.html )

  9. RKI Epidemologisches Bulletin, Nr. 31/2017

  10. RKI SurvStat (

    https://survstat.rki.de/ )

  11. WHO Fact Sheet Hepatitis C, July 2018

  12. WHO Fact Sheet Hepatitis B, July 2016

  13. UNDEFINED

  14. WHO Global Hepatitis Report, 2017

  15. Smith DB 2014 Hepatology vol.59(1) pp.318-27

  16. Sarrazin C 2018 Gastroenterol vol.56 pp.756–838 (DSGV Leitlinie Hepatitis, 2018)

  17. Sarrazin C 2018 Gastroenterol vol.56 pp.756–838 (DSGV Leitlinie Hepatitis, 2018)

  18. RKI Epidemiologisches Bulletin Nr. 29/2018

  19. Pawlotsky JM 2014 Gastroenterology vol.146 pp.1176-1192

  20. Sarrazin C 2018 Gastroenterol vol.56 pp.756–838 (DSGV Leitlinie Hepatitis, 2018)

  21. RKI Ratgeber für Ärzte Hepatitis E, Stand 02.11.2015

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