Therapie bei chronischem Nierenversagen

Um eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) zu behandeln, sollte, wenn möglich, zunächst die Grunderkrankung therapiert werden. Darüber hinaus ist die Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz darauf ausgerichtet, das Fortschreiten der Erkrankung durch verschieden Maßnahmen zu bremsen:

  • Normalisierung des Blutdrucks: Bewegung, ausgewogene Ernährung mit Gewichtsreduktion und blutdrucksenkende Medikamente (z. B. ACE- oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker)
  • Blutzuckereinstellung bei Diabetes: Ernährungsumstellung und blutzuckersenkende Medikamente
  • Verzicht auf Rauchen
  • Ernährungstherapie: salz- und phosphatarme Ernährung ohne zu hohen Eiweißanteil
  • Gabe von Cholesterinsenkern bei erhöhten Cholesterin-Werten
  • Ausgleich einer möglichen Übersäuerung des Bluts (metabolische Azidose)
  • Vermeidung von nierenschädigenden Medikamenten (z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Röntgenkontrastmittel)

Wichtig ist, dass Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz regelmäßig von einem Nierenfacharzt (Nephrologe) untersucht werden. Auch müssen mögliche Folgekrankheiten eines chronischen Nierenversagens wie Blutarmut und Störungen des Knochenstoffwechsels behandelt werden. Da Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz ein erhöhtes Risiko für Infektionen haben, sollten Betroffene einen ausreichenden Impfschutz haben.

Das Spätstadium einer Niereninsuffizienz (terminale Niereninsuffizienz) äußert sich in einer dramatischen Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten, die mit starker Übelkeit und Erbrechen einhergeht. In diesem Stadium muss eine Blutwäsche (Dialyse) erfolgen, bei der die harnpflichtigen Substanzen aus dem Blut entfernt werden. Mit dieser "künstlichen" Entgiftung des Körpers verschwinden die Symptome sehr schnell.

Literatur:

DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin): S3-Leitlinie „Versorgung von Patienten mit nicht-dialysepflichtiger Niereninsuffizienz in der Hausarztpraxis“, Berlin 2019; abrufbar unter https://www.degam.de/degam-leitlinien-379.html

Herold G (Hrsg.) Innere Medizin. Herold G, Köln, 2020.